Hallo miteinander,
wir haben seit rund 3 Monaten einen 2 Jahre alten Mischlingshund. Er kommt aus dem Tierheim, war vorher vermutlich ein Streuner in Italien, hat null Erziehung genossen und zeigt die typischen Straßenhundspezialitäten (sehr unabhängig, jagt Mäuse und Vögel, ging anfangs auf Müll los).
Da er sich gerne mit anderen Hunden anlegt - sobald er einen Kollegen erblickt, bellt und zerrt er wie verrückt, wobei er ganz „normal“ wird, wenn er den anderen Hund dann beschnüffeln darf - habe ich am Anfang bei einer Hundetrainerin Einzelstunden genommen. Jetzt aber fand ich es an der Zeit, dass er den Umgang mit anderen Hunden lernt und habe mich zu einem Erziehungskurs beim örtlichen Schäferhundverein angemeldet.
Aber dort fühle ich mich fehl am Platze, und zwar aus folgenden Gründen:
-
Das Prinzip dort ist, dass man mit fast allen Mitteln den Hund diszipliniert. Die Hälfte der Kursteilnehmer bekam den Rat, ein Würgehalsband anzuwenden, übrigens unabhängig von der Größe des Hundes.
-
Dort wird GEBRÜLLT. Ich bin aber der Meinung, ein deutlicher Tonfall, gerne ETWAS lauter, muß genügen. Ich hatte schon einmal einen Hund und behaupte daher, wenn das Verhältnis zwischen Hund und Halter stimmt, muss ich nicht mit Lautstärke arbeiten.
-
Das Tempo ist viel zu schnell. Obwohl es ein Anfängerkurs ist, wurde „Sitz“ und „bei Fuß“ vorausgesetzt, „Platz“ in der ersten Stunde verlangt - ohne Übergangsschritte, wie ich sie zum Glück schon vorher bei meiner Hundetrainerin hatte. Nun hat aber mein Hund eben eine unbekannte Vorgeschichte, daher denke ich, er braucht etwas mehr Zeit.
-
Gewisse Methoden empfinde ich einfach als zu heftig. Wer nicht ins Platz geht oder aufsteht, wird mit Gewalt nach unten gedrückt. Das schon mehrfach wiederholte Motto der Kursleiterin lautet: „Wenn der Hund nicht so will, dann muss es eben mal wehtun - wie in der Kindererziehung“.
DAS amüsiert mich schon fast, denn das Mädchen ist sicher noch kinderlos, ich dagegen habe 3 Kinder, bei denen es auch ohne Wehtun geht 
- Der Kontakt mit anderen Hunden ist nicht wirklich möglich, der Platz ist nicht eingezäunt, während der Stunde baut mein Hund eher Aggressionen auf. Er resigniert zwar zunächst und bellt kaum noch, aber anschließend ist seine Bellerei bei Hundekollegen eher noch schlimmer.
Außerdem ist unser Verhältnis nach dem Kurs immer deutlich schlechter als vorher. Er hat regelrecht Angst vor mir, duckt sich, wenn ich ihn streicheln möchte, zieht sich für den Rest des Tages zurck.
Die Kursleiterin dagegen meint, ich sei viel zu weich und freundlich.
ICH meine, ich strahle auch anders meine Dominanz aus. Ich bin sehr konsequent, der Hund weiß absolut, wo er steht, ich setze Kommandos auch durch, nur eben verstärkt mit 1000 x üben und Leckerli. Meine vorherige Trainerin war immer sehr zufrieden mit mir, und nach einer Stunde mit ihr waren Hund UND Frauchen guter Dinge.
Wie würdet Ihr das denn beurteilen ? Ist diese Art der Hundeschule nicht längst überholt ? Sollte außerdem nicht die Möglichkeit bestehen, dass die Hunde miteinander spielen ?
Danke für Eure Meinungen, viele Grüße,
Inselchen

((, ich bräuchte mit An- und Abfahrt zu lange.