Hallo Claudia,
Ich persönlich halte nicht sehr viel davon.
musst du auch nicht; du scheinst das Teil aber auch nicht wirklich zu kennen, geschweige denn je benutzt zu haben.
Wie ist es, wenn du mit einem Hund fährst und er plötzlich
stoppt oder in die andere Richtung zieht? Dann kannst du
durchaus stürzen.
Stürzen kann man mit dem Fahrrad immer, die Gefahr zu stürzen, wenn der Hund plötzlich in die andere Richtung zieht, ist gerade mit dem „Springer“ aber sehr gering. Plötzliche Sprünge nach vorne oder zur Seite beeinträchtigen einen kaum, Sprünge entgegen der Fahrtrichtung bringen höchstens den Hund zu Fall. Deshalb fährt man mit einem ungeübten Hund auch zuerst langsam, dann lernt er sehr schnell, dass es keinen Sinn macht, entgegen der Fahrtrichtung zu ziehen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Vor kurzem fuhr ich mit einem Bekannten durch ein Dorf, jeder von uns hatte rechts und links je einen schäferhundgroßen Hund am „Springer“. Wir fuhren völlig entspannt und unterhielten uns, als plötzlich direkt vor uns eine Katze aus einem Bauernhof schoss. Alle Hunde machten gleichzeitig einen Satz in Richtung Katze – wären sie an der Leine gewesen, hätte das mit Sicherheit zu einem Sturz geführt, mit dem „Springer“ wurden wir kurzzeitig etwas schneller, aber zu keiner Zeit unsicher. Die Beeinträchtigung für den Fahrer ist bei solchen Aktionen minimal, es sei denn, man bremst plötzlich stark auf sandiger Straße, aber da stürzt man auch ohne Hund sehr leicht.
Nicht wirklich. Mein Vater fährt mit meinem Schäferhund-Mix
auch mit Geschirr und Leine in der Hand und noch ist nichts
passiert.
Es gibt leider auch zahlreiche Fälle, in denen es zu bösen und folgenschweren Unfällen geführt hat…
Früher fuhr ich auch mit Leine, weil ich es nicht anders kannte. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es mit „Springer“ sowohl für den Fahrer als auch für den Hund wesentlich entspannender und sicherer ist… Keiner der mir bekannten „Springer“-Benutzer – und das sind ziemlich viele - hat übrigens auf die Leine zurückgewechselt.
Was ich beim „Springer“ auch schätze, ist, dass die Hunde
Zugarbeit leisten und sich dabei richtig „auspowern“ können.
Da sehe ich ein großes Problem. Wenn du nämlich eine Hin- und
Rücktour planst und die Hunde am Ziel ausgepowert sind, musste
dir ne anderen Weg suchen, wie du nach Haus kommst.
Ohne gesunden Menschenverstand wird man immer Probleme haben, ob mit oder ohne „Springer“ am Rad.
Falls der Hund nicht übergewichtig ist und keine Probleme mit
dem Bewegungsapparat hat, kann man mit etwas Training ohne
weiteres 30 bis 50 km am Tag fahren. Wann der Hund eine Pause
braucht, zeigt er einem normalerweise deutlich an.
Wie das? Soweit ich weiß, wird das Gerät am Hinterrad
angebracht und du drehst dich ja nicht ständig um.
Das bestärkt mich in meiner Vermutung, dass du wohl keine rechte Vorstellung davon hast, wie ein „Springer“ funktioniert.
Er wird nicht am Hinterrad befestigt, sondern am Rahmen unterhalb des Sattels. Der Hund läuft bei lockerer Leine neben dem Fahrer und wenn er das Fahrrad zieht, neben dem Vorderrad.
Außerdem
gibt es Hunde, die nicht merken, dass sie eine Pause brauchen.
Die rennen so lange, bis sie umkippen.
Siehe: gesunder Menschenverstand.
Wozu werden die wohl extra eine Soll bruchstelle
eingebaut haben? Damit dein Hund im Notfall die Möglichkeit
zur Flucht hat, anstatt von dir oder einem anderen Fahrer
überfahren zu werden.
Wenn die Sollbruchstelle so beschaffen wäre, dass sie bricht , wann sie soll , wäre das auch in Ordnung. In diesem Fall ist sie aber leider so konstruiert, dass sie eben ausreicht um das GS Zeichen zu erhalten, was hauptsächlich wichtig für die Vermarktung ist, aber nicht automatisch für Sicherheit bürgt.
Das Teil besteht aus transparentem Kunststoff, der relativ schnell durch UV-Licht brüchig und damit unkalkulierbar wird. Nachdem es seine zugedachte Funktion nicht erfüllt, rate ich der Sicherheit (!) wegen, es wegzulassen.
…Außerdem sieht der Fahrer den Hund nicht. Und der Hund muss
sich an das Tempo des Fahrers anpassen, während es so sein
sollte, dass der Fahrer sich an den Hund anpasst.
Selbstverständlich sieht der Fahrer seinen Hund, und außerdem merkt man sehr deutlich, ob einen der Hund bremst oder locker mitläuft oder gar zieht.
Noch eine Anmerkung zum Schluss:
Ich bin nicht am Verkauf des „Springers“ beteiligt, halte ihn aber für eine der wenigen Entwicklungen im Haus- und Heimtierbereich, die wirklich sinnvoll sind.
Ich finde es auch in Ordnung, wenn man Unbekanntem kritisch gegenübersteht, schade ist es aber, wenn man negativ über Dinge urteilt, ohne sie sich näher angesehen bzw. gar getestet zu haben.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch erwähnen, dass die Mehrzahl der Probleme bei der heutigen Hundehaltung nicht durch Über forderung entstehen, sondern durch Unter forderung (sowohl geistig als auch körperlich), durch Überfütterung und mangelnde Selektion auf geistige und körperliche Gesundheit.
Ein schönes Wochenende
Johnny