Hundepsyche?

Von: , Frage gestellt am Fr, 4. Mär 2005

Hallo Tierfreunde!

Mein Hund Elias (4 Jahre, Shi Tzu) hat heute den Schock seines Lebens erlitten. Wir steigen aus dem Auto, es kommt ein kleiner Hund angelaufen, die beiden beschnüffeln sich. Auf einmal steht da ein großer Rottweiler, stürzt sich ohne Vorwarnung auf meinen Elias und macht ihn fertig. Jedenfalls sah es für mich so aus. Eine alte Dame schnappte sich den kleinen Hund und suchte vor Schreck das Weite. Mein Hund schrie wie ein kleines Kind. Der Rottweiler hat ihn im Nacken gepackt, ihn hin und her schleudert und ihn zwischendurch immer wieder auf den Boden gepreßt. Ich stand dort mit meiner 2-jährigen Tochter an der Hand und habe immer nur geschrien "mein Hund, mein Hund". Endlich kamen 2 Passanten und haben den Rottweiler am Halsband gepackt. 2 Männer haben ihn nicht bändigen können. Auf einmal ein Pfiff - ich weiß nicht von wo her - der Rottweiler läßt los und läuft weg.
Mein Hund läuft wie in Panik hin und her, er jault und jammert. Ich greife ihn, nehme sein Köpfchen in meine Hände und ganz langsam beruhigt er sich. Den Ausdruck in seinen Augen werde ich nie wieder vergessen. Er liebt die ganze Welt und denkt wohl die Welt müßte auch ihn lieben. Er hat es nicht verstanden. Und ich auch nicht. Meine Tochter redet normalerweise 12 Stunden am Tag - aber auch ihr hat es die Sprache verschlagen.
Der Tierarzt konnte keine körperlichen Verletzungen feststellen. Aber ich sehe wie er leidet. Er schläft viel, zuckt bei jedem Geräusch zusammen und ist einfach nicht der lebhafte, freundliche Clown von "vorher".
Was können wir für ihn tun? Wird er das Vertrauen in die Welt zurückgewinnen? Gibt es so etwas wie ein Trauma der Hundeseele?

Morgen werde ich zur Polizei gehen und den Vorfall melden. Man stelle sich vor dieser Rottweiler geht auf ein kleines Kind los...

Gruß
Sarah

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 0 hilfreich
    Re: Hundepsyche?

    Hallo Sarah,

    natürlich wird der Kleine nun nicht für alle Ewigkeit traumatisiert bleiben - wenn Du ihm dabei hilfst. Es ist ganz wichtig, daß Du ganz schnell wieder Alltag bei Euch einkehren läßt, also kein überbesorgtes Verhätscheln des Hundes, keine Überbesorgnis bei neuen Begegnungen mit anderen Hunden und wenn Dein Kleiner erst mal Angst haben sollte, vor anderen Hunden, bleib einfach gelassen. Auf gar keinen Fall darfst Du ihn in dieser Angst bestätigen, indem Du ihn "tröstest" oder ihn gar hochnimmst.
    Kurze Anmerkung noch zu dem Geschehenen: Schreien ist immer schlecht - denn das stachelt die Hunde bzw. den angreifenden Hund nur noch mehr an. Eine Anzeige solltest Du auf jeden Fall machen, allerdings ist es nicht so, daß ein Hund, der andere Hund angreift, automatisch eine Gefahr für Menschen darstellt; das sollte also bei einer Anzeige erst mal nicht erwähnt werden um Dich selbst nicht als "hysterisch und unglaubwürdig" dastehen zu lassen.
    Bei mir lebt selbst eine kleine Chihuahuamix-Hündin, die aus einer Auseinandersetzung mit einer Rottihündin ("Auseinandersetzung" schreibe ich, weil meine tatsächlich das Stänkern angefangen hat ;-)) auch ziemlich lädiert herausgegangen ist, nur durch eine Not-OP konnte ihr rechtes Auge gerettet werden. Doch weil ich eben nicht überbesorgt geworden bin dadurch, ist sie heute ein genauso lebenslustiger und frecher Hund wie vor diesem Vorfall.
    Wünsche Deinem Kleinen, daß er das auch bald schafft. :-)

    Tanja

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Hundepsyche?

      Hallo Allerseits,

      also ich möchte ersteinmal vorweg nehmen, dass mir jeder der hier geschilderten Beißvorfälle hier sehr leid tut und jeder einzelne Fall einer zuviel ist! Und ich finde jenden Halter verantwortungslos, der einen Hund scharf macht! Denn wir brauchen wahrlich keine scharfen Hunde!

      Allerdings fällt es einem auf, dass es ganz bestimmte "Leute" sind dessen Hunde in Beißereien verwickelt sind. Nicht immer aber oft! Da sind zum einen diese Machos die glauben ihr Hund wär der tollste und der dürfte stänkern, wenn es ein anderer Hund aber macht ist der gleich gefährlich. Solche Leute kenne ich leider! Und diese Hunde sind meist auch nicht kastriert, was meines Erachtens bei rechtzeitiger Kastration über 50% des Agrissionspotentials ausmacht! Ich bin ein ganz normaler Hundebesitzer und ich frage mich: Was spricht gegen eine Kastration? Hab ich als Mann ein Problem mit einem Hund rumzulaufen der "kein Richtiger Kerl" mehr ist. Wenn ja dan hab ICH ein Problem und nicht der Hund. Ich habe zwar eine Hündinn, aber die ist auch kastriert. Sie ist nicht dick, nicht faul und wesentlich relaxter als vor der Kastration. Also wer sagt die Hunde werden dick und faul usw. der spinnt! Meinem Hund sieht keiner an das er kastriert ist!

      Das andere Problem sind das genaue gegenteil dieser Halter. Sie machen ihren Hund bei jedem Hund schon in 20m Entfernung fest. Doch diese Leute sollten bedenken, dass wenn jeder Hundehalter den Hund immer sofort festmacht. Absolut keine Sozialisierung möglich ist. Wie soll den jemand der einen Staff hat und diesen nicht als Kampfmaschiene sondern als normalen Familienhund halten will vernünftig sozialisieren?

      Mir ist vor kurzem eine Frau mit einem Staff begegnet. Mein Hund und ihr Hund waren frei sie macht Ihren fest also mach ich meinen auch fest, da sagt sie zu mir: "Also meiner tut nichts" ich sag kein Problem meiner auch nicht. Da sagt sie zu mir sie hätte Ihren Hund festgemacht, weil es ein "Kampfhund" wäre und gedacht hätte ich hätte damit ein Problem! Mir tat diese Frau wirklich unendlich leid! Denn ich finde es einfach todtraurig, dass wir hier sämtliche Rassen in eine Schublade stecken und sagen: Guter Hund, Böser Hund! Ich selber habe eine 2 jährige Deutsche Schäferhündin. Also kein "Kampfhund" ich möchte hier nur für ein bischen Verständnis auf beiden Seiten werben.

      Was jetzt Konkret im Fall der Fälle zu tun ist, habe ich natürlich schon einmal gehört aber ich hatte bis jetzt noch nie eine Beißerei! Und wir haben schon seit mehreren Jahren Deutsche Schäferhunde. Selbstverständlich habe ich von einem Eimer Wasser usw. gehört, aber wer geht schon mit einem Eimer Wasser spazieren?! ;-) Ein Experte sagte mir es gäbe wohl extra entwickelte Stöcke mit denen man das Gebiss aufhebeln könne, aber ich habe so etwas noch nie gesehen!

      Selbstverständlich gibt es extrem ängstliche Hunde die sich geradezu als Mobbing- Opfer anbieten. Der Wolfs-und Hundeexperte sagte auf einem Siminar, dass er bei den Hunden die in Pension kommen immer die kleinen und die großen Hunde in getrennten Gruppen tun. Weil er es am Anfang einmal miterlebt hat wie große Hunde einen Dackel zerfetzten.

      Ich persönlich glaube, dass man entweder einen Hund hat der oft in Beißereien verwickelt wird oder nicht. ABER man kann eine ganze Menge an seinem eigenen Verhalten tun, damit der Hund in Kategorie 2 fällt! ;-)

      Ich hoffe ich habe jetzt hier niemanden beleidigt! Ich möchte niemanden hier vorwerfen absichtlich agressive oder ängstliche Hunde zu erziehen!

      Mit freundlichen Grüßen Stefan

  2. Antwort von nach 8 Stunden 1 hilfreich
    Re: Hundepsyche?

    guten morgen Sarah,
    also wie schon geschrieben wird es vermutlich nicht auf ewig beim "Trauna" bleiben aber! was passieren kann ist daß er zum Kläffer wird.
    Das kommt daher daß er sich evtl. merkt es ist besser die Klappe auf zu machen als gebissen zu werden.
    Oder er rennt vor jedem Hund weg.
    Mein Tipp zu dieser Sache. Such dir eine Hundegruppe wo Hunde aller Rassen und Alter zusammen spielen und der Trainer weis was er tut! Wichtig bitte nur Gruppe mit Trainer aufsuchen. Der Weg den wir machen ist recht einfach. Wenn ein neuer Hund kommt nehme ich den Hund zu mir und wehre die anderen erstmal ab. Die anderen Hunde kennen mich zu genüge und wissen daß ich best. Dinge nicht mag. Dann wenn alle mal zum Schnuppern da waren steh ich langsam auf und der Halter wird aufgefordert sich zu seinem Hund zu knien. Dadurch erhält der Hund noch Schutz und er kann sich an die Situation gewöhnen. Nach ca. 1 Stunde wird selbst der ängstlichste Hund anfangen mitzuspielen und erste Bande knüpfen. Dadurch gewinnt er vertrauen und wird die Angst abbauen.
    Zum Angriff selbst. Besorg dir(das gilt nicht nur für dich) Pfefferspray. Die Polizeihundeakad. in Freiburg hat dieses beführwortet. Es reicht idR wenn man aus Nahdistanz kurz sprüht.
    Doch dazu wenn du interesse hast und die Rechtl. Grundlagen mehr später. Frag mal nach.
    Drittens: Anzeigen bringt etwas wenn der Hund bekannt ist. Zumindest den Namen d. Hundes solltest du kennen.
    Ansonsten werden die Grünen nur sagen: Und was solln wir jetzt machen? Wie solln wir einen unter zig Rottis rausfinden? War der überhaupt von hier. Hoffe also du hast nähere Angaben zum Hund.
    Alles gute für deinen ST
    Gruß Steffen

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Pfefferspray

      Dazu nur eine kurze Anmerkung: Kann bei Hunden durchaus auch eine gegenteilige Wirkung als die erwünschte haben - es gibt Hunde, die werden dann erst recht "rasend". Da man das vorher nie weiß, halte ich den Einsatz solcher Sprays für sehr gefährlich.

      Tanja

      • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
        Re: Pfefferspray

        Sorry Tanja,
        es kann immer zu Gegenteiligem kommen aber ich stelle die Frage in den Raum wie du sonst Hunde trennen willst die sich verbissen haben?
        Mit der Hand? Beine Hochheben und stoßen? Mit Stock draufschlagen?
        Abstechen? Wie willst du verhindern daß du gebissen wirst?
        Sobald die Hand nahe genug ran kommt und einen der Hunde in Rage anfasst wird der dich vermutlich beißen da er dich als Aggressor annimmt. Daher rät die Polizeiakademie in Freiburg, Ref: Hundetraining dazu Pfefferspray zu nutzen.(Aussage des dortigen Leiters)
        Allerdings unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften. Und ich rede davon von der Seite aus ca. 20cm distanz den Kopf zu treffen!!! Glaub mir das wirkt sicher. Danach müssen die Hunde sofort festgehalten und gesichert werden!
        Wenn du eine andere, sicherere Methode kennst sag sie! In meinen Jahren als Trainer hat das Spray immer gewirkt, wenn vernünftig eingesetzt. Alles andere brachte meine Hand und mein Gesicht in schwerste Gefahr.
        Also sag was du machst und wir klären die Gefahrenlage und wägen ab was sinnvoller ist.
        Gruß Steffen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^2: Pfefferspray

          Hallo Steffen, es kann immer zu Gegenteiligem kommen aber ich stelle die
          Frage in den Raum wie du sonst Hunde trennen willst die sich
          verbissen haben?
          Mit der Hand? Beine Hochheben und stoßen? Mit Stock
          draufschlagen?
          Huch, was sind das denn für Methoden? Wasser oder eine Jacke/Decke tun es vollkommen. Aggressor annimmt. Daher rät die Polizeiakademie in Freiburg,
          Ref: Hundetraining dazu Pfefferspray zu nutzen.(Aussage des
          dortigen Leiters)
          Ich kenne nun nicht die Polizeiakademie Freiburg aber einige andere Hundeausbilder bei der Polizei und kann mich mit deren Ansichten zum Hundewesen so gut wie nie identifizieren, halte sie in solchen Fällen nicht für geeignete Ansprechpartner. Allerdings unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften. Und
          ich rede davon von der Seite aus ca. 20cm distanz den Kopf zu
          treffen!!!
          Wenn Du Deine Hand 20 cm neben meinem Kopf hast, ich sowieso schon aggressiv bin und Du mir dann noch mehr Schaden zufügst als mein Gegner unter/neben mir, dann habe ich als Hund Deine Hand schneller gepackt als Du noch mal sprühen kannst. ;-)

          Vielleicht haben wir einfach unterschiedliche Erfahrungen - aber da ich eben zuhauf Unfälle miterlebt bzw. von Unfällen mit Pfefferspray gehört habe, würde ich sowas mit Sicherheit nie empfehlen.

          Tanja

          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^3: Pfefferspray

            Hallo Steffen,

            Hi Tanja,



            es kann immer zu Gegenteiligem kommen aber ich stelle die
            Frage in den Raum wie du sonst Hunde trennen willst die sich
            verbissen haben?
            Mit der Hand? Beine Hochheben und stoßen? Mit Stock
            draufschlagen?
            Huch, was sind das denn für Methoden? Wasser oder eine
            Jacke/Decke tun es vollkommen.

            die Hunde die sich in meinen verbissen haben, haben allesamt nicht auf die von Dir genannten Methoden reagiert, die mußten wir an den Hinterbeinen herausziehen, oder mit dem Halsband die Luft zudrehen oder eben wirklich eine reinhauen.
            Ich bin wirklich nicht für das schlagen, aber wenn mein Hund ohne ersichtlichen Grund angegriffen wird und übelst zugerichtet wird, greife ich da auch mit härteren Mitteln durch.
            Mittlerweile wurde er bestimmt 10 oder mehrmals angegriffen und gebissen, ich hab die Schnauze voll.
            Vor allem habe ich jetzt nen Hund an der Leine der beim geringsten Knurren oder blöd gucken von nem anderen Hund agro wird.
            Supertoll.



            Liebe Grüße
            Yvonne



            Aggressor annimmt. Daher rät die Polizeiakademie in Freiburg,
            Ref: Hundetraining dazu Pfefferspray zu nutzen.(Aussage des
            dortigen Leiters)
            Ich kenne nun nicht die Polizeiakademie Freiburg aber einige
            andere Hundeausbilder bei der Polizei und kann mich mit deren
            Ansichten zum Hundewesen so gut wie nie identifizieren, halte
            sie in solchen Fällen nicht für geeignete Ansprechpartner. Allerdings unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften. Und
            ich rede davon von der Seite aus ca. 20cm distanz den Kopf zu
            treffen!!!
            Wenn Du Deine Hand 20 cm neben meinem Kopf hast, ich sowieso
            schon aggressiv bin und Du mir dann noch mehr Schaden zufügst
            als mein Gegner unter/neben mir, dann habe ich als Hund Deine
            Hand schneller gepackt als Du noch mal sprühen kannst. ;-)

            Vielleicht haben wir einfach unterschiedliche Erfahrungen -
            aber da ich eben zuhauf Unfälle miterlebt bzw. von Unfällen
            mit Pfefferspray gehört habe, würde ich sowas mit Sicherheit
            nie empfehlen.

            Tanja

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^4: Pfefferspray

              Hallo Yvonne! Mittlerweile wurde er bestimmt 10 oder mehrmals angegriffen
              und gebissen, ich hab die Schnauze voll.
              Das kann ich mir gut vorstellen, das hätte ich auch.
              Allerdings enthält dieser Satz von dir eine Zusatzinfo, die für die Zukunft eventuell hilfreich sein könnte: Er wurde bereits mehr als 10-mal angegriffen.
              Ich weiß gerade nicht, ob die Logik auch bei Beißangriffen greift, aber es gibt Hunde, die aufgrund ihres sehr defensiven Verhaltens und ihrer Unsicherheit im Umgang mit Ihresgleichen von anderen Hunden immer und immer wieder gemobbt werden.

              Habt ihr schon einmal mit einem erfahrenen und guten Hundetrainer gesprochen?
              Versteh mich bitte nicht falsch, ich will deinem Hund hier keine "Schuld" zuweisen, aber FALLS andere Hunde (u.a.) auf irgendetwas in seinem Verhalten reagieren sollten, könnte man ihm in dieser Hinsicht ja vielleicht helfen, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass so etwas wieder passiert. Vor allem habe ich jetzt nen Hund an der Leine der beim
              geringsten Knurren oder blöd gucken von nem anderen Hund agro
              wird.
              Supertoll.
              Spass macht das garantiert nicht, aber genau hier kannst du deinem Hund und dir durch die Unterstützung eines guten Hundetrainers oder Verhaltenstherapeuten helfen, BEVOR sich diese anscheinend sozial-unsicher bedingte Abwehr-Aggressivität total verfestigt. Je mehr Zeit verstreicht, ohne das hier gegengesteuert wird, desto schwieriger wird es werden! Leider.

              Grüße,
              Christiane



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