Hamster und Habitrail?

Hallo!

Fühlt sich ein Hamster darin wirklich wohl?

Ich habe schon oft gelesen, dass Hamster neugierig sind.
Daher glaube ich ja auch, dass sie Spass am Entdecken der Röhren und Bauteile haben. Vor allem, wenn man es immer wieder mal anders zusammenbaut.

Aber das ist ja nunmal alles Plastik.
Oder habe ich da eine veralterte Einstellung zu? Kenne es halt von früher, dass Hamsterkäfige meistens mit Naturmaterialen (z.B. Holz und Pappe) ausgestattet waren.

Wer nicht weiss, was gemeint ist: http://www.habitrail.com

Gruss Froggie

Hallo Froggie!

Fühlt sich ein Hamster darin wirklich wohl?

Definitiv nein!
Das Problem ist, dass in dem Plastikzeugs kein Luftaustausch stattfindet (auch wenn kleine Löchlein drin sind). D.h. es schwitzt in den Röhren.
Zudem ist es für keinen Hamster normal, in durchsichtigen, nicht erweiterenbaren Röhren hoch droben zu klettern. Er ist ja ein Wühler, möchte also seine Gänge selbst gestalten. Und diese Gänge hat er unter der Erde, wo es dunkel ist und er nicht ewig weit nach unten sehen kann.

Ich habe schon oft gelesen, dass Hamster neugierig sind.
Daher glaube ich ja auch, dass sie Spass am Entdecken der
Röhren und Bauteile haben. Vor allem, wenn man es immer wieder
mal anders zusammenbaut.

Genau da liegt noch ein Problem. Viele Leute denken, das aufgeregte herumlaufen eines Hamsters in einer neuen Umgebung oder z.B. nach Einstreuwechsel wäre Begeisterung. Es ist aber keine, sondern Stress. Das Tier muss seine neue Umgebung sondieren, es muss sich optisch und geruchlich orientieren. Das verursacht Aufregung.
Am glücklichsten ist so ein Tier, wenn möglichst wenig auf einmal verändert wird. Natürlich darf und sollte man immer mal einen neuen Einrichtungsgegenstand einbringen. Aber eben einen und nicht viele, und vor allem nicht komplett umstrukturieren. Das passt nicht zum Hamster. Draussen verändert sich sein Umfeld auch nicht schlagartig, sondern da wächst halt hier mal eine neue Pflanze, dort liegt ein Ast auf dem Boden, der vom Baum gefallen ist, oder in einem selten benutzten Gang ist eine Wurzel eingespriesst. Eben Kleinigkeiten in einer ansonsten eher stabilen, ihm bekannten Welt.

Aber das ist ja nunmal alles Plastik.

Angenagt und verschluckt kostet es dem Hamster unter Umständen sein Leben (und das ziemlich qualvoll). Es kann aber auch „nur“ kleinere Verletzungen in den Backentaschen oder inneren Organen geben. Splittert es, sind alle äuseren Teile mit gefährdet.
Es sammelt sich Schwitzwasser darin, und es ist nichts, was ein Hamster auch nur annähernd in seiner natürlichen Umgebung vorfinden würde.

Oder habe ich da eine veralterte Einstellung zu? Kenne es halt
von früher, dass Hamsterkäfige meistens mit Naturmaterialen
(z.B. Holz und Pappe) ausgestattet waren.

Genau so soll es auch sein! Das ist nicht veraltet, sondern das einzig richtige :smile:
Wenn Du einem Hamster ein schönes zu hause bieten möchtest, nimm ein ausgedientes Aquarium, mindestens 1m lang, gerne grösser. Da hinein lagenweise Heu und Sägespäne (das Heu gibt Stabilität, wenn Gänge gebaut werden, nur mit Streu fallen die leicht zusammen).
Oben drauf einen Tonblumentopf umgedreht hinstellen, Loch hineinschlagen als Eingang. Einen als Haus zum Schlafen, einen als Futterkammer, mindestens einen als Ausweichmöglichkeit. Meine Hamster haben ihre Töpfe immer mal gewechselt.
Ein paar schöne Äste von draussen, ein bisschen klettern ist ok, aber keine zu grossen Höhen einbauen, ein Hamster kann schlecht klettern und fällt plump runter, da könnte er sich sonst verletzen.
Dann nen Deckel aus engmaschigem Kaninchendraht. Einen Schlüsselring oder besser einen S-Haken aus dem Baumarkt nehmen, über einem der Töpfe ins Gitter hängen (oder den S-Haken ans Glas), und schon kann Hamster über den Topf seine Trinkflasche erreichen.
Das Trockenfutter nicht im Napf anbieten, sondern im Becken verteilen. Ein Hamster sammelt auch draussen Körnchen für Körnchen einzeln wo er es eben findet, und das kann man prima als Beschäftungsmöglichkeit nutzen.

Mit Naturmaterialien kann man wunderwunderschön Tierbehausungen dekorieren, die absolut jedes Plastikteil in den Schatten stellen.
Ich komme seit Jahren ohne Plastik aus und habe sowohl grosse als auch Zwerghamster in kleinem Rahmen gezüchtet (unter anderem :wink: ).
Wie gesagt, null Plastik nötig, dafür absolut schöne Deko, die Mensch und Tier gleichermassen zugute kommt.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hallo,

schließe mich dem Vorschreiber an. Denke, dass diese Produkte eher auf den Konsum der Menschen abgestimmt sind, als einen wirklichen Nutzen für die Tiere zu generieren.

Hatte meine letzten Hamster als Kind und habe den jeden Abend ne Runde im Sandkasten laufen lassen. (Das Tier kannte seinen Namen, daher gab es auch keine Probleme beim Wiederfinden. Rufen genügte) Das hat dem Tier sichtlich Spaß bereitet. Hat im Sand gebadet und besagte Gänge gewühlt… im Winter hat er ab und zu in nem Eimer mit Quarzsand gebadet.

Daneben haben wir ihm wie auch schon beschrieben Baumstämme etc. mitgebracht oder aus Ziegeln etwas gebaut. Nach wie vor ist auch die gute alte Toilettenpapierrolle ein Highlight.