'gebrauchten' Hund - worauf achten?

Hallo ihr Lieben!

Ich hab mich verliebt :wink:
Beim Stöbern in den Kleinanzeigen bin ich auf einen Hund gestossen, der wie gemacht zu sein scheint für uns. Mit der Besitzerin hatte ich schon etwas Mailkontakt, und wir wollen uns den Süssen nächste Woche gerne ansehen, um zu schauen ob die Chemie stimmt.

Ich bin vor lauter Aufregung etwas betriebsblind :stuck_out_tongue:
Worauf sollten wir achten, was sollten wir auf jeden Fall fragen, was direkt beobachten?
Rundherum gesagt, was wäre wichtig zu wissen/sehen/erfahren?

Ich brauch Input *lach*

Und dann drück mir die Daumen, dass wir dem Hund und seinen Leuten zusagen und der Hund uns :wink:

Ach ja, würdet ihr lieber beim ersten Kennenlernen alleine losziehen oder gleich die gesamte Familie (meine Eltern werden ihn zwei Mal in der Woche bei sich haben, wenn mein Sohn und Ersthund auch dort sind) mitschleppen? Dass mein Sohn mitkommt ist klar. Aber meine Eltern?

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Bine,

ihr müßt euch darüber klar sein was ihr von dem Hund wollt, welche Eigenschaften er für euch haben muß und mit welchen Eigenschaften ihr euch arrangieren könntet.
Für mich hieß das damals u.a. draußen Energie, drinnen Ruhe und ich bin glücklich mit meinen Ridgebacks.
Wichtig ist auch, ob euer Ersthund mit dem neuen prinzipiell klar kommt. Darum muß der Ersthund mit. Aber nicht mit rein zu dem anderen, weil das ist sein Reich, da könnt ihr kein gutes Vertragen erwarten. Laßt also den Ersthund erstmal im Auto und macht dann einen Spaziergang mit beiden Hunden. Auf freiem Territorium müssen sie sich gegenseitig akzeptieren, sonst ist Streß vorprogrammiert.

Gruß Steffi

Hallo Steffie!

Danke für Eure Mail!

ihr müßt euch darüber klar sein was ihr von dem Hund wollt,
welche Eigenschaften er für euch haben muß und mit welchen
Eigenschaften ihr euch arrangieren könntet.

Ok, das wissen wir. Ich habe eine Beschreibung vom Hund, die äusserst vielversprechend klingt. Wenn alles so stimmt, ist es wirklich DER Hund für uns. Ich hätte nicht gedacht, so einen überhaupt zu finden, denn wir stellen recht hohe Anforderungen ans Sozialverhalten.
Negatives bzw. Eigenheiten weiss ich bisher nichts, habe aber nochmal explizit nachgefragt.

Für mich hieß das damals u.a. draußen Energie, drinnen Ruhe
und ich bin glücklich mit meinen Ridgebacks.

Der Rasse nach ist es auch genau das, was wir gerne wollten. Übrigens, Ridgebacks finde ich äussert interessant, auch eine Rasse, für die ich mich interessiere. Ich darf gerade eine Hündin beim Grosswerden beobachten, wunderschöne Tiere sind das :smile:

Wichtig ist auch, ob euer Ersthund mit dem neuen prinzipiell
klar kommt.

Wie weit geht denn klarkommen, wenn sich die Hunde nur kurz sehen können? Da bin ich noch etwas am Grübeln, unsere Hündin soll ja nicht kreuzunglücklich sein, weil da ein „Konkurrent“ kommt…zickig ist sie manchmal zu anderen Hunden, aber ich bin unschlüssig, wo normales Verhalten aufhört und „Probleme“ beginnen…

Darum muß der Ersthund mit. Aber nicht mit rein zu
dem anderen, weil das ist sein Reich, da könnt ihr kein gutes
Vertragen erwarten. Laßt also den Ersthund erstmal im Auto und
macht dann einen Spaziergang mit beiden Hunden.

Ja, so ist es auf jeden Fall geplant. Für meine Hündin wäre ein Treffen im Gebiet vom anderen Hund auch zu stressig, sie hats nicht besonders mit fremden Menschen, und die Leute haben auch Kinder, vor denen hat meine Maus Angst.
Draussen auf neutralem Boden können die beiden in Ruhe laufen und spüren, dass da noch jemand ist.

Auf freiem
Territorium müssen sie sich gegenseitig akzeptieren, sonst ist
Streß vorprogrammiert.

Wie weit muss Deiner Meinung nach Akzeptanz gehen? Wo wäre z.B. ein Knurren oder ähnliches noch akzeptabel, wo hört es auf? Klar dass man auch gegen Drohgebärden etwas tun kann und wird, aber es gibt ja immer einen Anfang von allem, sprich, ich würde natürlich bei Spannungssituationen einwirken und diese ausräumen. Bin mir aber etwas unsicher, was einfach zu viel wäre, um sagen zu können, das lässt sich regeln.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hallo Bine,

wir haben das gerade hinter uns. Kurzfassung: Gesucht war aus bestimmten Gründen eine ältere Hündin aus dem Tierschutz als Zweithund. Mittelgroß, einigermaßen erzogen, wenn möglich (da waren wir großzügig). Wir haben viele Monate lang vergeblich gesucht.

Bekommen haben wir einen noch nicht ein Jahr alten großen Rüden *g*. Vollkommen unvernünftig, aber wir hatten uns verliebt (war über eine Tierschutzorganisation, auch via Internet), der Charakter und die Vorgeschichte haben einfach perfekt gepasst, da haben wir irgendwie gar nicht bemerkt, wie groß der Kleine überhaupt ist *ggg*.

Was solltest Du beachten ? Nun, ich finde den gemeinsamen Spaziergang mit dem Ersthund auch sehr wichtig. Dabei kannst Du beobachten, ob die Kommunikation unter den Hunden stimmt, ob der Zweithund versteht, wenn Deine Hündin „STOP“ signalisiert oder nicht aufhört mit Aufdringlichkeiten, ob sie sich gleich hassen oder solche Dinge.

Leider garantiert das noch nicht, dass es dann klappt. Wir hatten ganz schlimme Wochen mit unserem Zweithund, denn obwohl unser (kastrierter) Ersthund wirklich sehr verträglich ist, war es einfach eine ganz andere Situation, als der Neue in sein Revier kam und dann auch noch geblieben ist :wink:. Teilweise konnte man die beiden kaum unbeobachtet lassen, der Neue freute sich wie Bolle über den Kumpel, der aber wollte plötzlich gar nix mehr mit Hunden zu tun haben *schwitz*. Inzwischen sind sie zwar noch nicht gute Freunde, aber der Neue hat akzeptiert, dass sein Kumpel nicht so oft rumhüpfen will, und der Alte hat wieder ein bißchen spielen gelernt (hat er früher sehr selten, er ist etwas ernst).

Eine andere Erfahrung mit Secondhand-Hunden ist, dass man IMMER irgendwelche Überraschungen erlebt. Die Frau wird einen Grund haben, warum sie ihren Hund abgeben möchte. Ob das tatsächlich der Grund ist, den man Dir genannt hat, ist leider nicht sicher. Wir wußten zum Beispiel von der Vermittlungsstelle, warum unser Zweithund wirklich abgegeben wurde (schlechte Haltung, Vermüllung der Wohnung, Verwahrlosung von Hund und Kind), aber das war „unter der Hand“. Die offizielle Begründung der Halterin, die wir kennenlernen konnten, war Zeitmangel. Das Hauptproblem sei die Verlassensangst des Hundes, sonst sei alles prima.

Nun ja, er war schon stubenrein. Aber sonst ? Anscheinend hatte sie ihn stundenlang in einen Käfig gesperrt und alleine gelassen, es gab sogar einen Polizeieinsatz deswegen. Leinenführigkeit war bei NULL, seine Würgekette mußte man mit Werkzeug öffnen, als Leine kannte er nur die Flexi. Dafür aber war für ihn völlig fremd, dass man jeden Tag ausreichend Auslauf bekommt und regelmäßig Futter, er fraß anfangs regelrecht panisch und setze sofort vor die Haustür seinen Haufen mit fragendem Blick: „Gehen wir etwa noch weiter ?“. Einen eigenen Schlafplatz kannte er nicht, nur das Bett des Kindes, erzogen war er absolut nicht. Kleinigkeiten, aber ich möchte damit nur als Beispiel sagen, wie man auch angelogen werden kann.

Falls Du die Möglichkeit hast, den Hund in seinem jetzigen Heim zu besuchen, dann mach das auch. Hat er eigene Näpfe, einen Schlafplatz, wie gehen die Besitzer mit ihm um, duckt er sich auffallend, wenn die Besitzer sich nähern, ist er gepflegt ?

Wenn möglich, solltet Ihr Euch mindestens 2 x treffen. Wenn die bisherige Halterin serös ist, möchte sie sicherlich Dein Zuhause ansehen um einzuschätzen, wohin der Hund kommt ? Wenn nicht, wäre ich misstrauisch, möchte sie dann wirklich das Beste für den Hund oder will sie ihn nur loswerden ?

Aber auch, wenn sie sich als unseriös herausstellt und Du Dich verliebst, und dein Sohn auch, spricht das nicht wirklich gegen den Hund. Du solltest Dich halt auf Überraschungen gefasst machen :wink:

Deine Eltern würde ich höchstens auf einen Spaziergang mitnehmen, sonst sind vielleicht auch die Hunde überfordert von so vielen Menschen und Tieren auf engem Raum (Wohnung).

Alles Gute, und berichte mal *gespanntbin*.

Inselchen

Hallo Bine,
auf freiem Territorium sollte es ein „Leben und leben lassen“ sein. Sind da schon Rivalitäten zu erkennen z.B. ein gegenseitiges Androhen bis hin zu leichter Auseinandersetzung wegen etwas Interessantem auf dem Boden, sollte man Bedenken haben und weiter Beobachten. Betonung liegt auf gegenseitig. Ist sofort eine klare Dominanz gegeben und der andere gibt willig(!) nach ist das positiv zu bewerten, jedenfalls solange der dominante sich(wölfisch)korrekt verhält.
Aber selbst wenn es ein friedlicher Spaziergang wird, wird es in aller Regel über Monate RangordnungsAuseinandersetzungen geben, was sich zumeist in (für uns Menschen scheinbar) kleinen Gesten zeigt.
Was ich noch für sehr wichtig halte ist, daß du für beide Hunde eindeutig das Leittier bist. Wenn du beobachtest, daß sich eine Meinungsverschiedenheit anbahnt, solltest du in der Lage sein beide Hunde mit einem klaren Nein in die Schranken zu weisen.
Viel Glück!
Steffi