ich habe einen 8-Monate-alten Border-Collie-Rüden, der hier auf dem Grundstück einen großen, aber nicht kontrollierbaren Auslauf hat (an den Hof grenzen Wiesen und eine wenig befahrene Dorfstraße). Daher geht er jetzt schon gern mal allein spazieren. Ansonsten hat er ein überaus freundliches Wesen - sowohl Menschen (besonders Kindern) und anderen Hunden (auch meinem Kater) gegenüber - aber so ganz ist seine Geschlechtsreife ja auch noch nicht ausgeprägt.
Frage, da ich befürchte, dass seine Alleingänge mit der Geschlechtsreife für ihn auch irgendwann mal gefährlich werden könnten: Was habt Ihr mit der Kastration Eurer Rüden für Erfahrungen gemacht? Was wäre der „richtige“ Zeitpunkt (habe gelesen, man sollte schon warten, bis er ein Jahr alt ist). Oder sollte ich das Thema ganz streichen?
ich denke, dass es ziemlich schwer sein wird Deinen Rüden zurückzuhalten, wenn eine Hündin in der Nähe „heiss“ wird. Selbst ein Zaun reicht dabei manchmal nicht aus. Er wird wahrscheinlich sehr weit wandern, immer der Nase diesem für ihn unwiderstehlichen Duft nach. Er muss dabei Straßen überqueren und kann in gefährliche Situationen geraten.
Leider ist mein Hund vor ein paar Jahren gestorben. Ich habe ihn damals aber nicht kastrieren lassen, weil er keine Möglichkeit hatte zum ausbüxen und er auch nicht besonders an dem weiblichen Geschlecht interessiert war (fällt mir jetzt erst auf).
Ich glaube, dass der Eingriff selbst wirklich Routine ist und dem Hund nicht viel ausmacht. Man hört immer wieder, dass die Hunde dann zu Übergewicht neigen. Dein Hund hat aber doch sehr viel Auslauf, so dass er damit wahrscheinlich keine Probleme haben wird. Ob dem Hund wirklich was fehlen wird, wenn er nicht mehr „kann“ bezweifle ich. Ich kann es aber nur bezweifeln - wirklich wissen werde ich es aber nie.
wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kastration nicht vor ausbüxen hilft.
Auch die vom TA damals versprochene Ruhe im Tier, ist bis heute noch nicht aufgetaucht.
Seitdem wir nun auch noch eine Hündin haben, weiss unser Rüde auch (wieder?), was er tun muss (sie hat solange gequängelt, bis er es gerafft hat. Gut, es passiert nix, wissen aber Beide irgendwie nicht) und er reagiert auch wieder auf andere Hündinnen.
Fazit für uns: Ein neugieriger Hund der vor der Kastration neugierig war und auf Spaziergänge ging, wird das auch nach der Kastration tun.
uiihhh…ich müsste jetzt lügen, wenn ich den genauen Monat sagen könnte. Aber auf jeden Fall knapp unter oder über einem Jahr.(Ich müsst jetzt die Rechnung rausholen…)
Aber Gespräche mit anderen Hundebesitzern, die die Kastration im Alter von 8 Monaten ( war in der Tierkrabbelgruppe fast eine Modeerscheinung) haben durch führen lassen, haben gezeigt, dass sich großartig im Verhalten der lieben Kleinen nichts geändert hat. Deshalb bin ich da bei meinem auch nicht sonderlich beunruhigt. Er findet halt jedes Loch im Zaun und meist auch wieder zurück.
Nun muss ich gestehen, haben wir einen KLM (braunschimmlig, ist noch ein Unterschied im Wesen zu den Braun - Weissen,die auch kleiner sind). Unser Anton ist ein Hibbel und immer lieber mittendrin als nur dabei. Neugierig war er schon immer. Und wenn´s halt auf der anderen Seite vom Zaun interessanter ist, als im Garten, dann hält ihn nix.
Ein Border ist glaube ich schon vom Wesen ruhiger, vielleicht hast du ja „Glück“ und es wirkt. Bei uns war´s beim Thema Ausbruch und Freiheitsdrang ein Schuss in den Ofen.
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Ich wollte noch sagen, dass wir relativ gute Erfahrungen mit Pheromonsteckern gemacht haben. Diese Dinger werden in die Steckdose gestöpselt und verströmen angeblich den Duft der säugenden Hundemutter.
Ich muss gestehen, ich habe das Anfangs für Hokuspokus gehalten. Aber nach zwei Tagen war unser Kerl wie ausgewechselt. Ruhiger, bellte nicht jedes Postauto an, das in drei Kilometern Entfernung vorbei fuhr. Er war total gelassen. Vielleicht versuchts du es erst mal damit. Diese Stecker kosten nicht die Welt und dein TA hat sie mit Sicherheit in der Praxis.
Ein Versuch ist es Wert.
Gruss
kleineklara
(und für alle Witzbolde: Nein, ich poste das nicht im LuL - Brett, weil Menschen durch diesen speziellen Geruch eben nicht zu irgendwelchen Dingen animiert werden: ((musste ich mir von einem klugscheissernden Nachbarn anhören, deshalb der Warnhinweis))
wie meine Vorschreiberin schon geschrieben hatte ist die Kastration beim Rüden keine Garantie dafür das sich ein etabliertes Verhalten verändert.
Leider wird sie von vielen Tierärzten immer noch als „Allheilmittel“ propagiert und nicht als schwerwiegender Eingriff. In den seltensten Fällen wird darüber aufgeklärt, dass es durch die Kastration beim Rüden auch zu negativen Veränderungen kommen kann.
So kenne ich einige Rüden in meinem Umfeld, die nach der Kastration regelrecht träge wurden, einige werden ständig von anderen Rüden dominiert (bestiegen) was vorher nicht der Fall war.
Übrigens können auch kastriert Rüden inkontinent werden und die Gefahr, dass sie an Prostatakarzinomen erkranken ist wesentlich höher als bei unkastrierten.
Kastration wäre für mich überwiegend das Argument um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Ansonsten kann es so oder so ausgehen. Wir haben mit unseren Hund glück. Der ist trotz Kastration relativ lebendig und lässt sich auch von anderen Rüden nicht unter kriegen… das ausgeglichene Wesen hatte er aber mit Sicherheit schon vorher.
mal abgesehen von der Kastration: unkontrollierter Auslauf für einen Hund ist meiner Ansicht nach ziemlich unverantwortlich, wenn man nicht gerade auf einem Einsiedlerhof wohnt. Warte mal ab, bis er den ersten Autounfall verursacht oder auch nur einem Hundehasser/-phobiker vor die Nase läuft, dann hast Du richtigen Spaß.
Und obwohl ein unkastrierter Hund natürlich noch zusätzliche Anreize zum Streunen hat, tut es auch ein kastrierter Hund. Ich denke also, dass Du hier am falschen Ende ansetzt.
Zum Zeitpunkt: eine Kastration beim Rüden sollte, wenn überhaupt nötig, erst dann vorgenommen werden, wenn das Größenwachstum definitiv abgeschlossen ist. Ansonsten kann es zu verstärktem Längenwachstum der Extremitäten kommen, was wiederum Gelenkprobleme, Arthrose, usw. bewirken kann.
Ich wollte noch sagen, dass wir relativ gute Erfahrungen mit
Pheromonsteckern gemacht haben.
Hast Du dazu mal einen Hersteller-/Produktnamen? Finde ich sehr interessant, da unser Rüde zunehmend auf den Verkehr vor dem Haus und die Türklingel reagiert und sich weder auf die nette noch auf die weniger nette Art davon abbringen oder beruhigen lassen will.
nein, wir haben keinen bestimmten Lieferanten. Ich hole die tatsächlich immer vom TA und hab festgestellt, dass es immer andere Fläschchen und Verpackungen sind. Da sie im Preis und der Wirkung alle gleich sind, hab ich mir da keinen Kopp gemacht. ( und sicher sind sie auch,unser Haus ist noch nicht abgefackelt)
Also, einfach mal bei TA oder in der Tierhandlung nachfragen.
Hast Du dazu mal einen Hersteller-/Produktnamen? Finde ich
sehr interessant, da unser Rüde zunehmend auf den Verkehr vor
dem Haus und die Türklingel reagiert und sich weder auf die
nette noch auf die weniger nette Art davon abbringen oder
beruhigen lassen will.
nochmals vielen Dank! Ich werde auf jeden Fall die nächsten Wochen abwarten, und bislang ist mein „Kleiner“ ja auch recht „pflegeleicht“. Den Tipp mit den „Pheromonsteckern“ finde ich auf jeden Fall klasse.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Kathleen
PS: Falls meine Formulierung „unkontrollierter“ Ausgang zu Missverständnissen hinsichtlich meiner Aufsichtspflicht und meiner Verantwortung bezüglich meines Hundes geführt haben soll, möchte ich dies entschuldigen und klar stellen, dass ich ihn natürlich nicht stundenlang unbeaufsichtigt lasse (ich bin den ganzen Tag hier und rufe ihn regelmäßig zu mir). Er hat halt die Freiheit, die ich ihm gewiss nicht nehmen möchte.
ja doch: Es gleicht hier einem Einsiedlerhof (mit kaum Nachbarn, ringsherum Wiesen und Felder, kaum befahrenen Straßen und 350 Einwohnern). Jedenfalls im Vergleich zu Neuss ein Einsiedlerhof! ))
Ergo: Ein Traum für Hund und Katze, für die ich aber trotzdem natürlich die entsprechende Verantwortung und Fürsorge übernehme - daher ja mein Posting.
Von den Nebenwirkungen einer Kastration habe ich auch schon gelesen und werde es jetzt wie gesagt noch etwas „beobachten“. Ach übrigens ist Biko kein „Streuner“ in dem Sinne.
Aber es ist und bleibt schwer, hier immer alles genau darzustellen, und läuft damit Gefahr, Vorwürfe einzukassieren.