Kater 'renoviert' nachts heimlich

Hallo,

seit einer Woche besitzen wir einen neun Jahre alten Kater. Der Vorbesitzer hat ihn zu uns gegeben, weil er zu wenig Zeit für ihn hatte.
Eigentlich ist Bernie ein lieber Kerl, aber er akzeptiert keinen Kratzbaum. Statt dessen reißt er nachts klammheimlich die Tapeten von den Wänden. Da wir ihn nie erwischen, haben wir keinerlei Handhabe gegen ihn. Hat jemand eine Idee?

Viele Grüße,

Annette.

Da wir ihn nie erwischen, haben
wir keinerlei Handhabe gegen ihn. Hat jemand eine Idee?

Hi!

Ich finde das lustig, das Menschen Tiere immer wie Menschen behandeln wollen. Und sich dadurch dem Tier unterwerfen.

Naja, jeder wie er meint.

Ich würde das Tier des Nachts in eine Kiste stecken. Nach ein paar Tagen würd ich es dann mal wieder draussen schlafen lassen, wenn die Tapete wieder fehlt dann wieder ab in die Kiste.

Grüße
Dusan

Ich würde das Tier des Nachts in eine Kiste stecken. Nach ein
paar Tagen würd ich es dann mal wieder draussen schlafen
lassen, wenn die Tapete wieder fehlt dann wieder ab in die
Kiste.

Abgesehen davon, dass dies vermutlich dem Tierschutzgesetz widerspricht (keine artgerechte Haltung) wird es auch nicht funktionieren. Das Tier hat keine Möglichkeit, das Eingesperrtsein mit dem „Verbrechen“ zu verknüpfen, wenn die Strafe nicht innerhalb von ein paar Sekunden auf das Vergehen folgt.

Gruß,

Myriam

Hallo,

schwierig, wenn der Kater nur in Eurer Abwesenheit kratzt. Es ist durchaus möglich, dass es keine wirkliche Lösung für das Problem gibt (außer Rauputz :wink:.

Einige Vorschläge:

  • mehr, attraktive Kratzgelegenheiten. Wenn er an die Tapete geht, findet er evtl. ein Kratzbrett an der Wand besser als einen Baum
  • Kratzbäume sollten groß genug sein, dass die Katze sich daraun aufrichten kann.
  • Kratzgelegenheiten durch Katzenminze/Baldrian attraktiver machen
  • angekratzte Stellen an der Tapete möglichst schnell überstreichen, da Tapetenfetzen die Sache noch verführerischer machen
  • Kratzen ist Markierungsverhalten. Daher kann auch z.B. ein Feliway-Stecker helfen (gibt es beim Tierarzt)

Hier ist ein sehr guter Artikel über Kratzmarkieren, leider nur in Englisch verfügbar. Ich bin gerade dabei, die Artikel auf der Seite nach und nach zu übersetzen.
http://www.maxshouse.com/understanding_scratching.htm

Gruß,

Myriam

Ich würde das Tier des Nachts in eine Kiste stecken. Nach ein
paar Tagen würd ich es dann mal wieder draussen schlafen
lassen, wenn die Tapete wieder fehlt dann wieder ab in die
Kiste.

Abgesehen davon, dass dies vermutlich dem Tierschutzgesetz
widerspricht (keine artgerechte Haltung) wird es auch nicht
funktionieren.

Wieso nicht. Die Leute nehmen ihre Tiere ja auch stundenlang im Fahrzeug mit, da sind die Katzen auch in einer Kiste eingesperrt. Tagsüber kommt sie ja raus.

Das Tier hat keine Möglichkeit, das
Eingesperrtsein mit dem „Verbrechen“ zu verknüpfen, wenn die
Strafe nicht innerhalb von ein paar Sekunden auf das Vergehen
folgt.

Das hab ich schon mal gehört. Es ist also so, dass sich eine Katze ein Fehlverhalten des Menschen bis in alle Ewigkeiten merken kann, eigene Taten aber sofort vergisst. Sonst würde es ja reichen wenn man die Katze am Schlafittchen nimmt, zur Tapete geht und mal ordentlich schimpft.

Nönö, ich würde mir von einem augenscheinlich intelligenten Tier nicht am Kopf rumtanzen lassen. Wer die Wohnung nicht ehrt wird in die Kiste gesperrt!

Grüße
Dusan

Wieso nicht. Die Leute nehmen ihre Tiere ja auch stundenlang
im Fahrzeug mit, da sind die Katzen auch in einer Kiste
eingesperrt.

Aber doch wohl nicht jeden Tag, oder?

Ich widerspreche ja gar nicht, dass Einsperren bei Nacht sicherlich ein erfolgreiches Rezept zum Verhindern von nächtlichem Tapetenkratzen ist. Allerdings ist ziemlich sicher, dass die Katze daraus nichts lernen wird, und auch nicht kann. Da das Einsperren Stress verursacht, wird es vermutlich eher einen negativen Effekt haben, z.B. vermehrtes Kratzen, Unsauberkeit, Misstrauen dem Besitzer gegenüber, usw.

Das hab ich schon mal gehört. Es ist also so, dass sich eine
Katze ein Fehlverhalten des Menschen bis in alle Ewigkeiten
merken kann, eigene Taten aber sofort vergisst. Sonst würde es
ja reichen wenn man die Katze am Schlafittchen nimmt, zur
Tapete geht und mal ordentlich schimpft.

Worte wie „Fehlverhalten“ usw. haben in diesem Zusammenhang keinen Platz.

Katzen lernen durch Verknüpfung, und das klappt nur dann, wenn Handlung und Belohnung/Bestrafung kurz aufeinander folgen.

Ich trete der Katze auf den Schwanz = es tut weh = die Katze verknüpft den Schmerz mit der Situation und wird mir für eine Weile aus dem Weg gehen.

Ich komme morgens ins Wohnzimmer und finde es katzengerecht renoviert vor = ich sperre die Katze die nächste Nacht in eine Kiste = die Katze wird versuchen, mir abends aus dem Weg zu gehen, damit ich sie nicht einsperren kann.

Es bringt nichts, das Verhalten der Katze nach menschlichem Maßstab zu bewerten. Lies mal ein bißchen über Konditionieren, positive und negative Verstärkung usw. nach. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden.

Gruß,

Myriam

Ich komme morgens ins Wohnzimmer und finde es katzengerecht
renoviert vor = ich sperre die Katze die nächste Nacht in eine
Kiste = die Katze wird versuchen, mir abends aus dem Weg zu
gehen, damit ich sie nicht einsperren kann.

Das hat was, muss ich zugeben. Dann muss ich halt mal eine Nacht für das geliebte Tier opfern und mich auf die Lauer legen.

Grüße
Dusan

Don’t feed the Troll!!! LAsst den Kerl sabbeln, der will garantiert nur provozieren!

Hallo Myriam,

Danke für die zahlreichen Tipps. Ich habe gerade einmal im Internet nach Feliway geschaut. Ist leider ganz schön teuer. Für den Dauergebrauch zu teuer, würde ich sagen. Würde Fernhaltespray evt. auch etwas nützen?
Bernie kratzt in der gesamten Wohnung an immer wieder neuen Stellen. Ich müsste also jeden Morgen einen Rundgang mit dem Farbeimer machen. Der Vorbesitzer hat mittlerweile eingeräumt, dass er das schon immer gemacht hat und keine „legale“ Kratzmöglichkeit akzeptiert. Dazu kommt, dass er ständig unsere Kleiderschränke ausräumt und nachts im Flur vor meiner Schlafzimmertür sitzt und wahnsinnig laut miaut. Der Vorbesitzer hat ihn mit ins Bett genommen. Ich möchte es auf keinen Fall. Die letzten Nächte habe ich ihn in die Küche gesperrt, da ich sonst keinen Schlaf fand.

Wir halten nächtliches Einsperren nicht für die Dauerlösung, zumal er die Küche dann imer noch verwüstet. Nächtliches Aussperren nach draußen erscheint mir auch nicht richtig, da es bald kälter wird. Der Vorbesitzer wollte ihn sogar ins Tierheim bringen. Da Bernie eigentlich ein ganz netter Kerl ist, würden wir ihn gerne behalten.

Viele Grüße,

Annette.

Hallo,

Danke für die zahlreichen Tipps. Ich habe gerade einmal im
Internet nach Feliway geschaut. Ist leider ganz schön teuer.
Für den Dauergebrauch zu teuer, würde ich sagen.

12 EUR/Monat.

Würde
Fernhaltespray evt. auch etwas nützen?

Nein. Erstens bringen die sowieso nichts, und zweitens müsstest Du ja die ganze Wohnung einsprühen.

Der
Vorbesitzer hat ihn mit ins Bett genommen. Ich möchte es auf
keinen Fall.

Hier hast Du Deine Antwort auf die Frage, warum das Verhalten jetzt so eskaliert ist. Nicht nur kratzt er sowieso an Möbeln, er hat jetzt auch noch zusätzlichen Stress durch Ortswechsel und Verlust von Privilegien.

Versuche es mit den erwähnten Lösungsansätzen, aber ich sehe da keine guten Chancen. Eine weitere Variante, aber in D nicht leicht zu bekommen sind Soft Paws: http://www.softpaws.com/default.htm. Ansonsten bleibt nur Rauputz oder ein neues Zuhause, bevorzugt mit Freigang.

Gruß,

Myriam

Ich komme morgens ins Wohnzimmer und finde es katzengerecht
renoviert vor = ich sperre die Katze die nächste Nacht in eine
Kiste = die Katze wird versuchen, mir abends aus dem Weg zu
gehen, damit ich sie nicht einsperren kann.

Das hat was, muss ich zugeben. Dann muss ich halt mal eine
Nacht für das geliebte Tier opfern und mich auf die Lauer
legen.

… vieler Menschen ist, die Intelligenz der Tiere zu unterschätzen… (bzw. ihre eigene zu überschätzen ;o)) Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass eine Nacht reichen wird ?

Gruß H.

Grüße
Dusan

Hallo Ihr Lieben,

ich habe das hier jetzt alles mal durchgelesen und festgestellt, daß einige Ihre Katzen wie Kinder aufziehen.
Wer sagt, daß Katzen nicht den Zusammenhang zwischen Fehlverhalten und Strafe kennen, nur weil sie später für eine Tat bestraft werden ?
Mein Beispiel:
Mein Kater hat sich immer an der Textiltapete zu schaffen gemacht, hangelte sich bis unter die Decke und hatte viel Freude an den Fäden. Selbst wenn ich Stunden später mit ihm an den Tatort schritt, zog er den Schwanz ein. Glaubt mir, nach der ersten Ermahnung wissen die das. Unterschätzt nicht die Inteligenz der Katzen.

Ein anderer meiner Kater wurde einfach nicht stubenrein. Sofa, Teppich, Stühle, Decken…alles vollgesch… Wir waren am Verzweifeln, bis wir Ihn übers Wochenende ins Badezimmer sperren mußten (natürlich unter Aufsicht der Schwiegermutter), weil wir verreist waren. Aber das muß ein heilbarer „Schock“ gewesen sein. Danach war alles super.

Lacht nicht, aber ich habe mich selbst am Kratzbaum meines Katers zu schaffen gemacht, bis er vor lauter Eifersucht, Habsucht oder wie auch immer, angefangen hat, daran rumzukratzen.

Hartnäckig bleiben und nicht unterkriegen lassen, auch wenn es für Euch mal eine Nachtschicht mehr gibt.

LG DER BERND

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

… vieler Menschen ist, die Intelligenz der Tiere zu
unterschätzen… (bzw. ihre eigene zu überschätzen ;o)) Du
glaubst doch nicht ernsthaft, dass eine Nacht reichen wird ?

Wieso denn nicht? Die Katze bekommt die Strafe auf die Tat, kann den Zusammenhang herstellen…

Aber ich lese oft, Katzen machen Dinge aus Protest. Für Protestgedanken muss ich aber eine Art Intelligenz haben, sonst komm ich auf sowas nicht. Also ganz so blöd können Katzen auch nicht sein. Weiters behaupten die Leute, die Katze besitzt sie. Sie sind Diener der Katze, Dosenöffner usw. Ich find das lächerlich.
Beherrscht zu werden von einem Tier, ha!

Ich bin am Land aufgewachsen, mit 3-5 Katzen im und ums Haus. Da hat keine beherrscht. Zumindest nicht die Menschen.
Und auch keine die Tapeten abgekratzt.

Grüße
Dusan

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Die Konsequenz
Hallo noch einmal,

folgendes trug sich heute vor ca. einer Stunde zu:

Ich rief bei Bernies Ex- Besitzern an, um mich zu erkundigen, wie sie im Falle solcher Vergehen wie Tapeten abreißen reagierten.

Ich hatte das Gefühl, dass er durchaus verstand, dass ich meinen Unmut über neuerliche Verwüstungen mitteilte. Plötzlich rannte er ins Wohnzimmer und kratzte demonstrativ das erste Mal direkt vor unseren Augen an einer gut sichtbaren Stelle ein ordentliches Stück herunter. Mein Sohn schimpfte ihn aus und schickte ihn nach draußen.
Die Vorbesitzerin bekam dies mit und teilte mir mit, dies sei bei ihr grundsätzlich die Konsequenz gewesen: Raus an die frische Luft. Danach habe er sich mehr Mühe bezüglich seines Benehmens gegeben, spätestens wenn es ihm draußen zu kalt wurde.

Viele Grüße,

Annette.

Die Vorbesitzerin bekam dies mit und teilte mir mit, dies sei
bei ihr grundsätzlich die Konsequenz gewesen: Raus an die
frische Luft. Danach habe er sich mehr Mühe bezüglich seines
Benehmens gegeben, spätestens wenn es ihm draußen zu kalt
wurde.

Hatte er denn früher Freigang und jetzt bei Dir nicht mehr?

Gruß,

Myriam

Hallo,

ich habe das hier jetzt alles mal durchgelesen und
festgestellt, daß einige Ihre Katzen wie Kinder aufziehen.
Wer sagt, daß Katzen nicht den Zusammenhang zwischen
Fehlverhalten und Strafe kennen, nur weil sie später für eine
Tat bestraft werden ?

Du widersprichst Dir selbst, merkst Du das nicht? Zuerst beschwerst Du Dich, dass Leute hier ihre Katzen vermenschlichen. Im nächsten Satz unterstellst Du den Katzen menschliche Einsicht in ihr Verhalten.

Es geht hier nicht darum, Katzen wie Kinder zu verhätscheln, sondern um zielführende Hilfe bei Verhaltensproblemen. Und Strafe mehrere Stunden nach dem „Verbrechen“ ist eben nicht zielführend, weil das Tier keine Chance hat, die Strafe mit dem Verbrechen zu verknüpfen und sich demnach das Problem nicht verbessern wird.

Gruß,

Myriam

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you made my day

Plötzlich rannte er ins Wohnzimmer und kratzte demonstrativ das erste
Mal direkt vor unseren Augen an einer gut sichtbaren Stelle
ein ordentliches Stück herunter. Mein Sohn schimpfte ihn aus
und schickte ihn nach draußen.

perfekt - wenn er raus will, muss er nur ein bisschen an der Wand kratzen …

dies sei bei ihr grundsätzlich die Konsequenz gewesen: Raus an die
frische Luft.

*gröhl*

SIE dachte : zur Strafe muss er raus !! Und da kann er sich dann mal Gedanken über sein Fehlverhalten machen !!

ER dachte : geil, die alte hats endlich kapiert, dass ich rausmöchte

Danach habe er sich mehr Mühe bezüglich seines
Benehmens gegeben, spätestens wenn es ihm draußen zu kalt
wurde.

und somit hat mal wieder das Tier über den vermeintlich schlauen Menschen geherrscht und ihn blitzartig erzogen :o)

… ich schmeiss mich weg :o)

Gruß H.

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Tja, Myriam,

bei mir hat es geklappt.
War auch nur mein Tip dazu.

Ein schönes Wochenende wünscht
DER BERND

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Myriam,

Bernie war immer ein Freigänger und durfte auch bei mir schon am dritten Tag nach draußen. Er wollte allerdings nicht so recht, da ihm vor unserer Veranda ein streitsüchtiger Rivale auflauerte. Er versperrt ihm ganz gerne den Weg nach Hause und legte sich sogar einmal ganz unverschämt in Bernies Katzenhöhle auf der Veranda.

Ich persönlich denke, dass sich die Probleme hier legen, sobald die Tiere ihre Rivalitätsstreitigkeiten ausgetragen haben und sich unser Kater integriert hat.

Viele Grüße,

Annette.

Ich persönlich denke, dass sich die Probleme hier legen,
sobald die Tiere ihre Rivalitätsstreitigkeiten ausgetragen
haben und sich unser Kater integriert hat.

Das trägt vermutlich dazu bei, das ist richtig. Aber nach der Beschreibung oben muss ich der Vorrednerin zustimmen: die Vorbesitzer haben Bernie fürs Tapetenkratzen belohnt und das Verhalten damit bestärkt. Diese Verknüpfung bekommst Du nie wieder weg. Daher wäre es vermutlich hilfreich, wenn Bernie z.B. eine Katzentür hätte, so dass er jederzeit raus kann.

Gruß,

Myriam