Angstverhalten beim Hund

Hallo Ihr Lieben,

seit Montagfrüh zeigt mein fast 9-Monate alter Rüde ein ängstliches Verhalten. Bisher hatte er vor nichts Angst (nicht vor anderen Hunden, nicht vor Gewitter - selbst Silvester hat ihn nicht beunruhigt). Am Montag dachte ich noch, dass es daran lag, dass ich am Sonntag hier ein paar Gäste hatte und deshalb natürlich etwas Unruhe herrschte. Aber das Verhalten hält noch an: Er traut sich nicht mehr, die Haustürschwelle zum Hof zu überschreiten. Und wenn, dann nur in meiner Gegenwart. Wenn ich dabei bin, tollt er auf dem Hof rum und spielt mit dem Hund meiner Eltern, die nebenan wohnen, als ob nichts sei. Auch auf den Spaziergängen ist er wie immer. Aber allein traut er sich nicht mehr. Er ist auch NOCH anhänglicher als sonst und weicht mir kaum von der Seite. Mir ist aufgefallen, dass er besonders ängstlich ist (und sich sogar ins Badezimmer verzieht), wenn der Nachbar mit seinen Hunden auf der Straße vorbeigeht (aber MIT mir geht er ohne Probleme am Nachbargrundstück vorbei). Es kann ja sein, dass er vielleicht von den Hunden „angegriffen“ wurde. Auch habe ich am Samstag etwas mit ihm geschimpft, und Border Collies sollen ja kleine Sensibelchen sein. Die genaue Ursache kenne ich nicht. Aber meine Frage: Was kann ich tun, um die Angst wieder abzubauen, und er sich wieder allein sicher fühlt? Derzeit praktiziere ich hier ein „Tages-Beschäftigungsprogramm“ im Garten (und gehe jeden Tag mit ihm bewusst an dem Nachbargrundstück vorbei), was aber auf Dauer keine Lösung ist - und eher andere Probleme verursacht, wenn ich mal nicht so viel Zeit habe.

Danke und liebe Grüße

Kathleen

Servus Kathleen,
bin gerade arg am Schaufen, denn deine Aussagen sind fast zu sehr wischi waschi.
Könnte sein und hätte sein können usw. sind keine guten Aussagen wenn man einen Hund überarbeiten will. Aber mir gehts bei meinen auch oft nicht viel anders. Daher ein Versuch der Erklärung

Was machtest du als du deinen Hund geschimpft hast?
Gestreichelt, berührt, gelacht usw?

Kann es sein daß sich dein Hund in der Angst irgendwie bestätigt gefühlt hat? Danach hört es sich etwas an.

Nächste Frage: Was sind des Nachbarn für Hunde?

Wer hat alles ihm vor die Haustüre gepinkelt oder ihn auf seinem Revier unterdrückt?

Wie alt sind die anderen Hunde?

Kann es sein daß er alleine evtl. plötzlich gegen 3 stand?

Kann es sein daß der Hund deiner Eltern im Haus bei euch sich hinterlassen hat?

Waren Kinder auf dem Hof während deine draußen war die ihn geärgert haben könnten?

Ich hätte noch andere Fragen aber dann hör ich nicht mehr auf.
Also sei so nett und klär doch bitte alle Faktoren ab.

Dann nutze evtl. Homöopathie zur Unterstützung, Bachblüten sind meiner Meinung untauglich(Nicht steinigen bitttteeeee)

Gruß Steffen.

Lieber Steffen,

entschuldige bitte, dass ich mehr Fragen als Antworten provoziert habe.

Was machtest du als du deinen Hund geschimpft hast?

Ich bin lauter geworden und habe ihn in seine „Ecke“ geschickt und ihn erst einmal ignoriert.

Gestreichelt, berührt, gelacht usw?

Später natürlich!

Kann es sein daß sich dein Hund in der Angst irgendwie
bestätigt gefühlt hat? Danach hört es sich etwas an.

Ich wüsste nicht, welche Angst bestätigt worden sein sollte. Er hatte ein Schlupfloch gefunden und ist auf die anliegende Wiese gelaufen (wo der Nachbar immer seine Hunde auslaufen lässt). Als ich ihn rief und Pfiff, hat er nicht (wie sonst) reagiert.

Nächste Frage: Was sind des Nachbarn für Hunde?

Das eine ist ein Jack Russell - auch noch sehr jung. Der andere ein Jagdhund.

Wer hat alles ihm vor die Haustüre gepinkelt oder ihn auf
seinem Revier unterdrückt? Wie alt sind die anderen Hunde?

Auf seinem Revier unterdrückt ihn eigentlich niemand - auch nicht der Hund meiner Eltern, der 6 Jaher alt ist - aber einem typischen „Rentner-Hund“ gleicht. Zwischen den beiden gab es noch nie problematische Situationen (Futterneid o.ä.).

Kann es sein daß er alleine evtl. plötzlich gegen 3 stand?

Höchstens gegen 2 - die vom Nachbarn. Mich würde es nicht wundern, dass es der Fall ist, denn mein Hund rannte bisher mit der Haltung auf jeden Hund zu „die haben mich alle lieb und wollen mit mir spielen!“.

Kann es sein daß der Hund deiner Eltern im Haus bei euch sich
hinterlassen hat?

Wie meinst Du das? Biko - also mein Hund - kennt den Hund meiner Eltern, seitdem er 8 Wochen alt ist - und die beiden teilen sich alles, spielen etc. Es gab noch nie ein ernst zunehmendes Knurren zwischen den beiden. Der Hund meiner Eltern ist eher „Ersatz-Mama“.

Waren Kinder auf dem Hof während deine draußen war die ihn
geärgert haben könnten?

Ja, ich sagte ja, dass ich am Sonntag Besuch hatte, wo auch 4 Kinder anwesend waren (die Biko aber schon kannte). Mein Mann ist zwar dreimal mit Biko spazieren gegangen, um ihn etwas aus dem Trubel rauszuholen, aber es kann natürlich sein, dass die Kids etwas mit ihm angestellt haben, was wir nicht mitbekommen haben (ich selbst habe keine Kinder).

Ich hätte noch andere Fragen aber dann hör ich nicht mehr auf.
Also sei so nett und klär doch bitte alle Faktoren ab.

Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit in mein Problem bringen?!

Liebe Grüße

Kathleen

Hallo Kathleen,
also ich habe selber 6 hunde, beschäftige mich hauptsächlich mit „problemhunden“ und habe selber 2. eine ist eine überängstliche und eine war (leider schon verstorben) eine böse, bissige hündin, die dann bei mir ein lämmchen wurde. also nun zu deinem problem, ich denke auch, daß da irgendetwas mit den kindern vorgefallen ist. beobachte ihn sehr genau, am besten konfrontiere ihn nochmals mit kleinen kindern, oder mit den anderen hunden. aber bleibe in der nähe und lasse den hund nicht aus den augen. du machst ja schon eine super therapie :smile: und es ist leider notwendig, jeden tag, so wie du schreibst, beim nachbargrundstück vorbeizugehen. das kann bis zu einem jahr dauern, damit er die sicherheit zurückbekommt. er muß die gewissheit haben, daß er nicht „alleine“ ist. dass sein „mensch“ da ist. aber er darf sich auf der anderen seite nicht von dir abhängig machen. d.h. er geht nur, wenn du gehst. also muß der goldene mittelweg gefunden werden. wenn du merkst, daß diese ängstlichkeit kommt, oder der hund irgendwie komisch reagiert, gehe mit dem hund aus dieser situation, lenke ihn ab, mit leckerli z.b., fordere ihn zum spiel auf. auf keinen fall bemitleiden, natürlich kannst du beruhigend auf ihn einreden, aber lenke ihn sofort von dieser situation ab, die ihm angst macht. plaziere in den hof einen gegenstand oder ein leckerli, daß er sich „unbedingt“ holen muß, es wird eine zeit dauern, aber er wird es sich holen, er ist jung und neugierig. und wenn er es geschafft hat, dann lobe ihn, belohne ihn, gib ihm das gefühl welch ein super hund er ist. und dieses spielchen müsstest du halt dann immer wieder wiederholen, sooft, bis zu merkst, daß er diese angst bzw. unsicherheit verliert. solche macken kannst du nur mit viel liebe und geduld und im spielerischen anpacken. es kann aber auch natürlich sein, daß ein rest bleibt, aber wenn du deinen hund kennst, ihn beobachtest und an diesem problem arbeitest, wirst du und der hund mit diesem „kleinen stückchen“ angst bzw. unsicherheit umgehen lernen. dein hund ist in der erwachsenwerden phase, und auch bei uns menschen ist diese umstellung auch nicht immer einfach. da kann es viele situationen geben, mit denen er einfach im moment überfordert wird. nun muß er lernen, mit diesen situationen umzugehen, er muß lernen selbstsicher zu sein, daß er in sicherheit ist, daß ihm eigentlich nichts böses passieren kann durch das „leben“. und daß ist jetzt unser part, der hundehalter, wir begleiten nun unseren hund, lehren und lernen selber. und auch wir menschen können sehr viel von unseren hunden lernen. mit ca. 2 jahren wird er in die pubertät kommen :smile:), dann kommt ein neues kapitel auf dich zu. ich wünsche dir alles gute lg astrid
.

Hallo,

Es kann ja sein, dass er
vielleicht von den Hunden „angegriffen“ wurde.

Das kannst Du ja in die Liste der möglichen Risiken aufnehmen, die entstehen, wenn der Hund unbeaufsichtigt draußen herumläuft. Theoretisch könnte ja alles mögliche passiert sein, oder?

Zur eigentlichen Frage: über die Ursache kann man nur spekulieren, daher finde ich es auch schwer etwas zu raten. Du solltest darauf achten, ihn nicht in seiner Angst zu bestärken. Nicht zögern, wenn Du irgendwo langgehst, wo Du glaubst dass er Angst hat. Einfach kommentarlos weiter, als wäre nichts Besonderes.

Gruß,

Myriam

Liebe Myriam,

es ist ja schon früher deutlich geworden, dass wir differierende Ansichten vertreten, aber was ja nicht heißen muss, dass wir nicht dasselbe Ziel verfolgen.

Aber natürlich beherzige ich auch Deine Ratschläge (das ganze Grundstück ist mittlerweile „ausbruchsicher“ - soweit es das bei der Fläche und meinem pfiffigen Kerlchen möglich ist). Und ich gehe auch nach wie vor selbstverständlich mit ihm (und auch verstärkt) in die Situationen, die ihn anscheinend ängstigen.

Dank gilt aber vor allem Astrid! Wahrscheinlich ist es wohl wirklich ein Zusammenspiel unterschiedlicher Ereignisse (vielleicht auch sein Alter!). Ich werde ihn auf jeden Fall beobachten und hoffen, dass er bald wieder der „alte“ ist.

Danke und viele Grüße

Kathleen

es ist ja schon früher deutlich geworden, dass wir
differierende Ansichten vertreten, aber was ja nicht heißen
muss, dass wir nicht dasselbe Ziel verfolgen.

Ist ja gut. Ich wollte nur noch mal erwähnen, dass wenn der Hund unbeaufsichtigt draußen ist, dort Dinge passieren können, von denen Du nichts weißt. Das hat mit Meinung nix zu tun, das ist eine Tatsache.

Gruß,

Myriam

Liebe Myriam,

als Moderator solltest Du diesen Thread bald schließen! :smile:

Du hast ja Recht! Aber die Tatsache, dass etwas passieren kann, heißt auch, jedem die Freiheit zu nehmen (und hier geht es dann nicht nur um Tiere - Erfahrung sollte jedes Lebewesen machen, auch wenn man es dann danach natürlich begleiten muss). Ich jedenfalls habe ein besseres Gefühl, meinen Tieren (Katze und Hund) hier auf dem großen Grundstück auf dem Lande die Freiheit zu geben, selbst zu entscheiden, als sie hier im Haus „einzusperren“ und nur mit ihnen rauszugehen, wenn ich Zeit habe und dann den „Animateur“ zu spielen. Und in den letzten 30 Jahren verlief dies auch sehr gut, so dass ich sagen kann, dass die Tiere hier auf dem Hof/Land ein recht schönes und auch langes Leben hatten/haben.

Aber das ist eine grundsätzliche Diskussion, die hier nicht geführt werden muss.

Und: „Ist ja gut!“:smile:

Viele Grüße

Kathleen

Hallo Astrid,

danke für Deine hilfreichen Zeilen!!! (Kann man eigentlich nur 1 Sternchen vergeben???) :smile:

Ich habe vorhin mit Biko auf dem Hof gespielt, was ganz gut gelang, aber sobald ich in das Haus ging…er lag dann nur noch an der Haustür-Schwelle und bewegte sich keinen Millimeter.

Na ja, wir arbeiten dran und machen gleich unseren Abendspaziergang an dem besagten Grundstück vorbei.

Ich danke Dir und wünsche Dir einen wunderschönen Abend

Kathleen

als Moderator solltest Du diesen Thread bald schließen! :smile:

In Threads, an denen ich als Benutzer beteiligt bin, moderiere ich nur selten. Da bitte ich dann meine Mitmoderatorin.

meinen Tieren
(Katze und Hund) hier auf dem großen Grundstück auf dem Lande
die Freiheit zu geben, selbst zu entscheiden, als sie hier im
Haus „einzusperren“ und nur mit ihnen rauszugehen, wenn ich
Zeit habe und dann den „Animateur“ zu spielen.

Bei der Katze gebe ich Dir recht, wenn ich auch kein extremer Verfechter des Freilaufes für Katzen bin.

Bei Hunden: ein absolutes Nein. Hunde haben unbeaufsichtigt nichts draußen zu suchen. Die dämlichen Landeshundegesetze sind nicht zuletzt eine Folge von solcher Rücksichtslosigkeit/Naivität der Hundehalter. (Ich spreche jetzt vom freien Herumlaufen, wie Du es Deinem Hund ja ursprünglich gewähren wolltest. Die Sache mit dem ausbruchssicheren Zaun kam ja erst später.) Auch glaube ich nicht, dass es dem Bedürfnis des Hundes nachkommt, der ja vornehmlich ein Rudeltier ist und meiner Ansicht nach höchstens aus Langeweile (oder hormongesteuert) streunen würde.

Wie Du aber schon richtig bemerkt hast, ist dieses Thema off topic. Ich habe es wirklich nur angebracht, weil den Antwortenden auf Deine Ursprungsfrage so ein kleines Detail wie „Hund darf unbeaufsichtigt raus“ vielleicht beim Antworten nützen könnte. Die Sache mit dem Zaun wusste ich ja nicht.

Gruß,

Myriam

hallo kathleen,

danke wirklich gern geschehen. ich weiß, welche „arbeit“ es ist, mit einem problemhund. aber ich musste dir schreiben, denn es gibt leider nicht sehr viele menschen, die sich dann auch wirklich mit dem hund geschäftigen. denn wenn der hund nicht „funktioniert“, wird er einfach wieder weggegeben. und das hat mich bei deinen zeilen so beeindruckt. denn du gehörst eben NICHT zu diesen menschen, in deinen zeilen hat man gelesen, daß dir dein hund sehr am herzen liegt und du wirklich um hilfe und tipps bittest. darum auch meine antwort! also wenn du weiteren rat oder einfach nur ein paar zeilen über eventuelle erfolge schreiben willst, schreib mir einfach. die email ist ja eingeblendet. du wirst sehen, wie groß die freude und welch ein super gefühl, erfolge deiner arbeit bei dir auslösen werden!! für mich gibt es nichts schöneres! einmal arbeitete ich mit einem hund, fast 1 jahr. kein erfolg war in sicht, und dann fast als ich schon aufgeben wollte, kam er von hinten auf mich zu, ganz vorsichtig und leckte ganz vorsichtig meine hand. mir liefen die tränen über die wangen, so glücklich war ich. denn ich wußte damals, wenn kein erfolg in sicht war, müßte der hund sterben, und darum kämpfe ich so um jedes hundeleben, wenn geht natürlich. also ich wünsche dir von ganzem herzen viel erfolg, aber vor allem viel geduld, denn die wirst du sicherlich brauchen!! ganz liebe grüße astrid

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Hallo,

zugegeben, ich hab den thread nicht so ganz vollständig verfolgt.

Aber der Hund muss wohl etwas erlebt haben, was ihn ziemlich beeindruckt hat?

Border Collies sind sicher recht sensible Hunde. Du merkst ja auch, in welchen Situationen er unüblich reagiert.

Kannst Du ihn ablenken? Spielen? Versuchen das schlechte Erlebnis durch ein positives ersetzen?

Das erfordert sicher Geduld, weil Du ja nicht so genau weisst, was wirklich passiert ist.

Und Ursachenforschung bringt ja auch nicht so viel, weil man da nur vermuten kann.

Vielleicht hilft es aber, wenn Du Deinen Hund aufmunterst, ihn zum spielen animierst, er ein Leckerchen bekommt, damit er eine positive Assoziation
bekommt?

Hunde „denken“ nicht, sie assoziieren.

Wenn nun ein positives Erlebnis folgt … vielleicht klappt das?

Liebe Grüße und viel Glück!
usch