Wir wissen nicht mehr weiter, Hautproblem Westie

Hallo, wir habe grösste Fell bzw. Hautprobleme mit meiner 4 jährigen Westie Hündin.
Angefangen hat es im Juni, mit urplötzlichen Pusteln und starker Rötung vor allem am Bauch. Nachdem wir ein paar Tage zuvor den Hund mit Teebaumölshampoo gebadet hatten, vermutete die Tierärztin eine Allergie auf besagtes Shampoo, das ich von da an nicht wieder benutzt habe. Wir bekamen Surolan und die Rötung ging sehr schnell weg, die Pusteln verwandelten sich in kristalline, gelb/beige „Krusten“.

Nach einigen Tagen bekam sie am Rücken solche Krusten, der Hund hatte extremen Juckreiz, am schlimmsten in den Ohren, die eiterten und blutig waren. Wir behandelten mit Surolan, der Hund bekam zweimal Kortison Spritzen damit sich die Haut beruhigen konnte und damit der Hund zur Ruhe kam.
Seitdem haben wir das selbe Spiel seit nunmehr 3 Monaten, kristalline, gelb/beige „Krusten“ am ganzen Rücken, wobei die Haut darunter gerötet und äusserst gereizt ist, teilweise blutet es auch wenn die Krusten abgezogen werden. Manchmal kratzt sich der Hund auch über Nacht blutig. Die Ohren sind hart, schmerzen und eitern vor sich hin, blutig gekratzt zum Teil. Der ganze Hund riecht ranzig, besonders die Ohren riechen übel.

Wir sind ständig beim Tierarzt die die Ohren säubert, für die Haut haben wir inzwischen sämtliche Hypoallergenen Futtersorten durchprobiert, (natürlich gingen wir von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit aus) keine brachte eine Verbesserung.
Zwischendurch immer wieder Kortison, eine Behandlung mit 5 Spritzen, je einmal wöchentlich gegen sog. Dermodex (?) Milben brachte ebenfalls keinen Erfolg.

Nun geht es meinem Hund wieder so schlecht, ich habe seit Juni 850.- Euro beim TA gezahlt und nichts hat geholfen. Meine TÄ sagt sie ist am Ende ihrer Weisheit, ich könnte höchstens noch zum Dermatologen gehen, der macht aber auch nichts anderes und kostet mich eben dann wieder ein Heidengeld. Ausserdem wäre ein Allergietest sehr schwierig und teuer bei Hunden. Ich habe nun fast kein Geld mehr, habe bereits eine Putzstelle angenommen damit ich die ständigen TA Rechnungen bezahlen kann, ich wäre sehr, sehr dankbar wenn jemand weiterhelfen könnte.

Wer weiss um was es sich hier handeln könnte? Uns ist klar, das Westies oft Hautprobleme haben, ich hoffe nun einfach das jemand die Erkrankung „wiedererkennt“ und sie beim Namen nennen kann, bzw. weiss, was man tun kann?

Viele Dank!

Was vergessen:
Ausserdem müssen wir den Hund einmal wöchentlich mit einem Mittel baden, das „Etiderm“ heisst. Es ist keimhemmend, hautreinigend und keratoplastisch.

Hallo,

leider kann ich keine konkreten Tipps geben, aber 2 Dinge möchte ich beisteuern:

  1. Westies sind für ihre Hautprobleme bekannt
  2. Du schreibst, der Hund wäre gegen Demodex-Milben behandelt worden. Wurden denn welche festgestellt (Hautgeschabsel unter dem Mikroskop betrachtet)?

Gruß,

Myriam

Nein, das wurde nicht gemacht, die Ärztin meinte aber diese Milben wären das einzige was „noch sein könnte“.
Naja, nach abgeschlossener Behandlung wissen wir, diese Milben waren es sicher nicht.

LG

Nein, das wurde nicht gemacht, die Ärztin meinte aber diese
Milben wären das einzige was „noch sein könnte“.
Naja, nach abgeschlossener Behandlung wissen wir, diese Milben
waren es sicher nicht.

Also ein Hautgeschabsel sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall gemacht werden. Es gibt ja auch noch andere in Frage kommende Milben (Sarcoptesmilben, Herbstgrasmilben) sowie Pilze. Weiterhin habe ich mir sagen lassen, dass man z.B. bei Demodex-befall auf keinen Fall Cortison geben soll, da die Viecher sich dann erst so richtig vermehren. Es wäre also schon deshalb wichtig, genau zu wissen ob das Tier mit irgendwelchen Parasiten befallen ist.

Nach Deiner Beschreibung habe ich vom behandelnden Tierarzt nicht den besten Eindruck. Zumindest wäre eine zweite Meinung vielleicht angebracht. Evtl. gibt es in Deiner Nähe einen Tierarzt, der sich bei Hautkrankheiten besonders gut auskennt.

Allgemein kannst Du außer gutem Futter (evtl. Zusatz von Omega3-haltigem Öl, z.B. Distelöl oder Produkt wie EFA-Z) ja nicht viel tun, da wird der Gang zum Tierarzt nicht erspart bleiben.

Gruß,

Myriam

Hallo,

Wer weiss um was es sich hier handeln könnte? Uns ist klar, das Westies oft Hautprobleme haben, ich hoffe nun einfach das jemand die Erkrankung „wiedererkennt“ und sie beim Namen nennen kann, bzw. weiss, was man tun kann?

auf dieser Seite sind viele Hautkrankheiten dargestellt: http://www.hauttierarzt.de/hautkrankheituebersicht.html

Zur Güte der Seite kann ich leider keine Aussage machen, bin Laie.

Viele Grüße
Diana

Hallo,
einige Erfahrungen mit Hautprobs hatte ich leider auch schon. Allerdings nicht bei Westis. Aber vielleicht kann ich einige Tips geben. Bezüglich der Ohren, lass einen Abstrich machen. Meine Hündin hatte Bakterien drin, die auf kein Antibiotika mehr aus der Tiermedizin reagierte. Mit einem Apotheker, den meine TÄ gut kennt, haben wir ein Mittel aus der Humanmedizin gefunden. In unserem Fall Augentropfen, die mit Öl vermischt wurden, damit sie im Ohr besser halten…und siehe da, es hat geholfen. Nach 1 1/2 Jahren…
Bei der Haut würde ich als erstes das Futter umstellen.Sowas dauert seine Zeit. Sollte sie auf Futter reagieren , muss man mit 3 Mon. rechnen , bis sich was tut. Und alle Leckereien die konserviert sind weg…vor allem Schweineohren sind tabu. Ich würde selber mal ne Zeit lang kochen, Huhn mit Reis, Nudeln und viel Gemüse rein.(zB Suppengemüse von Aldi) Die Baderei würde ich persönlich einstellen, es reizt die Haut zusätzlich.
Du schreibst immer von Cortison, hat sie Antibiotika bekommen ?
Nässen die Wunden, geht das Fell da weg, sind deutliche Ränder zu sehen ?
Wenn die Hündin allerdings sehr leidet, würde ich doch raten einen weiteren TA zu Rate zu ziehen.
Vielleicht helfen Dir meine Tips etwas.
Gruß
Margit

Hallo,

wie du schon bemerkt hast, kommst du ohne systematische Diagnostik bei deinem Westie nicht weiter. Nachdem deine Tierärztin bereits in etliche Richtungen ins Blaue geschossen hat, empfehle ich dir einen Tierarzt aufzusuchen, der sich mit Dermatologie etwas intensiver auseinander setzt.

Man muss sich das Krankheitsbild in etwa wie einen Turm aus lauter Bauklötzen vorstellen. Jeder Klotz für sich ist eine mögliche Ursache, die Juckreiz als Hautreaktion auslöst. Z. B. Allergie, Pilze, Bakterien, Ektoparasiten, mechanische Läsionen, Futterunverträglichkeit, Immunschwäche, Stress, u.s.w.

Überschreitet der Turm eine gewisse Höhe (die Juckreizschwelle), fängt der Hund zu kratzen an. Ziel einer Erfolg versprechenden Therapie ist, zum einen möglichst viele Bausteine abzutragen und zum anderen - falls dann noch nötig - die Juckreizschwelle zu erhöhen. Nur wenn es gelingt, den Hund unter dieser individuellen Juckreizschwelle zu halten, kann er ein komfortables Leben führen.

Um die nötige Diagnostik auch finanziell im Rahmen zu halten, empfehle ich schrittweise, aber systematisch vorzugehen.

Sinnvoll wäre sicher eine bakteriologische und mykologische Tupferuntersuchung. Diverse Bakterien und v. a. Malassezien setzen sich relativ häufig in geschädigte Haut und man hätte mit gezielter Behandlung relativ einfach schon zwei Bausteine weg.

Ein tiefes Quetschgeschabsel ist relativ kostengünstig und man könnte Demodex-Milben nachweisen, was gleichzeitig ein deutlicher Hinweis auf einen Immundefekt wäre.
Ein zusätzlicher Bluttest auf Sarcoptes-Antikörper wäre auch noch sinnvoll.

Mit diesen Untersuchungen und den entsprechenden Ergebnissen hätte man schon mal einen ganz schönen „Packen“ geschafft. Ein Allergietest wäre natürlich interessant, aber auch relativ kostenintensiv. Aussagekräftig wäre er auch nur, wenn das Hündchen mehrere Wochen ohne Cortison gehalten würde, was oft nicht möglich ist, da der Patient dann „entgleist“.

Allergietests auf Nahrungsmittel sind nicht sehr zuverlässig, sinnvoller wäre eine Ausschlussdiät.
Zu den häufigsten Allergien beim Hund gehören - neben Futtermittelallergien - Reaktionen auf Milben. Darunter fallen Milben, die in der Haut parasitieren, aber auch Hausstaubmilben und vor allem Futter- und Vorratsmilben.
Um einigermaßen kostengünstig über diese allergischen Neigungen Aufschlüsse zu bekommen und gleichzeitig dem Tier zu helfen, empfiehlt sich eine mindestens 8 bis 10-wöchige Ausschlussdiät mit einer Sorte Fleisch (vorzugsweise vom Pferd) und Kartoffeln. Sinn macht das nur, wenn der Hund in dieser Zeit keinerlei zusätzliche Leckerchen, Trockenfutter und Getreideprodukte erhält. In sämtlichen getrockneten Futtermitteln und Getreideprodukten (Nudeln, Reis, Brot, Trockenfutter, …) befinden sich Milbenbestandteile und deshalb sind sie für diese Zeit verboten. - Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen sind dabei übrigens nicht zu befürchten.
Stellt sich während der 10 Wochen Diät eine deutliche Hautbesserung ein, kann man dann mit einzelnen Nahrungsmitteln, z. B. anderes Fleisch oder Gemüse, eine mögliche Reaktion testen - aber immer nur ein Futtermittel, um ein klares Ergebnis zu bekommen.

Um Hausstaubmilben zu reduzieren, empfiehlt es sich den Hund, soweit möglich, viel im Freien zu halten und Textilien in seinem Umfeld zu entfernen. Als Schlafplatz kann man z. B. eine Iso-Matte nehmen.

Zeigt sich während der Diät keinerlei Besserung, ist eine Allergie auf Milben und Futtermittel weitgehend auszuschließen.

Mit den finanziellen Mitteln, die du bisher aufgewendet hast, wäre man bei diesem Diagnoseschema und folgender Behandlung eigentlich relativ weit gekommen.

Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, dir nicht möglich sein, die Hautkrankheiten deines Hundes weiter zu diagnostizieren zu lassen, rate ich dir, das Tier niedrig dosiert (nach Wirkung) unter Cortison setzen zu lassen (Erhöhung der Juckreizschwelle). Die Ursache wird damit zwar nicht behandelt, dem Hündchen aber das Leben erleichtert. Die möglichen Nebenwirkungen (z.B. iatrogener Cushing) und eine wahrscheinlich verkürzte Lebenserwartung würde ich dann zu Gunsten der erhöhten Lebensqualität in Kauf nehmen.

Ich wünsche alles Gute

Johnny

Hi, ich hatte so ein übles Problem mal mit einem meiner Kater. Was ihm sehr geholfen hat, war „Hydrocortiderm“. Vielleicht magst Du Deinen TA mal darauf ansprechen. Ist zwar für Pferde, aber wenn´s hilft, was solls. Gruß

Herzlichen Dank owT
das