Probleme mit Hunden

Von: , Frage gestellt am Sa, 24. Jun 2006

Hallo liebe Tierfreunde,

ich hoffe, ihr könnt mir aus Hundehaltersicht ein paar Tipps geben.

Mein Problem:
Ich habe Angst vor Hunden. Das fing in der Kindheit an, als ich als Kleinkind (3 J.) mal von einem Hund umgerannt wurde und der mir dann ein Stück Wurst geklaut hat, das ich gerade in der Hand hatte. Dann wurde es wieder besser mit der Angst vor Hunden bis ich vor zwei Jahren nach München zog (Gründe kommen gleich).
Dies nur zur Vorgeschichte, dazu brache ich nicht euren Rat, dazu gehe ich lieber ins Psychologie- Brett ;-)

Warum ich hier mehr Angst habe? Es laufen hier (verallgemeinert gesagt) mehr Hunde ohne Leine, die auch nicht auf ihre Herrchen hören.

Ein Bsp. von vielen: Ich bin in einer Grünanlage unterwegs als von hinten ein kleiner Kläffer (sorry) angerannt kam, sich vor mich stellte und bellte und knurrte (ich bin stehengeblieben) und dann nach meinen Beinen schnappte (mich aber Gott sei Dank nicht gebissen hat). Nach gefühlten 10 Stunden kamen dann die Besitzer (auf deren Rufe der Hund auch nicht reagiert hatte), schauten mich an, dann den Hund und meinten: "Normalerweise macht er das nicht, das muss an Ihnen liegen. Stellen Sie sich nicht so an." (Man sah mir wohl auch an, wie fertig ich war).

Andere lassen ihren Hund unangeleint vor dem Geschäft sitzen (während sie einkaufen) und darauf angesprochen bezeichneten sie mich als "Hundehasser. Waldi (oder wie auch immer) ist ja ganz brav".

Wie seht ihr das als Hundehalter? Habt ihr euren Hund angeleint? Wenn nein, hört er auf das, was ihr sagt? Wenn nein, ist es dann nicht gefährlich, ihn nicht anzuleinen?

Bin ich einfach ein Schisser? Wie reagiere ich, wenn fremde Hunde an mir hochspringen oder ihr Herrchen an der Leine über die Straße ziehen um mich zu beschnüffeln? Ich mag es nunmal nicht...

Wenn ich bei Freunden zu Gast bin, die einen schwierigen Hund haben, der auch nicht hört, kann ich dann darum bitten, ihn wegzusperren? Wird zwar teilweise gemacht, aber halt mit dem Unterton, dass ich eben ein Angsthase bin...

Im Moment ist es so, dass ich immer die Straßenseite wechsle, wenn mir ein Hund entgegenkommt, aber das ist ja auch keine Lösung. Vielleicht sollte ich doch mal im Psychologie- Brett fragen ;-)

Mich interessiert nun eure Meinung als Hundebesitzer: Habe ich einfach ein paar blöde Zufälle erlebt, stelle ich mich einfach an oder spüren die Hunde einfach zu sehr, dass ich Angst habe? Wie soll ich mich verhalten, wenn ich beschnüffelt werde oder angeknurrt?

Gruß
Kati

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 43 Minuten 3 hilfreich
    Re: Probleme mit Hunden (lang)

    Hallo Kati,

    es tut mir leid für Dich, dass Du so schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hast und nun Angst hast, denn Hunde sind echt prima! :D

    Bei mir ist das so: der Hund meiner Eltern hört auf's Wort, es passiert ganz, ganz, ganz selten, dass sie mal nicht gleich gehorcht. Sie geht auch nicht zu fremden Menschen hin, sondern geht diesen eher aus dem Weg. Deswegen lasse ich sie ohne schlechtes Gewissen frei laufen. Wenn ich sehe, dass jemand Angst hat, oder wenn Kinder in der Nähe sind, pfeife ich meinen Hundi ran und lasse sie bei Fuß gehen.

    Der Hund meiner Schwiegermutter ist total schlecht erzogen, hört nicht und springt Leute an. Deswegen lasse ich sie nicht von der Leine, punkt.

    Ich kann so auch nicht sagen, warum ausgerechnet Dich die Hunde so angehen. Vielleicht sind es Hunde, die sowieso Dominanzprobleme haben, und die merken, dass sie auch bei Dir eine Chance haben (weil Du Angst zeigst). Das wäre dann definitiv ein Erziehungsproblem der Hunde.

    Du hast ein Recht darauf, nicht von Hunden angeknurrt oder gar angesprungen zu werden, auch wenn es in München keinen generellen Leinenzwang gibt. Du kannst ruhig darum bitten, dass jemand seinen Hund von Dir fern hält - wenn es ein gut erzogener Hund und ein normales Herrchen/Frauchen ist, werden die beiden kein Problem damit haben.

    Davon abgesehen ein paar Verhaltensregeln, die helfen könnten: sieh einem fremden Hund nicht direkt in die Augen, das versteht er als Bedrohung / Herausforderung. Am besten, Du ignorierst ihn völlig (auch, wenn's schwer fällt). Ruhig stehen bleiben ist schon mal nicht schlecht. Wende Dich an den Halter, nicht an den Hund.

    Warum jemand seinen Hund unangeleint vor einem Geschäft sitzen läßt, ist mir ein Rätsel. Das wäre mir viel zu riskant, es gibt selbst beim besterzogensten Hund keine Garantien, dass er nicht doch mal auf die Straße läuft (sind schließlich keine Maschinen). Hast Du denn schon Angst, wenn der Hund nur da sitzt? Oder geht die Angst erst los, wenn er auf Dich zukommt?

    Unter Umständen kann auch eine Hundeschule helfen, Ängste abzubauen. Wenn Du das Verhalten von Hunden besser kennst, kannst Du sie auch besser einschätzen und verstehen. Kannst ja mit so niedlichen kleinen Welpen anfangen ... wer kann denen schon widerstehen? :)

    Wenn Du tatsächlich Deine Angst überwinden willst, kann ein Psychotherapeut sicher helfen. Das geht oft (nicht immer) sogar recht schnell, innerhalb ein paar Sitzungen. Wenn der Therapeut das geschickt formuliert, kann er bestimmt die Stunden bei Deiner Krankenkasse durchbringen, dann musst Du sie nicht bezahlen.

    Dass Deine Freunde nicht begeistert davon sind, wenn sie ihren Hund einsperren müssen, kann ich irgendwo nachvollziehen. Für den Hund ist es eine Bestrafung, von seinem "Rudel" getrennt zu sein. Und für die meisten Hundebesitzer ist der Vierbeiner ein Familienmitglied. Ist also ein bisschen so, als würdest Du sie bitten, das jüngste Kind in's Zimmer zu sperren ... Auch fällt es "uns Hundefreunden" schwer, uns vorzustellen, dass jemand keine Hunde mag! Da versucht man fast automatisch, die vierbeinigen Freunde mit den menschlichen Freunden zu versöhnen. Stell Dir vor, Dein Freund würde sich nicht mit Deiner Familie verstehen ... da würdest Du doch auch versuchen zu vermitteln, oder? Aber deswegen ist es halt wichtig, dass Du ganz offen mit Deinen Freunden darüber redest. Oder vielleicht kannst Du diese Gelegenheit nutzen, um den Wauwis etwas näher zu kommen?

    Ich wünsch' Dir jedenfalls viel Glück!

    Gruß,
    Sibylle aus M

  2. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Probleme mit Hunden

    Hallo Kati,

    unser Hund hat nicht immer sofort aufs Wort gehorcht, deshalb ließen wir ihn nur auf Freiflächen ohne Leine herumlaufen, wo kein Mensch weit und breit war (und wenn einer kam, wurde er sofort angeleint). Wenn Freunde zu Besuch waren, die Angst vor Hunden hatten oder fremde Menschen (z.B. einmal ein Notarzt) wurde der Hund auch immer weggesperrt. Das alles, obwohl er selbst sehr gerne Gäste "empfing", er freute sich immer, wenn Besuch kam (meist gab das ja zusätzliche Streicheleinheiten ;-)) und reagierte nie aggressiv. Ich muss aber dazu sagen, dass der Hund groß war und allein dadurch schon gefährlich wirkte.

    Auf die Idee, den Hund nicht angeleint vor einem Geschäft zu lassen, wurde ich persönlich auch beim besterzogenen Hund nicht kommen. Allerdings habe ich schon mehrmals solche Hunde gesehen und ich habe noch nie erlebt, dass sie irgendwelchen Unfug gebaut hätten. Wer weiß, vielleicht würde sich meine Meinung ja auch in diese Richtung ändern, wenn ich selbst einen so gut erzogenen Hund hätte. Aber mir ist halt nicht klar, welcher Sinn dahinter stecken sollte, den Hund nicht mal vorsichtshalber anzuleinen - ist doch nicht so schwer!

    Grüße,
    Anja

  3. Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
    Re: Probleme mit Hunden

    Hallo,

    mein Hund ist 15 und todbrav. Sie hört auch recht gut, ist allerdings kein Roboter. Wenn mir jemand ohne Hund entgegenkommt, rufe ich sie heran. Bedeutet derjenige mir, dass er Angst hat, halte ich sie fest.

    Aber: es kann je nach Tagesform schon mal passieren, dass mein seniler Köter den Passant mit jemandem verwechselt, den sie mag und von dem es schon mal Leckerchen gibt (ich versuche das zu unterbinden, aber leider hören nicht alle Leute darauf). Dann hört sie nicht auf mich und geht evtl. auf einen Passanten zu, einfach so, ohne zu bellen. Dann würde ich mir vom Passanten wünschen, dass er den Hund ignoriert und einfach weitergeht. Damit wäre die Situation sofort bereinigt.

    Ich hatte früher auch großen Respekt vor Hunden, da ich sie nicht kannte. Seit einem Besuch bei einer Tierschützerin in Spanien, die im Haus ein Rudel von ca. 20 großen Hunden hatte, bin ich sozusagen durch Schocktherapie geheilt.

    Gruß,

    Myriam

  4. Antwort von nach 9 Stunden 3 hilfreich
    Re: Probleme mit Hunden

    Hallo Kati,

    ich kann deine Angst vor Hunden bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, obwohl ich jedoch als Kind zweimal gebissen wurde habe ich heute nicht vor allen Hunden Angst. Nur vor einigen Großen, ich hab durch diese Erlebnisse sowas wie einen sechsten Sinn für "gute" und "böse" Hunde entwickelt. Dies hat allerdings oft auch viel mit der Ausstrahlung der Tierhalter und ihrer Tiere zu tun.

    Selbst habe ich aber auch einen Hund, gut unsere Mimi hat nur 40 Zentimeter Schulterhöhe und ist absolut gutmütig. Aber wenn wir unterwegs sind ist sie nur dann nicht an der Leine wenn wir auf freier Pläne sind und kommt jemand ruf ich sie. Tritt die Begegnung dann ein lenk ich sie ab, denn sie freut sich über jeden *gg* absolut kein Wachhund, uns kann man echt klauen trotz Hund.

    Wenn ich irgendwo einem Hund begegne der mir nicht koscher erscheint wechsel ich die Seite sofern möglich oder bleibe stehen und ignoriere das Tier, bloß nicht ansehen. das könnte ein negativ angelegter Hund als Bedrohung empfinden.

    Und bei einem bin ich mir ganz sicher, die Tiere spüren ob jemand Angst hat oder nicht und agieren entsprechend. Manchmal hilft es die Kläffer anzusprechen aber das ist extrem Situationsabhängig.

    Bevor du auf die Besitzer losgehst, was der Hund auch als Angriff sieht und sei es nur deine negative Grundhaltung dem Tier und Halter gegenüber, versuch erst mal deine Angst abzubauen. Da gibt es gute Möglichkeiten die auch von Hundevereinen angeboten werden.

    Ich wünsch Dir jedenfalls das du irgendwann auch mal mit meiner Gelassenheit den Tieren und Haltern gegenübertreten kannst.

    Nordische Grüße
    Andrea

  5. Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
    Danke für eure Beiträge!

    Hallo an alle,

    danke für eure Antworten. Es ist ja nicht so, dass ich Hunde überhaupt nicht ausstehen kann, ich finde es im Gegenteil eher schade, dass ich ein Problem mit ihnen habe, da ich sehe, wie viele Leute sich über/ mit ihrem Hund freuen.

    Und ich finde es schön, dass ihr eure Hunde nur von der Leine lasst, wenn ihr sicher seid, dass sie auf euch hören und dass ihr Verständnis für Leute wie mich habt. ;-)

    Gruß
    Kati

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