Hallo!
Wir haben seit fast zwei Monaten einen „Untermieter“, der uns nicht ganz geheuer ist. Sein erster Wohnsitz war unter den Unterschränken unserer Einbauküche. Verfügbare Eingänge sind hier höchstens 2 cm groß. Oder mit sehr viel Glück ein direkter Einstieg durch den Spülenunterschrank, denn der ist hinten mit größeren Einschnitten versehen (aber eigentlich so gut wie immer geschlossen…). Dort hat das Tierchen gut 6 Wochen gelebt. Gemerkt haben wir das erst, als wir Köddel in diesem Schrank gefunden haben. Als dann die Spülmaschine ausfiel haben wir die komplette Fußleiste entfernt und große Mengen an Köddeln und auch ein wenig zerfetzten Karton gefunden. Meine erste Frage: das Tierchen kann in den KÜchenschränken absolut gar überhaupt nichts zu fressen gefunden haben, hat dort aber wochenlang überlebt. Wie geht das?
Wir sind fest davon ausgegangen, dass das Tierchen tot ist, denn beim Entfernen der Sockelleiste war kein Tier zu sehen und ich habe (ehrlich gesagt…) zum Reinigen den Staubsauger „einfach reingehalten“, im festen Glauben daran, die „tote Maus“ gleich mit wegzusaugen.
Aber: es ging weiter. Zwei Tage später wurde ich nachts von Geraschel im Schlafzimmer wach. Die Vorhänge bewegten sich auch. „Todesmutig“ untersuchte ich die Vorhänge (blickdicht) - auch von hinten - habe aber nichts entdeckt. Danach setzte ich mich auf´s Bett, um alles gut im Blick zu haben und: es ging noch immer weiter. Deutlich zu sehen war, dass hinter eben dem Vorhang, den ich gerade untersucht hatte, ein Tier hoch- und runterlief. Das Tier sprang dann vom Fensterbrett auf den Teppichboden und aufgrund des Geräusches beim Aufprall schätzte ich das Gewicht des Tieres auf etwa 300 Gramm. Im Laufe dieser Nacht konnte ich das Tierchen dann auch ganz kurz sehen bei einem Sprint vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer: bewegte sich rasend schnell, hat trotz Korkboden unglaublich flink den Schwung um eine Ecke bewältigt, hat Fell, KEINEN Rattenschwanz (vielleicht gar keinen oder einen mit Fell). Größe etwa 12-15 cm (mit oder ohne Schwanz??), Farbe ganz, ganz dunkel und ich glaube auch weiß. Mein erste Gedanke war: Ein Meerschweinchen?HÄ? Wie kommt das denn hier rein?. Ich habe dann in der Ecke, wo es sich hingeflüchtet hat, weiter gesucht, konnte es aber nicht mehr finden.
Hinter dem Vorhang im Schlafzimmer fand ich dann genau die gleichen Köddel wie unter der Küchenzeile. Und die von mir aufgestellten Mausefallen waren leergefressen, ohne ausgelöst zu haben: der ganze (festgebrannte) Käse war raus (den hatte ich selber beim Testen kaum noch mit dem Fingernagel abbekommen…).
Am nächsten Tag habe ich dann mehrere Kammerjäger angerufen, die aber allesamt ratlos waren. Einstimmiger Rat jedoch: mit viel Krach und Lärm und Hektik das Tierchen bei geöffneten Fenstern und Türen aus der Wohnung herausjagen. Das haben wir gemacht. Und zwar gründlich, mitsamt Möbelabrücken usw, denn an diesem Tag sind wir in Urlaub gefahren. Und der Gedanke, dieses Tierchen zurückzulassen war uns denn doch unwohl.
In den zwei Wochen unserer Abwesenheit wurde die Wohnung von unseren lieben NAchbarn versorgt, die ebenfalls eifrig gesucht, geruckelt und gelauert haben: kein Tier. Außerdem hatten diese auch noch (Mause-)Fallen aufgestellt, auf Rat der Kammerjäger mit Nutella gefüllt. Diese blieben unberührt.
Wir haben also nach dem Urlaub letzte Woche unsere Wohnung wieder in Besitz genommen im festen Glauben, das Tier sei raus. Aber:
Es geht leider noch immer weiter… Gestern bemerkte ich im Zimmer meiner Tochter einen seltsamen Geruch. Heute haben wir wieder Schränke gerückt und siehe da: hinter ihrem Bett wieder die gleichen Köddel. Und: hinter einem Bücherregal ein Nest aus Fasern. Zugang zu dieser Ecke etwa 3 cm. groß.
HIIIILLLLFFEEEEE! Was ist das für ein Tier?
die Köddel sind etwa 3mm lang und bohnenförmig, farblich sehr dunkel
das Nest war rundlich gebaut, wie ein Vogelnest, aber mehr geschlossen
wir haben keine Biß-Spuren an Holzteilen festgestellt,
wohl aber an Papier und Karton: eher kleine Zähnchen
Größe (Länge) etwa 12-15 cm (??? es war mitten in der NAcht, und vielleicht hat sich das Tierchen auch sehr gestreckt, um um die Ecke zu kommen…??)
Frage: dunkel (schwarz??) mit kleineren weißen Stellen
geräuschlos bis auf dem Plumps vom Fensterbrett und das Geraschel in den Gardinen
Bemerkenswert ist auch, dass unsere beiden Katzen nicht auf das Tierchen „anspringen“. Zwar wollte eine der beiden unbedingt in die Ecke, wo das Nest war, aber ansonsten zeigen beide überhaupt keine Anstalten, dieses Tierchen irgendwie erwischen zu wollen. Beide Katzen sind Freigängen und eifrige Mäusejäger.
Anmerken möchte ich auch, dass ich nach meiner nächtlichen Begegnung davon ausgehe, dass es ein ganz puscheliges kleines Tierchen ist. Ich bin heilfroh, dass es damals nicht in einer der Fallen erlegt wurde. Vielmehr möchte ich es gerne unbeschadet in die Freiheit entlassen. Aber wie?? Lebendfallen scheiden eher aus, weil es bei uns ausreichend KAtzenfutter und Schildkrötenfutter gibt… Außerdem läuft das Tierchen auch nicht freiwillig raus, obwohl es tagsüber dazu ausreichend Gelegenheit hätte. Anscheinend gefällt es ihm bei uns wohl ganz gut. Aber: was ist es? Und: kann ich es doch davon überzeugen wieder auszuziehen? Denn so ganz wohl ist es uns denn doch nicht, mit Nestern in unzugänglichen Ecken und den vielen Köddeln…
Wer hat eine Idee?
Viele Grüße
Sophia
Ich hatte einen ähnlichen Fall. Die Beschreibung des Tiers passt soweit (nur unseres war in Zwischenräumen im Dach). Es ist nicht klar was das war. Aber geholfen hat ein Maderpieper. Das Tier ist SOFORT verschwunden, hat’s dann aber noch mindestens 2x innerhalb von 14 Tagen versucht (Spuren an der Fassade). Der Pieper lieft insgesamt 5 Wochen am Stück durch.
Das Tier ist beim Nachbarn eingezogen. Nach 4 Wochen und 3 Kammerjägern hat er sich gestern auch einen Pieper geholt.
Wo hattest Du den Pieper denn her? Einfach Baumarkt?
Ja. Ist ein 12V-Model für Autos. Haben wir an eine kleinen Blocktrafo von einem Discman gehängt.
Ich geb keinerlei Garantie, nicht auf Erfolg und schon gar nicht auf Verträglichkeit mit anderen Tieren, wie z.B. Katzen oder Hunden. Bevor du hingehst und dir so ein Teil holst: Hör dir erstmal an was die wirklichen Tier-experten hier dazu sagen.
Bei uns war das mehr eine Verzweifelungstat, das Vieh hatte sich direkt über’m Schafzimmer eingenistet und machte jede Nacht so um Mitternacht und um 4 Uhr morgens für 30-45 min Radau.
besorg dir evtl. im Baumarkt eine Lebendfalle fuer grosse Ratten. Das sind quaderfoermige Drahtgehaeuse, die das Tier nicht toeten oder verletzen. Da legst du ganz hinten Kaese etc. rein und wenn das Viecherl an den Ausloesemechanismus kommt, haut’s hinter ihm die Tuere zu.
Was du aber ueber dieses Viecherl zu berichten hattest, vermute ich das es eine seltene Spezies der kleinen Wolpus bavarensis ist. Allerdings muss er noch ziemlich jung sein, bei 300 Gramm. Wenn der groesser wird, kannst ihn naemlich auch noch fuettern und zwar mit Gemseneier.
Es koennte aber auch ein Wolpus tria cepa, oder ein Wolpus carpus corpus giganticus sein, was ich aber weniger glaube.
Die sind auch sehr scheu, nachtaktiv und graben sich schon mal auch unter die Bettdecke ein, denn sie suchen Waerme. Ansonsten genau wie du es beschrieben hast.
Wenn es aber ein Lanaperres latus os sura mordens ist, wuerde ICH schnellstens das Feld raeumen.
Hallo, Sophia!
Mir fällt nur zu dem beschriebenen Nest ein, dass Haselmäuse (nachtaktiv!) solche „Koben“ bauen, forsch’ doch mal in die Richtung weiter. Möglicherweise hat sie sich für den Winter einen warmen Platz gesucht, denn sie halten ziemlich festen Winterschlaf (später, wahrscheinlich, hmpf)…zumindest ist wohl ziemlich sicher, dass Ihr einen Nager habt. Achso: Meerschweinchen sind für alles, was Du beschreibst, zu blöde, dafür aber sehr lieb!
Viel Erfolg - Anette
Nachtrag:‚Untermieter‘
Hallo, Sophia, …hmmm, ein Haselmäuschen ist zwar ultrasüß, aber wohl doch sehr unwahrscheinlich.
Kann es sein, dass in der Nachbarschaft gerade ein Goldhamster ausgebüxt ist? Die haben keinen Schwanz, sind 200-300 gr. schwer, sind vielfarbig, hinterlassen Böhnchen,bauen zumindest annähernd kugelförmige Nester (aus Papier, Watte, Polstermöbeln…) und nachtaktiv sind sie auch.
Riechen auch ziemlich typisch, bisschen streng, süßlich, eigenartig. Ein Goldhamster wäre wohl auch in Wohnräumen mindestens relativ vertraut, so dass er sich in ein Schlafzimmer wagen würde, eine Wildmaus natürlich eher doch nicht, war bisschen fix von mir.
Gruß nochmal - Anette
vielen Dank für Deine Antwort. Ja, an einen Hamster hatten wir auch schon gedacht, allerdings eher an einen Wildhamster. Aber: es gibt überhaupt gar keine Nagespuren. Das ist doch für Hamster eher untypisch, oder?
Gestern nacht hatten wir wieder einen Großeinsatz: meine Tochter hat das Tierchen gehört, als es hinter ihrem Bett kruschelte, sich aber leider nicht getraut nachzusehen. Ich habe mich dann die halbe Nacht lang bei geöffneter Terassentür „auf die Lauer gelegt“ (kalt,kalt,kalt…), es aber leider weder gesehen noch gehört. Ich habe im Zimmer Kekskrümel hinterlassen, die aber unangetastet sind.
Langsam habe ich den Eindruck, das Tierchen möchte bei uns in Ruhe Winterschlaf halten. Ich glaube, das will gar nicht mehr raus. Es frisst nichts (?), es sucht sich dunkle, unzugängliche Ecken und verhält sich sehr ruhig außer gestern, aber da war ja auch das Nest von uns entfernt worden. Nun hat es sicher Stress, sich ein neues zu bauen.
Ich habe nun überlegt, ob wir es tatsächlich rausschmeissen oder ihm das Überwintern bei uns ermöglichen sollen. Ich könnte ihm ja einen kleinen Karton zur Verfügung stellen und Material zum Nestbau. Oder/und auch das alte Nest hineinlegen. Ob das Sinn macht? Was würde uns erwarten, wenn es tatsächlich über Winter bei uns bleibt?
Viele Grüße
Sophia
Hallo, Sophia, …hmmm, ein Haselmäuschen ist zwar ultrasüß,
aber wohl doch sehr unwahrscheinlich.
Kann es sein, dass in der Nachbarschaft gerade ein Goldhamster
ausgebüxt ist?
Was mich daran erinnert, wie wir vor Jaaaahren unseren eigenen ausgebüxten Goldhamster wiedergefunden haben: Da wir nicht wußten, in welchem Raum er sich aufhielt, haben wir an einem Wochenende, an dem wir nicht Zuhause waren, vorher in jedem Raum Teller mit Futter aufgestellt, um die jeweils ein Kranz Mehl gestreut wurde. Dann Türen zu. Als wir wiederkamen, waren eindeutig Spuren im Schlafzimmer zu sehen. Daraufhin wurde also das Schlafzimmer auseinandergenommen. Schlußendlich fand er sich im Sockel des Einbaukleiderschrankes, wo er es sich in einem Nest gemütlich gemacht hatte.
Ich habe nun überlegt, ob wir es tatsächlich rausschmeissen
oder ihm das Überwintern bei uns ermöglichen sollen. Ich
könnte ihm ja einen kleinen Karton zur Verfügung stellen und
Material zum Nestbau. Oder/und auch das alte Nest hineinlegen.
Naja, ich würde an deiner Stelle zumindest wissen wollen was für einem Tierchen ich das überwintern möglich machen würde.
Ob das Sinn macht? Was würde uns erwarten, wenn es tatsächlich
über Winter bei uns bleibt?
Die Fragen können nur beantwortet werden, wenn du herausbekommst um was es sich eigentlich handelt.