Zweithund zur Stabilisierung ?

Hallo miteinander,

unser Hund (ca. 4 J. alt) stammt aus einem italienischen Tierheim, wurde von dort aus in „unser“ Tierheim gebracht und kam so zu uns. Sprich, er hat eine unbekannte Vorgeschichte, vieles deutet darauf hin, dass er zumindest zeitweise auf der Straße gelebt hat und auch misshandelt wurde.

In den 2 Jahren bei uns hat er einiges gelernt, andere Dinge bessern sich nicht wirklich, aber wir können damit leben. Schwierig ist allerdings seine Unsicherheit: in fremder Umgebung ist er supernervös. Im Urlaub war es ausgesprochen schwierig, mit ihm zu laufen, denn vor lauter suchen und schnüffeln und Angespanntheit hat er beispielsweise manchmal seinen Stuhlgang verkniffen und auch sehr viel häufiger als sonst an der Leine andere Hunde angekläfft. Wenn Besuch kommt, ist er zwar sehr freundlich, aber er knallt erst einmal völlig durch.

Daheim aber, oder auf bekannten Routen, ist er ganz gelassen. Der Tierarzt findet, er sei durchaus sicherer geworden, mehr ginge vermutlich nicht.

Nun haben wir überlegt, ob nicht ein Zweithund (den wir auch aus anderen Gründen ganz gerne hätten) ausgleichend auf ihn wirken würde. Wir würden gundsätzlich nur einen etwas älteren Hund holen, und auf gar keinen Fall einen hektischen Typen. Könnte so etwas denn klappen ? Wenn wir mit anderen (ihm bekannten) Hunden laufen, wird er übrigens auch immer gelassener.

Gespannte Grüße,
Inselchen

Hallo Inselchen,

das halte ich für problematisch, weil Du bei einem second-hand-Hund auch nicht weißt, wie er drauf ist. Meine Erfahrung mit Tierheimhunden zeigt, daß sie ihr wahres Wesen erst nach einigen Wochen offenbaren und dann im neuen Umfeld ganz anders reagieren als vorher im Heim, so daß die Expertise der Pfleger nicht unbedingt stimmig ist. D.h., ob die beiden miteinander harmonieren oder sich vielleicht gar gegenseitig aufschaukeln ist praktisch nicht vorhersagbar.
Ich habe aber sowohl mit einem zweijährigen Kater, dem ich ein zwölfwöchiges Katzenmädchen zugesellt habe, als auch bei einem vierjährigen Tierheimhund, der einen Schäferhundwelpen als Kumpel bekommen hat, durchweg positive Erfahrungen gemacht.
Scheint mir die weniger riskante Variante zu sein, als es mit einem weiteren Gebrauchten zu versuchen, wobei ich generell den Eindruck habe, daß diese südeuropäischen Tiere häufig so nachhaltig verhaltensgestört sind, daß nur Geduld, Geduld und nochmal Geduld hilft.

Gruß

Nick

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Hallo Inselchen,
also meiner Meinung nach könnte es etwas bringen, wenn Du einen Welpen dazu setzt. Ich würde aber eine ganz ruhige Rasse wählen, die unerschrocken ist. Aber einen weiteren Tierheim Hund würde ich auch für problematisch halten, einen Welpen, der ausreichend geprägt wurde, könnte da ehr helfen.
Grüße
Margit

Hallo,

2 Jahre sind nicht viel. Und Urlaub heißt: neue und fremde Umgebung, das kann einen Hund schon wieder verunsichern.

Was soll der Zweithund bewirken? Das der alte ruhiger wird, von ihm lernt? Oder soll er Erfahrungen an einen jungen weitergeben?

Ich würde momentan noch nicht zu einem 2. Hund tendieren, denn a) bei einem weiteren Tierheimhund weiß man nicht 100%-ig wie dieser auf den 1. anspricht und umgekehrt und b) mit einem Welpen muss man sich ja zwangsweise sehr viel beschäftigen, das hieße der „alte“ Hund könnte sich zurückgesetzt fühlen.

Würde da eher noch warten.

Gruß

Hallo Inselchen!

Entgegen der beiden anderen Postings, die Dir eher einen Welpen als einen erwachsenen Hund empfehlen, halte ich das eher für eine schlechte Idee. Warum? Dazu komme ich später, erst mal eine kleine Auführung:

Dein Hund ist ein Tierheimhund, ein ehemals halbfrei lebendes Tier, kannte vielleicht Hunger, Durst etc. etc. Ihr habt ihn „gerettet“. So weit, so gut. Doch hier sprechen wir von menschlichen Gefühlen und NICHT vom Hund. Der Hund hat das möglicherweise ganz anders aufgefasst. Er war gerade mal 2 Jahre alt, als ihr in geholt habt. Damals war er wohl auch seit ungefähr einem Jahr, was wir als „ausgewachsen“ kennen. Er hat in seinem sehr jungen Leben viel Turbulentes erlebt, was ihn geprägt hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Nun habt ihr den Kerl in Euren Ferien aufgelesen und saht in ihm das Opfer, den Clochard, der auf der Strasse leben musste und möglicherweise gequält wurde. ABER bedenkt auch, dass dieser Hund bis jetzt in diesen Umständen überlebt hat! Ihr habt hier also ein Tier, das fähig ist, alleine, oder wenn er sich einer Gruppe anderer Hunde angeschlossen hat, in der Gesellschaft zu überleben. Ist er erstmal 2 Jahre alt, ist er „aus dem Gröbsten raus“ und die Gefahr nicht mehr so gross, dass er verhungert oder verdurstet, weil er nicht weiss, wo er sich Futter beschaffen kann. Kritisch wird es erst wieder in einem Alter so ab 5-7 Jahren, wenn die ersten Kräfte nachlassen und er sich gegen andere nicht mehr durchsetzen kann.

Ihr habt ihn angetroffen und ins Tierheim gebracht. Ein Trauma. Das soll kein Vorwurf sein, schliesslich wolltet ihr ihn ja retten - ich beschreibe nur aus der Sicht des Hundes. Er kam dann so oder so nach Deutschland - Trauma Nr°2. Plötzlich konnte er sich nicht mehr frei bewegen wie er wollte, war einer Unmenge anderer Hunde und Umweltreize ausgesetzt, mit denen er sich vorher niemals auseinandersetzen musste, weil er ja immer fliehen konnte, sich immer verstecken konnte. ER war derjenige, der entschied, was er tun wollte. Irgenwie logisch, dass man da Angst hat, oder? Plötzlich hatte er keine Kontrolle mehr über das, was geschah.

Nun ist der Hund seit 2 Jahren bei Euch und Vieles hat sich nicht gebessert. Er ist ängstlich, kläfft andere Hunde an, springt in die Leine und extrem scheu. Wo ist der Hund geblieben, der sich mal alleine durchs Leben geschlagen hat? In seinem Kopf ist er eben immer noch derjenige geblieben, der sich alleine durchschlagen muss, so paradox es klingt. Und genau DAS ist die Ursache, weshalb der Hund sich so benimmt. Er HAT tatsächlich vor allem Angst, denn wenn er alleine wäre, würde er sich solchen (für ihn) entsetzlichen Gefahren erst gar nicht aussetzen und sofort fliehen. Merkst Du was? Dem Hund geht es auch in Deutschland, immer noch ums Überleben. Das Tier kämpft und ist nicht zufrieden. Das merkt ihr ja auch und ihr seit damit auch nicht zufrieden. Wieso? In Italien konnte und MUSSTE der Hund selbst entscheiden, wo er sich aufhielt. Es ging ums Überleben. Das Verhalten hat er, wie wir ja gesehen haben, nicht einfach abgelegt, weil er jetzt in Deutschland ist. Er ist ein Hund, wie soll er das denn wissen? Im Gegenteil, es sind noch mehrere Traumata dazu gekommen: Zweimal der Tierheimaufenthalt, die Reise nach Deutschland, das neue Umfeld und plötzlich sind da Leute, die einen an eine Leine nehmen, die einen erstens in (aus seiner Sicht) gefährliche, ja z.T. sicher lebensbedrohliche Situationen bringen und ihn dann auch noch hindern zu fliehen! Genau das Verhalten wird verhindert, das ihm VOR ZWEI JAHREN DAS LEBEN GERETTET HAT!

Unsere erste, menschliche Reaktion ist jetzt zu sagen: „Ohhhh, der arme Kerl, wir müssen ihn trösten!“. Aber genau das ist falsch. Der Hund ist ein Rudeltier - er braucht Führung. Das ist in jeden Hund drin, egal woher er kommt. Das ist sein Wolfserbe. Alles, was er will, ist Sicherheit, Sicherheit und nochmals Sicherheit. Mit Trost könnt ihr im aber leider keine Sicherheit vermitteln, weil Tiere so etwas nicht kennen. Ein Hund tröstet keinen anderen, aber er lenkt ihn vielleicht ab, fordert ihn zum Spiel auf etc, was dann das aus menschlicher Sicht „traurige“ Subjekt ablenkt. Was aber, wenn jetzt die Jugend dieses ganz bestimmten Hundes, den ihr aus Italien mitgenommen habt, gestört war und er evtl. niemals gelernt hat, wie man eine Bindung aufbaut? Klar, er „weiss“ aus seinem genetischen Erbe, dass Gesellschaft für ihn überlebenswichtig ist. Was aber, wenn er das so in der Praxis nie erlebt hat? Was aber, wenn ebendiese Gesellschaft ihn ständig in Gefahr bringt, anstatt ihm Sicherheit zu vermitteln?

Irgendwann hat er gemerkt und gelernt, dass es einen Ort gibt, wo er sicher ist, der begrenzt und deshalb übersichtlich ist: Eure Wohnung. Da kennt er mittlerweile jeden Winkel. Da seid auch ihr sicher. Draussen aber, kennt der Hund nicht alles und er merkt, dass nach und nach auch ihr unsicher seid. Und zwar je länger, je mehr. Weshalb? Er fasst Euer „trösten“, Eure Aufmerksamkeit ihm gegenüber nicht als Schutz, sondern ebenfalls als Unsicherheit auf. Ihr wendet Euch an ihn und zeigt ihm damit: „hey, wir haben auch tierisch Angst… Weisst Du, wos lang geht? Was denkst Du?“. Das ist zutiefst menschlich, aber für den Hund nur noch verunsichernder. Ihr, seine Gruppe, seine Führer richtet Euch komplett nach ihm, achtet auf ihn, wenn er Angst hat, bleibt stehen, wenn er partout nicht weiter will… Merkt ihr was? Ihr seid seine Rudelkumpels, allerdings ist ER EUER ANFÜHRER! Das natürlich nicht aus menschlicher Sicht (schliesslich WISSEN wir ja, dass er abhängig von uns ist, gerade was Futter etc. betrifft) aber eben nicht aus hündischer! Er WEISS wie Futter finden, im Falle des Falles… Ihr seid merkwürdigerweise die besseren Futterfinder als er, aber ihr bringt ihn dennoch immer in grosse Gefahr, in der er dann auch noch die Leitung übernehmen muss! Ihr seid gestresst, der Hund ist gestresst… Ein Teufelskreis! Was tun?

Der Hund kann diesen Teufelskreis nicht durchbrechen, er ist ein Hund und kann „sein Innerstes“ nicht ändern. Wir aber schon, denn alles, was wir verändern müssen ist unser Verhalten. Was dieser Hund braucht, ist eine klare Führung, jemand, der ihm WIRKLICH auf hündische Weise zeigt, dass er sicher ist. Wie? Benehmt Euch dominant. Nun das ist jetzt einfacher gesagt als getan… Hunderte von Büchern wurden über dieses Thema geschrieben, aber wie geht das? Alle Bücher dieser Welt werden Euch dabei nicht helfen können, weil es nämlich darum geht, Euer Verhalten dem Hund gegenüber zu verändern und das könnt NUR IHR SELBST. Anfangs wird Euch das viel Überwindung kosten. Dominant ist leider oft ein negativ belegtes Wort, doch das meine ich damit nicht. Dominant sein heisst nämlich konsequent, selbstsicher und bestimmt sein. Nichts weiter. Keine Gewalt, denn Gewalt ist Schwäche. Ihr benehmt Euch, als ob ihr der Boss seid - nichts, aber auch wirklich GAR nichts kann Euch aus der Ruhe bringen. Seid freundlich, aber eben selbstsicher und bestimmt. Das muss man üben und kommt nicht einfach so. Das jetzt hier zu erklären würde zu weit führen, aber ich kann Euch z.B. ein Buch empfehlen: Jan Fennel „Mit Hunden sprechen“. Das Buch ist nicht unumstritten, aber meiner Meinung nach kommt sehr gut rüber, was mit dominantem Verhalten seitens des Menschen gemeint ist. Das ist im Übrigen der Trick aller Tiergurus: für das Tier konsequentes und dominantes Verhalten aufzeigen, so dass sich das Tier eben in Sicherheit fühlt!

Nun aber, nach diesem laaaangen Exkurs zum eigentlichen Thema: Wieso macht es nun keinen Sinn, diesem Hund einen zweiten Hund dazuzugesellen? Der könnte ihm doch Sicherheit geben?

Nein - d.h. im besten Falle zwar schon, ja, aber eben in den meisten Fällen nicht. Ihr habt einen Hund, mit dem, drücken wir uns mal etwas heftig aus, kommt ihr nicht so recht zurecht. Und nun wollt ihr Euch einen zweiten Hund dazunehmen. Was ist, wenn der auch eine kleinere oder grössere „Macke“ hat? Was ist, wenn der z.B. jeden anderen Hund angreift? Dauernd abhaut? Kleine Kinder hasst? Dann müsst ihr noch mehr Zeit in Eure Hunde investieren, nämlich mindestens das Doppelte. Ihr meint, das Problem falle weg, wenn ihr einen Welpen nähmt? Leider falsch, denn wie wir ja gesehen haben, sind Hunde unglaublich anpassungsfähig und „rudelsüchtig“. Der kleine Knirps wird in KEINEM FALL beruhigend auf den älteren wirken, sondern a) ein neuer Stressfaktor werden (wieder eine Veränderung für den älteren Hund… ausserdem hat er jetzt möglicherweise Konkurrenz) und b) der Welpe wird dem älteren sehr wahrscheinlich alles nachahmen, was dieser auch tut. Hunde sind grossartige Nachahmer. Dann habt ihr schlussendlich also nicht ein, sondern gleich zwei ängstliche Hunde. Eine „ruhige Rasse nehmen“ hat darauf überhaupt keinen Einfluss. Der Welpe ist derart formbar und nimmt ALLES auf, was er erlebt und eben leider nicht nur, was wir möchten, was er aufnimmt. Ein Welpe ist ganz sicher NICHT die richtige Lösung.

Was ist denn mit einem älteren Hund? Generell stellt sich die Frage, ob Euer Hund sich denn mit anderen verträgt. Könnte er den Neuen aber nicht auch als Konkurrenz sehen? Langsamer als beim Welpen, aber eben doch stetig werden sich beide Hunde „angleichen“ - meistens tendiert aber dieses Verhalten oft gegen die Extreme. Ist einer ängstlich, wird es der zweite meist auch. Meist nicht gleich stark, aber das Problem ist dennoch da. Was ihr finden müsstet wäre ein topsozialer, etwas älterer (so ab 6-7 Jahre) Hund, der völlig ruhig ist. Doch GENAU so einen und dann auch noch den RICHTIGEN zu erwischen ist schwierig. Ausserdem bleibt es dabei: zwei Hunde = doppelte Arbeit. Nicht immer natürlich, aber es ist besser, man rechnet damit. Doppelte Kosten kommen natürlich auch auf einen zu.

Besser wäre es, den Hund jetzt nicht noch mehr unvorhersehbaren Situationen auszusetzen aus (sehr böse gesagt) falsch verstandener Hilfe, sondern ihm eben die Stabilität geben, die er braucht. Die kann nur von Euch kommen, wenn ihr eine gute Beziehung aufbauen möchtet. Stellt ihr ihm „einfach“ einen anderen Hund ihn, übertragt ihr gewissermassen ihm, Eure Aufgabe zu übernehmen… Ist das sinnvoll? Mit einem neuen Hund könnt ihr nicht kontrollieren, was die beiden sich gegenseitig abschauen und beibringen, wenn aber ihr die Referenzpersonen Nr°1 seid, habt ihr in der Hand, was und wie der Hund wird. Ich WEISS, dass der Hund sich noch mehr beruhigen kann, ALLES hängt davon ab wie gute Rudelführer ihr sein könnt…

Wichtig ist dennoch, nichts, was der Hund tut, persönlich zu nehmen. Er ist, wie er ist, das lässt sich nicht in 2 Stunden „wegdominieren“, aber ihr könnt schrittweise vorankommen, WENN ihr das wollt und richtig anstellt. Geht das Ganze auch mit etwas Gelassenheit und Humor an… Nobody’s perfect und das verlangt auch niemand!

Alles Gute und viel Erfolg!

Semiramis

Klasse erklärt…man sollte sich wirklich mal öfter in die Lage der Tiere versetzen, da denkt man (ich) vielleicht viel zuwenig drüber nach. Danke !
Grüße
Margit

Hallo Inselchen,

auch ich habe einen Hund aus den Tierheim,der damals ängstlich und verunsichert war.

Was Semiramis geschrieben hat,solltest du dir zu Herzen nehmen,du muss die Führung übernehmen,nur so verliert euer Hund die Angst.

Glaub mir das ist so,unser Hund ist auch nicht mehr Ängstlich,weil ich weis was Hunde brauchen,Futter,Liebe,Lob u.s.w und eine Führungsperson.

Alles Liebe Biene,tu es für deinen Hund,eine Hunde/Menschenschule wäre sehr hilfreich.

Grummel !
Liebe Semiramis,

wer lesen kann, ist klar im Vorteil !

  1. Wir haben den armen Hund NICHT aus dem Urlaub mitgebracht ! Er stammt aus dem hiesigen Tierheim !

  2. Dieses Tierheim arbeitet mit einem Tierheim in Italien zusammen, und holt von dort immer wieder Hunde (und unterstützt auch Kastrationsaktionen vor Ort usw. - es geht nicht nur um das Herholen).Es ist kein planloses Importieren von Hunden, die spontan am Strand aufgelesen werden ! Es sind auch „Inländer“ in dem TH.

  3. Wir wollten ihn nicht „retten“, wir wollten einen Hund aus dem Tierheim, haben viele TH’s besucht und IHN eben ins Herz geschlossen. Und dann haben wir ihn noch mehrere Wochen lang als Gassihund kennengelernt, eben damit wir prüfen konnten, ob wir miteinander klarkommen, soweit man das in so kurzer Zeit kann (übrigens auf meinen Wunsch hin - das TH hätte ihn schneller an uns vermittelt).

  4. Wir waren in der Hundeschule (in verschiedenen, bis wir eine passende gefunden haben, weil wir Schäferhunddrill mit Schlägen als Erziehungsmittel ablehnen). Er kennt den Grundgehorsam und ist in bekannter Umgebung vollkommen gelassen, ABER er hat eben Probleme in gewissen Situationen - da bricht dann der Straßenhund durch und er „vergißt“ uns Menschen einfach. Sowohl die Trainerin als auch der Tierarzt meinen, unser Verhältnis ist bestens, aber diese Restangst wird bleiben.

  5. Wir vermenschlichen den Hund nicht, es ist auch nicht mein erster Hund. Wenn er Angst hat, wird er beispielsweise nicht getröstet - ein bißchen Ahnung von Hunden habe ich nun wirklich :wink:

  6. Dass ein Hund viel kostet und Arbeit macht, sorry, das ist uns nix neues. Diesen Hund haben wir seit 2 Jahren, davor hatte ich auch schon einen Hund, den aber schon vom Welpenalter an.

Ein Hintergrund meiner Frage war, dass er manchmal tatsächlich ruhiger reagiert, wenn er mit bekannten Hunden unterwegs ist und es zu einer Problemsituation kommt. Der jeweilige Kumpel scheint ihn dann abzulenken.

Bei einem Zweithund aus dem Tierheim dachte ich ausschließlich an einen älteren und gut erzogenen Hund, bei dem die Herkunft bekannt ist. Natürlich findet man das eher selten in den Tierheimen, aber das macht ja nix - wir haben keine Zeitvorgaben !

Dein Posting ist sehr lang und hat dich viel Zeit gekostet, aber leider hast du dich viel zu sehr in die Nummer „da fragt wieder so ein unfähiger Hundeverhätscheler“ hineingesteigert, und das ist ärgerlich und in meinem Falle sowas von falsch ! Nix für ungut !

Gruß,
Inselchen

Hallo Sabine,

unser Hund ist schon seit 2 Jahren bei uns, und sowohl Hundeschule als auch Tierarzt gehen davon aus, dass die Restunsicherheit bleiben wird. Das kommt sicher auf die Vorgeschichte an. Schön, dass dein Hund sich gefangen hat, wie gesagt, wir arbeiten seit 2 Jahren daran und es hat sich im übrigen sehr vieles gebessert.

Glaub mir das ist so,unser Hund ist auch nicht mehr
Ängstlich,weil ich weis was Hunde brauchen,Futter,Liebe,Lob
u.s.w und eine Führungsperson.

Das weiß ich auch, und das bekommt er.

Alles Liebe Biene,tu es für deinen Hund,eine
Hunde/Menschenschule wäre sehr hilfreich.

Passiert ja schon, siehe oben - in der Hundeschule ist er auch gelassen, da bekannte Situation.

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo Irene,

danke für deine Antwort. Stimmt, ein Urlaub verstärkt die Unsicherheit, aber er ist halt auch das ganze Jahr über in bestimmten Situationen sehr unsicher.

Was soll der Zweithund bewirken? Das der alte ruhiger wird,
von ihm lernt? Oder soll er Erfahrungen an einen jungen
weitergeben?

Ich dachte an einen älteren und erzogenen TH-Hund, dessen Gelassenheit auf unseren jetzigen Hund abfärbt. Aber ich finde die Argumente in Richtung Welpen nachvollziebar.

Ich würde momentan noch nicht zu einem 2. Hund tendieren, denn
a) bei einem weiteren Tierheimhund weiß man nicht 100%-ig wie
dieser auf den 1. anspricht und umgekehrt und b) mit einem
Welpen muss man sich ja zwangsweise sehr viel beschäftigen,
das hieße der „alte“ Hund könnte sich zurückgesetzt fühlen.

Stimmt, ein Welpe wäre mir selbst momentan eine Nummer zu „groß“ (bzw. „klein“ *g*).

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo Margit,

danke für deine Antwort. Stimmt, ein TH-Hund wäre vielleicht doch keine sooooo gute Idee, und einen Welpen möchte ich momentan nicht.

Vielleicht sieht das in 1-2 Jahren anders aus, bis dahin suche ich nach einer ruhigen Rasse.

Viele Grüße,
Inselchen

Südländer
Hallo Nick,

danke für deine Antwort, ich kann deinen Argumenten folgen (siehe meine Antwort an Margit). Einen Welpen könnte ich mir im Moment nicht vorstellen, aber ich werde jetzt mal Hunderassen unter neuen Aspekten studieren :wink:, denn das ganze ist sowieso ein auf sehr lange Zeit agelegtes Projekt, und wir haben alle Zeit der Welt.

wobei ich generell
den Eindruck habe, daß diese südeuropäischen Tiere häufig so
nachhaltig verhaltensgestört sind, daß nur Geduld, Geduld und
nochmal Geduld hilft.

Mein erster Hund kam als Welpe vom Züchter zu uns, ich kenne daher nur unseren jetzigen Südländer intensiv, habe also keine große Erfahrung mit solchen Hunden generell. Mir missfällt, dass diese Hunde oft generell etwas romantisierend als sooooo sozial und „dankbar“ dargestellt werden - das ist eine Menschensicht. Unser Hund wurde zwar ganz offensichtlich misshandelt, aber er lebte danach (?) lange genug als Straßenhund und ÜBERlebte auch ohne Menschen. Sein Hauptvorteil bei uns ist schlicht die Sicherheit vor Tierfängern, geregelte Mahlzeiten und ein festes „Rudel“. Das war uns auch vorher bekannt, auf dieses Abenteuer haben wir uns bewußt eingelassen. Es soll hier auch nicht der Eindruck entstehen, dass wir unzufrieden mit ihm sind, im Gegenteil, wir kommen wunderbar miteinander aus, er ist ein Traumhund mit Macken - na und *g* ?

Wer einen leicht erziehbaren und eher unterwürfigen Hund sucht, sollte meines Erachtens keinen Südländer nehmen.

Sorry, off topic, aber es passte grad :wink:

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo Inselchen

wer lesen kann, ist klar im Vorteil !

Danke erst mal für die nette „Begrüssung“… Ich hab mir eigentlich viel Mühe gegeben bei Deinem Posting und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Du Dich tierisch angegriffen fühlst… Das ist aber KEINESFALLS mein Ziel. Ich wollte Dir helfen, weil Du darum gebeten hast. Ich verstehe nicht ganz, wie jemand so patzig reagieren kann, wenn es doch offensichtlich ist, dass ich mir mit dem Posting viel Mühe gegeben habe. Ausserdem bist ja nicht nur Du es, die meine Antwort lesen wird - nimm doch nicht alles so persönlich. Beim Schreiben eines Artikels denke ich immer daran, dass es u.U. mal jemanden gibt, der den Artikel im Archiv findet und eben in dem Fall nicht so viel Ahnung hast, wie Du.

  1. Wir haben den armen Hund NICHT aus dem Urlaub mitgebracht !
    Er stammt aus dem hiesigen Tierheim !

Denkst Du im Ernst, das spiele für den Hund eine Rolle? Im Gegenteil, die „Hände, durch die er gereicht wurde“ waren nur einige mehr als ich geglaubt habe…

  1. Dieses Tierheim arbeitet mit einem Tierheim in Italien
    zusammen, und holt von dort immer wieder Hunde (und
    unterstützt auch Kastrationsaktionen vor Ort usw. - es geht
    nicht nur um das Herholen).Es ist kein planloses Importieren
    von Hunden, die spontan am Strand aufgelesen werden ! Es sind
    auch „Inländer“ in dem TH.

Schön für das Tierheim… - was das allerdings mit meiner Antwort zu tun hat weiss ich jetzt nicht genau. Ich finde da den Zusammenhang nicht ganz. Willst Du Dich irgenwie verteidigen? Warum? Weshalb führst Du Dich auf, als ob man Dir dermassen auf den Schlips getreten sei?

  1. Wir wollten ihn nicht „retten“, wir wollten einen Hund aus
    dem Tierheim, haben viele TH’s besucht und IHN eben ins Herz
    geschlossen. Und dann haben wir ihn noch mehrere Wochen lang
    als Gassihund kennengelernt, eben damit wir prüfen konnten, ob
    wir miteinander klarkommen, soweit man das in so kurzer Zeit
    kann (übrigens auf meinen Wunsch hin - das TH hätte ihn
    schneller an uns vermittelt).

Alles gut und schön, aber wie gesagt, ich brauche keine Entschuldigung / Rechtfertigung. Ich versuchte lediglich aus der Sicht des Hundes zu zeigen, wie er das Ganze aufgefasst haben könnte. Ich bezweifle nicht, dass Ihr es Euch gut überlegt habt, bevor ihr den Hund geholt habt. Hey, cool bleiben Inselchen, Du wolltest Tipps, ich hab Dir einige gegeben. Niemand befielt Dir auch danach zu handeln.

  1. Wir waren in der Hundeschule (in verschiedenen, bis wir
    eine passende gefunden haben, weil wir Schäferhunddrill mit
    Schlägen als Erziehungsmittel ablehnen). Er kennt den
    Grundgehorsam und ist in bekannter Umgebung vollkommen
    gelassen, ABER er hat eben Probleme in gewissen Situationen -
    da bricht dann der Straßenhund durch und er „vergißt“ uns
    Menschen einfach. Sowohl die Trainerin als auch der Tierarzt
    meinen, unser Verhältnis ist bestens, aber diese Restangst
    wird bleiben.

Das mit dem „er vergisst uns Menschen einfach“ ist genau das, was ich versucht habe zu beschreiben und dann auch aufzuzeigen, wie man das besser in den Griff kriegen könnte. Und wenn Du mit Tierarzt und Trainerin sowieso schon einig bist und offenbar keine Ratschläge mehr haben willst… wieso stellst Du denn die Frage hier im Forum? Oder willst Du eben nur hören: „Ja, Du kannst nichts anderes mehr tun?“

  1. Wir vermenschlichen den Hund nicht, es ist auch nicht mein
    erster Hund. Wenn er Angst hat, wird er beispielsweise nicht
    getröstet - ein bißchen Ahnung von Hunden habe ich nun
    wirklich :wink:

Umso besser - genauso habe ich mein Posting auch geschrieben. Du brauchst mir nichts zu beweisen. Half es Dir eben nicht, so vergisst Du es und ich hab mir die Mühe halt umsonst gemacht. Null Problemo.

Ein Hintergrund meiner Frage war, dass er manchmal tatsächlich
ruhiger reagiert, wenn er mit bekannten Hunden unterwegs ist
und es zu einer Problemsituation kommt. Der jeweilige Kumpel
scheint ihn dann abzulenken.

Wie wäre es dann, wenn Du den Kumpel mal „ausleihen“ würdest für ein paar Tage, z.B. wenn die Besitzer in Urlaub fahren? Evtl. ist es ja die richtige Lösung für ihn, das habe ich ja auch so geschrieben. Möglicherweise werdet ihr alle ja mit einem zweiten Hund glücklich, dann ist ja alles in Butter.

Dein Posting ist sehr lang und hat dich viel Zeit gekostet,
aber leider hast du dich viel zu sehr in die Nummer „da fragt
wieder so ein unfähiger Hundeverhätscheler“ hineingesteigert,
und das ist ärgerlich und in meinem Falle sowas von falsch !
Nix für ungut!

Wie gesagt, ich glaube, Du siehst da etwas in meinen Worten, das gar nicht wirklich da ist - das Posting war keinesfalls so gemeint und ich hatte auch gar nicht den Eindruck mit jemandem zu sprechen (äh schreiben) der keine Ahnung hat und seinen Hund verhätschelt. Schade, dass Du meine Mühe eher als ärgerlich betrachtest.

Gruss,

Semiramis

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Hallo Inselchen,

unser Hund ist schon seit 2 Jahren bei uns, und sowohl
Hundeschule als auch Tierarzt gehen davon aus, dass die
Restunsicherheit bleiben wird. Das kommt sicher auf die
Vorgeschichte an. Schön, dass dein Hund sich gefangen hat, wie
gesagt, wir arbeiten seit 2 Jahren daran und es hat sich im
übrigen sehr vieles gebessert.

Schade,das die Restunsicherheit bleiben wird. :0(

Was raten dir der Tierarzt und der Trainer?Raten sie euch auch zu einen Zweithund?

LG Biene

Hallo nochmal,

Schade,das die Restunsicherheit bleiben wird. :0(

So ganz habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, wir arbeiten auch permanent mit dem Hund. Ich denke, es liegt an der Vorgeschichte. Er hat zum Beispiel Probleme mit Traktoren, Bussen und Autos mit Anhängern - da er einen offensichtlich unbehandelten Beinbruch hatte (Bein ist krumm zusammengewachsen) vermuten wir, dass er von einem solchen Fahrzeug angefahren wurde. Andere Unsicherheiten sind im Alltag nicht sooo schlimm, viele Hunde haben ja Angst vor Knall und lauten Geräuschen (auch nur ein Beispiel, er hat noch mehr „Angstsituationen“)- da versteckt er sich dann einfach unter der Eckbank. Er tut uns natürlich leid, wenn er so daliegt und zittert, aber man soll ihn ja auch nicht trösten. Wir können einfach nur an unserer Bindung weiter arbeiten.

Was raten dir der Tierarzt und der Trainer?Raten sie euch auch
zu einen Zweithund?

Die Hundeschule hat Ferien, den TA habe ich noch nicht befragt. Der eventuelle Zweithund soll nicht ausschließlich für unseren jetzigen dazukommen, das habe ich vielleicht falsch ausgedrückt. Wir stellen es uns auch sehr schön vor, mit zwei Hunden zu leben - kurz gesagt.

Ich werde auf jeden Fall auch noch mit Experten im echten Leben reden, hier wollte ich nur zusätzliche Anregungen einholen - und ich habe ja gute Ansätze bekommen *freu*.

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo Inselchen,

wer lesen kann, ist klar im Vorteil !

Dein Posting ist sehr lang und hat dich viel Zeit gekostet,
aber leider hast du dich viel zu sehr in die Nummer „da fragt
wieder so ein unfähiger Hundeverhätscheler“ hineingesteigert,
und das ist ärgerlich und in meinem Falle sowas von falsch !

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Du Semiramis so anfährst. Es ist auch für Hundeexperten viel Nützliches in ihrem Posting zu finden. Oft hilft es sehr, die Beschreibung eines Außenstehenden zu lesen. Und selbst wenn gar nichts auf Dich zutrifft - dann kannst Du diese Punkte schon mal abhaken. Wenn Du alles 100% richtig machen würdest, hättest Du kein Problem mit Deinem Hund.

Eine Entschuldigung fände ich angebracht, das ist aber nur meine Meinung als User.

Gruß,

Myriam

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Hallo Inselchen,

es sind sicher tolle Hunde, für die sich jede Mühe lohnt, nur sind sie eben nicht immer so ganz einfach. Jedenfalls wünsche ich Euch noch viel Spaß mit dem Burschen!

Gruß

Nick

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Hallo Inselchen,

ich gebe zu, ich habe nicht alle Antworten gelesen, die du schon bekommen hast…

Aber viele sagen, du sollst die Finger vom Zweithund mit ungewisser Vergangenheit lassen - ich stimme zu. Einen Welpen willst du nicht und ist sowieso nicht so eine gute Idee, weil der sich ja am erwachsenen Hund orientieren würde und du damit mit großer Wahrscheinlichkeit das Problem duplizierst…

Also ich denke es ist am Besten eineN regelmäßigen MitspaziergängerIn zu finden, mit entsprechendem Hund… oder mehrere… *grins*

Aber was DU machen kannst, ist weiter am Selbstbewußtsein des Hundes arbeiten, am Vertrauen zu dir und zu desensibilisieren, wenn du ein bestimmtes Muster erkennst, wann dein Hund unsicher ist.
Generell aber speziell im Urlaub darauf achten, daß der Hund genügend Ruhezeiten hat. Oft sind Hunde im Stress und reagieren komisch, wenn einfach zu viel los ist und sie nicht genügend ungestörten Schlaf bekommen. Kauen ist gut gegen Stress also gerade im Urlaub viel Knochen, Dentasticks oder ähnliches geben (ist aber kein Ersatz für genügend Ruhezeit!!).

Ich weiß nicht ob du es geschrieben hast, aber kann es vielleicht sein, daß ihn eure Urlaubsgegend an sein früheres Leben erinnert hat?

Ihr habt schon viel geleistet und ich finde es toll, daß ihr einem Streuner ein gutes Zuhause gegeben habt und nicht an „kleinen“ Problemen verzweifelt sondern nach guten Lösungen sucht!

Liebe Grüße
Christine

P.S. Ich habe 6 Hunde, 5 davon mit mehr oder weniger traumatischer Vergangenheit. Es gibt immer noch Veränderungen, der Prozess ist niemals abgeschlossen. Manche Dinge mögen bleiben, aber es ist nicht voraus zu sehen.