Hallo Nina!
Ich
kenne ja viele Kinder die verrückt nach Tieren sind, aber so
etwas wie bei unserer Tochter habe ich das noch nie gesehen.
Gut dass Du mich nicht gekannt hast *G*
Aber ich finde es sehr schön, wenn Kinder an Tieren interessiert sind, und zudem die Eltern verantwortungsbewusst damit umgehen. Das ist optimal
*lob* 
Also für die Rennmäuse hat für mich hauptsächlich gesprochen,
dass sie nicht sehr pflegeintensiv zu sein scheinen. Bleibt
sowieso an mir hängen
.
*g* Ja, so gesehen sind Rennmäuse recht passend. Bisher hatte ich mit keinem Haustier so wenig Arbeit und gleichzeitig so viel Freude!
Zudem geht das Beckenreinigen echt leicht von der Hand, man räumt das Becken leer, sichert einen Teil vom Nest für den gewohnten Geruch, nimmt eine Kehrichtschaufel und schaufelt die alte Streu raus. Neue Streu und das alte Nest rein, fertig.
Außerdem scheint da ja echt was los
zu sein, im Käfig, Aquarium oder was auch immer.
Ich empfehle auf jeden Fall ein Becken. Rennmäuse sind näher mit Hamstern verwandt als mit Mäusen, so gehören zu den Wühlern. Und das tun sie auch liebend gerne, so hoch kann die Unterschale in einem Käfig gar nicht sein, dass sie genüg drin rumbuddeln können. Klettern habe ich meine schon ewig nicht mehr gesehen, dafür haben sie immer wieder neue Gänge.
Als ich die Gruppe in dem riesengrossen Becken hatte, gab es ein richtiges Gangsystem…eine tolle Sache, aber leider nicht lange haltbar *schnüff*
In der weiteren Auswahl
waren noch Wasserschildkröte (scheint mir sehr aufwendig zu
sein und riechen auch sehr intensiv (du weißt schon, wegen
meinem Wohnzimmer und so))
Zumal so eine Schildkröte viel viel viel zu gross für Euer Becken wird…wir haben jetzt ein gut 500l-Aquarium, das ist grade gross genug
Ob ne Schildkröte reinkommt, entscheidet aber mein Mann (und das dauert noch *g*).
und Landschildkröte (ist nicht ganz
unkompliziert (gehen wohl schnell ein), außerdem vielleicht
nicht ganz so interessant zu beobachten, vom Anschaffungspreis
gar nicht zu sprechen).
…und wiederum für euer Becken vollkommen ungeeignet *g* Ausserdem, wie Du schon sagst, ein anspruchsvoller Pflegling.
Zum Anfassen sind Reptilien, egal welcher Art, sowieso nichts. Die sind wirklich reine Beobachtungstiere. Das kann für ein Kind schnell langweilig werden…
Bleiben also in unserer Auswahl also zunächst einmal die
Rennmäuse übrig, aber falls du noch eine andere Idee
hättest…
Kommt etwas darauf an, was sich Deine Tochter von ihren Tieren verspricht. Wenn sie geschickt im Umgang mit kleineren quirligen Tieren ist, dürften die Rennmäuse schon die beste Wahl sein. Neugierig sind sie, sie werden auch schnell zahm.
Meine Tiere sind alle nicht als „Handtiere“ da, sondern zum Beobachten. Mein altes Rennmausböckchen kennt die Hand im Grunde nur vom Beckenreinigen, aber er weiss ganz genau, dass es Futter gibt, wenn ich den Raum betrete, und sitzt schon da, um sich die besten Brocken zu sichern. Sein Gefährte ist das genaue Gegenteil, nach ihm muss man suchen, um zu wissen, dass er da ist.
Bei der Zuchtgruppe ist grundsätzlich mehr los, die Mäuse kommen, sobald ich den Raum betrete, aus ihren Löchern gekrochen, so dass man gerade den Kopf sieht, und beobachten „heimlich“, was ich anstelle.
Es sind schön zu haltende Tiere, leicht zu pflegen und recht robust. Mittlerweile gibt es sehr viele Farben, so dass man nicht mit zwei gleich aussehenden Tieren leben muss.
Worauf ihr etwas achten solltet: es gibt wohl mittlerweile Stämme, die ein „Epilepsie-Gen“ in sich tragen. Die Tiere, die davon betroffen sind, reagieren mit leichten Anfällen, wenn sie Stress ausgesetzt sind. Mehr weiss ich leider auch noch nicht darüber, meine eigenen Tiere sind zum Glück nicht betroffen.
Ausserdem sind mittlerweile viele Rennmäuse sehr ingezüchtet und aggressiv gegenüber anderen Mäusen. Deswegen, wenn ihr welche kaufen geht, seht sie euch eine Weile ganz in Ruhe an, und sucht welche aus, die sich verstehen. Mit etwas Beobachtungsgabe und Geschick erkennt man recht leicht, wer nicht gut miteinander auskommt.
Wenn ihr euch für Rennmäuse entscheidet, kann ich auch versuchen, einen guten Züchter für euch zu finden. Kann aber nichts versprechen.
Rennmäuse haben auch die schöne Angewohnheit, mit ihrer Einrichtung ein wenig „anzufangen“, sprich, wenn man ihnen einen Karton reinstellt, wird der zerlegt. Eine Küchenrolle mit ein, zwei Tüchern dran wird zernagt und die Tücher als Nistmaterial verwendet, eine Hand voll Heu wird Maul für Maul zerfasert und ins Nest getragen, stellt man ihnen einen Napf voll Chinchillasand ins Becken, pflegen sie darin ihr Fell…
Bei Nest fällt mir noch eine Warnung ein: der Name MÄUSE zeigt, wie gut sich diese Tiere vermehren…nicht jeder Zooladenverkäufer kann Männlein und Weiblein gut unterscheiden…beim Kauf also auf jeden Fall selbst nochmal nachgucken!
Als Alternative würden mir noch Ratten einfallen, wobei die auch wesentlich mehr Platz brauchen und einen wesentlich stärkeren Eigengeruch haben. Allerdings sind sie dem Menschen auch viel mehr zugetan, etwas grösser und dadurch besser in der Hand zu halten, und insgesamt „interessanter“, aber dadurch auch pflegeintensiver.
Falls ihr ein Tierheim in der Nähe habt, könntet ihr euch auch dort die Rennmäuse einmal ansehen (und beschnuppern
), vielleicht hat man auch ein stabiles Pärchen abzugeben.
Liebe Grüsse
Bine 