Hallo!
Ich habe mal eine Frage an Euch Experten!
Uns ist vor zwei Monate eine Katze zugelaufen, laut der Tierärztin war sie damals ca. 5-6 Wochen alt und total verwildert (verwurmt, verfloht). Wir haben sie aufgepäppelt und nach einigem Hin- und Herüberlegen (es ist uns derzeit nur Wohnungshaltung möglich) behalten.
Mittlerweile geht es ihr sehr gut, sie fühlt sich offensichtlich wohl und hat auch eine gute Beziehung zu uns entwickelt (sie weckt uns z.B. nachts durch ihr lautes Schnurren und Köpfchengeben).
Allerdings ist sie erstens unter der Woche viel alleine (Arbeit halt) und zweitens ist sie sehr schreckhaft (manchmal reicht es, dass man aufsteht, schon saust sie unter den Sessel) und fremdelt, sobald mehr als zwei Leute im Raum sind.
Wir haben jetzt überlegt, ihr sozusagen einen Beschützerbruder und Spielkameraden an die Seite zu stellen. Möglichst gleichalt. Wenn man sich umschaut, werden Katzen auch kaum allein vermittelt, zwei Katzen scheint doch die bessere Lösung zu sein.
Wir (oder vielmehr ich) machen uns jetzt aber Gedanken - kann es sein, dass der Schuss nach hinten losgeht und wir sie dann gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, dass sie noch scheuer wird, uns das niemals verzeiht?
Auf der anderen Seite denke ich - ihr fehlt einfach eine Art Sozialisierung, sowohl mit Menschen als auch mit Katzen, da sie ja schon so früh allein und auf sich selbst gestellt war (sie hat z.B. ein Stofftier zur Ersatzmami erkoren, uns bricht es schier das Herz, wenn wir das sehen. Sie sollte sich an ein lebendes Tier lehnen.) und anscheinend Dinge passiert sind, die ihr Vertrauen ziemlich zerstört haben. Das Beste wäre dann doch, wenn sie von nun an gute Erfahrungen macht. Oder ist es dafür schon zu spät?
Ich wäre sehr sehr dankbar für Ratschläge und Meinungen
und beantworte auch gerne Fragen!
Liebe Grüße
ash
wir haben seinerzeit zu unserer sehr neugierigen und `Weltoffenen´ erwachsenen Katze ein kleines dazu gesucht (war allerdings schon aus zwieter Hand und sicher zu früh von der Mutter weggekommen. Dieses Katerchen fremdelt Erwachsenen gegenüber auch furchtbar, es wird langsam weniger (ist jetzt 2 Jahre), ist aber doch auffällig.
Die ältere Katze hat er aber von Anfang an gemocht (die Katz ihn nicht), so dass ich bei einem jungen Tier davon ausgehen würde, dass es sich mit einem Gleichalten zusammerauft - aber jede Katz ist anders, man weiß nie genau, wie sie reagieren werden.
Aber gerade im Urlaub, wenn die Katzen nur von Bekannten gefütter werden, sonst aber alleine sind, bin ich ganz froh, dass sie wenigstens sich gegenseitig zum spielen haben.
Klar! Zweitkatze ins Haus!
Warum nicht?
Die Chancen sind gut, dass die sich verstehen!
Die Kleene ist ja noch jung!
Habe selbst zwei Orientalisch-Kurzhaar-Kater, und könnte mir nicht vorstellen, nur einen zu haben. Man ist ja auch arbeiten, einkaufen, geht aus. Und dass Katzen Einzelgänger sind, ist ein Märchen!
zwei Katzen zu halten ist auf jeden Fall empfehlenswert, gerade wenn du viel arbeiten bist. Und die Katzen werden sich nach spätestens zwei Wochen super verstehen. Allerdings solltest Du dann deine Wohnung Katzensicher machen, d.h. alles was kaput gehen könnte wegschließen, glaube mir die kommen auf die verrücktesten Ideen.
Wende dich doch mal an ein Tierschutzverein oder Tierheim, die können dich beraten und dir bei der Tiersuche helfen.
kann mich den anderen nur anschließen. Nimm eine Zweitkatze dazu. Wir haben uns
auch dazu entschieden und haben nur gute Erfahrungen gemacht. Unser bis dahin
alleinlebender Orientalkater war von Anfang an völlig begeistert von seinem
neuen Mitbewohner. Er ist durch den Zweitkater viel ruhiger und ausgeglichener
geworden. Früher waren mein Freund und ich seine einzigen Spielkameraden und das
konnte für uns auch schon mal nervig werden, weil Kater Nr. 1 extrem verspielt
war (und immer noch ist). Jetzt hat er seit fast 3 Jahren seinen kleinen Kumpel
und die beiden sind dicke Freunde.
solche Sachen wie „das wird uns die Katze niemals verzeihen“ sind fehl am Platze und Interpretationen von Katzenverhalten nach menschlichen Maßstäben.
Die Katze hat vermutlich bis sie gefunden wurde keinen bzw. keinen positiven Menschenkontakt gehabt und ist daher relativ scheu. Ich habe 2 Kater, die erst mit 4 Monaten eingefangen wurden. Nach 6 Jahren geduldigen Wartens meinerseits saß der eine Kater erstmalig auf meinem Schoß. Er hat sicherlich nie etwas Schlechtes mit Menschen erlebt, aber eben als Jungtier gar keinen Menschenkontakt gehabt.
Einzelhaltung von jungen Katzen in der Wohnung ist keine gute Idee. Um so schlimmer für eine Katze, die nicht richtig auf Menschen geprägt ist. Mit einer gut sozialisierten gleichaltrigen Katze tut ihr dem Tier mit ziemlicher Sicherheit einen großen Gefallen. Nehmt ein gleichgeschlechtliches, in etwa gleichaltes Tier, das körperlich weder stark überlegen noch stark unterlegen ist. Wenn Ihr eine Katze wählt, die gut auf Menschen geprägt ist, dann schaut sich das scheue Tier evtl. auch einiges ab.
An alle, die bisher geantwortet haben
Vielen lieben Dank für Eure Meinungen und meine Güte sind die einheitlich! Wie schön!
Wir sind ja eigentlich total für eine Zweitkatze oder vielmehr einen -kater, waren letzte Woche sogar schon in einem Tierheim, aber irgendwie haben uns dann doch die Zweifel gepackt, weil unsere Kleine halt so schreckhaft ist.
Aber wenn ich höre, dass es bei anderen Tieren 2 Jahre gedauert hat, bis sie das erste Mal auf den Schoß gesprungen sind, dann ist unsere Süße ja doch kein Härtefall. Die kann, wenn sie es gerade will, nämlich sehr verschmust sein.
Wir werden es einfach wagen, denke ich.
Wenn sie sich an so komische grobmotorische Riesen gewöhnt hat, wird sie sich auch an ein weiches mal schnurrendes mal fauchendes Etwas gewöhnen.
Drückt uns die Daumen, dass wir bald einen passenden Spielgefährten finden.
Tausend Dank und liebe Grüße
ash
Wir sind ja eigentlich total für eine Zweitkatze oder vielmehr
einen -kater
Bei Wohnungskatzen, vor allem wenn sie jung zusammen kommen, sind gleichgeschlechtliche Paare die bessere Alternative. Kater und Katzen haben ein völlig unterschiedliches Spielverhalten. Kater haben totalen Spaß daran, sich gegenseitig aufzulauern und z.B. den anderen zu überfallen, wenn der gerade um die Ecke oder aus dem Katzenklo kommt. Viele Weibchen sind davon absolut genervt. Kätzinnen spielen oft lieber mit Gegenständen als Kater. Kater raufen sehr gerne, Kätzinnen eher nicht.
Natürlich hängt viel von der persönlichen, individuellen Veranlagung der einzelnen Tiere ab, aber man sollte diese Tatsachen nicht unbedacht lassen. Eure Vorstellung von einem „großen Bruder, bei dem sie sich anlehnen kann“ sind stark vermenschlichtes Denken, so wird Eure Katze eher nicht empfinden.
Ein neuer Wohnungsgenosse ist erstmal eine Veränderung, was je nach bisherigen Erfahrungen der Katze eine Bedrohung darstellen kann. Je aufdringlicher die Zweitkatze ist, desto schlimmer. Körperliche Überlegenheit ist am Anfang auch schlecht. Bedenke, dass die beiden sich nur schlecht aus dem Weg gehen können. Am Anfang gibt es ziemlich sicher einige Raufereien, da wäre es schlimm, wenn einer viel stärker wäre als der andere.
Hallo Myriam
Ja, mir ist schon klar, dass das im Tiereich anders funktioniert als bei uns Menschen, aber m.E. manche Wendungen sind als Metaphern schon angebracht. Z.B. ist es ja schon so, dass Katzen nachtragend sind und es erst eine Weile dauert, bis sie einem „verzeihen“, dass man sie zum Tierarzt gebracht hat oder im Urlaub war.
Im Endeffekt ist es uns egal, von wem sie sich das tierische Verhalten abgucken kann. Das mit dem „Anlehnen“ habe ich übrigens keinesfalls seelisch gemeint, sondern rein körperliches Anlehnen/Kuscheln, das jetzt halt außer uns ein Stofftier übernimmt.
Mir wurde nur an anderer Stelle geraten deswegen lieber einen jüngeren oder gleichalten Kater zu nehmen, wiel die weniger zickig seien und daher eine Zusammenführung und auch ein späteres Zusammenleben leichter sei. Nach meiner Katzenerfahrung könnte das mit der Zickigkeit von Katzen schon stimmen, aber ehrlich gesagt ist einer der Hauptgründe für einen Kater ein eigennütziger, nämlich, dass die Kastration gemeinhin weniger problematisch verläuft.
Schlussendlich ist aber das Geschlecht nicht so entscheidend bei der Wahl. Wir werden ein Tier suchen, das für Wohnungshaltung geeignet ist und Menschen und anderen Katzen gegenüber aufgeschlossen ist und wenn’s dann schnackelt, ist’s egal, ob’s ein Kater ist oder eine Katze.
Thema Kastration
Kleine Anmerkung zum Thema Kastration … die Kastration einer Kätzin ist eine Standard-Operation und in der Regel völlig unproblematisch. Narkoserisiko ist immer da, ob Kater oder Kätzin. Der einzige Unterschied: beim Kater geht’s ein bisserl schneller. Also, keine Angst vor Katzendamen
Z.B. ist es ja schon so,
dass Katzen nachtragend sind und es erst eine Weile dauert,
bis sie einem „verzeihen“, dass man sie zum Tierarzt gebracht
hat oder im Urlaub war.
Das ist nur eine unklare, halbrichtige Auslegung der Tatsache, dass Tiere unangenehme Erfahrungen mit bestimmten Situationen, Personen oder Objekten verknüpfen.
Mir wurde nur an anderer Stelle geraten deswegen lieber einen
jüngeren oder gleichalten Kater zu nehmen, wiel die weniger
zickig seien und daher eine Zusammenführung und auch ein
späteres Zusammenleben leichter sei.
Kann ich nicht bestätigen. Ob die Zusammenführung klappt, wird bei Euch davon abhängen, inwieweit die Erstkatze schon von Artgenossen dissozialisiert ist. Daher am besten ein Tier wählen, das mit Artgenossen sehr verträglich, gut auf Menschen geprägt und nicht dominant oder körperlich deutlich über-/unterlegen ist.
dass die Kastration
gemeinhin weniger problematisch verläuft.
Kann ich ebenfalls nicht bestätigen. Kastration des Katers ist etwas preiswerter, OP-Zeit etwas kürzer, es müssen keine Fäden gezogen werden. Vollnarkose muss bei beiden sein, Kater und Katzen sind nach 2 Tagen wieder fit, ich sehe keinen praktischen Unterschied.
Schlussendlich ist aber das Geschlecht nicht so entscheidend
bei der Wahl. Wir werden ein Tier suchen, das für
Wohnungshaltung geeignet ist und Menschen und anderen Katzen
gegenüber aufgeschlossen ist und wenn’s dann schnackelt, ist’s
egal, ob’s ein Kater ist oder eine Katze.
Prinzipiell nicht falsch. Wenn es aber mehrere in Frage kommende Tiere gibt, rate ich zu einer Kätzin. Ansonsten könnten wir Dich demnächst wiedersehen mit dem Posting „Hilfe, mein Kater mobbt meine Kätzin“