Katerärger

Hi,

ich habe vor vielen Wochen hier schon einmal gepostet, weil ich völlig arglos an zwei Katzenkinder gekommen bin. Vielleicht erinnert sich daran noch jemand, es handelte sich dabei um das erste und das letzte Kätzchen das direkt nach der Geburt getötet werden sollte).

Nun, die Beiden haben sich gut gemacht, und auch der Kater mit seiner Nervenkrankheit hat sich gut erholt.
Die Beiden sind jetzt 4,5 Monate alt und stellen meine Geduld auf eine harte Probe.
Während die Katze eine Vorsichtige ist, entwickelt sich der Kater zu einer einzigen Katastrophe. Durch seine Nervenkrankheit ist er nicht ganz so gelenkig, wie seine Schwester. Bis hierher wäre alles kein Problem.

Doch seit beinahe 4 Wochen verursacht er Schäden, die allmählich richtig ins Geld gehen. Bis zum Sonntag waren es immer nur Pflanzen, Vasen, Geschirr, Vorhänge, Kleidungsstücke und Geldscheine (die mag er am liebsten), und nun hat er gestern Abend die sündhaft teure Stereoanlage von der Schrankwand geschmissen. Bei einem Fall aus einer Höhe von 1,60m war die nur noch Schrott.
Heute morgen war es dann die Kaffeemeschine.

Ich bin ratlos. Gibt es eine Möglichkeit, dem Kater beizubringen, dass er nicht alles darf?
Es ist leider wegen baulicher Gegebenheiten nicht möglich, einfach Türen zu schließen, denn zu manchen Räumen gibt es keine Türen. Aussperren möchte ich die Beiden eigentlich auch nicht.
Und hergeben möchte ich ihn auch nicht, denn ansonsten ist er wirklich ein ganz Lieber.

Wer weiß Rat?

mG
nyke

hallo,

auch mein kleiner Kater (ist ein echter Satansbraten) hat meine Geduld auf eine harte Probe gestellt - haben Katzenkinder wohl so an sich, dass sie viel Blödsinn im Kopf haben. Mein Kater musste auch lernen, dass er weder auf der Arbeitsplatte in der Küche noch auf Tischen oder in Schränken etwas zu suchen hat. Wenn ich gesehen haben, dass er auf den Tisch oder den Schrank gesprungen ist, habe ich ihn mit einem lauten „NEIN“ runtergenommen und auf den Boden gesetzt. Mit der kurzer Zeit hat er es dann kapiert - natürlich springt er manchmal immernoch auf die Schränke o. ä. Aber er geht mittlerweile dann bei „NEIN“ sofort runter. Es sind eben „Kinder“ die auch Ihre Erziehung brauchen.
Bei mir sind selbstverständlich bis heute auch einige Blumentöpfe und 1 Rumtopf (glücklicherweise ohne Inhalt) zu Bruch gegangen. Aber das konnte ich verschmerzen. Vielleicht kannst du ja „gefährdete“ Gegenstände einstweilen in Sicherheit bringen. Ich denke nicht, dass dein Kater böswillig die Gegenstände „zerstört“.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen,

liebe Grüße

Ramona

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Es ist sehr schwer, Katzen etwas beizubringen, aber in diesem Fall unbedingt notwendig! Ich würde versuchen, dem Kater das Herumturnen auf Möbeln abzugewöhnen, denn dann kann er von dort auch nichts mehr runter werfen. Dazu beobachtest du den Kater genau. In dem Moment, in dem er auf ein Möbelstück springen will, bewirfst du ihn mit etwas (Portemonnaie, Schlüssel, Zigarettenschachtel etc.) bzw. spritzt ihn mit einer Wasserpistole nass. Ziel ist es, den Kater zu erschrecken und so von seinem Vorhaben abzuhalten. Er verbindet den Schreck, wenn du es geschickt und unauffällig machst, nicht mit dir, sondern lediglich mit seinem Handeln. Du musst ihm nicht weh tun, sondern ihn nur richtig erschrecken! So lernt er, dass es für ihn unangenehm ist, wenn er irgendwo hoch springt. Auf diese Art und Weise sollte man ihm das Herumklettern und Runterwerfen eigentlich abgewöhnen können. Beschäftige dich außerdem viel mit ihm! Spiel mit ihm, damit er ausgelastet ist und erst gar nicht auf dumme Ideen kommt. Es gibt tolles Spielzeug, mit dem er sich auch selbst beschäftigen kann. Schau einfach mal im Handel nach oder bastel dir selber was. Viel Erfolg!
Galli

Dazu beobachtest du den

Kater genau. In dem Moment, in dem er auf ein Möbelstück
springen will, bewirfst du ihn mit etwas (Portemonnaie,
Schlüssel, Zigarettenschachtel etc.) bzw. spritzt ihn mit
einer Wasserpistole nass. Ziel ist es, den Kater zu
erschrecken und so von seinem Vorhaben abzuhalten.

Ich möchte doch bitte darauf hinweisen, dass man seine Tiere nicht mit Gegenständen wie Schlüssel oder Portemonaies bewirft!! Schon mal nen Schlüssel an den Kopf bekommen? Vielleicht sollte dir einfach mal jemand diesen an den Kopf werfen, damit du weißt, dass auch das ganz schön weh tun kann. Wie dem auch sei…

Wasser ist OK (wenn man nicht gerade direkt auf die Augen zielt). Dass tut nicht weh und der Kater wird sich auch erschrecken.

Ansonsten versuche es mal ihn auf lautes Händeklatschen zu trainieren und dazu das „Nein“. Darauf reagiert unser Kater auch sehr gut.

Ich bin mir sicher, du kriegst den kleinen Tollpatsch bald in den Griff. :smile:

Viele Grüße, Phytia

Hallo,
wenn die Schäden ursächlich in seiner Krankheit begründet liegen - und das nehme ich an, wenn sie nicht beim toben entstanden sind, denn ansonsten sind Katzen i.allg. äußerst geschickt (und nicht böswillig :wink:) - scheint mir Prävention durch Sicherung bzw. Entfernung aller „kritischen“ Gegenstände der wichtigste Schritt. Ein Tick Erziehung hilft evtl. aber wenn dann bitte ohne „Züchtigung“. Die würde den Kleinen nur verunsichern und das Vertrauensverhältnis zu Dir nachhaltig zerstören.

Gruss
Enno

… ich wäre irgendwie zu zimperlich:

Ich möchte doch bitte darauf hinweisen, dass man seine Tiere
nicht mit Gegenständen wie Schlüssel oder Portemonaies
bewirft!! Schon mal nen Schlüssel an den Kopf bekommen?
Vielleicht sollte dir einfach mal jemand diesen an den Kopf
werfen, damit du weißt, dass auch das ganz schön weh tun kann.

Ne Zigarettenschachtel oder nen Päckchen Taschentücher fliegt bei uns auch schon mal, aber weder Schlüssel noch Portemonaie ist bei uns bisher geflogen.

Übrigens werfe ich auch keine Bücher, Teller, Tassen, Aschenbecker, Regenschirme oder Kanonenkugeln hinter meinen Katzen her *nur mal nebenbei bemerkt*

Ich dachte schon, ich wäre viel zu nett zu meinen Katzen und war schon unterwegs um Peitschen zu kaufen *gg* aber ist doch schön zu lesen, dass nicht nur ich von der Schlüsselnummer nichts halte.

Liebe Grüße
Timi

Ok, beim Schlüssel gebe ich dir recht. Da hatte ich aber auch eher daran gedacht, ihn NEBEN den Kater zu werfen. Habe mich in meinem Eifer unschön ausgedrückt, sorry! Aber beim Portemonaie bleibe ich dabei. Ich weiß ja nicht, wie dick dein Portemonaie ist, meins jedenfalls ist so mager, dass ich ebensogut eine Packung Taschentücher werfen könnte. Ich habe allerdings auch geschrieben, dass dem Tier nicht weh getan werden soll!! Das schließt ja zielgenaues Bewerfen mit gefährlichen Gegenständen aus. Ich nehme also hiermit den Schlüssel zurück. Vielleicht reicht es auch, alle Gegenstände (und sei es eine Vase… Scherz :wink:) einfach nur neben das Tier zu werfen. Halt irgendwas, das ein bißchen Krach macht, damit das Tier sich erschrickt.
Galli

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Erziehen und Abgewöhnen klingt ja ganz gut, aber bedenke bitte, dass selbst bei maximalem Erfolg Du einer katze höchstens abgewöhnen kannst, dass sie die unerwünschte Sache in Deinem Beisein tut.

Um zumindest das zu erreichen ist 100%ige Konsequenz gefragt. Wir sprechen hier von einem Tier, welches stundenlang auf Beute lauern kann. Seine Geduld und Beharrlichkeit ist fast grenzenlos, sicherlich größer als Deine. Du musst ihn jedesmal, wenn er etwas verbotenes tut mit einem deutlichen „Nein“ oder „Na!“ ermahnen und von seinem Tun ablenken. Jedesmal, jeden Tag, notfalls wochenlang. Wenn er aufgrund seiner Krankheit auch lernbehindert ist, dauert es noch länger.

Wenn ein so junger Kater in Deiner Wohnung eine Stereoanlage (die sicherlich mehr wiegt als er) herunterwerfen kann, ist Deine Wohnung offenbar nicht katzensicher. Die beste und erfolgversprechendste Methode ist daher, alle gefährdeten Gegenstände zu sichern bzw. wegzuräumen.

Der einzige Trost, den ich bieten kann: wenn sie erwachsen sind, werden sie ruhiger :wink:

Gruß,

Myriam

Hi,

danke für eure Antworten.

Ich glaube nicht, dass er all diese Dinge nur wegen seiner Ungeschicktheit ramponiert!
Entweder handelt er aus Übermut, so nach dem Motto: weg da, jetzt komme ich, oder er ist ein bisschen boshaft.

Wenn ich all eure Ratschläge zusammenfasse, dann bliebt mir nur die Wasserpistole und ein lautes Nein.
Vielleicht kann ich ihm so auch abgewöhnen, sich auf diversen Schränken zu versecken und zu warten, bis jemand unten läuft, um sich dann mit ausgefahrenen Krallen auf dessen Rücken fallen zu lassen. Das tut nämlich tierisch weh und hinterlässt blutige Wunden.

mG
nyke

In dem Moment, in dem er auf ein Möbelstück
springen will, bewirfst du ihn mit etwas (Portemonnaie,
Schlüssel, Zigarettenschachtel etc.) bzw. spritzt ihn mit
einer Wasserpistole nass. Ziel ist es, den Kater zu
erschrecken und so von seinem Vorhaben abzuhalten. Er
verbindet den Schreck, wenn du es geschickt und unauffällig
machst, nicht mit dir, sondern lediglich mit seinem Handeln.
Du musst ihm nicht weh tun, sondern ihn nur richtig
erschrecken! So lernt er, dass es für ihn unangenehm ist, wenn
er irgendwo hoch springt.

Ist sicher gut gemeint, funktioniert aber nicht. Wenn schon, dann den Kater
sofort am „Balg“, das ist am Hals, nehmen, so wie Katzenmütter das mit den Jungen
tun, denn dort besteht auch keine Verletzungsgefahr, und den Kater dann einfach
zu Boden fallen lassen oder ein Stück, so 0,5m bis 1,5m durch die Luft fliegen
lassen. Klingt im ersten Moment etwas brutal, ist aber für eine Katze, auch eine
junge ganz normal. Die Methode hat den Vorteil, dass sie den Erziehungsmethoden
der Katzenmutter sehr nahe kommt, denn wenn Katzenkinder was Verbotenes machen,
packt sie die Mutter auch am Balg und schleppt sie davon oder beutelt sie kräftig
durch.
Erfolgsaussichten bei jeder Erziehung halte ich aus Erfahrung für gering, denn
kaum fühlen sich Katzen unbeobachtet, machen sie sowieso was sie wollen.
Katzen, zumindest der Großteil von ihnen, sind eben mäßig intelligent, manche
sogar ausgesprochen dumm. Was sie auf jeden Fall sind: stur und ignorant und das
wird dann zur „Intelligenz“ uminterpretiert.

HI

ich hätte da noch nen tipp für dich der hat bei meinen zwei kleinen auch geholfen, bei sind es die katzen die gern mal etwas übermütig sind. Ich hab es auch mit erziehung versucht und es hat auch stellenweise gut funktioniert aber an bestimmte sachen sind sie immer wieder ran. der tierarzt gab mir dann den tipp mir inner zoohandlung ein spray zukafen was man auf gegenstände sprüt und die katzen abhält darauf zugehen. es funktioniert. das spary is ungefährlich und der mensch riecht es auch nur im ersten moment.

LG Krissy

Katzenmütter packen ihre Jungen am Nacken, um sie zu transportieren. Aus keinem anderen Grund! Denn einer Katzenmutter ist es herzlich egal, ob ihr Junges irgendwo herumspringt oder Blödsinn macht. Nur wenn sie meint, das Junge gehört jetzt wieder ins Nest, dann packt sie es am Nacken und trägt es zurück. Mit Erziehung hat das nichts zu tun, es ist einfach nur Transport!

Klar ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, Katzen zu erziehen. Bei der von mir vorgeschlagenen „Erziehung“ handelt es sich allerings um ein Austricksen. Die Katze wird nicht direkt erzogen, wenn man Gegenstände auf sie wirft, wenn sie etwas Verbotenes tut. Das würde bedeuten, dass sie den Grund und ihre falsche Handlung verstehen würde. Mit Einsicht hat das aber nichts zu tun. Die Katze wird in diesem Fall lediglich konditioniert. Eine Katze, die einmal auf eine heiße Herdplatte gesprungen ist, wird das auch nicht mehr tun. Nicht, weil sie erzogen wurde und verstanden hat, dass es ganz falsch ist, auf Herdplatten zu springen, sondern weil die unangenehme Erfahrung sich in ihr fest brennt und sie diese Situation zu ihrem eigenen Besten künftig unterläßt. So etwas kann man zu seinen Gunsten ausnutzen, indem man die Katze erschreckt, wenn sie etwas „Verbotenes“ tut. Die Katze wird den Schreck mit ihrer Tat verbinden. Und weil sie nicht scharf drauf ist, sich immer wieder zu erschrecken, wird sie solche Aktionen unterlassen. Gerade hier ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass die Katze sich auch bei Abwesenheit des Menschen an die „Verbote“ hält, eben weil sie sie nicht mit dem Menschen verbindet. Sie lernt lediglich „Auf Schrank springen = Angst = nicht mehr auf Schrank springen“. Das ist eine simple Verknüpfung, die durch Konditionierung bei jedem Säugetier funktioniert.
Galli