Wie krieg ich's hin, dass sie weniger bellt?

Hallo!

Befinde mich gerade in einer Denkschleife, aus der ihr mir vielleicht heraushelfen könnt?

Unsere Hündin (7 Jahre) ist lieb, freundlich und sehr umgänglich. Eine tolle Freundin.

Sie hat nur eine große Unart, die gerade nach langer Zeit wieder bemerkbar wird, an der wir vermutlich auch selbst Schuld sind (wie so oft), die jetzt aber unbedingt aktiv angegangen werden muss:

Unsere Süsse bellt, wenn es an der Türe klingelt oder auch nur ein ungewöhnliches Geräusch im Hausflur zu hören ist. Sie ist GROSS, und ihre schöne Stimme sehr tief und LAUT.

Das war die letzten 6 Jahre überhaupt kein Problem, weil sie in dem 2-Familien-Haus, in dem wir bisher noch leben, sich nur ca. ein halbes Jahr an die Zeitpläne und typischen Geräusche der Mieter unter uns gewöhnen musste, und somit schon mal das Gebell aufhörte, mit dem sie uns vor Gefahren warnen wollte. Danach bellte sie „nur“ noch, wenn jemand an unserer Tür schellte. Da nützte keinerlei Schimpfen, und wir haben’s irgendwann als normal hingenommen, insbesondere weil die Nachbarn auch kein Problem damit hatten. (Ja, da hat mal wieder der Hund die Besitzer erzogen und nicht umgekehrt :smiley:)

Nun sind unten neue Mieter eingezogen, und das „Warn“-Gebell hat wieder angefangen, weil die natürlich ihre eigenen Geräusche und Zeiten haben. Das nervt furchtbar! (Nicht die Nachbarn, das Gebell! :smiley:)

Diese Tatsache hat uns schlagartig die Problematik unseres baldigen Umzugs in ein neues 4-Familien-Haus ins Bewusstsein gerufen.
Da muss sie sich erst an das neue Revier und die Geräusche von gleich 3 Mietparteien gewöhnen. Mal völlig davon abgesehen, dass dort Tierhaltung eigentlich verboten ist und wir für unseren Hund eine Sondergenehmigung auf Widerruf vom Vermieter haben. Wenn sich die anderen Hausbewohner also beschweren, hätten wir schwupps ein großes Problem…

Aber dazu soll es nicht kommen, wir sind wild entschlossen, das Problem jetzt anzugehen.
Nun ist die Frage: WIE

Ich glaube nicht, dass es unserer Süßen beim Bellen darum geht, Beachtung zu erhalten. Mir ist schon klar, dass auch wütende Schelte bei Hunden u.U. als erstrebenswerte Aufmerksamkeit gilt. Wenn wir mit ihr Schimpfen, hört sie sofort auf. Aber brüllende Herrchen sind für Nachbarn nicht minder ruhestörend, finde ich. Das kann also in keinem Fall die Maßnahme der Wahl sein.
Es ist vielmehr eine Art erlernter Impuls, gegen den sie nichts machen kann, wie mir scheint. Sie ist ganz nach Pavlov auf die Türklingel programmiert. Sie bellt sogar, wenn wir selbst draußen vor der Haustür stehen und klingeln.

Was ich mich frage: Könnte ein Klickertraining helfen, bei dem ich alles, aber auch wirklich alles lobenswerte an ihr belohne und es dann explizit nix gibt, wenn sie bellt? Ich hab da ja so meine Zweifel, weil sie in dem Moment des Schellens ohnehin so aufgeregt ist, dass sie mir ganz andere Sorgen zu haben scheint als Leckerlis…

Oder hat schon mal jemand diese Wasser spritzenden Halsbänder ausprobiert, die per Fernbedienung feuerbar sind? Dann könnte ich vielleicht in Teamwork mit meinem Mann noch hier in der alten Wohnung üben, wenn die Nachbarn nicht daheim sind. Ich dachte an Bestrafen, wenn sie beim Klingeln bellt und Belohnen, sobald sie das erster mal schweigt…

Oder fallen euch noch andere Vorgehensweisen ein?

Ich finde, dass es mit Hunden nicht viel anders ist als mit den eigenen Kindern. Da steckt man oft zu tief drin, um klar die Ursachen für Probleme zu sehn.

Wer weiß, vielleicht seht ihr ja gleich beim Lesen des „Jagdhund’s Kern“ ganz eindeutig. :smile:

Im voraus Danke für euren Input!

Liebe Grüße!

„Luise“

Hallo!

Mir ist schon klar, dass auch
wütende Schelte bei Hunden u.U. als erstrebenswerte
Aufmerksamkeit gilt.

Nein, wo hast denn das her? Da gibt es höchstens ein paar Wenige, sehr Armseelige, die sonst im Zwinger sitzen und normalerweise GAR keine Aufmerksamkeit bekommen. Aber sonst…

Wenn wir mit ihr Schimpfen, hört sie
sofort auf.

Guter Anfang

Es ist vielmehr eine Art erlernter Impuls, gegen den sie
nichts machen kann, wie mir scheint. Sie ist ganz nach Pavlov
auf die Türklingel programmiert.

Nach Pavlov nicht unbedingt, denn es kam ja nicht immer eine Belohnung nach dem Klingeln.

Was ich mich frage: Könnte ein Klickertraining helfen, bei dem
ich alles, aber auch wirklich alles lobenswerte an ihr belohne
und es dann explizit nix gibt, wenn sie bellt?

Ich denke, das klappt nicht. Das könnte sogar ins Gegenteil ausgehen, weil sie dann unsicher werden könnte. Es muss ja nicht sein, dass vor einem Umzug auch sonst noch viel verändert wird. Ich würde euch raten, mit dem strengen Schimpfen anzufangen und zu üben. Jedesmal, wenn es klingelt (am besten wisst ihr genau wann - fragt Bekannte, die euch helfen können) sofort und ohne Verzögerung ein heftiges PFUI, AUS oder was auch immer ihr da hernehmt und zugleich den Schnauzgriff - nicht zimperlich sein! Ich bin nicht sehr für diese Wasserspritz-Halsbänder. Aus tierschutz- und praktischen Gründen. Viele Hunde verbinden die Strafe mit dem Halsband und bekommen Ängste. Besser ist, wenn ihr euch eine kleine Wasserspritzpistole in die Hand nehmt und sofort mit dem Klingeln auf die Nase spritzt. Das ist ein Rat, den ich nur gebe, weil die Zeit drängt. Sonst würd ich an die Sache anders rangehen. Aber besser so, als dass der Hund im Tierheim landet, weil die neuen Vermieter das Gebell nicht dulden.

Ciao, IRIS

Hallo Luise!

Meine Hündin hat früher auch bei Klingeln und Geräuschen im Hausflur gebellt. Jetzt macht sie es nur noch selten, wenn es ihr gar zu ungewöhnlich vorkommt.

Wir haben das Ganze mit einer Hundetrainerin gelöst. Diese sah sich an, wie wir reagieren, wenn es klingelt.
Wir haben den Hund damals ignoriert und uns darum gekümmert, wer da vor der Tür steht. Das war der Fehler.
Bei uns (ob es bei euch hilft, kann man schlecht sagen, ohne genau zu wissen und möglichst auch zu sehen, wie es vor Ort ist) hat folgendes geholfen:

Hund bekam einen Liegenplatz ausser Sichtweite der Wohnungstüre. Einmal Bellen beim Klingeln war erlaubt, dafür gabs ein kurzes Lob. Danach musste der Hund auf den Liegeplatz und durfte von dort nicht mehr aufstehen, bis wir es erlaubt haben.
Unsere Hündin hat einfach die Kontrolle darüber übernommen, wer kommt, ob derjenige erwünscht ist etc., und die Möglichkeit mussten wir ihr nehmen.
Es hat innerhalb erstaunlich kurzer Zeit funktioniert!

Wegen den Geräuschen im Treppenhaus…unsere Süsse hat sich quasi sofort daran gewöhnt. Wir sind aus einem extremst ruhigen 3-Familienhaus in ein recht belebtes 8-Parteien-Haus gezogen. Anfangs fand sie es ein paar Mal bellenswert, aber innerhalb kurzer Zeit hat sie resigniert und festgestellt, dass es so sein muss.

Mein Tipp für euch wäre, sucht euch einen Hundetrainer, der euch vor Ort besucht. Das kostet zwar Geld, aber es lohnt sich auf jeden Fall! Oft steckt hinter solchem Verhalten ein ganzer „Problemkomplex“, den man in Angriff nehmen muss, damit sich einzelne unerwünschte Verhaltensweisen legen können. Das bedeutet für euch Besitzer viel Arbeit vor allem an euch selbst (und grosse Disziplin), aber ich denke, wenn ihr nichts unternehmt, fliegt ihr bzw. euer Hund in hohem Bogen aus der neuen Wohnung wieder raus, und es bekommt auch sonst niemand mehr die Chance, mit Hund dort einzuziehen.
Ausserdem lebt es sich mit den Nachbarn deutlich entspannter, wenn der Hund sich unauffällig und ruhig verhält :wink:

Liebe Grüsse und viel Erfolg!
Bine :smile:

Hallo Bine,

Hund bekam einen Liegenplatz ausser Sichtweite der
Wohnungstüre. Einmal Bellen beim Klingeln war erlaubt, dafür
gabs ein kurzes Lob. Danach musste der Hund auf den Liegeplatz
und durfte von dort nicht mehr aufstehen, bis wir es erlaubt
haben.

Wir haben dasselbe Problem, leider hört unser Hund auch bei Schimpfen nur für ca. 1 Sekunde auf. Jetzt würde mich mal interessieren, wie ihr das durchgezogen habt. Genauso wie du es beschreibst, probiere ich es auch immer. Es funktioniert aber schlichtweg deshalb nicht, weil ich meistens alleine bin, wenn es klingelt. Ich schicke also den Hund auf die Decke, aber irgendwann muss ich ja aufmachen und mit dem Besucher reden. Sobald aber meine Aufmerksamkeit dem Besucher gilt, kommt der Hund wieder von hinten. Ich kann mich dann kurz entschuldigen und den Hund wieder auf die Decke schicken, aber kaum dreh ich mich wieder um… usw. usf.
Da fühlt sich wohl jeder Besucher etwas veräppelt, vor allem der Postbote, der schliesslich auch irgendwann wieder weiter muss und nicht zehn Minuten warten kann, bis ich meinen Hund im Griff habe.

Das Problem ist zwar bei uns nicht total akut, denn erstens wohnen wir in einem EFH, zweitens hab ich entdeckt, dass der Hund freiwillig und gern ins Wohnzimmer rennt, wenn ich ihn beim Klingeln reinschicke, denn da kann er zum Fenster rausbellen. Das stört mich nicht so. Aber manchmal hat er so ein „Dauerbellen“ drauf, wenn er draußen irgendwen rumlaufen und reden hört. Das ist so ein hohes Jaul-Bellen, das er ca. alle 5 Sekunden loslässt. Und das hält er gut eine Viertelstunde durch, besonders beliebt wenn wir Mittagsschlaf halten wollen. Anschnauzen hilft nur bedingt…

Ich werde keine Trainerin kommen lassen, denn unser Hund ist nicht mehr der jüngste, das lohnt sich glaube ich nicht mehr. Aber vielleicht hilft es mir ja schon zu hören, wie ihr das geschafft habt.
Viele Grüße,

Julia

Huhu Julia!

Vorweg: unser Hund war 10 Jahre alt (Schäfer-Collie), als wir mit dem Training begonnen haben! Zu alt gibt es fast nicht, es sei denn, der Hund ist nicht mehr in der Lage, neues aufzunehmen, weil er z.B. altersbedingt blind oder taub ist oder einfach schon sehr tüddelig. Aber eine Zahl ist da absolut nicht aussagekräftig, es kommt wirklich aufs Tier an!

Wir haben dasselbe Problem, leider hört unser Hund auch bei
Schimpfen nur für ca. 1 Sekunde auf. Jetzt würde mich mal
interessieren, wie ihr das durchgezogen habt.

NICHT schimpfen! Ich bin absolut der Meinung, dass genau das den Hund zum einen bestärkt, weil er dadurch Aufmerksamkeit bekommt und zum anderen bestätigt es ihn in seiner Aufregung (ich „schimpfe“ mit dem vor der Tür, und Frauchen hilft mir).

Genauso wie du

es beschreibst, probiere ich es auch immer. Es funktioniert
aber schlichtweg deshalb nicht, weil ich meistens alleine bin,
wenn es klingelt. Ich schicke also den Hund auf die Decke,
aber irgendwann muss ich ja aufmachen und mit dem Besucher
reden. Sobald aber meine Aufmerksamkeit dem Besucher gilt,
kommt der Hund wieder von hinten.

In dem Moment direkt wieder auf seinen Platz schicken. Sobald er auch nur auf die Idee kommt, sich zu rühren, ein deutliches Kommando. Das muss man teilweise eeeeewig üben, und wenn man glaubt, es hätte alles keinen Sinn mehr, dann übt man nochmal eine Ewigkeit, und auf einmal zeigen sich Fortschritte :wink:
Bellen nach dem ersten Laut ignorieren, man kann einen bellenden Hund nicht dazu bewegen, still zu sein, wenn er das nicht für notwendig hält. Jedes Kommando, dass der Hund nicht befolgt, ist kontraproduktiv (er merkt ja, dass auch wenn er es nicht befolgt, nichts passiert).
Deswegen, nach dem ersten Wuff loben, und danach nicht mehr beachten. Schont die eigenen Nerven auf Dauer ungemein.

Ich kann mich dann kurz
entschuldigen und den Hund wieder auf die Decke schicken, aber
kaum dreh ich mich wieder um… usw. usf.

Das ist es was ich in der ersten Antwort mit viel Geduld und disziplin meinte. Der Hund zeigt das Verhalten nicht von einem Tag auf den anderen, er wird es noch viel weniger schnell ablegen. Es ist ein Prozess, der sich hinzieht, und wenn man nicht am Ball bleibt, kann es auch gut sein, dass sich alles wieder so einspielt dass der Hund wieder bellt.

Da fühlt sich wohl jeder Besucher etwas veräppelt, vor allem
der Postbote, der schliesslich auch irgendwann wieder weiter
muss und nicht zehn Minuten warten kann, bis ich meinen Hund
im Griff habe.

Sag dem Postboten, dass es im Moment dauert, weil der Hund lernen muss. Hat er dafür kein Verständnis oder keine Zeit, versuche, die erste Trainingszeit hindurch nichts zu bestellen, weswegen er klingeln müsste :wink:
Oder ignoriere den Hund derweil komplett…das wäre aber die letztbeste Lösung, denn er soll ja bei jedem Klingeln das tun, was Du möchtest.

zweitens hab ich entdeckt, dass der
Hund freiwillig und gern ins Wohnzimmer rennt, wenn ich ihn
beim Klingeln reinschicke, denn da kann er zum Fenster
rausbellen. Das stört mich nicht so.

D.h. der Hund liegt nicht auf seinem Platz, sondern kann vom Wohnzimmer aus sehen, dass jemand vor der Tür steht, und kann den von dort aus anbellen?
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, liegt genau da auch das Problem. Dein Hund hat in seinen Augen den Posten des Bewachers übernommen, der allen erstmal kräftig die Meinung geigt: BLEIB DRAUSSEN. Du schickst ihn regelrecht auf einen Posten, wo er seinen Job noch viel besser wahrnehmen kann.
Da hilft nur: Platz suchen, wo er absolut keinen Einblick auf die Tür hat und auch nicht aufs Fenster. Und konsequent dort liegenlassen. Ggf. auch Platz und Bleib in ruhigen Situationen nochmal intensiv üben, denn es ist natürlich umso schwerer für den Hund, sich in so einer aufregenden Situation ans Kommando zu halten :wink:

Aber manchmal hat er so
ein „Dauerbellen“ drauf, wenn er draußen irgendwen rumlaufen
und reden hört. Das ist so ein hohes Jaul-Bellen, das er ca.
alle 5 Sekunden loslässt. Und das hält er gut eine
Viertelstunde durch, besonders beliebt wenn wir Mittagsschlaf
halten wollen. Anschnauzen hilft nur bedingt…

Wie gesagt, nach einem „Dankeschön“ fürs Aufmerksam machen dass da jemand ist das Bellen ignorieren, den Hund auf seinen Platz schicken. Irgendwann wirds langweilig und das Bellen weniger. In solchen Situationen sollte man selbst möglichst ruhig bleiben, um den Hund nicht noch mehr zu pushen.

Ich werde keine Trainerin kommen lassen, denn unser Hund ist
nicht mehr der jüngste, das lohnt sich glaube ich nicht mehr.
Aber vielleicht hilft es mir ja schon zu hören, wie ihr das
geschafft habt.

Wie gesagt, zu alt ist fast nie der Fall. Der eigene Leidensdruck oder der Druck durch Nachbarn/Vermieter ist das ausschlaggebende, ob man es mit jemand professionellem probiert oder lässt :wink:
Und lohnen…ein Hund kann 15, kleine Rassen auch mal 18 Jahre alt werden. Je älter der Hund, desto tüddeliger wird er, und desto hartnäckiger und nervenaufreibender können solche Angewohnheiten werden. Meine Hündin ist, seit wir das Training gemacht und weitergeführt haben, wesentlich angenehmer im Haus. Die Klingel interessiert nur noch in Ausnahmefällen, und sie hat vorher wirklich richtig Terror gemacht. Sie ist generell ausgesprochen gesprächig und auch laut :wink:

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen!

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hallo Bine,

NICHT schimpfen! Ich bin absolut der Meinung, dass genau das
den Hund zum einen bestärkt, weil er dadurch Aufmerksamkeit
bekommt und zum anderen bestätigt es ihn in seiner Aufregung
(ich „schimpfe“ mit dem vor der Tür, und Frauchen hilft mir).

Es fällt mir immer schwer, das zu glauben, weil sich in der Wirklichkeit das Gegenteil zeigt. Heisst: Wenn man schimpft, hört er zumindest kurzzeitig auf. Wenn man ihn ignoriert, macht er ungehemmt weiter.
Das zeigt sich besonders bei dem nervigen beschriebenen Dauerbellen. Da ist es tatsächlich so, dass er spätestens beim zweiten Mal anschnauzen wirklich aufhört, wogegen er beim Ignorieren -das du empfiehlst - eine Viertelstunde lang halbherzig vor sich hin bellt. Das wird nicht langweilig für ihn, glaub mir.
Das Problem haben wir ja eben nur dadurch, dass es z.B. passiert, während wir mittags schlafen, und keiner Lust hat extra aufzustehen, die Treppe runterzugehen und den Hund anzuschnauzen. Irgendwann macht man es natürlich doch, weil man ohnehin nicht einschlafen kann, während der Hund unten alle paar Sekunden sein HAUAUUUUUU - HAU - HAUAUAUU von sich gibt.
Naja, aber das ist das geringere Problem.

Vielleicht probiere ich es wirklich mal mit dem x-mal zurückschicken. Wenn es mir dann allzu peinlich ist, muss ich eben wieder aufhören und bei der Wohnzimmer-Methode bleiben, auch wenn die erzieherisch nicht das Wahre ist.

Ach ja, noch was. Manche Hundetrainer sind der Ansicht, ein liegender Hund würde nicht bellen. Unser Hund bellt auch im Liegen. Insofern weiss ich nicht genau, was es bringen soll, ihn auf seinen Platz zu schicken. Er bellt auch, wenn er den Besucher nicht sehen kann.

Naja, du hast mir ein paar Anregungen gegeben, vielen Dank! Ich schau mal, was ich daraus machen kann.

Apropos: Was hat eigentlich der Trainer gekostet und wie wurde das abgerechnet? Genau nach Zeit wie lange der da war?

Viele Gruesse,

Julia

Huhu Julia!

Es fällt mir immer schwer, das zu glauben, weil sich in der
Wirklichkeit das Gegenteil zeigt. Heisst: Wenn man schimpft,
hört er zumindest kurzzeitig auf. Wenn man ihn ignoriert,
macht er ungehemmt weiter.

Vielleicht liegt es daran, dass er so lange weiterbellt weil er hofft dass dann endlich einer von euch aufsteht und reagiert? Wenn ihr ihn schimpft, bekommt er ja die gewünschte Aufmerksamkeit, muss also in dem Moment nicht bellen :wink:
Ich weiss es nicht, dazu kenne ich mich zu wenig aus in Sachen Hundeerziehung. Die Problematiken, die meine eigene Hündin betreffen kenne ich sehr gut, ein paar andere auch, aber weitergehend befasse ich mich zur Zeit noch nicht damit. Deswegen kann ich nur von dem Schreiben, was ich selbst gelernt/gesehen/erlebt habe.

Ach ja, noch was. Manche Hundetrainer sind der Ansicht, ein
liegender Hund würde nicht bellen. Unser Hund bellt auch im
Liegen. Insofern weiss ich nicht genau, was es bringen soll,
ihn auf seinen Platz zu schicken. Er bellt auch, wenn er den
Besucher nicht sehen kann.

Meine kann in jeder Lage bellen (ausser in Narkose :wink:)…der ist es egal, dass das Bellen im Liegen anstrengender ist. Was muss, das muss :stuck_out_tongue:
Du schickst den Hund nicht auf seinen Platz, damit er liegt und deshalb still ist, sondern damit Du diejenige bist, die entscheidet wer bei euch reindarf und wer nicht. Das übernimmt Dein Hund in dem Moment, in dem er bellend neben Dir (oder wenn er ins Wohnzimmer muss am Fenster) steht.

Naja, du hast mir ein paar Anregungen gegeben, vielen Dank!
Ich schau mal, was ich daraus machen kann.

Wäre schön, wenn Du beizeiten mal berichtest, ob es geklappt hat oder obs nicht so euers ist!

Apropos: Was hat eigentlich der Trainer gekostet und wie wurde
das abgerechnet? Genau nach Zeit wie lange der da war?

Erstgespräch bei uns zu Hause kostenlos. Da gab es zwar auch schon erste Tipps, aber grundsätzlich schaut sich der Trainer da erstmal an, wie sich der Hund verhält, wie die Interaktion zwischen dem Hund und der Familie ist, zwischen dem Hund und Fremden (Trainer), einfach alles, was wichtig sein könnte. Das passiert ganz nebenbei, ohne dass man selbst viel davon mitbekommt. So soll es auch sein, verstellt man sich, merkt der Hund das und verhält sich anders.
Es wird dann vom Trainer erklärt, wie das Training aussehen könnte, wie lange er in etwa rechnet, dass es dauern wird (also z.B. 10 Einheiten a 45 Minuten oder sowas), wo er Probleme oder Ansatzpunkte sieht usw.
Bei uns hat das etwa anderthalb Stunden gedauert.
Kosten danach waren 39 Euro für 60 Minuten, wobei wir gleich eine Zehnerkarte genommen haben, sonst wären es ein paar Euro mehr pro Einheit gewesen. Die Anfahrt war, weil in der Nähe, inklusive (manche rechnen ab einer gewissen Entfernung eine km-Pauschale ab).
Genau auf die Minute kann man es natürlich nie machen, aber wenn wir z.B. mal 10 Minuten früher fertig waren, wurden die beim nächsten Mal mit drangehängt, so dass alles in allem die Zeit, die wir bezahlt haben, gut genutzt wurde, eher war es sogar mehr.
Wir hatten eine oder zwei Einheiten vor Ort (wegen Türklingeln etc.), eine bei meinen Schwiegereltern (dort war meine Hündin zu der Zeit wenn wir arbeiten waren), und mehrere draussen. Mal auf freiem Feld, mal im Auto unterwegs (kläffen sobald sie was draussen sah)…also bunt gemischt das, was wichtig war. Pro Woche ein oder zwei Termine, die Trainerin war so flexibel, dass sie auch mal aus einer Stunde zwei halbe machte, so dass wir meine Mittagspause nutzen konnten. Es kommt auch drauf an, wie die äusseren Bedingungen sind, wenn man Verhalten unter Fremden trainieren will ist ein total verregneter Tag ja nicht das Wahre…da wurde dann umdisponiert oder verschoben.
Ich fand das Ganze für uns Halter sehr anstrengend, wir hatten nicht genug Zeit zum Üben zwischen den Einheiten, weil wir z.B. einfach nicht viel Besuch bekommen und keinen hatten, den wir zum Klingeln vorbeischicken konnten. Aber das war insofern nicht schlimm, als dass man so oder so weiterüben muss, auch wenn man alles erklärt bekommen hat und die Traininseinheiten nicht mehr laufen. Sprich, so ein Training ist nie abgeschlossen, man führt es nur irgendwann ohne Trainer weiter, weil man gelernt hat, worauf es ankommt. Wenn man Fragen hat, kann man jederzeit nochmal eine Einheit einschieben oder sich telefonisch beraten lassen.
Ich würde es jedem raten, der ein Problem mit seinem Hund hat. Es hilft wirklich sehr, weil man selbst trotz bestem Wissen betriebsblind wird. Ich kann bei anderen Herrchen-Hund-Gespannen oft direkt sehen, wieso da ein Problem ist und was man machen könnte. Bei mir selbst misslingt das grundsätzlich *seufz*

Ist etwas länger geworden als geplant, aber ich denke, dass es ein Thema ist, das viele interessiert. Übrigens, gute Trainer kann man oft über den Tierarzt oder das Tierheim finden :wink:

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hallo Bine,

Vielleicht liegt es daran, dass er so lange weiterbellt weil
er hofft dass dann endlich einer von euch aufsteht und
reagiert? Wenn ihr ihn schimpft, bekommt er ja die gewünschte
Aufmerksamkeit

Aber warum gilt das dann plötzlich an der Haustür nicht?
Wenn ich mich ihm ständig zuwende, weil er dauernd von hinten kommt um den Besucher zu verbellen, bekommt er doch andauernd Zuwendung. Diese bekommt er nicht, wenn er nicht bellt, da ich dann mit dem Besucher rede statt mit ihm.
Mein Verhalten, ihn immer wieder auf seinen Platz zu verweisen, wenn er bellt, würde nach dieser Theorie das Bellen verstärken!

Ist das kompliziert.
Naja, ich versuche es mal. Habs auch schon probiert, finde es aber einfach super unhöflich, dem Besucher nach zwei Worten das Wort abzuschneiden „sorry ich muss mal den Hund…“ und nach weiteren zwei Worten wieder… Ich fürchte, ich halte das nicht so lange durch wie es nötig wäre. Das Training - bei euch 400 EUR ist auch ein ordentlicher Batzen Geld, uff.

Danke und Grüße,

Julia

Hallo,

Wenn ich mich ihm ständig zuwende, weil er dauernd von hinten
kommt um den Besucher zu verbellen, bekommt er doch andauernd
Zuwendung.

dann hänge ihn halt an, dann kommt er nicht.

Gruß

Johnny

Hallo Luise,

hab mir schon ein paar antworten durchgelesen.Das was die andere Bine sagt, mit den lernen am Platz zu gehen und zu bleiben ohne klingeln,halte ich für eine sehr gute Idee.Klappt bestimmt.;0)

Also ich würde den Hund einen Platz geben wo er keinen Einblick auf die Haustür hat,auch nicht aus den Fenster.
Immer wieder am Tag üben Hund an Platz schicken und sagen bleib,den Raum kurz verlassen,die Zeit nach und nach verlängern ,wenn deine Süße liegen bleibt bis Du wieder an ihren Platz gehst ,loben,loben und Leckerlie.;o)
Irgendwann wird sie gutes Benehmen mit Lob und Leckerlie verbinden,dann kommt der nächste Schritt,es klingelt u.s.w

Ein 7 Jahre alter Hund ist übrigens nicht zu alt zum lernen,bringe meiner Hündin (10 j.) jetzt noch neue Komandos und Spiele bei,alles kein Problem,nur konsequent sein.;0)

LG Biene

Hallo,

ein Hund der Dauerbellen veranstaltet,ist der Meinung das er Frauchen oder Herrchen beschützen muss,weil Hund das stärkere Mitglied im Rudel ist.Das ist der Punkt,wo man ansetzen muss,Hund muss lernen das es nicht so ist,deswegen die Übungen mit den an Platz gehen u.s.w damit Hund merkt wer der Rudelführer ist,nämlich Herrchen /Frauchen erst dann wird das Dauerbellen auf hören.

LG Biene