Mein Hund rennt nur

Mein Hund, eine 3-jährige Dalmatinerhündin, sterilisiert, ist eigentlich ein ganz gutes Tier. Sie hat sogar mit einem halben Jahr eine (ziemlich) teure Ausbildung absolviert. Ich habe aber trotzdem ein großes Problem mit ihr: Mein Hund rennt und rennt und rennt …
Egal wo ich bin, wie lange wir auch unterweg sind, ob im Haus oder im Garten. Wenn sie nicht angeleint ist, ist sie voller Unruhe. Ich habe schon alles probiert und bin mittlerweile am Verzweifeln. Selbst ein verabreichtes Beruhigungsmittel hat nicht geholfen. Was kann ich nur tun ? Bitte helfen, bin mit meinem Latein am Ende :frowning: Viele Grüße Hendrik

Mein Hund, eine 3-jährige Dalmatinerhündin,

Hallo Hendrik,

Bekannte von mir züchten Dalmatiner und ich habe den Eindruck, das das Gerenne rassetypisch ist. Man sagt ja auch, Dalmatiner sind „Bewegungshunde“. Allerdings sollte ein wohlerzogener Hund natürlich trotzdem „Sitz“ oder „Platz“ und „Bleib“ machen, wenn Herrchen das sagt.

Grundsätzlich solltest Du Dich fragen, ob Du den Hund auslastest. Die Züchter, die ich kenne, reiten und nehmen die Hunde mit. Nach so einem mehrstündigen Ausritt sind sie dann schon ruhiger (die Hunde - die Züchter aber auch *g*). Vielleicht kannst Du ja mit Deinem Hund Fahrrad fahren, oder Rollerbladen. Mit normalem Gassi-„gehen“ ist es jedenfalls bei dieser Rasse meiner Meinung nach nicht getan.

Gruß
Tania

Hallo,

dazu muss man sich die Historie der Dalmatiner ein bisschen näher betrachten:

Dalmatiner sind extrem ausdauernde und bewegungsfreudige Hunde. Sie wurden früher als Beglei und Jagdhunde genutzt. Begleithund aber nicht im heutigen Sinne, sondern sie begleiteten Kutschen. Meist liefen sie unter der Kutsche zwischen den Rädern mit. Wird einem solchen Bewegungsdrang keine Rechnung getragen, zeigt sich das schnell durch Verhaltensauffälligkeiten wie zB. Zerstörungswut oder Unruhe.
Eine Frage nebenbei…Weisst Du genau ob Dein Hund hörend ist?
Ich würde vorschlagen mal 2-4 Wochen lang jeden Tag eine Radtour zu unternehmen. Je nach Alter des Hundes (je jünger desto kürzer die Tour wählen) können das durchaus 20-30km sein. Sollte Dein Hund in dieser Zeit ruhiger werden, weisst Du warum :wink:
Erzähl mir mal, wie Euer Tagesablauf so aussieht, was Ihr alles unternehmt, mal schauen ob uns das weiter bringt.

Gruß
Maja

Hallo Hendrik,

wir haben auch zwei sehr lauffreudige Hunde (Setter) und können das nachempfinden.
Die *müssen* einfach Laufen, weil das in ihrer Natur liegt. Und wenn man sie gut erzogen hat und jederzeit (nach Clausthaler) Einfluß nehmen kann, wo liegt dann das Problem?

Du darfst einen Dalmatiner auf keinen Fall mit einem Retriever vergleichen - da liegen Welten zwischen, was das Laufbedürfnis betrifft.

Wieviel freie Bewegung gönnst Du Deinem Hund denn pro Tag? Ist er ausgelastet?
Machst Du auch andere Sachen mit ihm, um auch den Kopf müde zu bekommen?
Ich kenne z.B. einige Dalmatiner , die mit sehr großer Begeisterung Dogdance und Agility betreiben (natürlich mit Zweibeinerin :wink:) und dadurch so schön ausgelastet sind, daß sie nur noch wenig unkontrolliert rennen.
Bei unseren beiden Hündinnen kann man das auch sehr gut beobachten: mit meiner Hündin mache ich sehr viel *Programm* beim Spaziergang und sie läuft recht wenig und nicht ganz so große Bögen. Mein Mann macht erheblich weniger (fast nichts) und seine Hündin kennt fast nur zwei Gangarten: sauber bei Fuß oder *Gas und weg* - aber immer in Pfeifweite und auch immer in Kreisen.

Was hat denn der Trainer in der teuren Ausbildung dazu gesagt? …oder war die nur teuer aber nicht erfolgreich?
Was hast Du denn in den vergangenen 2,5 jahrenn mit Deiner Hündin in Sachen Ausbildung gemacht? Solche einmal gelernten Sachen bleiben nicht von alleine *sitzen* - daran muß man ständig arbeiten, sonst war alles für die Katz’.

Viele Grüße
Gordie

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Auch mein Hund ist sehr lauffreudig. Unser Gassi sieht im allgemeinen so aus, dass er erst mal eine Weile frei laufen und Dampf ablassen darf (ländliche Gegend, daher kein Problem). Das heißt allerdings auch „nur“ laufen und nicht „weglaufen“!
Danach wechseln kurze Intervalle von konzentrierter Arbeit (Kommandos und Kunststückchen) ab. Wichtig ist, dass sich da keine Routine einschleicht (Ach ja, da vorn kommt die Parkbank, da muss ich immer „Platz“ machen und danach noch Stöckchen holen…), sondern dein Hund ständig voll auf dich konzentriert sein muss. Du glaubst gar nicht, wie müde ihn das macht! Wichtig ist, die „konzentrierten Phasen“ kurz zu halten (lieber 6 x 5 Minuten als eine halbe Stunde am Stück!) und immer mit reichlich Lob zu garnieren. Zum Abschluss kurz ein ausgelassenes gemeinsames Spiel und dann wieder Freilauf.
Natürlich wirst du aus einem quirligen Dalmatiner keinen ruhigen Bernhardiner machen, aber das haben andere ja schon vor mir ausgeführt…

Gruß

Harry

Hi Hendrik

Dalmatiner sind sehr lauffreudig, wie weiter unten ja schon einmal gesagt, da sie früher an der Kutsche gelaufen sind.
Meine Frage, lässt du sie überhaupt laufen? Oder muss sie die ganze Zeit an der Leine sein, und darf nur kurz „düsen“? Dann ist es meiner Meinung nach normal das sie diese kurzen Phasen wirklich ausnützt.
Dalmatiner müssen beschäftigt werden, mein Dalmatinier-Mischlingsdame geht in der Früh Gassi, dann mit zum reiten, dann mit meinem Vater auf den Berg, dann mit meinem Bruder joggen und dann noch mit meiner Mutter einen Abendspaziergang.

Gut auf dem Land geht so was bedeutend besser, wenn du in der Stadt wohnst, probier doch Agility das machen die meisten D. die ich kenne sehr gerne.

LG

Julia