Vorsicht lang!
Hallo TN!
Um es kurz zu machen: Ich wünsche mir schon seit ich klein bin
einen Husky. Da ich aber weder mit Hunden noch mit anderen
Haustieren Erfahrung habe würde ich mich freuen, wenn ihr mir
einige Tipps zur Haltung und zu den Kosten geben könntet (was
kostet ein Husky? Impfungen…)
Ich finde Huskies auch großartig, würde mir aber neben den in anderen Beiträgen schon genannten Gründen auch deswegen keinen zulegen, weil viele, wenn nicht die meisten, Huskies einen ausgeprägten Jagdtrieb besitzen und ich keine Lust habe, sein Leben lang einen Hund nur an der Leine spazieren führen zu können.
Was nicht heißen soll, dass man einen Jagdtrieb nicht „in den Griff kriegen“ kann, aber das erfordert normalerweise sehr viel Erfahrung, Konsequenz und Wissen. Ich kenne von bestimmt 5 oder 6 Husky- und Malamutebesitzern nur eine, die das geschafft hat.
Und ein Hund, den man in diesem winzigen Moment, bevor er seine Nase auf der Fährte hat, überhaupt nicht mehr abrufen kann, kann zur Gefahr für sich selbst (Straßen, Jagdpächter, die hetzende Hunde nicht so lustig finden etc.)
und andere werden. Nicht zuletzt auch für den Geldbeutel, denn wenn der Hund z.B. ein Reh gerissen hat, wird’s teuer. Das sind schnell mal eben 500 Euro weg.
Tu dir selbst und deinem zukünftigen Hund einen großen Gefallen und informiere dich VOR der Anschaffung ausführlich (!!) über Rasseeigenschaften, Welpenentwicklung, notwendige Sozialisierungsmaßnahmen und Erziehungsmethoden und -möglichkeiten.
Überlege dir, was du von deinem Hund erwartest, was du mit ihm zusammen machen möchtest, was für einen Charakter er haben sollte (eher freundlich oder eher distanziert Fremden gegenüber, wachsam, verspielt, eher unabhängig oder eher anhänglich etc.).
Viele Hundeschulen und -trainer bieten auch eine Beratung vor der Anschaffung an. Das kostet zwar etwas, aber es lohnt sich, insbesondere wenn du noch vollkommener Hundeneuling bist.
Kosten: zu den Futterkosten kommen noch Hundesteuer und evtl. eine Hundehaftpflicht (erkundige dich bei deiner Gemeinde nach den Regeln, hier in NRW müssen ALLE Hunde, die mehr als 20 kg wiegen oder größer als 40 cm Schulterhöhe sind, versichert werden), der notwendige Sachkundenachweis (in NRW für Listenhunde und 20/40er) kostet auch ca. 30-35 Euro, außerdem wären da noch die Grundausstattung (Hundebett(en), Näpfe, Leine(n), Halsband und/oder Geschirr, Autogeschirr oder Transportbox/-käfig (die Sicherung des Hundes im Auto ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben), evtl. Schleppleine fürs Training, evtl. Leuchthalsband im Winter, evtl, Maulkorb (bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel), evtl. Clicker, evtl. Trainings-Discs und was sonst noch so anfallen mag, Spielzeug), Leckerchen, reguläre TA-Kosten (z.B. Impfungen), außerordentliche TA-Kosten bei Krankheit, Hundeschule, evtl. Kosten für Betreuung im Urlaubs- und Krankheitsfall des Besitzers.
Uff … und irgendetwas habe ich bestimmt noch vergessen! 
Diese Website hier: http://www.hundeglueck.com/kosten_eines_hundes.htm schätzt, dass je nach Größe des Hundes pro Jahr zwischen 300 und 2000 Euro fällig werden.
Und wo ich gerade dabei bin: Wenn’s denn ein Rassewelpe sein soll: Ein guter Züchter berät dich auch sehr gerne, ob denn „seine“ Rasse wohl das Richtige für dich ist und kann dir eine Menge Tipps geben. Bitte lass die Finger von „Vermehrern“, die zu jedem Zeitpunkt eine lange Liste von Welpen der beliebtesten Rassen und hübschen Mischlingen im Angebot haben. Erstens werden dort Hündinnen als Zuchtmaschinen missbraucht und leben unter üblen Bedingungen, zweitens achten sie meist nicht auf eine Zucht, die rassetypische Erbkrankheiten von der Zucht ausschließt, und drittens kannst du dir schnell einen Welpen einhandeln, der später zum anstrengenden und teueren Problemhund wird, weil er in der wichtigen Sozialisierungsphase nicht genug Kontakt zur Außenwelt hatte. So etwas führt im schlimmsten Fall zu extrem ängstlichen Hunden, die entweder vor allem flüchten wollen oder angst-aggressiv werden können.
„Nachteil“ guter Züchter: Unter Umständen wirst du einige Zeit warten müssen, bevor ein passender Welpe geboren ist. Das können auch schon mal viele Monate werden - je nach Rasse und speziellem Wunsch (wenn’s z.B. unbedingt nur eine Hündin sein soll und immer nur Rüden geboren werden).
Und dann sind da noch die Hunde aus dem Tierschutz: Hier gibt es alles: jung und alt, Rassehund und Mischling, unvorbelastet und problematisch … Gute Tierheime oder Tierschutzorganisationen, die Hunde aus dem Süden vermitteln, beraten auch und versuchen, den passenden Hund für dich zu finden. Auch hier gibt es allerdings ein paar schwarze Schafe.
Sowohl für Züchter als auch für Tierschutzorganisationen gilt: Versuch macht kluch! Sprich mit ihnen, stell Fragen, mach dir ein Bild …
Grüße und ich hoffe, ich habe dich nicht verschreckt!
Aber wie’s bei RSPCA (Royal Society for the Protection of Animals in England) so schön heißt: „A dog’s for life, not just for christmas.“
Christiane