Hallo,
von Katzenfernhalte-Sprays halte ich auch nicht sonderlich viel, meine Katzen finden den Duft sogar noch sehr gut, sie reiben sich an den Stellen, wo es versprüht wurde und lecken teilweise auch daran.
Gute Erfahrungen habe ich mit Essig oder Zitronensaft gemacht. Einfach ein bisschen auf die Stelle sprühen und die Katzen bleiben fern. Das hat bei uns immer etwa 2 Wochen gehalten, dann ging es wieder los, also musste man es nochmal draufsprühen.
Dass eine Kastration die Katzen davon abhält möchte ich nicht pauschal bejahen. Schließlich ändert eine Kastration nicht das Wesen eines Tieres von Grund auf (wäre ja auch schlimm!).
Aber ich möchte es auch nicht verneinen, weil mir gerade auffällt, dass meine Katzen gar nicht mehr an die Tapete gehen… Sie hatten sich früher die Stelle unterm Küchenhandtuch ausgesucht zum Kratzen (wurde erst bemerkt, als mal ein kürzeres Handtuch dort hing, sonst war die - inzwischen tapetenlose - Stelle ja immer verdeckt. Wann sie aufgehört haben dort zu kratzen kann ich dir nicht sagen, es mag sein, dass es nach der Kastration war, es kann aber auch genauso daran liegen, dass sie etwas ruhiger wurden, als sie aus der schlimmsten Phase raus waren, in der dein Kater sich momentan befindet.
Aber manche Sachen kann man Katzen einfach nicht abgewöhnen. Meine Katzen zB haben wie gesagt unter dem Küchenhandtuch gekratzt, den ganzen Flur für sich beansprucht, den Bettpfosten und einen Badezimmerschrank. Die Tapeten lassen sie inzwischen in Ruhe, am Bettpfosten hab ich sie auch schon lange nicht mehr erwischt, aber der Schrank wird wohl noch in etlichen Jahren ihr Opfer sein.
Vielleicht kannst du auch versuchen, ihm noch eine kleine Kratzecke einzurichten. ZB dort, wo der Kratzbaum steht halten sich ja viele Katzen oft auf und meine zB spielen auch dort viel. Helfen kann es gerade dort die ganze Tapete mit einem flauschigen Teppich zu überkleben. daran können die Katzen kratzen und sogar dran hochklettern. Das macht meinen Katzen sehr viel Spaß. Und vielleicht ist diese zusätzliche Klettermöglichkeit ein Kompromiss für sie „Wenn wir hier das Stück Teppich haben lassen wir halt die anderen Wände in Ruhe“.
Mit Wasser anspritzen ist auch keine schlechte Idee, zur Not tun es auch Tischtennis oder Softbälle. Immer wenn der Kleine was macht, was er nicht soll, einen nach ihm werfen (wenn du gut zielen kannst entweder auf den Hintern zielen oder direkt neben die Katze, das erschreckt mehr und ist damit Wirksamer - natürlich nicht zu fest werfen). Oder auch eine Dose mit Mais o.ä. füllen und wenn er „böse“ ist schütteln. Am Besten niemals ein Wort sagen, denn sonst verbindet das Tier das unangenehme Rascheln (oder den fliegenden Ball) mit deiner Stimme, also mit dir.
Ich würde an deiner Stelle auch nicht die ganze Wohnung mit Kratzbrettern aushängen wollen, ich würde dem Kater konsequent klar machen, dass ich sein Verhalten nicht gut finde. Und sei es nur, dass er für jedes Mal, wo er den Kratzbaum benutzt ein Leckerchen, Streicheleinheiten o. ä. bekommt. Wenn er das nicht bekommt, wenn er an der Tapete war merkt er sich, dass das irgendwie nicht richtig sein kann.
Vielleicht tröstet es dich ein bisschen, dass wohl jeder Katzenbesitzer diese Phase durchstehen musste, wo die Katzen alles und jeden zerkratzt haben, aber meistens legt sich das eben auch wieder.
Liebe Grüße
Timi