Haben wir eine Einzelkatze ?

Hallo Ihrs,

wir haben im Dezember eine 9monatige Katze aus dem Tierschutz zu uns genommen. Sie hatte 3 Monate mit Bruder und Mutter in einer spanischen Auffangstation mit 12 weiteren Katzen gelebt. Sie wurde dort oft von einer älteren Katze verhauen. Bei uns passt einfach alles, sie kommt mit uns und sogar den Zwergkaninchen klar und umgekehrt.

Es klappte so gut, dass wir 4 Wochen später einen halbjährigen Kater ebenfalls aus dem Tierschutz dazugenommen haben.

Leider klappte dann auf einmal gar nichts mehr, der kleine Kater wurde nach Strich und Faden gemobbt, er wurde verhauen, es wurde ihm aufgelauert, er durfte teilweise nicht mal auf sein Katzenklo, das Essen haben wir ihm oft in ein Häuschen in das er sich zurückgezogen hatte gestellt, damit er überhaupt mal zum Futtern kam. Er schlich nur noch geduckt durch die Wohnung.

Schweren Herzens haben wir den kleinen Kater wieder abgegeben - in einen Haushalt mit 5 weiteren Katern. Hier scheinen ihn alle auf Anhieb zu mögen und er kommt sehr gut klar !

Haben wir nun tatsächlich eine Einzelkatze, oder funkte es nur zwischen den beiden nicht ? Falls noch einmal eine Katze ins Haus kommt, soll es ja nicht noch einmal solch ein Fiasko geben.

Was sagen eure Erfahrungen ?

Lieben Gruß
Carolin

Hallo Carolin,

kommst Du immer mit jedem Menschen aus und willst gleich mit ihm zusammenleben? *nurzumspassgefragt* :wink:

Bei Katzen ist da ähnlich…mal abgesehen davon, dass sie ganz andere soziale Strukturen als Hunde haben.

Hunde sind auf die Gemeinschaft und den Zusammenhalt angewiesen und fügen sich daher recht schnell in eine Struktur ein.

Katzen sind keine hochsozialen Wesen und interagieren eher in lockeren Verbänden, wenn überhaupt (ausser bei Katzenversammlungen, sie würden aber nicht miteinander jagen, so wie Hudeartige das tun)).

Wenn nun eine Katze eine besonders stark ausgeprägte Anipathie gegen einen Artgenossen hegt, dann stehen die Chancen relativ schlecht, dass aus den beiden Freunde werden, man geht sich allenfalls aus dem Weg…das wäre dann der beste Fall…
Manchmal…ja wirklich manchmal nähert man sich doch einander an…aber dazu braucht man mitunter viel Platz und ervtl. einen guten Tierarzt…sollte sich alles Gehabe als Missverständnis auftun, kann auch eine Freundschaft draus werden (aber wirklich eher selten)

Halt nein…ganz so ernst wollte ich das nicht klingen lassen, aber es ist auch nicht ganz einfach. Es kann sein, wenn sich die bereits vorhandene Katze sperrt, und zwar auf längere Zeit, dass dann der Neuzugang wieder gehen muss…damit muss man bei Katzen rechnen.

Gruß
Maja

Hi!

Ich habe eine Einzelkatze. Sie hat mich tagelang nicht angeschaut, als sie mich dabei erwischte, eine junge Streunerin gestreichelt zu haben.
Sie vetreibt jede Nachbarskatze aus unsrem Garten und scheint dabei die Bedeutung des Zaunes genau zu kennen.

Niemals würde ich ihr eine Zweitkatze antun, so gern ich eine hätte!

alien

Hallo Carolin,

vor drei Jahren haben wir mehr unfreiwilligerweise einen Kater „adoptiert“ zusätzlich zu den bereits vorhandenen beiden Katzendamen.
Der Kater ist in etwa gleichaltrig zu den beiden Katzenschwestern. Der Kater hat in seinen ersten beiden Lebensjahren vermutlich mehr Schläge als Futter bekommen, er war trotz Wohnungshaltung absolut scheu. Gefressen hat er in der Anfangszeit nur, wenn keiner in der Nähe war. Nur am Tellerchen haben wir gesehen, dass er dasein muß (großes Haus mit ausgebautem Keller und zwei Etagen).

Nachdem ich mich etwa 6 Wochen zum absoluten „Klops“ gemacht habe, um dem Tier zu zeigen, dass es bei uns keine Angst haben muß, zeigte es sich erstmals kurzfristig an der Wohnzimmertür. Und dann ging es Schlag auf Schlag. ER nahm das ganze Haus blizzardartig in Besitz und spielte von heute auf morgen „ICH BIN DER GRÖSSTE - MIR KANN KEINER“. Eine Katzendame nahm es mit dem ihr eigenen Phlegma auf, die andere fing - sobald er ruch- und sichtbar wurde - an zu fauchen. Kommentar des Tierarztes: Es gibt auch Tiere, die sich im wahrsten Sinne des Wortes „nicht riechen“ können.
Mittlerweile haben sich alle drei miteinander arrangiert, wobei ich dem Kater deutlich gezeigt habe (Zeitung oder Hausschuh), was ich von seinem EGO-Trip halte. Er versucht immer noch, hin und wieder den King zu markieren, wenn ich ihn auf frischer Tat erwische, zeigt er reumütig, dass er genau weiss, was er falsch gemacht hat. Aber wie gesagt, das hat 3 Jahre gedauert.
Wenn Dein Tier so menschbezogen ist und auf den „Eindringling“ so heftig reagiert hat, würde ich vermutlich keinen zweiten VErsuch starten. Vielleicht bringt der Süsse ja mal selbständig einen Kumpel mit, der dann problemlos mit ihm das Revier teilt.

Unser Kater jedenfalls, der mittlerweise wie die anderen beiden Fellbündel Freigänger ist (noch), hat allen bis dato sich auf dem Hof tummelnden Katzen/Katern der Umgebung gezeigt: HIER IST MEIN REVIER, WEG SONST GIBT ES KEILE. Der Zaun steht noch nicht komplett, aber er verteidigt eifrig die imaginäre Grenze und verhaut alles an Vierbeinern, was diese Grenze überschreitet.

Geniesse einfach die Anhänglichkeit Deines vierbeinigen Mitbewohners. So wie bei Menschen gibt es auch Tiere, die ungern teilen, vor allem wenn es sich um so etwas kostbares wie Zuwendung und Aufmerksamkeit und Liebe handelt.
Ein schönes Wochenende M.P.

hallo Carolin,
ich glaube nach Jahrzehnten der Katzenhaltung, es ist wirklich jede Katze eine eigenständige und -willige Persönlichkeit und das zeigt sich haargenau in den jeweiligen Beziehungen, die jede zu ihresgleichen (und natürlich zu ihren Menschen) pflegt.
Ich habe 6 Katzen (…)- Mutter und drei Kinder, eine alte, vor 15 Jahren zugelaufene und eine junge, vor 1/2 Jahr zugelaufene Katze. Sohn und alte Katze lieben sich. Mutter und alte Katze ärgern sich, vor allem Mutter ärgert alte Katze, obwohl die ihr früher Mäuse fing und brachte. Die eine Tochter liebt vor allem die Menschen und wird vom Sohn gejagt und vermöbelt. Die andere lebt highty and mightiy für sich und wird nur von der kleinsten hingerissen. Die lieben alle. Die ganze Bande hat sich geändert, seit die Kleine im Haus ist.
Solche Beobachtungen mache ich schon seit Jahrzehnten. Vielleicht, da Eifersucht auf den Menschen ein wichtiges Thema ist, müßtest Du Deine Streicheleinheiten für Deine jetzige Katze verdoppeln, wenn Du nochmal eine neue Katze dazunimmst… Gruß, I.

Hallo Carolin,
bei unserem Kater war es ähnlich. Er ist uns vor Jahren zugelaufen, als wir noch auf einem Bauernhof wohnten. Mit der anderen Katze hat er sich arrangiert, da die so gut wie nie zu Haus war. Nach Umzug in Stadtwohnung (ohne Freigang) begann er während der ersten 3 Monate dort, die andere Mieze viel zu jagen und zu drangsalieren (sie war schon älter, wurde dann blind und starb kurz danach). Dann hatten wir erstmal keine weitere Katze und der Kater ist auch keine Schmusekatze, die besonders anhänglich ist. Jahre später holten wir eine Mieze aus dem Tierheim (weil wir jetzt nicht mehr so viel zu Hause waren und er nicht so allein sein sollte). Tja, und nun dies: Wir hatten befürchtet, dass ER die andere Katze verhaut o.ä… Aber stattdessen kriegte unser „Rambo“ regelrechte Panik vor der anderen (die sich wirklich fast neutral verhielt und sehr lieb war), ging nicht mehr in die obere Etage, wo die „Neue“ nun vorwiegend lebte, und begann innerhalb weniger Tage das Futter zu verweigern und dahinzusiechen. Wir haben die Kleine dann wieder zurückgegeben und schwupdiwupp wurde unser Kater wieder gesund und munter! Ich denke also, es gibt EINZELkatzen!

hi

mein Kater hasst und fürchtet andere Katzen - entweder er jagt und verprügelt sie (eher selten) oder er fürchtet sich ganz fürchterlich und setzt nichtmal eine Pfote vor die Terrassentür wenn eine der „gefährlichen“ in Sichtweite ist *schulterzuck*

Der Einzige, bei dem es sich die Waage hält, ist ein zierlicher, extrem schüchterner 2 jähriger Herbstkater. Wenn der draussen ist will Herr Fussler sofort raus, dann stupsen sie einmal die Nasen zusammen, fahren beide entsetzt zurück und bleiben dann stundenlang mit 1 m Abstand voneinander liegen und fürchten sich gemeinsam ;o)

… also meiner ist definitiv ein Einzelstück ;o)

Gruß H.