HILFE! Katze hat Mundgeruch!

Meine 8 Jahre alte Katze Tilly hat unerträglichen Mundgeruch, und ich habe keine Ahnung was die Ursache dafür sein kann. Sie wird ausschließlich mit Trockenfutter und Milch gefüttert. Sie hat auch schon einige Zähne verloren, was vielleicht auch Grund für den Mundgeruch sein könnte.
Es wäre sehr nett, wenn ihr mir sagen könnt, was ich gegen diesen schrecklichen Geruch meiner Katze unternehmen kann (Ist Katzenminze hilfreich?)

Vielen Dank im Voraus
Andrea

Hallo Andrea,

ich glaube mit Katzenminze wirst du da - ausser dass deine Katze
eventuell high wird - nicht viel erreichen. Mundgeruch bei Katzen
kann von Zahnproblemen und Entzündungen im Maul kommen. Da könntest
ja mal versuchen der Katze ins Maul zu schauen, vielleicht siehst du
ja was.
Mach’ das aber nur wenn du weisst wie man einer Katze richtig ins
Maul schaut. Ansonsten könntest du ihr wehtun.
Mundgeruch bei Katzen kann in ganz seltenen Fällen von
Nierenproblemen kommen. Einer meiner Kater hatte nach einer Operation
akutes Nierenversagen (er hat es zum Glück überlebt) und als er aus
der Klinik kam, hatte er richtig üblen Mundgeruch. Er roch regelrecht
nach Urin aus dem Maul. Nach ein paar Tagen und mit Besserung seines
Zustands ist auch der Mundgeruch verschwunden. Aber keine Sorge, das
sind wirklich seltenere Fälle. Meistens steckt - wie schon oben
erwähnt - ein Zahn- oder Maulproblem dahinter.
Gruß, Maja

Hallo Andrea,

ich würde auch zunächst auf ein Zahnproblem tippen. Und da Tilly ja bereits einige Zähne verloren hat, scheint Sie einen Hang dahin zu haben. Ein einfaches in den Mund gucken reicht da aber meines Erachtens nicht; soll heißen, selbst wenn Du nichts entdecken kannst, muß noch lange nicht alles in Ordnung sein.

Lies mal hier rein, dieser Krankheitsverlauf der Zähne ist wirklich keine Seltenheit und nur durch Röntgen zu erkennen (bitte nicht von den Bildern abschrecken lassen):
http://www.vet-dent.com/pdfs/FORL.pdf

Ich würde damit auf jeden Fall zu einem Arzt gehen, am besten zu einem, der sich auch mit Zähnen gut auskennt (gibt es aber leider nicht so viel Ärzte von).

Übrigens ist Trockenfutter nicht gut für die Zähne, habe ich auch lange geglaubt und ausschließlich gefüttert. Mittlerweile bin ich bei Nassfutter (ohne Zucker!) gelandet und einmal wöchentlich rohes Rindergulasch in mausgroßen Stücken, da haben meine Kleinen richtig was zum Durchkauen. Zähneputzen mit spezieller Paste ist natürlich auch hilfreich, macht aber leider nicht jede Katze mit.

Alles Gute für Dich und Deine Tilly!

Jacqueline

Liebe Tierfreundin
Einverstanden mit Jacqueline und Maja, jedoch
empfehlen wir keine Experimente mit Hausmittelchen
(Minze usw). Wenn der intensive Mundgeruch anhält,
auch unabhängig von der Fütterung, unverzüglich
zum TA: Spezialtierarzt für Kleintiere.
Solche Probleme sollte man nicht anstehen lassen
und fachlich untersuchen lassen.
Dem Stubentiger gute Besserung und
mit tierfreundlichen Grüssen
Marc für http://www.dbi.ch/Tierinformation/

Hallo,

ich möchte mich den Vorrednern anschließen und Zahnprobleme vermuten. Lasse dies beim Tierarzt überprüfen. Ein Geruch nach Urin aus dem Maul wäre ein Zeichen für Nierenprobleme, und sehr bedenklich!

Wenn es aber „normaler“ Mundgeruch ist und keine akute Entzündung von Zahn oder Zahnfleisch o.ä. vorliegt, dann hilft wie schon erwähnt die Gabe von Fleisch (kein Schwein) in mausgroßen Stücken, roh oder gekocht.

Einer meiner Kater hat vor einiger Zeit einen stark vorstehenden Eckzahn verloren. Seitdem steht seine Oberlippe etwas ab und der Fang ist dauernd leicht geöffnet. Das führte zu sehr starkem Mundgeruch, aber mit Fleischstücken zum Kauen alle paar Tage lässt sich das gut im Griff behalten. Trockenfutter bringt kaum etwas für die Zähne.

Gruß,

Myriam

Hallo!
Ich stimme Myriam zu. Tierärzte sind im Allgemeinen gar nicht begeister von Trockenfutter: a) Katzen sind trinkfaul und bekommen durch ernährung mit reinem Trockenfutter weniger Flüssigkeit ab, was auf Dauer schlecht für die Nieren ist. b)Alles was beim Draufbeißen nur kurz knackt, kann den Zähnen nichts bringen, weil es einfach zerbröckelt und nicht am Zahn reibt. Im Gegenteil: Das Trockenfutter in Verbindung mit Speichel wird zu einem Brei, der ssch erst recht gerne zwischen den Zähnen festsetzt und Karies und Zahnstein verursachen kann.

Unsere ältere Katze mag kein Nassfutter, bekommt daher auch Trockenfutter und abends frisches Fleisch, Innereien, gekochtes Fleisch (auch ein bisschen anbhängig davon was wir zu Mittag essen *Smile*) Sie hat gar keinen Mundgeruch im Gegensatz zu unserem Kleinen, der sowohl Nassfutter, als auch Trockenfutter frisst und daher wenig Fleisch bekommt.

Anmerkung: Von Schweinefleisch ist abzuraten, weil es Krankheiten übertragen kann, aber das weißt du sicher eh.

Lass also den Tierarzt abchecken ob mit den Zähnen alles ok ist und versuch ansonsten mit rohem Rindfleisch die Sache in den Griff zu bekommen.

lg infi

Hallo Jacqueline,

Lies mal hier rein, dieser Krankheitsverlauf der Zähne ist
wirklich keine Seltenheit und nur durch Röntgen zu erkennen
(bitte nicht von den Bildern abschrecken lassen):
http://www.vet-dent.com/pdfs/FORL.pdf

Zahnerkrankungen bei der Katze (FORL) spielen sich eigentlich immer im Zahnhals und -kronenbereich und nicht an den Zahnwurzeln ab.

Da ein Röntgen der Kiefer bei der Katze ohne Narkose nicht möglich ist und die Aufnahmen weder für die Diagnose, noch für die anschließende Therapie verwertbares hergeben, sehe ich (außer betriebswirtschaftlich) keinen Grund die Kiefer zu röntgen.

Die Läsionen, die sich auf den Röntgenbildern so schön (und auch für Laien beeindruckend) darstellen kann man mit der Zahnsonde oder dem Meisel vom Ultraschallgerät beim Zahnstein entfernen wesentlich besser beurteilen als auf einer zweidimensionalen Röntgenaufnahme.

Es empfiehlt sich Zähne mit Läsionen zu extrahieren, da konservierende Maßnahmen an Katzenzähnen sich bisher nicht bewährt haben.

Gruß

Johnny

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Hallo,

Bei Mundgeruch liegt es meistens an den Zähnen.

Was für Milch gibst Du deiner Katze denn?

Soviel ich weiss, ist Kuhmilch nicht besonders
verträglich für Katzen.

Gib ihr lieber nur Wasser zum Trockenfutter,obwohl
ausschliesslich Trockenfutter auch nicht unbedingt
besonders gut für die Nieren ist.

Gruss
Esther

Vielen Dank für eure Hilfe!
Ich denke ich werde die Zähne meiner Katze vom Tierarzt untersuchen lassen und sie auch mit Nassfutter bzw. Rinderfleisch füttern. Die Kuhmilch werde ich auch ein paarmal die Woche durch Wasser eretzen.
Gruß
Andrea

Hi,

Die Kuhmilch werde ich auch ein paarmal
die Woche durch Wasser eretzen.

du solltest die Milch ganz weglassen. Oder ausschließlich Katzenmilch füttern. Allerdings ist das eher eine Art Leckerlie und kein Getränk (bei uns Menschen zählt Milch auch weniger zur Flüssigkeit als zu den Lebensmitteln). Gib deiner Katze nur Wasser zu trinken und Nassfutter oder Frischfutter!

Gruß
Cess

Hallo Johnny,

ich möchte gerne glauben, was Du da schreibst, denn auch ich bin nicht gerade davon begeistert, daß die Katze eigens für Röntgenaufnahmen in Narkose gelegt werden soll. Und anschließend kommt dann vielleicht heraus, daß keine Probleme vorliegen …

Da ich selber demnächst vorhabe, meine beiden Katzen zahnärztlich untersuchen zu lassen (vorbeugend; mein Kater hat Diabetes und da müssen Zahnerkrankungen besonders früh erkannt werden, die andere Katze ist schon etwas älter und soll einen „Check-up“ kriegen) und nun etwas verunsichert bin, würde ich gerne wissen, woher Du das weißt.

Für mich stellt sich jetzt nämlich die Frage, ob ich zu meinem normalen Tierarzt oder zu einem speziellen Zahntierarzt gehe. Letzterer wird ja bestimmt die Narkose-Methode wählen, oder?

Schöne Grüße,

Jacqueline

Hallo Jacqueline,

ich möchte gerne glauben, was Du da schreibst, denn auch ich
bin nicht gerade davon begeistert, daß die Katze eigens für
Röntgenaufnahmen in Narkose gelegt werden soll. Und
anschließend kommt dann vielleicht heraus, daß keine Probleme
vorliegen …

da hast du mich falsch verstanden. Ob Zahnprobleme bei der Katze bestehen, zeigt das klinische Bild, z.B. einseitiges Fressen, Speicheln, entzündetes Zahnfleisch, klopfempfindliche Zähne, vergrößerte Mandibular-Lymphknoten, Kopfscheue, … - diese Untersuchung lässt sich normalerweise ohne Narkose durchführen.

Wenn es aber darum geht, das genauere Ausmaß der Zahnschäden feststellen zu können, ist in jedem Fall eine Narkose nötig.
Es werden aber i.d.R. keine Röntgenaufnahmen gebraucht, um die Schäden zu beurteilen, d.h. diese Kosten kann man sich sparen.

Üblicherweise gibt es bei einer Mundhöhlen_sanierung_ der Katze eine Narkose, aber keine Röntgenaufnahmen, da die Aufnahmen weniger Aufschlüsse geben als eine direkte Untersuchung der Mundhöhle. Die Zahnschäden bei der Katze sind normalerweise im Kronen- und Halsbereich, also mit bloßem Auge zu erkennen bzw. mit Werkzeugen zu sondieren.

In dem von dir eingestelltem Link wird aber der Eindruck erweckt, eine Röntgenuntersuchung sei in jedem Fall für die Diagnosestellung und Therapieplanung notwendig - dem ist normalerweise nicht so, und es wird in den meisten Fällen auch nicht so gehandhabt.
Für wissenschaftliche Arbeiten oder Präsentationen ist es natürlich von Vorteil, möglichst viel Bildmaterial zu haben, da für Interessenten ja nicht die Möglichkeit besteht, Zähne und Mundhöhle an Ort und Stelle zu inspizieren.

Warum ich das Ganze schreibe:
Wenn ein Katzenbesitzer in eine Tierarztpraxis kommt und sich im Internet schon mal „schlau“ gemacht hat und deshalb „weiß“, dass zur Mundhöhlensanierung eine Röntgenuntersuchung nötig ist, ist für manchen Tierarzt die Versuchung groß, auch entgegen seiner Überzeugung diese Untersuchung durchzuführen. Zum einen macht er es ja nicht umsonst, zum anderen läuft er Gefahr, dass die Kundschaft unzufrieden oder verunsichert ist, wenn er darauf verzichtet.

Da ich selber demnächst vorhabe, meine beiden Katzen
zahnärztlich untersuchen zu lassen (vorbeugend; mein Kater hat
Diabetes und da müssen Zahnerkrankungen besonders früh erkannt
werden, die andere Katze ist schon etwas älter und soll einen
„Check-up“ kriegen) und nun etwas verunsichert bin, würde ich
gerne wissen, woher Du das weißt.

Ich hab beruflich damit zu tun.

Bei einer klinischen Untersuchung mit Inspektion der Mundhöhle kann man sehen, ob Zähne und v.a. Zahnfleisch in Ordnung sind, ob starke Zahnbeläge vorhanden sind, …
Ob man die Katze in Narkose legt, um die Zähne genauer zu inspizieren, Zahnstein zu entfernen, Zähne zu extrahieren u.s.w. muss man vor Ort entscheiden. Es spielt ja auch eine Rolle, wie es der Katze insgesamt geht, wie alt sie ist, ob andere Erkrankungen mitbeteiligt sind, …

Bei einer Katze mit Diabetes würde ich mir 10mal überlegen, ob ich eine Narkose machen ließe, es müsste sich schon um ein sehr ernsthaftes Problem handeln. Die Gefahr, die Katze internistisch „aus dem Tritt zu bringen“, ist sehr groß.
Es ist außerdem bei Zahnproblemen nicht immer nötig, chirurgisch zu intervenieren; gerade bei vorgeschädigten und alten Patienten ist es oft sinnvoller, die Beschwerden medikamentös zu lindern und so der Katze ein einigermaßen komfortables Leben zu ermöglichen - was nützt die schönste Mundhöhle, wenn Nieren oder Leber den Dienst versagen…

Gruß

Johnny

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Hallo Johnny,

vielen Dank für Deine ausführliche Erläuterung (und ein Sternchen dafür), jetzt habe auch ich es verstanden!

Tschüß,
Jacqueline