Guten Morgen!
Bisher ist keine Warnung gekommen. Was für Zugvögel sind das?
Das weiß bisher niemand. In allgemeiner Hysterie wurde bei uns in Mecklenburg sogar Militär eingesetzt. Der Unfug wurde gerade erst abgeblasen; die Soldaten ziehen wieder ab. Während des Bundeswehreinsatzes stapften Landespolitiker, der Bundeslandwirtschaftsminister und die Kanzlerin durch Rügens Schnee und beteuerten, für den Schutz der Bevölkerung zu kämpfen. Zwischendurch hatten wackere Beamte vor allen Dingen mit dem weltbewegenden Problem der Plastiksackbeschaffung zu kämpfen, aber das ist eine eigene Geschichte, die es immerhin bis in den Bundestag und in die Tagesschau schaffte. Ich hätte jedenfalls genug Müllsäcke in der Küchenschublade gehabt. Aber mich fragt ja keiner
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Für Millionen Menschen lagern die Bundesländer Medikamente für den Fall einer Pandemie/Epedemie ein, obwohl dafür das Vogelgrippe-Virus erstmal mutieren müßte und keiner weiß, ob und in welche Form es mutiert und was dann dagegen hilft. Vielleicht reicht ja auch ein heißer Tee… Tierheime quellen über, weil einige Leute regelrecht austicken und in Panik ihre Haustiere, vorzugsweise Katzen im Tierheim abgeben.
Jedes Jahr sterben überall Millionen Vögel und sie legen sich zum Sterben in kein Bett und in kein Krankenhaus. Sie liegen irgendwann einfach im Unterholz, im Schilf oder sonstwo in der Gegend herum, wie jedes andere frei lebende Tier. Dabei läßt die Natur von den Millionen Tieren, die alljährlich eines natürlichen Todes sterben, binnen weniger Tage nichts mehr übrig. Es ist auch völlig normal, daß im Winter, zumal in einem so langen und harten Winter wie in diesem Jahr, besonders viele Wildtiere infektionsanfällig werden und entkräftet sterben. Nie zuvor wurden aufgefundene tote Vögel flächendeckend untersucht und nie zuvor rückten Mannschaften in Schutzanzügen aus, wenn irgendwo eine tote streunende Katze entdeckt wurde. Aber genau das passiert, nachdem nun schon seit rund einem Jahrzehnt in Fernost ein aggressives Vogelgrippevirus grassiert. Katzen haben Vögel nun mal zum Fressen gern und gehen mit knurrendem Magen auch an tote Vögel. Mit der Nahrung können Katzen das Vogelgrippevirus aufnehmen, erkranken dabei und über Kot kann es zur Infektion weiterer Katzen kommen. Einige Menschen starben (nicht Millionen Tote wie bei jeder heftigen Grippewelle), sondern ganz wenige Menschen, die irgendwo in Fernost unter katastrophalen hygienischen Bedingungen mit ihren kranken Hühnern zusammen ins Bett gegangen sind.
Nun säuseln also Politiker und Behördenmenschen in die Mikrofone, Bürger mögen sofort Katastrophenschutz und Polizei rufen, falls sie irgendwo einen toten Sperling sehen. Dann kommen weiß Vermummte mit Atemschutz, Polizei sichert die Gegend weiträumig mit Flatterband, während die Katastrophenhelden ihrem lebensgefährlichem Job nachgehen, indem sie den toten Piepmatz bergen und bei dieser Heldentat von Kamerateams begleitet werden. Flächendeckend wird jeder aufgefundene tote Vogel und jede tote Katze untersucht und sobald das Virus gefunden wird, geht jeder einzelne Fall sofort durch die gesamte Presse und alle Rundfunk- und Fernsehstationen und das Fundgebiet wird im Umkreis von etlichen Kilometern zum Sonderkatastrophensonstwasgebiet erklärt.
Nun haben die Panikmacher Konjunktur, denn bald kommen die Zugvögel wieder. Die Angst vor Zugvögeln ist kaum stichhaltig, weil Vogelgrippe eine nur kurze Inkubationszeit hat und ein erkrankter Vogel keine tausende Kilometer fliegen kann. Eher ist die Furcht begründet, daß sich Zugvögel bei uns infizieren, denn die aufgefundenen toten Schwäne waren einheimische Vögel, keine Zugvögel.
Ich vermute, das Vogelgrippevirus ist schon ewig bei uns und hat längst Mutationen hervorgebracht, die bei vielen Zeitgenossen, Behördenbelegschaften und Politikern Hirnerweichung mit kompletter Verblödung auslösen.
Gruß
Wolfgang