Vorschriften bei Haltung von Kampfhunden

Hallo,
mein Freund und ich gehen nun schon seit 3 Wochen mit einem Hund aus dem Tierheim Gassi und spielen mit dem Gedanken, den Hund ein neues Zuhause bei uns zu bieten. Wir hatten bisher immer Hunde aus dem Tierheim. Sein Vorgänger ist vor 3 Monaten im Alter von 13 Jahren gestorben.

Bei unserem Favorieten handelt es sich um eine Kampfhundmischling. Irgendwas zwischen einem American Pittbull Terrier und Staffordshire Terrier.
Bisher habe ich um diese Rassen einen Bogen gemacht, aber der Hund aus dem Tierheim, Benny, ist so was von lieb und menschenbezogen, dass glaubt man kaum.
Er ist wirklich ein Schatz.

Nun stellt sich die Frage, was ist bei der Haltung eines solchen Hundes behördentechnisch zu beachten. Muss er irgendwo zusätzlich gemeldet werden? Kostet die Haftpflicht bei einem Kampfhund mehr? Kommen sonst noch Kosten hinzu, die bei einem „normalen“ Hund nicht wären. Muss ich als Halter mich irgendwo registieren lassen, etc. pp

Hat hier jemand Erfahrungen und Tipps für mich? Ach ja, ich komme aus Frankfurt am Main

Gruß
Sina

hallo,

infos ueber hundehaltung in frankfurt findest du hier:

http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2778&_m…

persoenliche kommentare zum „lieben kampfhund“ spar ich mir bis zum naechsten oxymoron-wettbewerb auf…

gruss
khs

Hallo,

zuerst der Link zum Landeshundegesetz Hessen:
http://www.hessenrecht.hessen.de/gesetze/310_Polizei…

Nun stellt sich die Frage, was ist bei der Haltung eines
solchen Hundes behördentechnisch zu beachten. Muss er irgendwo
zusätzlich gemeldet werden?

Ganz normal dort melden, wo alle Hunde gemeldet werden. Es ist allerdings mehr Papierkram beizubringen als bei einem nicht-„Kampfhund“.

  • Erlaubnis zur Haltung eines „gefährlichen“ Hundes (Voraussetzung dazu sind Volljährigkeit, keine Vorstrafen, Sachkundenachweis, Wesenstest für den Hund, Haftpflicht, Chip)

Kostet die Haftpflicht bei einem
Kampfhund mehr?

Wie ich die lieben Versicherungsunternehmen kenne, darf man wohl davon ausgehen.

Kommen sonst noch Kosten hinzu, die bei einem
„normalen“ Hund nicht wären.

Hundesteuer ist i.d.R. höher, Sachkundenachweis, Führungszeugnis, Wesenstest kosten alle Geld.

Muss ich als Halter mich irgendwo
registieren lassen, etc. pp

s.o.

Hat hier jemand Erfahrungen und Tipps für mich? Ach ja, ich
komme aus Frankfurt am Main

Bei positivem Wesenstest wird der Hund von Leinenzwang und Maulkorbzwang befreit. Ich rate Dir aber, Dich peinlich genau an die allgemein in Deiner Gegend geltenden Regelungen zur Leinenpflicht zu halten. Was ein Ordnungshüter bei Omas Teckel oder beim bissigen Schäferhund des Schützenbruders noch gerne durchgehen lässt, wird dem Besitzer eines Kampfhundes schneller mal übel genommen. Falls Du in einem Mehrfamilienhaus bzw. zur Miete wohnst: Prüfe Deinen Mietvertrag auf entsprechende Regelungen und sprich vorher mit den anderen Hausbewohnern.

Mache Dich darauf gefasst, dass Fremde (und auch Bekannte) Dich ansprechen und kritisieren. Menschen werden die Straßenseite wechseln, wenn Du mit dem Hund ankommst, Mütter werden ihre Kinder hektisch wegreißen, usw. Vielen Dank an die deutsche Panikjournaille und die Politiker, die Gesetzesvorschläge offenbar von der BLÖD-Zeitung ausarbeiten lassen.

Gruß & viel Glück mit Deinem Kampfschmuser,

Myriam

Huhu,

zu den Vorschriften hast du ja nun genug bekommen. Es wird etwas anstrengender, dass ist bei den Rassen eben so. Wäre wohl besser wenn es bei allen Hunden so wäre, würden sich viele Deppen wohl keinen Hund zulegen…
Nur wollte ich dir auch noch kurz naja die Vorwarnung geben, dass du eher auf Ablehnung stoßen wirst. Leider sind die meisten Deutschen naja Bildorientiert und glauben allem was im Fernsehen gesagt wird. Dein Hund kann noch so lieb sein, hast du ein solches Tier an der Leine hast du eine wahnsinnig hohe Verantwortung. Eine größere als mit jedem anderen Hund. Ich kenne das, ich hatte eine Staffordhündin in Pflege. Keiner wird so schnell ankommen und deinen Hund streicheln wollen (kann eigentlich nur von Vorteil sein) und leider passiert es häufig das man sich beschimpfen lassen muss. Sei dir also vorher im Klaren darüber, dass du dann zu deinem Hund stehen musst. Ich will ihn dir nicht ausreden, ich finde es toll, dass du einem solchen Hund ein Zuhause geben willst. Ich liebe diese Hunde und freue mich über jeden glücklichen SoKa der mir über den Weg läuft.

bye Frieda

Hallo Sina,

jetzt noch was Positives zum Thema:

Wir haben einen Rottweiler der bei uns im Bundesland RLP als ganz normaler Hund geführt wird. In Bezug auf „gefährliche Hunde Regelungen“ gibt es da aber wie überall Grauzonen, wie z. B. auch bei der Hausordnung der Bundesbahn. Wird mein Hund jetzt zum gefährlichen Wesen wenn ich in der Bahn sitze und das Bundesland wechsel???

Wir haben die Erfahrung gemacht „Nein“! Es liegt wirklich vieles am Auftreten des Besitzers und natürlich am guten Benehmen des Tieres. Die Kombination Anzugträger und Hunde dieser Rassen ist für die Leute, welche in Klisches denken irgendwie nicht ganz zu vereinbaren. Auch von Bahnaufsicht oder Polizei bin ich noch nie angesprochen worden, obwohl für den Rotti in NRW Leinen und Maulkorbpflicht herrscht (es sei denn er ist zu besuch, aber das wissen die Beamten ja nicht, wenn sie mich sehen)und wir den Hund überall mit hin nehmen und der natürlich keinen Maulkorb trägt.

Wenn ihr Euch einen solchen Hund holt, dann rate ich Euch ebenfalls sehr auf die Erziehung zu achten und den Hund langsam an alle Situationen des Alltags heran zu führen. Wir haben uns auch langsam vom Landleben an das Stadtgetummel heran getastet um auch zu sehen wo die Grenzen des Hundes sind - weiß man ja bei so nem Tierheimkandidaten nicht. In unsicheren Situationen gehen wir lieber einmal mehr auf Nummer sicher bsp: Der Hund hatte mit Sylvester keine Probleme und wir haben uns draußen das Feuerwerk von Ferne angesehen. Auf dem Weg ins Dorf stürzten Kinder auf den Hund und wollten diesen streicheln… generell kein Problem, in der Situation habe ich dann doch eher abgelehnt, weil ich nicht wusste, ob fremde Kinder jetzt nicht einfach zu viel sind. … In unsicheren Situationen sollte eigentlich jeder Tierhalter so reagieren, das Drama ist aber, wenn was passiert und sei es dass der Hund nur knurrt immer etwas dramatischer und bestärkt das negative Bild, als wenn Waldi beißt. Also vorbeugen.
Generell solltet ihr auch drauf achten, dass der Hund gut hört und auch ein ordentliches Benehmen an den Tag legt. Da solltet ihr einfach nen Tick besser sein als die anderen.

Ansonsten hatten wir bis auf einen blöden Spruch von unseren Nachbarn, der sich aber mittlerweile auch aufgeklärt hat, da wir aufgeklärt haben, das Thema erledigt und der Hund wird auch vom Umfeld ganz normal behandelt. Zu Seminaren nehme ich ihn sogar mit. Der Dicke schleimt sich da so bei den Teilnehemern ein, dass die mittlerweile nach dem Hund fragen. Besseres Image kann Hund nicht haben.

hallo,

persoenliche kommentare zum „lieben kampfhund“ spar ich mir
bis zum naechsten oxymoron-wettbewerb auf…

in der Unterrubrik „contradictio in adjecto“

Gruss, Bernd
der an den lieben Kampfhund glaubt (ihn sogar kennt)

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