Winterfutter einstellen?

Hallo Ihr Wissenden,

ich habe den Winter über die Vögel gefüttert. Es war auch immer ein riesen Andrang am Futterhaus. Nun heißt es immer, das ist nur nötig bei geschlossener Schneedecke. Stimmt das? Es liegt zwar bei uns kein Schnee mehr, aber was finden die denn zu fressen, wenn es nachts -10°C hat und der Boden hart gefroren ist???
Ich hab voll das schlechte Gewissen, weil auf meiner Terasse jede Menge hungrige Amseln sitzen. Was meint Ihr? Soll ich sehen ob noch irgendwo Futter zu kriegen ist? Bin für jeden Rat dankbar.

Grüße von Rala

hallo Rala -

füttern. Alternativ: füttern. Notfalls: füttern.
Den Amseln auch halbierte Äpfel hinlegen - da sind sie hingerissen. Buchfinken und Singdrosseln auch.
In diesen Zeiten, da man die Wildvögel für die Vogelgrippe verantwortlich macht (wahre Experten sagen: völliger Unsinn) und alle sich die Vögel so weit wie möglich vom Leibe halten. Wer weiß, wer demnächst auch noch sein Luftgewehr auspackt. Und wenn man bedenkt, welche z.T. schlimmen Krankheiten Insekten den Menschen, Tieren und Pflanzen verschaffen können. Wer reduziert die, wenn die Vögel extrem reduziert würden? Gruß, I.

hallo Rala -

Hallo Irmtraud,

füttern. Alternativ: füttern. Notfalls: füttern.

Ok, das sagt mir mein Bauchgefühl auch. Werd gleich mal losdüsen und hoffen das ich noch was kriege…
Ich frage mich nur warum man immer wieder hört, das man nur bei Schnee füttern sollte. Was glauben denn die Experten was so ein Vogel freßbares findet bei gefrorenem Boden? Hm…

Den Amseln auch halbierte Äpfel hinlegen - da sind sie
hingerissen. Buchfinken und Singdrosseln auch.

Schon passiert :smile:

In diesen Zeiten, da man die Wildvögel für die Vogelgrippe
verantwortlich macht (wahre Experten sagen: völliger Unsinn)
und alle sich die Vögel so weit wie möglich vom Leibe halten.
Wer weiß, wer demnächst auch noch sein Luftgewehr auspackt.

Das würde mich nicht wundern. Wo doch die Leute in Scharen ihre „heißgeliebten“ Katzen und Ziervögel in die Tierheime abschieben. Nicht zu fassen, was es für Leute gibt…

Grüsse von Rala

Hallo!

Es liegt zwar bei uns kein Schnee mehr, aber was finden die
denn zu fressen, wenn es nachts -10°C hat und der Boden hart
gefroren ist???

Das Nahrungsangebot ist aufgrund der Kälte knapp. Ich füttere jedenfalls und ich täte es auch ohne die hier geschlossene dicke Schneedecke.

Gruß
Wolfgang

Hi Rala,

füttern kannst Du so lange, bis die Vögel nichts mehr mögen, für die ist unser Vogelfutter nämlich nur zweite Wahl - sie fressen es, weil sie nichts Besseres finden. Und keine Meise käme im Mai auf die blöde Idee, den Nachwuchs mit Körnern zu füttern.

Gruß Ralf

Den Amseln auch halbierte Äpfel hinlegen - da sind sie
hingerissen. Buchfinken und Singdrosseln auch.

Hallo Irmtraut,
Singdrosseln sind jetzt noch nicht da. Schau mal genau hin. Eventuell ist es ein helles Amselweibchen oder wahrscheinlicher sind es Wacholderdrosseln.
Grüße
Ulf

hallo Rala,
Was glauben denn die Experten was

so ein Vogel freßbares findet bei gefrorenem Boden? Hm…

Ich vermute, sie glauben, Hagebutten, Sämereien aus Koniferenzapfen, Grassamen usw. können helfen. Tun sie auch, aber wenn davon zu wenig da ist bei unseren ausgeräumten Landschaften? Dann geht die Zahl der Vögel so weit zurück, daß inzwischen die Experten fast jede Vogelart zur gefährdeten Spezies erklärt haben. - In jenem Jahr, als mal in meiner Umgebung ein Riesenbefall der ortstypischen Zuckerrübenfelder durch eine Art Würmer die Ernte zu vernichten drohte,hatte ich plötzlich endlich mal Kirschen - jede Menge … die jährlichen Süßkirschenräuber, die Stare, waren auf den Feldern (=Wurmeiweiß ist leckrer als Kirschen…). Daran konnte ich sehen, was es bedeuten könnte, wenn Vögel immer rarer würden. Sähen es die Landwirte, setzten sie mehr Vogelschutz ein im ländlichen Raum.

Den Amseln auch halbierte Äpfel hinlegen - da sind sie
hingerissen. Buchfinken und Singdrosseln auch.

Schon passiert :smile:

Ja, sehr vernünftig! Ich merke übrigens - seit die Äpfel aus eigener Ernte, ungespritzt, alle sind, ist der Appetit (auf gekaufte) nicht mehr ganz so groß. Ich werde in Zukunft weniger weggeben.

Das würde mich nicht wundern. Wo doch die Leute in Scharen
ihre „heißgeliebten“ Katzen und Ziervögel in die Tierheime
abschieben. Nicht zu fassen, was es für Leute gibt…

Liebe und Sentimentalität ist ein Gegensatzpaar wie Klugheit und Schläue … und Sentimentalität ist der Grausamkeit nahe. Wahrscheinlich sind die von Dir gemeinten Leute Besitzer großer Plüschtierzoos. Die von mir gemeinten allerdings sind die Tapferlinge, die sich mutig der Lerche entgegenstellen, Gewehr zur Hand.
Viel Glück für Deine Vögel und freundl. Gruß, I.

hallo Ulf,
jein - es waren sicher ein paar Wacholderdrosseln dabei, auch mir erkennbar an der rostfarbenen Grundfärbung im Kehl- und Brustbereich unter den dunkel geflammten Flecken an Brust- und Bauchgefieder. Aber es gab und gibt auch mehrere Expl. nur dunkel geflammt, ohne Rostfärbung - das müßten doch wohl Singdrosseln sein? Wäre doch auch nicht verwunderlich, ebenso wie die Wacholderdrossel sei, laut Kosmos-Vogelführer, die Singdrossel ein Teilzieher.
Vielleicht kann man sich darauf einigen: alles, was Amsel oder Drossel heißt und sich um diese Jahreszeit hier herumtreibt, liebt Äpfel … Gruß, I.

Singdrossel, Wacholderdrossel, Rotdrossel
Hallo Irmtraut,
lasse dich bitte nicht durch den Begriff „Teilzieher“ durcheinander bringen. Die Naturführer schreiben gerne unvollständig von den besseren Werken ab. Im europäischen Maßstab ist die Singdrossel ein Teilzieher. In England und Frankreich halten sie gerne auch den Winter aus. In Deutschland ist sie aber ein Zugvogel.
Das Brustgefieder ist zur Artbestimmung bei Drosseln oft Verwirrend. Schau lieber, ob sie am Bürzel und am Kopf grau sind. Aber auch Rotdrosseln halten sich im Winter in Deutschland auf.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Es geht hier nicht darum, wer Recht hat oder das letzte Wort schreibt. Ich kann nicht mit Sicherheit ausschließen, dass die Singdrossel in Schleswig-Holstein zum Teilzieher „mutiert“. Einige Arten verändern ihr Verhalten in Anpassung an den Klimawandel.
Aus deinen bisherigen Beiträgen habe ich aber geschlossen, dass du genau wissen möchtest, was bei dir so herumfliegt.
Grüße
Ulf

jein - es waren sicher ein paar Wacholderdrosseln dabei, auch
mir erkennbar an der rostfarbenen Grundfärbung im Kehl- und
Brustbereich unter den dunkel geflammten Flecken an Brust- und
Bauchgefieder. Aber es gab und gibt auch mehrere Expl. nur
dunkel geflammt, ohne Rostfärbung - das müßten doch wohl
Singdrosseln sein? Wäre doch auch nicht verwunderlich, ebenso
wie die Wacholderdrossel sei, laut Kosmos-Vogelführer, die
Singdrossel ein Teilzieher.
Vielleicht kann man sich darauf einigen: alles, was Amsel oder
Drossel heißt und sich um diese Jahreszeit hier herumtreibt,
liebt Äpfel … Gruß, I.

Hallo Irmtraut,

Was glauben denn die Experten was

so ein Vogel freßbares findet bei gefrorenem Boden? Hm…

Ich vermute, sie glauben, Hagebutten, Sämereien aus
Koniferenzapfen, Grassamen usw. können helfen. Tun sie auch,
aber wenn davon zu wenig da ist bei unseren ausgeräumten
Landschaften? Dann geht die Zahl der Vögel so weit zurück,

Die gefährdeten Arten werden durch Winterfütterung nicht gestützt. Die kommen nicht oder selten. Ein Kiefernzapfen hat für eine Kohlmeise maximal eine Sitzfunktion. Kreutzschnäbel haben da schon eine andere Meinung. Mein Gartenbaumläufer schaut in Rindenspalten und nicht ins Futterhaus.

daß
inzwischen die Experten fast jede Vogelart zur gefährdeten
Spezies erklärt haben.

Du interpretierst die Rote Liste falsch. Die Arten, die du im Winter fütterst, sind meist häufig

  • In jenem Jahr, als mal in meiner
    Umgebung ein Riesenbefall der ortstypischen Zuckerrübenfelder
    durch eine Art Würmer die Ernte zu vernichten drohte,hatte ich
    plötzlich endlich mal Kirschen - jede Menge … die jährlichen
    Süßkirschenräuber, die Stare, waren auf den Feldern
    (=Wurmeiweiß ist leckrer als Kirschen…). Daran konnte ich
    sehen, was es bedeuten könnte, wenn Vögel immer rarer würden.
    Sähen es die Landwirte, setzten sie mehr Vogelschutz ein im
    ländlichen Raum.

Sollen die Landwirte zielgerichtet ihre Ernte vernichten lassen, damit eine Vogelpopulation sich in einem Jahr übermäßig vermehrt? Im nächsten Jahr forderst du dann auch wieder den „Wurmbefall“, sonst sterben die Alttiere. Die Landwirte sind mein Feind und mein Freund. Sie sind so unterschiedlich wie andere Menschen. Ich musste auch mal einen Drängeln, eine Feldhecke abschnittsweise zurück zu schneiden. Er fand das gut (z.B. weniger Schattenwurf), ich auch, sonst wäre aus der Hecke eine Baumreihe geworden und die Dorngrasmücke konnte bleiben.

Ja, sehr vernünftig! Ich merke übrigens - seit die Äpfel aus
eigener Ernte, ungespritzt, alle sind, ist der Appetit (auf
gekaufte) nicht mehr ganz so groß. Ich werde in Zukunft
weniger weggeben.

Ich kann und will nicht Verallgemeinern. Aber an die Hochglanzäpfel aus dem Supermarkt wollen „meine“ Vögel auch nicht ran. Die lieben die verschrumpelten, die ich aus der Garage hole.
Grüße
Ulf

hallo Ulf,
ja klar will ich das wissen - und natürlich ist das mit der Natur immer das Gleiche. Man wälzt schlaue Bücher und stellt erst bei Hintergrundlektüre fest, daß die Dinge denn doch nicht so klar sind, wie sie zunächst schienen. Danke erstmal für diese Informationen. Leider ist man ja i.A. weitgehend auf Bücher-für-den-Laien angewiesen, will man nicht Ornithologie zu seinem Hauptfach erwählen … Im Bauer-Berthold habe ich dann Deine Info schließlich gefunden, wäre nie auf die Idee gekommen, dort die Singdrossel nachzuschlagen… Danke u. Gruß, I.

hallo Ulf,

Die gefährdeten Arten werden durch Winterfütterung nicht
gestützt. Die kommen nicht oder selten. Ein Kiefernzapfen hat
für eine Kohlmeise maximal eine Sitzfunktion. Kreutzschnäbel
haben da schon eine andere Meinung.

Hauben und Tanneneisen fressen Fichtensamen (beide gibts bei mir auch, und zapfentragende Fichten). Auch sehe ich ständig Schuppen der
Fichtenzapfen auf dem Boden verstreut herumliegen,so lange noch Zapfen an den Fichten zu sehen sind.

inzwischen die Experten fast jede Vogelart zur gefährdeten
Spezies erklärt haben.

Ich denke auch nicht so direkt ans Aussterben, sondern an bedenkliche Rückgänge selbst sehr häufiger Arten, sogar bei Spatzen wird darauf hingewiesen.

  • In jenem Jahr, als mal in meiner
    Umgebung ein Riesenbefall der ortstypischen Zuckerrübenfelder
    durch eine Art Würmer die Ernte zu vernichten drohte,hatte ich
    plötzlich endlich mal Kirschen - jede Menge … die jährlichen
    Süßkirschenräuber, die Stare, waren auf den Feldern
    (=Wurmeiweiß ist leckrer als Kirschen…). Daran konnte ich
    sehen, was es bedeuten könnte, wenn Vögel immer rarer würden.
    Sähen es die Landwirte, setzten sie mehr Vogelschutz ein im
    ländlichen Raum.

Sollen die Landwirte zielgerichtet ihre Ernte vernichten
lassen, damit eine Vogelpopulation sich in einem Jahr
übermäßig vermehrt? Im nächsten Jahr forderst du dann auch
wieder den „Wurmbefall“, sonst sterben die Alttiere.

Du hast mein voriges Posting mißverstanden. Der Schädlingsbefall in der Landwirtschaft ist nicht immer zu verhindern, siehe Würmer in Rüben, gut, wenn es dann immer noch genügend natürliche Feinde (=Vögel) gibt, die den Schaden in Grenzen halten. Wie kommst Du auf die Idee, ich wollte, daß die Landwirte ihre Ernte vernichten ließen?
Und wieso sollte ich „Wurmbefall fordern“- die Stare hatten ja bei mir anscheinend mit meinen Kirschen (und was sie sonst so fanden) auch gut überleben können?

Aber an die

Hochglanzäpfel aus dem Supermarkt wollen „meine“ Vögel auch
nicht ran. Die lieben die verschrumpelten, die ich aus der
Garage hole.

Genau.
Gruß, I.