Käfig-Hund kennt die Welt noch nicht

Hallo,
ich habe vor zwei Monaten einen etwa 4jährigen Schäfermischlingsrüden vom Tierschutzverein bekommen. Er ist intelligent, wesensfest, freundlich und folgsam, aber völlig „weltfremd“. Der Tierarzt vermutet dass er immer allein in einem Zwinger gehalten wurde. Er hat starke Liegeschwielen, abgeschliffene Zähne, kannte kein Gassigehen, war immer sehr schnell erschöpft. Das klappt jetzt schon besser, aber er kennt auch kein Spielen mit anderen Hunden, kein Apportieren, kein Schwimmen. Seine größte Freude ist andere Hunde kennenlernen - er beschweifwedelt alles vom Chihuaha bis zum Neufundländer und lässt sich durch Knurren nicht abschrecken, es beim nächsten wieder zu probieren. Wenn sie ihn aber zum Spielen auffordern steht er ratlos da und schaut dumm. Raufen kann er, tut es aber nur, wenn ihn einer anfällt.
Ich habe ihn stets bei mir, gehe viel mit ihm fort, er läuft und schnüffelt gerne, aber ich möchte auch, dass er das „normale Hundeleben“ lernt. Wie kann ich ihn zum Balli-Holen animieren? Zum Schwimmen? Zum Balgen mit anderen Hunden?
danke für tipps,
bb

Hallo, melde ihn doch in einer Hundeschule an, wo er lernen kann. Ich denke, psychologische Betreuung ist auch wichtig, denn offensichtlich hat er einen Schaden davon getragen. Armer Wauwi!

Es gibt Hundevereine, die bieten die Möglichkeit des „Hundesportes“. Da laufen „Herrchen“ und Hund gemeinsam auf dem Gelände herum, springen über Böcke und der Hund zB durch einen langen Stoffschlauch. Das könnte dem Hund viel Freude machen. Die Adresse bekommst auch über das Tierheim.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir aber nur bedingt Hoffnung machen. Wir selbst hatten mal einen Schäferhund aus einem Tierheim, der Zeit seines Lebens bei uns (3 Jahre „Knast“ und dann 8 Jahre bei uns) das Spielen nicht lernte. In jedem Fall ist es gut, wenn der Hund so viele Kontakte mit anderen Hunden bekommt, damit er was lernt.

Mein derzeitiger Hund, ein weibl. Setter-Mix, war extrem wasserscheu. Eine sehr junge Hündin aus der Nachbarschaft lehrte unserer Hündin, daß Wasserplantschen und Schwimmen eine Menge Spaß machen kann. Unser Hund schaute zu, lernte das nasse Element kennen und ist jetzt wassernarrisch. Selbst Wasserstellen, die gar nicht sichtbar sind (sie ahnte aber, daß wir zu einem Fluß mit dem Auto fahren) werden mit freudigem Gejauhle herbeigesehnt.

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Hallo!

Ich denke mit Hundesport wäre der Hund vielleicht überfordert!
Mit viel Liebe und Geduld kannst Du da sicher mehr erreichen. Ausserdem ist es sehr gut, wenn er mit anderen Hunden zusammen sein kann.

Einen ganz „normalen“ Hund wirst Du sicher nie haben, dafür sitzt das alles viel zu tief.

Ich wünsche Dir und Deinem 4beiner alles Gute!

Hilde

Hallo,
ich habe vor zwei Monaten einen etwa 4jährigen
Schäfermischlingsrüden vom Tierschutzverein bekommen. Er ist
intelligent, wesensfest, freundlich und folgsam, aber völlig
„weltfremd“. Der Tierarzt vermutet dass er immer allein in
einem Zwinger gehalten wurde. Er hat starke Liegeschwielen,
abgeschliffene Zähne, kannte kein Gassigehen, war immer sehr
schnell erschöpft. Das klappt jetzt schon besser, aber er
kennt auch kein Spielen mit anderen Hunden, kein Apportieren,
kein Schwimmen. Seine größte Freude ist andere Hunde
kennenlernen…

Hi! Ich würde mit dem Apportieren und all dem Zeugs noch unbedingt warten!! Das würde ihn sicher überfordern! Laß ihn erst mal in Ruhe die Welt kennenlernen, alles entdecken, andere Hunde treffen (dadurch lernt er schon eine Menge!) Wenn er sich dann an Gassigehen und Autos und all das gewöhnt hat, kannst du langsam anfangen, ihn zu erziehen. Eine Hundeschule wäre sicher nicht schlecht. Aber mach lieber keinen „heftigen“ Kurs mit ihm, bloß daß er Sachen wie „Sitz“ oder „Bleib“ oder „Bei Fuß“ lernt.
Ich denke schon, daß er das alles lernen wird, wenn du sagst, daß er intelligent ist. Aber es braucht eben Zeit, schließlich ist alles neu für ihn. Aber wahrscheinlich hast du dann am Ende einen superanhänglichen, gut erzogenen Hund, weil er die so dankbar ist, daß du ihm die Welt gezeigt hast!
Viel Spaß mit ihm!
Galli

Käfig-Hund: Danke für die Tipps!
Danke für die guten Tipps! Ich werde ihm erstmal Zeit lassen und ihn mit viel Liebe einwickeln. „Bleib auf dem Platz“ kann er schon, auch wenn ihm sehr bange wird, wenn ich hinter einer Klotüre verschwunde. Vor allem versteht er: „Na? wollen wir pazierengehen?“ Da macht er gleich Luftsprünge … Das mit der Spielhundeschule kling gut. also nochmals danke!
bb und Mirko