Angst vorm Tierarzt

Hallo,
meine Hündin hat sich vorgestern beim Spaziergang die Vorderpfote
an einer Glasscherbe aufgeschnitten. Natürlich sofort zum Tierarzt.
Allerdings hat mein Hund seit ca 2 Jahren nach einem Tierarztbesuch
wegen einer sehr schmerzhaften Ohrenentzündung richtig Panik wenn es
auf den Untersuchungstisch geht.
Dieses Mal war es so schlimm, dass sie eine leichte Narkose verpasst
bekam, um ihr einen Verband anzulegen.
Nun müssen wir jzum Wechsel des Verbands wieder zum Arzt.
Ich habe im Forum so nebenbei mitbekommen, dass Bachblüten helfen
sollen, die Angst zu unterdrücken.
Was ist da zu empfehlen und wie lange vorher muss das entsprechende
Mittel verabreicht werden?
Für schnelle Antworten dankbar…
Lily

Habe keine Ahnung ob Bachblüten helfen… bei mir hat der Wechsel des Tierarztes geholfen.

Hallo!
Mit Bachblüten kenn ich mich nicht aus, das halte ich ja schon beim Menschen für Käse. Aber, was eventuell hilft, Tierarzt wechseln, oder aber der Tierarzt könnte es erst mal ohne Kittel versuchen.
Bei meinem Kater hat es funktioniert. Als der Doc keinen Kittel mehr anhatte, war das Katerchen plötzlich ganz lieb. Und natürlich gut zureden.
Kati

Hallo,

neben den bisher genannten Tipps wie TA wechseln, ohne Kittel, evtl. auch auf den Untersuchungsstisch verzichten (Der TA kann sich ja auch mal bücken), könntest Du auch versuchen dem Hund die Angst abzutrainieren, das dauert aber seine Zeit. Geh regelmäßig mit dem Hund zu der Praxis, setz Dich kurz ins Wartezimmer und geh dann wieder. Auch Kurzbesuche im Behandlungsraum, bei denen keine (schmerzhafte) Behandlung durchgeführt wird können den Hund helfen, Ängste abzubauen.
Du darfst in diesen Situationen auf keinen Fall einen Staatsakt draus machen und den Hund betüdeln, sondern tu so, als wäre das das normalste auf der Welt.Lege ein ruhiges aber bestimmendes Wesen an den Tag, denn das vermittelt Sicherheit Der Tierarzt (oder ein anderer Weisskittel wie eine TA-Helferin) hingegen darf den Hund loben und sogar ein Leckerlie verteilen…Du verstehst worauf ich hinaus will?

Sprich mal mit Deinem Tierarzt darüber, es gibt einige die für Angstpatienten durchaus Verständnis aufbringen.

Eine andere Alternative wäre Ttouch(tellington touch) nach Linda Tellington Jones hier einige Links:
http://www.hunde.com/magazin/ttouch.html
http://www.dogs-track.de/t_ttouch.php
http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/…
http://www.tellington-touch.de/

Gruß
Maja

Hallo, Maja,

danke für den Tipp.
Leider erkennt mein Hund den Tierarzt ob mit oder ohne Kittel.
In der Regel geht ein Tierarztbesuch einigermaßen zivilisiert
über die Bühne, wenn es sich nur um eine Impfung oder sonst etwas
„Schnelles“ handelt. Sie fängt nur an zu spinnen, wenn jemand an ihr
herumfummelt. Da dreht sie richtig durch. Im Wartezimmer ist sie auch recht ruhig und gelassen. Nur sobald jemand etwas genauer anschauen will, ist die Hölle los.
Vor der Ohrenentzündung vor 2 Jahren ging sie gern zum Tierarzt - vor allem wegen der Leckerlis, die es dort immer gibt.
Na ja, irgendwie werden wir die Geschichte über die Bühne kriegen, nur
narkotisieren will ich sie heute nicht schon wieder lassen.
Drückt mir die Daumen!
Danke und Gruß
Lily

Hi!

neben den bisher genannten Tipps wie TA wechseln, ohne Kittel,
evtl. auch auf den Untersuchungsstisch verzichten (Der TA kann
sich ja auch mal bücken), könntest Du auch versuchen dem Hund
die Angst abzutrainieren, das dauert aber seine Zeit. Geh
regelmäßig mit dem Hund zu der Praxis, setz Dich kurz ins
Wartezimmer und geh dann wieder. Auch Kurzbesuche im
Behandlungsraum, bei denen keine (schmerzhafte) Behandlung
durchgeführt wird können den Hund helfen, Ängste abzubauen.

Bei so einer Behandlung der Angstzustände ist es verdammt wichtig, dass der Hund nur so weit gebracht wird pro Übungsstunde, wie er überhaupt keine Angst hat. Ansonsten wirft es einen noch weiter zurück. Also erst mal vor dem Tierarzt mit dem Hund spielen. dann mal eine TAHelferin raus kommen lassen und den Hund streicheln. Den Ta mal am Hund vorbei laufen lassen etc.

Du darfst in diesen Situationen auf keinen Fall einen
Staatsakt draus machen und den Hund betüdeln, sondern tu so,
als wäre das das normalste auf der Welt.Lege ein ruhiges aber
bestimmendes Wesen an den Tag, denn das vermittelt Sicherheit
Der Tierarzt (oder ein anderer Weisskittel wie eine
TA-Helferin) hingegen darf den Hund loben und sogar ein
Leckerlie verteilen…Du verstehst worauf ich hinaus will?

Da stimme ich dir zu. Besser als Bachblüten hilft es, wenn das Herrchen ruhig bleibt.

Bye

Tara

Hallo Lily,

klar, Daumen werden gedrückt!

Vielleicht hilft Dir bzw. dem Hund für kurzfristig ein Baldrianpräparat wie zB Baldrian Dispert, das würde ich ca. 1Std. vor Fahrtantritt geben (Dosierung wie bei Kindern). Das könntest Du ohne Bedenken verwenden, hilft aber allenfalls für den Moment und ist als Dauerlösung eher nicht geeignet.

Gruß
Maja

Hallo Tara

Bei so einer Behandlung der Angstzustände ist es verdammt
wichtig, dass der Hund nur so weit gebracht wird pro
Übungsstunde, wie er überhaupt keine Angst hat. Ansonsten
wirft es einen noch weiter zurück. Also erst mal vor dem
Tierarzt mit dem Hund spielen. dann mal eine TAHelferin raus
kommen lassen und den Hund streicheln. Den Ta mal am Hund
vorbei laufen lassen etc.

Da hast Du natürlich vollkommen Recht, das ist ein wichtiger Aspekt bei der ganzen Sache. Aber man muss schon abwägen, wann der Hund wirklich nicht mehr weiter kann, denn andernfalls wird er ja in seiner Angst bestätigt und setzt dieses Mittel unter Umständen dann bewusst ein, wenn man immer gleich einen Rückzieher macht sobald der Hund die ersten Anzeichen von Angst zeigt. Oder was meinst Du? Ich will ihm die Angst ja nehmen und nicht ihr nachgeben…also ist das eine Gratwanderung die am besten der Halter selbst berwerkstelligen kann.
Das Wichtigste ist das Verhalten des Menschen in diesen Angstsituationen. Chef muss so viel Souveränitiät ausstrahlen, dass es für beide reicht :smile:

LG
Maja

Hi!

Da hast Du natürlich vollkommen Recht, das ist ein wichtiger
Aspekt bei der ganzen Sache. Aber man muss schon abwägen, wann
der Hund wirklich nicht mehr weiter kann, denn andernfalls
wird er ja in seiner Angst bestätigt und setzt dieses Mittel
unter Umständen dann bewusst ein, wenn man immer gleich einen
Rückzieher macht sobald der Hund die ersten Anzeichen von
Angst zeigt. Oder was meinst Du? Ich will ihm die Angst ja
nehmen und nicht ihr nachgeben…also ist das eine
Gratwanderung die am besten der Halter selbst berwerkstelligen
kann.
Das Wichtigste ist das Verhalten des Menschen in diesen
Angstsituationen. Chef muss so viel Souveränitiät ausstrahlen,
dass es für beide reicht :smile:

Es darf gar nicht soweit kommen, dass der Hund die ersten Anzeichen von Angst zeigt. Ansonsten ist es schon zuviel gewesen und man muss noch weiter unten anfangen. Es gibt aber natürlich auch noch andere Methoden, die ich alelrdings nicht kenne. Eventuell findest du noch ein paar gute Tipps unter http://www.hundeseite.info

Bye

Tara

Hey Tara,

Es darf gar nicht soweit kommen, dass der Hund die ersten
Anzeichen von Angst zeigt. Ansonsten ist es schon zuviel
gewesen und man muss noch weiter unten anfangen.

Das sehe ich ein bisschen anders…gehn wir mal in eine Welpenstunde…dort werden die Knirpse auch mit Situationen immerwieder konfrontiert, die ihnen suspekt sind und/oder vor denen sie zunächst Angst haben (auch wenn da bisher selten ein negatives Erlebnis vorgelegen hat). Durch die vielen Wiederholungen in denen nichts schlimmes passiert verlieren sie ihre Ängstlichkeit.
Und genau so soll ja die „Abhärtung“ bezüglich des Tierarztbesuches funktionieren.
Wenn es um Aggressionen ginge würde ich Dir uneingeschrenkt Recht geben, da geht man bei Situationen hinter die Grenze ab der die Aggressionen sichtbar werden. Aber hier finde ich das nur zum Teil gut, da das ebenso wie eine Überforderung nach hinten losgehen kann.

Gruß
Maja

Vielleicht ist das ja was für Dich:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,3892674,00.html

Hi!

Das sehe ich ein bisschen anders…gehn wir mal in eine
Welpenstunde…dort werden die Knirpse auch mit Situationen
immerwieder konfrontiert, die ihnen suspekt sind und/oder vor
denen sie zunächst Angst haben (auch wenn da bisher selten ein
negatives Erlebnis vorgelegen hat). Durch die vielen
Wiederholungen in denen nichts schlimmes passiert verlieren
sie ihre Ängstlichkeit.
Und genau so soll ja die „Abhärtung“ bezüglich des
Tierarztbesuches funktionieren.
Wenn es um Aggressionen ginge würde ich Dir uneingeschrenkt
Recht geben, da geht man bei Situationen hinter die Grenze ab
der die Aggressionen sichtbar werden. Aber hier finde ich das
nur zum Teil gut, da das ebenso wie eine Überforderung nach
hinten losgehen kann.

Der Unterschied darin ist, das Welpen diese Situation nicht kennen und daher Angst haben, im Falle des Tierbesuches, der Hund aber eine schlechte Erfahrung gemacht hat. Welpenspielgruppen dienen ja dazu, dass der Hund mit anderen Welpen konfrontiert wird um Hundeverhalten zu lernen und möglichst viele neue Situationen kennen zu lernen. Handelt es sich aber um eine Angststörung, so muss der Hund von dem Angstauslöser soweit es geht separiert werden und dann schrittweise wieder heran geführt werden. Stell dir mal vor du hättest mal totale Schmerzen beim Bohren beim Zahnarzt gehabt. Beim nächsten mal bohren kommt die Erinnerung wieder hoch und du bildest dir Schmerzen ein. Tritt dies immer weider auf wird sich deine Angst immer mehr verstärken, bis du dich schon unwohl fühlst, wenn du nur an den Zahnarzt denkst. DAnn die HAuruckmethode zu machen wird dich wahrscheinlich nicht weiterbringen. Genauso macht man es mit Menschen, die Angst vor Mäusen haben. ERst werden nur Bilder von weitem angesehen solange sich derjenige wohl fühlt. Dann mal ein Schritt näher ran gegangen, bis er es schafft vor dem Bild zu stehen. Dann wird mal einen Mauspuppe auf einen Tisch gelegt und man steht wieder weit weg und nähert sich dann langsam, solange man keine Angst hat. Dann mal Videos von lebenden Mäuse und so weiter, bis die Angst überwunden ist.

Bye

Tara

Huhu!

Aber bitte vorher den Tierarzt fragen, ob das Mittel sich mit den schon gegebenen Mitteln „verträgt“, nicht dass unerwünscht Wechselwirkungen auftreten!
Ausserdem den Tierarzt dann in der Praxis nochmal darauf hinweisen, dass sie was bekommen hat, was es war und welcher Dosierung, damit er seine Medikation darauf ausrichten kann!

Liebe Grüsse und viel Erfolg!
Bine

Hi Tara,

ich habe ja auch nicht von einer Hauruckmethode gesprochen, sondern auch an ein langsames wieder Heranführen an die Machbarkeit einer Untersuchung. Aber ich würde nicht beim allerersten Anzeichen von Angst sofort herumdrehen und die Situation abbrechen, sondern versuchen den Hund genau dort zu halten wo die Angst beginnt…und dann als Boss entscheiden, wann die Situation aufgelöst wird. Lässt Du den Hund entscheiden (jetzt hat Hundi Angst also gehen wir zurück) dann hat der Hund keinen Halt bei seinem Chef. Denn der entscheidet was wann gemacht wird, auch wann der Rückzug stattfindet und wenn der beim ersten Anzeichen von Angst stattfindet verknüpft der Hund das unetr Umständen falsch, nämlich so, dass er derjenige ist der die Situation auflöst.
Um eine Desensibilisierung durchzuführen muss ich aber den zu Desensibilisierenden Ansatzweise mit dem Konflikt in Berührung bringen, sonst erziele ich ja keine Gewöhnung, natürlich darf diese nicht in eine Angstsituation gipfeln…

ich glaube wir sprechen im Prinzip von der gleichen Technik und reden doch aneinander vorbei…

LG
Maja

So in etwa stelle ich mir das vor:
Desensibilisierung mit und ohne Gegenkonditionierung:
http://www.zzf.de/tips/angstkrankheiten.html
http://www.bltk.de/html/weiterb/muster/verhalten.html
(Punkt 11)
http://www.hundepfoten-in-not.de/angst.htm
http://www.uni-tuebingen.de/manfred.wolff/hunde/aggr…

Bachblüten
Hallo,

im Zweifelsfall Bachblüten Notfalltropfen (Apotheke), die helfen auch bei spontaner Panik (gibts mittlerweile auch als Kügelchen oder Bonbons). Wie ich las, wirken sie bei Tieren noch intensiver als bei Menschen - also ein Versuch ist es wert, oder? Google mal unter „Hund und Bachblüten“ da wirst du sicher fündig!

Gruß anna

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Ich habe mich noch mal mit einem kurzgeschlossen, der Hunde hauptberuflich therapiert und wirklich Ahnung hat. Er hat mir bestätigt, dass der Sinn der Desensibilisierung der ist, unter der Angstschwelle zu bleiben.

Bye

Tara

Hallo, allerseits,

unser gestriger Tierarztbesuch verlief einigermaßen ok, da ich dieses Mal unseren Sohn mitgenommen habe, der Hundi dann zur Ablenkung mit Leckerli gefüttert hat. Die TA konnte dann den Verband abnehmen und
kurz (ganz kurz) auf die Pfote schauen.
Meine Hündin springt sogar bereitwillig auf den Untersuchungstisch,
nur anfassen lässt sie sich äusserst ungern.
Für alle Tipps nochmal herzlichen Dank!
Lily