Hündin Kastrieren oder Spritzen gegen Läufigkeit?

Wie sind Eure Erfahrungen, was für Vor- und Nachteile gibt es?

Wie sind Eure Erfahrungen, was für Vor- und Nachteile gibt es?

Hallo!

Erfahrung habe ich keine, da wir Katzen haben…

Aber wenn wikrlich kein Nachwuchs geplant ist, belastet die ständige Läufigkeit doch nur die Hündin. Und vielleicht (wie gesagt: Katzen!) Euch auch. Bei rolligen katzen ist es so.

Gruß
Carmen

Hallo Martina,

mal ein krasses Argument: Kastration verringert das Risiko für Gebärmutterkrebs … kann das Leben Deines Hundes entscheidend verlängern!

Mehr Info dazu auch in diesem Thread: /t/kastration-junghuendin-wann/2709821

Viele Grüße,
Sibylle aus M

Wie sind Eure Erfahrungen, was für Vor- und Nachteile gibt es?

guten morgen,
ich habe über 30 jahre hündinnen und (toi toi toi )
noch nie gebärmutter- oder gesäugekrebs. vor 2 jahren ließ ich nach kaiserschnitt einer hündin die gebärmutter entfernen, weil ich ebenso dachte…dann passiert nichts mehr. ich tue es NIE NIE wieder, nur wenn wirklich gesundheitliche probleme da sind.
die hündin ist doppelt so dick wie sie war , trotz halber futterration, sie ist "undicht ", kann also ihr wasser nicht immer halten und fellmäßig ist sie "entartet ".sie bilden häufig bei langhaarigen hunden, dann ihr babyfell zusätzllich wieder, entsprechend schwer ist die fellpflege, manchmal muss man dann scheren… es kommt, so denke ich, auch etwas auf die rasse an.
im fernsehen war übrigens ein bericht, wie gut die tä an den op’s verdienen…
wie gesagt, bei mir nie wieder. und 2 mal im jahr 3 wochen aufpassen und den hund an der leine halten müssen, kann doch nicht wirklich schlimm sein oder ? wenn man von anfang an eine hündin auch noch an ein schutzhöschen gewöhnt, gibt es kaum noch probs.
soweit meine meinung zu diesem thema :smile:
grüße
margit

Hallo Martina!

Meine Erfahrung:

Hündin wurde mit ca. 4 Jahren kastriert, Gebärmutter blieb drin.
Hündin wurde mit 10,5 Jahren zum zweiten Mal kastriert, weil sie eine dicke Gebärmutterentzündung hatte. Gleichzeitig kam eine gut faustgrosse Zyste an verbliebenem Eierstockgewebe zum Vorschein.

Sie wurde übrigens Jahre nach der ersten OP auf einmal wieder läufig. Erst dadurch habe ich überhaupt erfahren, dass die Gebärmutter nicht automatisch mit entfernt wird.

Gesäugekrebs hat sie keinen gehabt, aber beide Milchleisten mussten entfernt werden, weil sich viele viele viele Knubbel gebildet haben.

Mein persönliches Fazit daraus: Wenn ich mir das Geschlecht aussuchen kann, wird der nächste Hund ein Rüde. Wenn nicht, wird die Dame vor der ersten Läufigkeit kastriert, denn dann ist das Risiko für Krebs in den betreffenden Organen am grösstmöglichsten gemindert.

Unsere erste Hündin wurde auch mit ca. 4 Jahren kastriert, sie starb an Gesäugekrebs. Vorher wurde sie gespritzt. Dieser Hund wurde bei den Läufigkeiten, wo sie nicht gespritzt wurde, scheinträchtig.

Vorteil von der OP ist ganz klar der, dass man dem Tier keine Hormonbehandlung zumutet. Die Spritzen können heftige Nebenwirkungen haben, das muss man wissen. Zudem muss man sie pünktlich geben lassen, ist also nix für Leute, die gerne mal Termine übersehen.

Nachteil der OP ist aber, dass es eben ein grosser Eingriff ist an einem gesunden Tier, der laut Tierschutzgesetz übrigens in Deutschland eigentlich nur gemacht werden darf, um unkontrollierte Vermehrung zu verhindern (und das KANN jeder Hundehalter auch ohne OP).
Wie jemand vorher schon schrieb, gibt es auch Hunde, die danach ihr Futter seeeeehr gut in Form von Fettpolstern verwerten, aber da könnte man entgegenwirken durch veränderte Ernährung. Ist aber nicht ganz einfach.
Bei verschiedenen Hunderassen verändert sich auch das Fell, Irische Setter z.B. bekommen häufig flusiges Welpenfell.
Und wenn die Gebärmutter mit entfernt wird (ist je nach Tierarzt unterschiedlich!), kann es zur Inkontinenz kommen. Das passiert vor allem bei grossen Hunderassen. Ich kenne von meiner Arbeit aber nur extrem wenig Fälle.

Zum finanziellen Aspekt…so arg viel verdient ein Tierarzt nicht an so einer OP, auch wenn sie den Tierhalter viel Geld kostet.
Im Umkehrschluss, die Spritzen kosten über die Jahre mindestens genauso viel Geld.
Aber ich finde nicht, dass das Finanzielle hier die Entscheidung beeinflussen sollte. Der Hund kann eine Gebärmutterentzündung bekommen und muss dann trotzdem kastriert werden. Das muss man einrechnen, genau wie andere Erkrankungen oder Unfälle.

Ich persönlich werde, wenn ich wieder eine Hündin habe, die ich nach der ersten Läufigkeit bekomme, die Entscheidung von ihrem Verhalten abhängig machen. Wenn sie nicht scheinträchtig wird und wir nicht nur noch auf der Flucht vor zig Rüden sind, bleibt sie, wie sie ist. Zeichnet sich aber ab, dass sie nach jeder Läufigkeit Probleme hat, wird sie vermutlich kastriert.
Das Blut in der Wohnung würde ich nicht als Grund nehmen, sie kastrieren zu lassen. Ich hatte bisher drei Hündinnen, und während die läufig waren, liess es sich immer „aushalten“. Die Haare machen wesentlich mehr Schmutz :wink:

Liebe Grüsse
Bine

Der Hund kann eine Gebärmutterentzündung bekommen und muss dann trotzdem kastriert werden

Hallo Bine,
wieso muss bei Gebärmutterentzündung kastriert werden ?
Gruß
Margit

Hallo Margit!

wieso muss bei Gebärmutterentzündung kastriert werden ?

Hups, das hab ich wohl etwas kurz abgehandelt :wink:
Im Normalfall ist es so, dass man bei einer Gebärmutterentzündung zunächst versucht, sie konventionell zu behandeln, also mit Antibiotika und ggf. anderen unterstützenden Medikamenten. Leider ist es allerdings so, dass in den meisten Fällen diese Behandlung nicht ausreicht, so dass doch kastriert werden muss.
Das Problem ist, dass die Medikamente nicht dort ankommen, wo sie sollten, also in der Gebärmutter. Es gibt zwar welche, die dort wirken, aber eben oft nicht in dem gewünschten Maß, so dass sich die Entzündung nicht richtig eindämmen lässt.
Läuft das Sekret nicht ab, sondern sammelt sich, kann es zum Durchbruch kommen. Zudem verschlechtert sich der Zustand von so einem Tier sehr rapide, so dass schnell gehandelt werden muss. Tendenziell ist es dann sinnvoller, zu operieren, bevor das Allgemeinbefinden total im Keller ist, statt eine länger andauernde Therapie zu beginnen, die nicht unbedingt zum gewünschten Erfolg führt.

Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit in die Sache bringen :smile:

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Margit,

wieso muss bei Gebärmutterentzündung kastriert werden ?

die Ursache für Gebärmutterentzündungen sind meist Zysten an den Eierstöcken. Diese Zysten sind hormonell aktiv und bewirken eine Öffnung des Muttermundes. Aufsteigende Keime verursachen die Entzündung bzw. Vereiterung der Gebärmutter.
Da man medikamentös durch Hormongaben bei der Hündin auf die Zysten so gut wie keinen Einfluss nehmen kann, bleibt meist nur die Entfernung der Ovarien samt Gebärmutter.

Gruß

Johnny

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Hallo Margit,

unsere Hündin hatte eine leichte Gebärmutterentzündung und erhielt Antibiotika, nach der nächsten Läufigkeit eine schwerere, die aber auch noch durch Spritzen behandelt wurde, und beim drittenmal wäre sie fast gestorben: die Tierärztin entfernte in einer Notoperation mehr als 1 Liter Eiter. 2 Tage später sprang sie dann wieder herum, allerdings ohne Gebärmutter (die Hündin).

Man sollte also spätestens dann an eine Totaloperation denken, wenn Probleme mit der Gebärmutter tatsächlich auftreten. Ich habe auch inzwischen einige Hundehalter kennengelernt, die Ihre Hündin auf diese Art verloren haben - auch nicht jeder Tierarzt erkennt rechtzeitig, was los ist, und der Hund stirbt innerhalb sehr kurzer Zeit.

Nachtrag: bei der ersten Erkrankung war sie etwa 9 Jahre alt.

Gruss Reinhard

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