Hallo,
2 Punkte habe ich mir herausgegriffen:
- Tötung zur Geburtenkontrolle bei Katzen
Wenn sich Katzen (verwilderte Hauskatzen und auch Bauernhofkatzen und sonstige Freigänger in ländlichen Gegenden) unkontrolliert vermehren gibt es nur zwei Möglichkeiten: Töten oder Kastrationsaktionen.
Töten hat eine schnell sichtbare Wirkung, diese ist aber nicht nachhaltig. Katzen können unter entsprechenden Bedingungen mehrere Würfe pro Jahr haben, da kommt man mit dem Töten gar nicht nach, zumal der Fänger/Töter ja nie alle Katzen zu fassen bekommt. Demnach ist die Menge der Katzen schon kurze Zeit nach den Tötungsaktionen wieder auf dem selben Level wie vorher, nämlich dem Level, den das Nahrungsangebot und das Klima zulässt. Die wenigen, übriggebliebenen Katzen vermehren sich stärker, weil das Nahrungsangebot nun besser ist, und schwupps geht die ganze Sache von vorne los.
Aufwändiger, aber auch erfolgreicher (und natürlich auch ethisch vertretbarer) sind Kastrationsaktionen. Verwildert lebende Katzen werden eingefangen, kastriert und markiert. Danach setzt man sie am ursprünglichen Ort wieder aus, damit sie ihre Nische weiter besetzt halten. Vorhandene Welpen werden soweit möglich vermittelt, ebenfalls mit Auflage der Kastration. Bei örtlichen Katzenbesitzern sollte gleichzeitig eine Aufklärungskampagne zum Thema Kastration durchgeführt werden. So hält man die Zahl der Katzen auf einem niedrigen Level. Von außen zuwandernde verwilderte Katzen werden ebenfalls ins Programm aufgenommen.
Gute Beispiele dafür, dass Töten nichts bringt, sieht man in Griechenland. Dort wurde im Vorfeld der letzten Olympischen Spiele Straßenhunde in großer Zahl vergiftet, um das Straßenbild zu verschönern. Jetzt sind sie schon wieder auf dem gleichen Stand wie vorher. In ost- und südeuropäischen Ländern sind Tötungen an der Tagesordnung. Es wurde in einem land (ich glaube Rumänien) in einer Gegend mal eine Langzeitstudie mit Kastrationen gemacht, und dort war gut zu sehen, wieviel erfolgreicher diese Strategie ist.
- Straßenkatze = gesünder als Hauskatze
So generell kann man das nicht sagen. Klammern wir Qualzuchten wie Perser ohne Nase usw. mal aus:
Zuchtkatzen unterliegen dem Risiko von Erbkrankheiten und Gendefekten. Dem wird durch sorgfältige Selektion und Untersuchungen der Elterntiere usw. entgegengewirkt. Dafür haben Zuchtkatzen i.d.R. die bestmögliche Ernährung und medizinische Vorsorge und Versorgung.
Bei Straßenkatzen/normalen Hauskatzen, die sich unkontrolliert verpaaren, schaut keiner nach Gendefekten bei den Elterntieren. Da sich auch unkontrolliert Geschwister verpaaren, gibt es ebenso Probleme mit Erbkrankheiten. Weiterhin sind draußen geborene Katzenwelpen vielerlei Krankheiten ausgesetzt. So haben in Freiheit geborene Katzen ziemlich sicher als Welpe Katzenschnupfen. Dazu kommen Parasiten. Die Ernährung ist qualitativ unter Umständen super (Muttermilch, Mäuse) aber u.U. quantitativ nicht ausreichend.
Demnach ist eine Katze aus verantwortungsvoller Zucht einer verwurmten Kanalratte aus dem Gebüsch sicherlich gesundheitlich überlegen. Genauso kann aber ein Wurf Kümmerlinge beim Züchter fallen, oder eine Zufallsverpaarung unter Nachbarskatzen ergibt eine Runde strammer Hauskatzen. Es gibt überall solche und solche, aber bei kontrollierter Verpaarung und Aufzucht sind meines Erachtens die Risiken geringer.
Ich habe 3 normale Hauskatzen. Eine hat Blasenprobleme, eine ist gerade halb erblindet, die dritte hat Probleme mit den Analdrüsen. Meine erste Katze hatte keine gesundheitlichen Probleme, ist mit 10 Jahren innerhalb von 5 Tagen an einer Virusinfektion gestorben. Wie mans macht …
Gruß,
Myriam