meine Cat, 16 Jahre, kastriert, hat seit zwei Monaten Geschwüre
an den hinteren Zitzen. Mein Tierarzt, der einen ausgezeichneten Ruf
hat, meint, nach neuester Erkenntnis sollte man mit einem einzigen
Schnitt gleich alle acht entfernen.
Hat jemand Erfahrung mit dieser Methode?
Euer
J.
Gesäugetumoren bei der Katze sind häufig bösartig und die Rezidivrate ist meist relativ hoch. Aus diesem Grunde sollte man nicht nur den eigentlichen Knoten, sondern auch das umliegende Milchdrüsengewebe inkl. Lymphknoten entnehmen. Im Falle einer OP würde ich die gesamte Milchleiste (4 - 5 Drüsenkomplexe)der betroffenen Seite entnehmen und histologisch untersuchen lassen.
Entfernt man beide Milchleisten in einer Sitzung, ist die Gefahr von Wundheilungsproblemen m.E. ziemlich groß. In der Mitte bleibt ein relativ schmaler Hautstreifen stehen und rechts und links davon befinden sich verhältnismäßig große Wundhöhlen. Da das Fettgewebe der Katze eine schlechte Wundheilung hat, kann es im ungünstigen Fall passieren, dass der mittlere Hautstreifen auf Grund schlechter Versorgung nekrotisch wird und die Katze dann ein riesiges Loch in der Bauchhaut hat.
Grundsätzlich würde ich eine 16-jährige Katze vor der OP auch „organmäßig“ durchchecken lassen, nicht dass der Knoten entfernt ist, das Tier aber durch den Eingriff internistisch aus dem Tritt gerät. Bei einer Katze in diesem Alter sollte man immer abwägen, ob man mit einem invasiven Eingriff nicht mehr schadet als nutzt.
…für die schelle Anwort. Der Tierarzt hatte die Katze heute
röntgenisiert und organisch für gesund erklärt. Grund des
Tierarztbesuches waren noch nie gehörte Laute: kein Murren oder
Miauen sondern tiefe, lineae Töne. Während sie sonst nach dem Genuß
von Gras wie ein Baby brüllt, um den Ballen herauszuwürgen, hatte sie
heute eben dieses Geräusch gemacht. Es kam aber nicht einmal Schaum
oder Grasreste heraus. Nachts hatte sie wie immer mit großem Appetit
gefressen.
Die Knoten sind leider nicht in einer Reihe sondern auf jeder Seite
ist „zum Heck hin“ ein sehr großer spürbar. Beim Abtasten und Kneifen
zeigt sie nirgendwo Schmerz- oder sonstige Reaktionen.
durch die Röntgenuntersuchung versucht man evtl. Metastasen in der Lunge auszuschließen. Zusätzlich empfiehlt es sich aber, ein Blutbild zu machen und v.a. Leber- und Nierenfunktion zu überprüfen.
Auch wenn beide Milchleisten betroffen sind, würde ich nur jeweils eine entfernen lassen. Der histologische Befund ist zwar nicht zwingend für die Knoten auf der jeweils anderen Seite gültig, gibt aber doch einen gewissen Anhaltspunkt.
Wenn es meine Katze wäre und ich mich zur OP entschließen könnte, würde ich wahrscheinlich die beiden Milchleisten zeitlich versetzt entnehmen lassen - aber es ist schwierig einen Rat zu geben, ohne den Patienten gesehen zu haben.