Katzenversammlungen und Revierverhalten
Hallo Wolfgang,
bis jetzt war ich auch immer der Ansicht, dass Katzen Einzelgänger sind und sich also auch nachts nicht „zusammenrotten“, um Parties zu feiern. Bei einer Internetsuche wurde ich jedoch eines Besseren belehrt:
„Nächtliche Katzenversammlungen
Prinzipiell sind Katzen dennoch nicht als Einzelgänger zu bezeichnen. Zwar gehen sie normalerweise nur alleine auf die Jagd und hetzen ihre Beute nicht im Rudel, so wie es zum Beispiel Löwen tun, aber in anderen Lebensbereichen pflegen sie eindeutig soziale Kontakte. Dazu gehören unter anderem die nächtlichen Katzenversammlungen. Kater und weibliche Katzen sitzen in kreisförmigen Runden zusammen; der Abstand zwischen den einzelnen Tieren variiert zwischen einem und sechs Metern. Bis heute streiten sich Verhaltensforscher über die Bedeutung dieser Zusammenkünfte. Einige vermuten, dass sie der Festigung der Rangordnung dienen, andere glauben, die Katzen-Treffen seien reiner Zufall.
Dabei sind die Rangstrukturen innerhalb der Zusammenkünfte deutlich geklärt: Der stärkste und kämpferischste Kater ist der Anführer; die Katze mit den meisten Jungen steht am Kopf der matriarchalischen Rangordnung. Kastrierte Tiere rangieren auf den unteren Plätzen der Rangfolge.
Auch bei Jungkatern kann eine spezielle Form des Sozialverhaltens beobachtet werden: Es gibt Katerverbände, die - im Gegensatz zu den Katzen-Zusammenkünften - keine weiblichen Tiere in ihrer Mitte dulden. Meistens bestehen diese Verbände aus relativ jungen Tieren, die aneinander ihre Kräfte messen.“ (http://www.our-cats.de/textarchivkatzen/sindkatzenei…)
Und zum Revierverhalten findet sich hier http://www.pala-verlag.de/Textteile/Katze_Revier.htm Folgendes:
„Für viele Katzenhalter sind ihre häufigen Besuche beim Tierarzt zur Behandlung von aus Kämpfen stammenden Abszessen ein hinlänglicher Beweis dafür, dass die Katze ein revierbewusstes Geschöpf ist. Zwar sind Duelle zwischen Katzen in aneinander grenzenden oder sich überlappenden Revieren üblich, doch wir neigen dazu, die zahlreichen anderen Fälle zu übersehen, in denen sich eine Katze friedlich ihr Stückchen Land mit einer anderen teilt oder sogar Reviere zusammengelegt werden. Jede Katze hat ihre eigene Heimatbasis, die vom Heimatterritorium umgeben ist, hinter dem wiederum das Jagdrevier beginnt. Bei den Wildkatzen oder verwilderten Katzen werden die Reviergrenzen je nach dem Stand der örtlichen Katzenpopulation und der Verfügbarkeit von Nahrung abgesteckt. Das Revier der Hauskatze jedoch wird bis zu einem gewissen Grad von ihren Haltern bestimmt, die sich gewöhnlich über die existierende Anordnung der Katzenreviere in dem Gebiet absolut nicht im Klaren sind.
Unter der Heimatbasis wird gewöhnlich das Haus verstanden, in dem die Katze lebt, und bei einigen Katzen, die in Haushalten mit mehreren Artgenossen leben, ist diese Basis sogar noch weiter bis auf lediglich einen bestimmten Stuhl oder Ruheplatz reduziert. Das Heimatterritorium beherbergt gewöhnlich bevorzugte Plätze zum Spielen, Schlafen, Dösen und Sonnenbaden, seine Größe wird von verschiedenen Faktoren bestimmt, darunter die Anzahl der Katzen in der Umgebung, das Nahrungsangebot sowie Geschlecht, Alter und Persönlichkeit der Katze und der sie umgebenden Nachbarn. In Haushalten mit mehreren Katzen wird das Heimatterritorium untereinander aufgeteilt und ist tendenziell größer als das einzeln lebender Katzen, doch in beiden Fällen ist es kaum größer als der das Haus umgebende Garten.
Weibliche sowie kastrierte Katzen besetzen eher kleine, aber gut definierte Heimatterritorien, die sie gewöhnlich rigoros verteidigen. Unkastrierte Kater haben größere, weitläufigere Reviere, die in einigen Fällen zehnmal so groß sein können wie die weiblicher Katzen. Die Grenzen dieser Reviere sind weniger gut definiert, und die Kater tendieren dazu, sie nicht so zielstrebig zu verteidigen. Betritt jedoch eine fremde Katze das Territorium, finden Kämpfe statt.
Jenseits des Heimatterritoriums liegt der Jagdbereich, der durch bestimmte Routen mit dem Heimatterritorium verbunden ist. Diese langen, gewundenen Pfade führen rund um die benachbarten Reviere herum, die von anderen Katzen verteidigt werden. Die Bereiche zwischen den Pfaden werden selten betreten, und die Katzen sind darauf bedacht, ein Aufeinandertreffen zu vermeiden, damit Kämpfe nur selten stattfinden müssen. Eine Katze, die gerade dabei ist, sich auf eine dieser geteilten Routen zu begeben, wird den vor ihr liegenden Pfad erst überprüfen und warten, bis alles frei ist. Zeitpläne scheinen in der Welt der Katzen eine wichtige Rolle zu spielen: Katzen, deren Reviergrenzen zusammenfallen, können eine gemeinsame Routine aufstellen, bei der die eine Katze morgens und die andere Katze abends freien Durchgang hat. (Ein solches Time-Sharing wurde auch in Haushalten mit mehreren Katzen innerhalb des Heimatterritoriums festgestellt.)
Findet doch ein Aufeinandertreffen statt, so hat wohl ungeachtet ihrer sozialen Position die Katze, die sich bereits auf dem Pfad befindet, freien Durchgang, und stimmliche und visuelle Signale reichen gewöhnlich aus, um die Situation zu bereinigen. Gelegentlich kann es jedoch Situationen geben, in denen keine Partei den Weg freigeben will und Kämpfe stattfinden können. Das Interessante daran ist, dass durch diese Konflikte, wenn sie denn auftreten, der Siegerin kein permanenter Status verliehen wird; ein zukünftiger Konflikt zwischen denselben Individuen kann genauso wahrscheinlich das gegenteilige Ergebnis haben.“
Grüße,
Christiane