Re: Temperaturen für Haustiere
Hallo Levay!
Um mal auf das zu antworten, was Du eigentlich gefragt hast ;-)
Wer hat verlässliche Informationen darüber, was den Tierchen
zugemutet werden kann?
Die hat wohl keiner, jedes Tier kann individuell mehr oder weniger Hitze abhaben, ob es sich dabei auch noch wohl fühlt, ist wieder ne andere Sache.
Rauszufinden wäre es wohl nur in Tierversuchen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da welche zu gibt.
Was wisst ihr?
Wir haben in der Wohnung Dachschrägen, bis auf einen Raum. In diesem sind meine Nager untergebracht. Der ist immer recht angenehm, habe mal das Thermometer dort reingestellt.
Um die 22 Grad hat es dort, und das tagsüber. Das Fenster ist grundsätzlich auf Kipp, und alle Tiere sind putzmunter.
Ich denke, dass auch mal Temperaturen bis zu 28 Grad (so warm ist es hier in der restlichen Wohnung tagsüber) gehen, wobei ich für mich selbst ohne Ventilator hier nicht sein möchte.
Mein Hund und die Katzen suchen sich kühle Fleckchen und liegen bevorzugt auf dem Fliesenboden. Die haben aber eben auch die Möglichkeit dazu, sich kühlere Orte zu suchen.
Was ich in diesem "Klima" ohne Probleme halte, sind Bartagamen, Echsen also. Die kommen aus Australien, Wüstengegend.
Aber selbst bei denen sollte der wärmeste Punkt, also quasi dort, wo sie ihren Sonnenplatz haben, 40 Grad nicht überschreiten, am kühlsten haben sie je nach Tageszeit im Moment gut 30 Grad.
ABER: nachts ist die Heizung im Becken aus, und das brauchen die Tiere auch. Bei 37 Grad tagsüber musst Du mit weitaus mehr in so einem Becken rechnen (die Tiere brauchen auch eine Lampe, die UV-Licht erzeugt, und die strahl auch nicht ohne Wärme...), die Luft in einem fast rundum geschlossenen Kasten hält die Hitze bestens.
Und bei 37 Grad tags sind es vermutlich immernoch um die 30 Grad nachts...damit dämpfst Du im Grunde jegliches Getier langsam.
So leid es mir tut, ich bin normalerweise jemand, der der Meinung ist dass man fast immer eine Lösung findet, im Interesse der Tiere, lass es. Wir Menschen können ein Eis essen, wir können auch mal nach draussen gehen (und wenns nur in den kühlen Keller ist ;-) ), aber ein Tier hockt in seiner Behausung und gart vor sich hin.
Meerschweinchen sind übrigens extrem empfindlich gegenüber Hitze, mir ist vor einigen Jahren im Sommer ein Tier eingegangen an Hitzschlag. Es stand im Schatten, wo gute Belüftung garantiert war, auf der Terrasse. Es war sowohl eine funktionierende Trinkflasche als auch ein voller Wassernapf vorhanden, beide frisch gefüllt. Ich hatte noch nach den Tieren gesehen, da war alles in Butter. Kurze Zeit später war es dann tot.
Die kippen Dir einfach um. Seitdem ist bei mir kein Tier mehr bei warmen Temperaturen draussen, auch nicht im Schatten.
Die Schweine durften nur noch in den Abendstunden raus zum Grasen, und auch nur dann, wenns kühl war. Ansonsten lieber drauf verzichtet.
Die Sittiche sitzen in ihrer Heimat auch da, wo der Wind ein bisschen geht, in den Bäumen. Sie fliegen dann auch Wasserstellen an und befeuchten ihr Gefieder, das kühlt auch.
Du darfst aber nicht vergessen, dass unsere Wellensittiche mit denen aus Australien nicht mehr so arg viel gemeinsam haben. Die werden seit Ewigkeiten in Gefangenschaft gezüchtet und sind unser Klima hier gewöhnt. Also das Klima, das normalerweise herrscht. Die Extreme wie in Australien gibt es bei uns ja nicht, Deine WG mal ausgenommen ;-)
Von daher, lieber Finger weg, so schwer es auf fallen mag. Dafür musst Du nicht verantworten, dass irgendwann mittags einer Deiner Lieblinge von der Stange fällt.
Übrigens, ich würde auf GAR KEINEN FALL Urlaubspflegetiere in so einen Backofen aufnehmen! Wenn die das nicht kennen, sind sie innerhalb kürzester Zeit platt. Sterben sie nicht dran, geht es auf jeden Fall trotzdem an ihre Gesundheit. Dazu noch Umgebungswechsel und was nicht alles...das darf man keinem Lebewesen antun.
Liebe Grüsse
Bine