Bienen, Hummeln oder was?

Hallo,

heute wollte ich einen Nistkasten ausräumen, von dem ich aus Beobachtung weiß, dass kein Vogel drin wohnt. Bei der Bauart des Kastens kann man die Vorderwand abnehmen. Der Blick hinein zeigte:

Unten war ein im letzten Jahr bewohnt gewesenes Nest. Darüber war ein neues Nest angelegt, total aus Moos. Aber nicht in Besitz genommen, also ohne Eier.

Als ich das Material rausräumen wollte, kamen mir Bienen entgegen. Oder Hummeln, Hornissen, oder …? So genau kenne ich mich nicht aus, und das wüsste ich jetzt gerne, was das ist.

Bienen und ähnliches Getier, dachte ich bisher, bauen Waben. Dass sie Vogelnistkästen beziehen, ist mir neu. Waben befinden sich darin nicht. Aber in der Mitte des Moosgewirrs befindet sich etwas, das wie ein Klumpen weißer Erbsen aussieht. Die „Erbsen“ sind hohl, könnten also durchaus ähnlich wie Waben Aufenthaltsbehälter für Nährstoffe sein. Sind aber kugelrund und nicht fest miteinander verbunden, wie das bei Waben der Fall ist.

Zwei Fragen also:

  1. Was für ein Getier ist das?

  2. Auch wenn sich jetzt herausstellen sollte, dass das eine nützliche und förderungswürdige, vielleicht sogar geschützte Tierart ist: Eigentlich habe ich die (5) Nistkästen in meinem Garten aufgehängt, um Vögeln zu helfen. Wie lässt sich erreichen, das nur die, und nicht irgendwelches Stechgetier die annimmt?

Gruß
Peter

Hallo Peter

es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Bienen, Wespen und Hummeln. Geschützt sind meines Wissens alle, sogar die normale Wespe, die einem im Spätsommer das Leben schwermacht. Auch die deren Nester dürfen nur entfernt werden, wenn es einen höheren Grund dafür gibt (welcher aber gegeben ist, wenn sie sich z. B. auf einem Balkon einnisten).

Vielleicht kannst du die Tiere etwas genauer beschreiben. Waren sie pelzig, konntest du eine Farbe erkennen, sahen sie eher dick und kugelig oder in der Mitte sehr schlank aus?

Ich glaube zwar nicht, dass ich dir dann sagen kann, was es für ein Tier ist, aber vielleicht jemand anderes.

Der NABU hat auch viel Information zu Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln. Die meisten stechen nur, wenn sie massig gestört werden.

Viele Grüße Thea

Hallo,

schau mal unter http://www.hymenoptera.de/

Da kannst Du viele Tips erhalten und vielelicht auch eine Ferndiagnose. Ansonsten gibt es ein Bieneninstitut (bitte Adresse über Google etc. suchen) an die kannst Du ein Tier zur Artbestimmung schicken, wenn Du genau wissen möchtest was Du da beherbergst.

In der Zwischenzeit keine Panik!!! Die meisten Bienen leben solitär und nicht in Völkern und haben kein Interesse an Süßigkeiten!!! Sie suchen sich zum „brüten“ kleine Löcher in Dachbalken, leere Hollunderzweige, Löcher in Steinen etc. und stopfen die dann mit Nahrung voll. Haben im letzten Jahr auch ein ganz hartnäckiges Exemplar gehabt und in diesem Jahr extra Nisthölzer angebracht. Diese wurden beim ersten Sonnenstrahl gleich bezogen und sind jetzt komplett belegt. Bin mal gespannt wie es weiter geht und wann der Nachwuchs sich blicken läßt.

Im Gegensatz zu den Wespen fliegen die Bienen/Hummeln (haben 2-3 Spezies gezählt) zielstrebig Ihr zu Hause an und lassen sich weder von Kuchen noch von Saft anziehen, obwohl unser Balkontisch direkt in der Einflugschneise steht.

Daher mein Tip. Kasten erst mal wieder zu machen, und analysieren was das sein könnte :wink:

Hi Peter,

das sind wohl Hummeln, die bauen gern in lockeres Material wie alte Vogelnester, morsches Holz und ähnliches hinein. Wespen und Hornissen bauen ihr Nest in Schichten auf, das Material ist zerkautes Holz und so dünn wie Papier, bei Wespen grau, bei Hornissen bräunlich-gelb. Ein solches Nest hängt fast immer an der Decke und wird etagenweise von oben nach unten erweitert. Wilde Bienen leben meist einzeln in Erdlöchern.

Dass Hummeln ein verlassenes Nest besiedeln, lässt sich nur vermeiden, indem Du unmittelbar, nachdem die Vögel den Kasten verlassen haben, das Nest entfernst. Andersrum geht’s aber auch: Mein Hornissenkasten ist von Blaumeisen besetzt worden, nachdem ein Specht das Einflugloch bearbeitet hatte. Ich habe die Meisen beobachtet, wie sie im Loch fast steckengeblieben sind, sich dennoch immer wieder hindurchgequält haben, dann habe ich es mit der Feile noch um 1 mm erweitert. Seit 2 Wochen füttern die Meisen von Sonnenauf- bis -untergang.

Gruß Ralf

http://www.bienenpark.de

Hallo Peter,

schau hier mal rein:

WESPEN, Bienen, Hornissen? FAQ:1143

Mfg. BelRia