Wilden Kater zum Hauskater machen?

Hallo zusammen,

wir wohnen mitten in der Stadt, haben aber zum Glück einen schönen und großen Blockinnenhof. Dort treibt sich seit ca. einem Jahr ein schöner Kater herum und wird von uns und anderen Nachbarn gefüttert. Meine Frau und mein Sohn wollen ihn - natürlich nach tierärtzlicher Untersuchung - gerne so nach und nach in unsere Wohnung aufnehmen. Meine Fragen dazu:

Alle sagen, man müsste den armen Kerl vorher kastrieren (wegen markieren und so). Gibt es da einen anderen Weg?

Gibt es - außer Krankheiten - noch andere Gründe, die dagegen sprechen, so ein Tier zum Hauskater zu machen?

Danke Euch, M

Hallo,

im Zuge der Reduzierung der verwilderten Katzen sollte das Tier in jedem Falle kastriert werden, und zwar egal ob Ihr ihn aufnehmt oder nicht. Wenn Ihr Euch gegen eine Aufnahme entscheidet, lasst es bitte den Tierschutz machen.

Ich bezweifle, dass es sich hier um einen verwilderten Kater handelt, er muss im Welpenalter positiven Menschenkontakt gehabt haben. Daher ist er vermutlich ausgesetzt oder abgehauen, oder er hat ein Zuhause und ist bei Euch nur Kostgänger. Wenn Ihr mit ihm zum Tierarzt geht, lasst ihn auf Microchip untersuchen.

Eine Wohnungshaltung unkastrierter Kater ist praktisch unmöglich, noch nicht einmal Züchter machen das oft.

Ich habe nicht ganz verstanden, ob der Kater weiterhin Freigang bekommen soll. Einen „echten“ Freigänger zur Wohnungskatze zu machen geht nicht immer, ich würde bei einem verwilderten, unkastrierten, potenten Tier im besten Alter die Chancen gegen 0 abschätzen. Eine Kastration eines bereits erwachsenen und sexuell aktiven Tiers gibt auch keine 100%ige Sicherheit, dass er nicht weiter markiert.

Sollte er weiter Freigang bekommen, steht einer Adoption durch Euch nichts im Wege. Aber Kastration muss sein, und wie gesagt: es gibt keine Garantie, dass er bei Euch in der Wohnung nicht markiert, trotz Freigang.

Sexuell aktive verwilderte Katzen sind oft Träger von FiV und/oder FeLV (Katzenaids und Katzenleukämie), darauf würde ich ihn testen lassen. Wenn der Test positiv ist, dürfte er eigentlich nicht mehr nach draußen, damit er andere Katzen nicht anstecken kann. Für den Menschen sind diese Krankheiten nicht gefährlich.

Ansonsten haben verwilderte Katzen i.d.R. Würmer, Flöhe und Ohrmilben, das ist aber mit etwas Konsequenz schnell erledigt.

Gruß,

Myriam

Hallo Matthias,

lass ihn so wie er ist!
Ein wilder, freier Kater wird nicht mehr zu einem Haustier im eigentlichen Sinne. Er wird immer seinen eigenen Weg gehen.
Markieren wird er auch weiterhin, Kastration nützt da (meist) gar nichts mehr.
Und warum willst du ihm seine Freiheit nehmen?
Ziemlich egoistisch gedacht, meine ich.
Also freu dich, wenn er dich besucht und dir seine Freundschaft schenkt.
Übrigens warten in den Tierheimen tausende von richtigen Hauskatzen auf ein neues Herrchen.

mfg Nemo.

Hallo.

Alle sagen, man müsste den armen Kerl vorher kastrieren (wegen
markieren und so). Gibt es da einen anderen Weg?

Die Kastration würde ich erst durchführen lassen, wenn Tiger light Familienanschluss gefunden hat. Das ist zwar tierschutzseitig nicht das Optimum, aber : so lange der Kater wild / halbwild draußen ist, entspricht sein Rang in der Umgebungs- Katzengemeinschaft seinem sexuellen Status. Soll heißen : Wenn er kastriert wieder in die Wildnis entlassen würde, bekäme er das nächste Vierteljahr erst mal fürchterlich Senge, bis er seinen neuen Platz in der Rangordnung - ein ganzes Stück weiter unten - erreicht hat. „Schön“ ist er dann vielleicht nicht mehr, und eventuell auch nicht mehr unversehrt.

Gibt es - außer Krankheiten - noch andere Gründe, die dagegen
sprechen, so ein Tier zum Hauskater zu machen?

Diese Gründe würde euch das Tier recht deutlich mitteilen. Wenn er grundsätzlich Menschen gegenüber aufgeschlossen ist und nicht z.B. bei jedem menschlichen Laut oder Bewegung türmt, sind die Voraussetzungen, ihn (wieder?) an menschliche Gesellschaft zu gewöhnen, nicht ungünstig. Nur solltet ihr nicht erwarten, dass er der totale Schmuse- und Schoßkater wird; er hat schon die Erfahrung gemacht, dass er notfalls allein zurechtkommt, und wird von daher immer ein gut Teil dieser Selbständigkeit behalten. Das ist ja an sich nichts Schlechtes.

Das einzige Risiko sähe ich darin, dass das Tier evtl. negative Erfahrungen mit bestimmten Dingen oder Personen gemacht hat, die es natürlich nicht so leicht abschütteln kann. Das kann dann Reaktionen auslösen, die man aus der Einzelsituation heraus gar nicht versteht.

Gruß Eillicht zu Vensre
^—^ rrrrr

Hi,

Die Kastration würde ich erst durchführen lassen, wenn Tiger
light Familienanschluss gefunden hat. Das ist zwar
tierschutzseitig nicht das Optimum,

allerdings. Das Tier sollte umgehend kastriert werden.

wild / halbwild draußen ist, entspricht sein Rang in der
Umgebungs- Katzengemeinschaft seinem sexuellen Status.

Das ist nicht ganz richtig. Einer meiner (merke: kastriert) hat sich problemlos den Rang des Chefs im Revier erprügelt. Da war keine Rede von unkastriert oder kastriert. Katzen haben andere Mittel und Wege, ihr Revier zu markieren, u.a. die Drüsen am Kinn.

Es wird auf jeden Fall schwer werden, einen reinen Freigänger zum Hauskater zu machen - ich konnte dem Posting aber nicht entnehmen, ob er ein Freilaufkater oder reiner Hauskater werden soll. Letzteres halte ich für schwer bis unmöglich.

Gruß
Cess

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Hallo nochmal,

vielen herzlichen Dank schon mal!

Um die eine Frage zu beantworten: Wir hatten an einen Freilaufkater gedacht.

Nach Euren Antworten werden wir uns das aber nochmal überlegen. Ein Kater im Hof ist doch auch nicht verkehrt - finde zumindest ich.

Noch eine Frage: Muss man Angst haben, dass er im Winter erfriert? (Eine kleine Hütte hat er von uns).

Gruß, M

Hallo,

Nach Euren Antworten werden wir uns das aber nochmal
überlegen. Ein Kater im Hof ist doch auch nicht verkehrt -
finde zumindest ich.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass er als Freilandkater glücklicher ist. Die Sache mit dem Kastrieren muss ich aber nochmals betonen. Es ist wirklich wichtig. Jedes Jahr werden hunderttausende neuer unerwünschter Katzen erzeugt, was einen riesigen Elendskreislauf in Gang hält. Selbst wenn Ihr ihn nicht in die Wohnung nehmen wollt, lasst ihn kastrieren und impfen, dann lebt er länger. So eine Impfung hält (inoffiziell) auch ein paar Jahre.

Noch eine Frage: Muss man Angst haben, dass er im Winter
erfriert? (Eine kleine Hütte hat er von uns).

Nein, das ist nur bei unterernährten, kranken Tieren eine wirkliche Gefahr.

Gruß,

Myriam

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lass ihn so wie er ist!

Hallo,

das kann ich nur unterstützen! Denn dann ist der Kater am glücklichsten. Gebt ihm ab und zu eine Wurmkur und immer genug Futter. Eine gesunde „immer draußen Katze“ erfriert auch nicht. Sie sucht sich für schlecht Wetter ein trockenes zugfreies Plätzchen. Wenn ihr was anbieten wollt, dann muß der Platz auch Sicherheit und Fluchtmöglichkeit bieten, sonst wird der Platz nicht angenommen.

Und was die Kastration wegen Katzenüberschuß angeht…
Meine (nicht Rasse) Mäuse-fang-Stall-Hof-Katzen könnten 3x soviel Welpen haben so groß ist die Nachfrage. Warum die Tierheime trotzdem so voll sind gibt zu denken. Aber das gehört nicht in diese Antwort.

Meine (nicht Rasse) Mäuse-fang-Stall-Hof-Katzen könnten 3x
soviel Welpen haben so groß ist die Nachfrage. Warum die
Tierheime trotzdem so voll sind gibt zu denken.

Weil so viele Leute wie Du Katzen produzieren? Ist nur so eine Idee …

Gruß,

Myriam

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Ich könnte mir auch vorstellen, dass er als Freilandkater
glücklicher ist. Die Sache mit dem Kastrieren muss ich aber
nochmals betonen. Es ist wirklich wichtig. Jedes Jahr werden
hunderttausende neuer unerwünschter Katzen erzeugt, was einen
riesigen Elendskreislauf in Gang hält. Selbst wenn Ihr ihn
nicht in die Wohnung nehmen wollt, lasst ihn kastrieren und
impfen, dann lebt er länger. So eine Impfung hält
(inoffiziell) auch ein paar Jahre.

Hallo Myriam,

in Hinblick auf die kätzische Überbevölkerung bringt die Kastration der Kater in meinen Augen wenig, bis gar nichts.
Eine rollige Katze ist sehr konsequent und sucht und jammert einfach so lange, bis sie einen „richtigen Kerl“ findet!
Ganz anders und viel effektiver wäre es natürlich, wenn man dem Kater seine Männlichkeit ließe und ihn nur sterilisieren würde.
Aber das kostet natürlich weit mehr!

mfg Nemo.

Hallo,
lass dem „Jungen“ seine Freiheit.

Solltest Du ihn probeweise unkastriert in Deiner Wohnung
aufnehmen, dann viel Vergnügen! Wenn der Kater erst einmal
seine Duftnoten in Deiner Wohnung hinterlassen hat…
Kennst Du den Geruch in einem Raubtierkäfig? Dann kannst
Du dir in etwa eine Vorstellung von einem unkastrierten
Kater machen.
Normalerweise bin ich auch dafür, die Tiere in puncto
Nachwuchs „entschärfen“ zu lassen. Aber der Hinweis mit der
bestehenden Rangordnung ist schon zutreffend, ich würde
ihn (in diesem Fall) auch nicht entmannen lassen.
Schau Dich doch einfach einmal im Tierheim um, da findest
Du sicherlich auch die passende Katze.
Versorgen kannst Du ihn ja trotzdem.

LG
Esther

Ach Cess…
…wie schön wäre das Wissen, wenn Du das Brett mit moderiertest! :smile:

Viele Grüße und einen schönen Abend

Kathleen

Weil so viele Leute wie Du Katzen produzieren?

Hallo Myriam,

wenn es denn einen so großen Produktionsüberschuß gäbe, warum habe ich (und andere auch) dann für 3 inserierte Welpen innerhalb 2 Tagen 10 Anfragen?
Ich erlaube meiner Katze einen Wurf im Jahr. Noch vor 15 Jahren waren bei Rolligkeit 3-4 Kater zur Brautwerbung da. Jetzt schreit sie einige Tage ohne daß einer kommt und beschließt dann einen zu suchen.
Realität ist, daß die vermehrungsfähigen Katzen/Kater extrem abgenommen haben. Ein Grund warum kaum „normale“ Katzen inseriert werden.
Es werden fast nur noch Rassekatzen angeboten. Doch die meisten Leute wollen einfach eine Freigängerkatze und nicht 300 Euro auf dem Sofa, die man nicht rauslassen kann, weil sie zu schnell mitgenommen werden.
Und es gibt eben nicht so viele Leute, die den halben Rassekatzenpreis für eine Katze bezahlen, die evtl. nicht problemlos ist.

Gruß Steffi

Hallo Matthias,

Gibt es - außer Krankheiten - noch andere Gründe, die dagegen
sprechen, so ein Tier zum Hauskater zu machen?

Ich hab die anderen Antworten nicht gelesen und daher kann meine Gegenfrage ganz ketzerisch sein:

Gibt es irgendwelche Gründe DAFÜR, so ein Tier zum Hauskater zu machen?

Grüße von
Tinchen

Lieber Matthias,

ich möchte noch einen anderen Aspekt zu bedenken geben: Der Schöne kann durchaus ein ursprüngliches Zuhause haben. Jedenfalls irrte unsere Katze ein drei Viertel Jahr in so einem großen Berliner Block-Innenhof herum und fand den Weg in den 5. Stock nicht mehr zurück. Wir haben uns natürlich wochenlang auf die Lauer gelegt…aber erst ein Aushang einer Frau, die neu in ein Nachbargebäude gezogen war, brachte uns auf Emmas Färte - und sie war es wirklich! Die nette Frau meinte, dass die Hausmeisterin sich schon beschwert habe, dass die Katze immer ins Haus käme, und wollte sie ins Tierheim abschieben.

Ach je, ich laber mal wieder viel: Was ich damit sagen möchte: Vielleicht solltet Ihr, bevor Ihr den Kater domestizieren wollt, vielleicht noch einmal in der Nachbarschaft nachfragen.

Zum Thema Kastration und Freigang wurde ja schon alles gesagt!

Gruß

Kathleen

off topic: Katzenvermehrung
Hallo,

sorry, aber auf so eine Antwort kann ich erst mal nur mit totalem, absolutem Unverständnis reagieren. Da fällt mir einfach nix mehr ein. Ich werde mal versuchen, übers Wochenende eine sachliche Antwort zu formulieren, falls Du darauf wert legst, evtl. auch in einem eigenen Thread, denn hier gehört es ja eigentlich nicht hin.

Textteil entfernt - BelRia (MOD) am 16.02.2007

Gruß,

Myriam

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…wenn die Tierheime die Katzen für ca. 30 Euro abgeben würden, würden sicher viel mehr Katzen ein neues Zuhause finden. Das was den Tierheimen an Einnahmen dadurch fehlt, würde bestimmt gut ausgeglichen durch weniger Kosten bei kürzerem Aufenthalt.

Soviel nach als Gedanken zu deinem Wochenend.

Katzenvermehrung und mehr…
Hallo Steffi,

anbei ein paar Bemerkungen hierzu:

Thema Vermehrung:

Es gibt Berechnungen, nach denen ein Katzenpaar im Laufe von
10 Jahren bis zu 80 Millionen Nachkommen „produzieren“ kann,
wenn bei zwei Würfen pro Jahr jeweils 3 Junge überleben.
Die produzieren dann ebenfalls munter weiter.
Du kennst vielleicht die Legende von dem Weizenkorn und dem Schachbrett …?

Thema Tiervermittlung:

Auch „normale“ Katzenwelpen werden von den Tierheimen angeboten.
Sie sind geimpft, entwurmt und gechippt.
Eine Katze leistet mir u.U.16 Jahre (und länger!) Gesellschaft.
Die heute so beliebte Devise „Geiz ist geil“ sollte bei „Anschaffungskosten“ in
der Größenordnung von 65 - 85 € nun wirklich keine Rolle spielen.
Die bezahle ich schon, wenn ich meine Katze impfen und einmal
vom Tierarzt durchchecken lasse.

Übrigens: Auch ganz „normale“ Hauskatzen werden gestohlen, nicht
nur die Edelfuzzis… Die professionellen Katzenfänger arbeiten
mit Duftstoffen, denen nun einmal keine Mieze widerstehen kann.

LG
Esther

Hallo Esther,

na klar potenziert sich die Menge. Das ist bei allen Tieren (einschl. Menschen)so.
Und um das klarzustellen. Ich bin nicht dafür, daß alle Katzen der Welt sich unkontrolliert/ziellos vermehren bis es eine Plage wird und sie dann elendig krepieren. Ich habe nur ein Mißverhältnis zu der Einstellung, daß eine Katze/Kater selbstverständlich kastriert werden MUSS. Die scheue verwilderte Katze in freier Wildbahn muß sich nicht vermehren.
Meine Katze darf einen Wurf im Frühjahr haben, wird im Winter als nur-draußen-Katze nicht rollig und wenn sie im Spätsommer wieder anfängt gibt es für 4 Wochen Verhütungsmittel. Da ist nichts mit ziellos vermehren.
Anderer Aspekt: Der normale Katzenhalter wird wegen nicht Kastration / Vermehrung / Tierheimüberfüllung angegriffen - und die Züchter dürfen unbesehen vermehren und an jedem Welpen gutes Geld verdienen. Da sagt keiner was dagegen. Würde der Markt nicht mit immer mehr werdenden Rassekatzen überschwemmt (wobei ich nichts gegen Rassekatzen habe), dann bliebe den normalen Katzen mehr Wohnraum. 2-Klassen-Katzen-Gesellschaft.
Sicher gibt es im Tierheim auch Welpen, aber wenige. Bekommt man einen Welpen und hat 16 Jahre Gesellschaft - super! Aber real haben viele Katzen Probleme und gefestigte Eigenheiten mit denen man erst mal klar kommen muß.
Und es bleibt die Tatsache, daß es einen großen Bedarf nach Welpen normaler Katzen gibt. Ich frage die Leute die zu mir kommen warum sie diese Welpen wollen. Antworten:
-normale Katze reicht, muß nicht teuer oder besonders sein
-soll raus dürfen und nicht wegen der Rasse weggefangen werden
-Hof-/Dorfkatzen sind super sozialisiert
-möchten daß die Katze auf unser Lebensumfeld gepolt ist
usw.
Eins muß man dabei aber sicher auch noch bedenken. Bei mir ist weit und breit absolut ländlicher Raum. In Großstädten/Ballungsbereichen ist die Problematik sicher anders zu bewerten.

Gruß Steffi

Nichtkastrierte Katzen und das nachfolgende Elend

Hallo Steffi!

wenn es denn einen so großen Produktionsüberschuß gäbe, warum
habe ich (und andere auch) dann für 3 inserierte Welpen
innerhalb 2 Tagen 10 Anfragen?

Darauf weiß ich keine Antwort.

Meine eigenen Erfahrungen: 1990 holte ich aus dem Tierheim Süderstraße in Hamburg eine schon einige Jahre alte Katze und 2002 aus dem Tierheim Mölln 2 junge Katzen. Beide Male waren die Tierheime froh über jede vermittelte Katze, weil sie Katzen im Überfluß und keinen Platz mehr hatten.

Seit ein paar Jahren lebe ich mit meinen Katzen in ländlicher Gegend. Hier hat fast jeder eine oder mehrere Katzen und mit nur wenigen Ausnahmen ist es nicht üblich, mit einer kranken Katze zum Tierarzt zu gehen, für regelmäßige Entwurmung und für Kastration zu sorgen. Der sich regelmäßig einstellende Katzennachwuchs wird erschlagen oder ertränkt. Wer umzieht und/oder aus anderen Gründen seiner Katze überdrüssig ist, erschlägt sie, setzt sie aus oder läßt sie einfach zurück. Hört sich furchtbar an, ist es auch und die Vorgehensweise ist die Regel, nicht etwa die Ausnahme, weil es ein abgelegenes Dorf ist.

In städtischen Regionen sieht das Bild etwas anders aus, aber nicht besser. Es gibt etliche Flecken, an denen man Dutzende verwilderte Katzen beobachten kann. Einige Leute stellen regelmäßig Futter hin, wobei ich mir nicht sicher bin, ob damit das Elend der Tiere verringert oder verlängert wird.

Die Leute, die Katzennachwuchs regelmäßig erschlagen/ertränken, sind es nicht anders gewohnt, wissen aber trotzdem sehr genau, daß ihr Tun alles andere als in Ordnung ist. So wird gar nicht erst versucht, Tiere zu vermitteln und ruchbar werden zu lassen, daß Katzennachwuchs da ist. Ein Inserat kostet Geld und jedenfalls mehr Mühe, als junge Katzen einfach in den Mülleimer zu stopfen. Alternativ tut es auch irgendeine Tüte und ein Schlag mit dem Spaten oder Versenken in einem Eimer Wasser.

Das spielt sich alljährlich hunderttausendfach ab, weil sich zahllose Gründe finden, seine Freigängerkatze nicht kastrieren zu lassen.

Gruß
Wolfgang

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