Vergößerte Prostata beim Hund - Kastration mit 12?

Hallo!

Ich habe mal wieder eine Frage an euch:
Mein 11 1/2 jähriger Golden Retriever-Rottweiler Mischling hat eine vergrößerte Prostata. Beim Ultraschall in der Tierklinik wurde festgestellt, dass sie schon massiv vergrößert ist und auch schon (gutartige) Zysten gebildet hat. Damals (vor ca. einem dreiviertel Jahr) wurde ihm eine Hormonspritze gegeben, zusätzlich bekam er ab da homöopathische Mittel. Bis vor ca. 1 Monat war er wieder gänzlich beschwerdefrei. Doch nun kommen wieder dieselben Symptome zum Vorschein. Er hat sichtliche Schmerzen vor dem Spaziergang, er legt sich dann hin, zittert und steht schwer auf. Es könnten Bauchschmerzen sein (durch den Kot der auf die Prostata drückt) oder auch Rückenschmerzen, da ich gehört habe, dass die Prostata auch nach oben hin drücken kann.
Auf jeden Fall überlegen wir jetzt schon die ganze Zeit hin und her, ob wir ihm regelmässig diese Hormonspritzen geben sollen oder gleich kastrieren. Unsere Angst ist aber, da er schon fast 12 ist, dass ihm die Narkose nicht gut tut oder im schlimmsten Fall er ein Kreislaufversagen oder Sonstiges bekommt und gar nicht mehr aus der Narkose erwacht…
Hat vielleicht irgendjemand Erfahrung mit einer Kastration in diesem Alter?
Auch würde mich interessieren, welche charakterlichen Veränderung auf der einen Seite durch die Spritzen - auf der anderen Seite durch die Kastration aufgetreten sind. Mein Oldie war noch nie einer von den spritzigsten, er ist halt eher gemütlich. Für sein Alter ist er schon noch relativ fit, mag noch spielen, wir machen auch noch Oldies-Agility und er ist immer noch ein unverbesserlicher Macho und Frauenliebhaber *g* (was wohl sein Problem im wahrsten Sinne des Wortes noch vergrößert.
Mir täte es einfach unheimlich leid, wenn er durch die Hormonveränderungen träge und faul wird und vielleicht ein Stück seines „Lebenswillens“ verliert.
Wie gesagt, vielleicht hat jemand Erfahrungen damit gemacht oder kann mir ein paar Informationen geben!

Danke schonmal!

LG
P.S. Wir haben heute abend einen Tierarzttermin um auch eine „offizielle“ Meinung dazu zu hören, ich würde mich aber trotzdem über verschiedene Ansichten freuen, da bei diesem Thema die Meinungen anscheinend weit auseinander gehen!

Hallo,

falls ältere Rüden trotz Hormoninjektionen mit ihrer Prostata wiederholt Probleme haben, ist eine Kastration durchaus überlegenswert.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Patient klinisch gesund ist und keine Herz-Kreislaufprobleme hat. Ein Organcheck via Blutuntersuchung unmittelbar vor dem OP-Termin ist sicherlich ratsam.

Das Narkoserisiko ist bei gutem Allgemeinbefinden weit geringer als die Gefahr, einen Prostataabszess zu bekommen, was einen operativen Eingriff mit wesentlich ungünstigerer Prognose nötig machen würde.

Eine Veränderung in seinem Wesen ist bei einem 12-jährigen Hund nicht mehr zu erwarten. Vielleicht interessiert ihn die Damenwelt nicht mehr ganz so - verlassen würde ich mich aber nicht darauf.

Gruß

Johnny

Hallo!

Das gleiche Problem hatten wir mit unserem Hund auch. Er wurde mit 10 Jahren kastriert. Man muss dazu sagen, dass seine Herz-/Kreislaufwerte für sein Alter sehr gut waren. Es bedeutete für ihn schon einen erheblichen Zuwachs an Lebensqualität, nicht regelmäßig diese Schmerzen von neuem zu bekommen, sich beim Tierarzt wegen der Hormonspritze zu quälen (wie er die Arztpraxis hasste…) usw. Vom Wesen her hat er sich nicht verändert (war, wie du deinen beschreibst, von Anfang an auch recht gemütlich, war aber dennoch sehr gern draußen), zugenommen hat er auch nicht. Für uns war das damals die richtige Entscheidung. Aber man muss eben sehen, welche Prognose bezüglich der Narkose der Tierarzt stellte.

Viele Grüße,
Anja

Hallo!

Das gleiche Problem hatten wir mit unserem Hund auch. Er wurde
mit 10 Jahren kastriert. Man muss dazu sagen, dass seine
Herz-/Kreislaufwerte für sein Alter sehr gut waren.

Habt ihr seine Werte damals direkt vor der OP noch einmal überprüfen lassen?
Er würde ja vor nicht allzu langer Zeit in der Tierklinik durchgecheckt, damals war alles in bester Ordnung. Doch ist das eine Garantie, dass es jetzt auch noch so ist?

Es

bedeutete für ihn schon einen erheblichen Zuwachs an
Lebensqualität, nicht regelmäßig diese Schmerzen von neuem zu
bekommen, sich beim Tierarzt wegen der Hormonspritze zu quälen
(wie er die Arztpraxis hasste…) usw.

Genau dieses Problem haben wir auch… Wir haben auch aus diesem Grund die Nachuntersuchung der Prostata ausgelassen, denn er hat so einen derartigen Streß in der Tierklinik, dass ich ihm das einfach kein weiteres Mal antun wollte. Aus diesem Grund mussten sie ihm auch bei der Ultraschall-Untersuchung eine Kurznarkose geben, weil er sich mit allem wehrt, was er hat!
Bei unserer Haustierärztin ist es nicht ganz so schlimm, doch kann sie diese Tests für Herz und Kreislauf auch bei ihr in der Praxis durchführen?

Vom Wesen her hat er

sich nicht verändert (war, wie du deinen beschreibst, von
Anfang an auch recht gemütlich, war aber dennoch sehr gern
draußen), zugenommen hat er auch nicht.

Das beruhigt mich doch schon ein bisschen… danke für deine Antwort!

Hallo,

falls ältere Rüden trotz Hormoninjektionen mit ihrer Prostata
wiederholt Probleme haben, ist eine Kastration durchaus
überlegenswert.

Kann man denn bereits nach einer Injektion davon sprechen, dass er trotz dieser die Beschwerden weiter hat? Es hat ja immerhin ein halbes Jahr geholfen!
Könnte man vielleicht sagen, dass man ihm nun eine weitere Hormonspritze geben lässt und wenn danach die Beschwerden wieder auftreten, die Kastration machen lässt?

Voraussetzung ist natürlich, dass der Patient klinisch gesund
ist und keine Herz-Kreislaufprobleme hat. Ein Organcheck via
Blutuntersuchung unmittelbar vor dem OP-Termin ist sicherlich
ratsam.

Das Narkoserisiko ist bei gutem Allgemeinbefinden weit
geringer als die Gefahr, einen Prostataabszess zu bekommen,
was einen operativen Eingriff mit wesentlich ungünstigerer
Prognose nötig machen würde.

Ja, da hast du wohl auf jeden Fall recht.

Eine Veränderung in seinem Wesen ist bei einem 12-jährigen
Hund nicht mehr zu erwarten. Vielleicht interessiert ihn die
Damenwelt nicht mehr ganz so - verlassen würde ich mich aber
nicht darauf.

Das wäre natürlich wünschenswert!! Einmal Macho, immer Macho, wie? *g*
Kann man sagen, dass sich der Hund nach der Kastration wesensmäßig nicht verändert, wenn er das nach der Hormonspritze damals auch nicht getan hat? Ich meine, kann man das direkt vergleichen und so ungefähr schon erahnen, wie er nach der Kastration sein wird?

Hallo,

Kann man denn bereits nach einer Injektion davon sprechen,
dass er trotz dieser die Beschwerden weiter hat? Es hat ja
immerhin ein halbes Jahr geholfen!
Könnte man vielleicht sagen, dass man ihm nun eine weitere
Hormonspritze geben lässt und wenn danach die Beschwerden
wieder auftreten, die Kastration machen lässt?

wenn die Abstände sich nicht verringern und die Beschwerden in den Griff zu bringen sind, schon.

Kann man sagen, dass sich der Hund nach der Kastration
wesensmäßig nicht verändert, wenn er das nach der
Hormonspritze damals auch nicht getan hat?

Nein.

Ich meine, kann man
das direkt vergleichen und so ungefähr schon erahnen, wie er
nach der Kastration sein wird?

Nein, die Injektion ist mit einer Kastration nicht vergleichbar - auch wenn das immer wieder gerne getan wird.

In seinem Alter ist keine Veränderung in seinem Verhalten durch eine Kastration zu erwarten.

Gruß

Johnny

Vielen Dank für deine Antwort!

Wir haben uns nun so entschieden, mit ihm am Montag zur Tierärztin zu fahren und ihm eine Hormonspritze geben zu lassen, damit es ihm nun erstmal besser geht. Dadurch sollten wir einen kleinen „Aufschub“ haben und können uns so noch einmal in Ruhe überlegen und abwägen, ob eine Kastration nicht letzendlich doch die besser Lösung ist.

LG

Hallo!

Habt ihr seine Werte damals direkt vor der OP noch einmal
überprüfen lassen?

Ich weiß das alles jetzt nicht mehr im Detail, aber ich meine - ja. Sonst hätte die Tierärztin diese Empfehlung zur OP nicht ausgesprochen. Und vor der OP sollte man das Tier ja auf jeden Fall durchchecken.

bedeutete für ihn schon einen erheblichen Zuwachs an
Lebensqualität, nicht regelmäßig diese Schmerzen von neuem zu
bekommen, sich beim Tierarzt wegen der Hormonspritze zu quälen
(wie er die Arztpraxis hasste…) usw.

Genau dieses Problem haben wir auch… Wir haben auch aus
diesem Grund die Nachuntersuchung der Prostata ausgelassen,
denn er hat so einen derartigen Streß in der Tierklinik, dass
ich ihm das einfach kein weiteres Mal antun wollte. Aus diesem
Grund mussten sie ihm auch bei der Ultraschall-Untersuchung
eine Kurznarkose geben, weil er sich mit allem wehrt, was er
hat!

Au ja, Ultraschall… Lief bei uns ohne Narkose, aber was das doch für ein Kampf war! Ultraschall wurde bei uns tatsächlich in der Tierklinik gemacht (diese Gerätschaft hat die „normale“ Tierärztin einfach nicht in ihrer Praxis), wir mussten ihn die ganze Zeit über extremst festhalten und er hat sich ständig gewehrt. Das war schon extremer Stress, sowohl für ihn als auch für uns.

Bei unserer Haustierärztin ist es nicht ganz so schlimm, doch
kann sie diese Tests für Herz und Kreislauf auch bei ihr in
der Praxis durchführen?

Bei uns wurde die OP komplett in der Praxis durchgeführt und nicht in der Tierklinik. Ebenso die notwendigen Untersuchungen bis auf solche, die von den Geräten her nicht in der Praxis gingen (eben Ultraschall).

Viele Grüße und eine gute Gesundheit für deinen Hund!

Anja

PS: Letztlich muss ich aber sagen, dass wir insgesamt bei der Beobachtung der Gesundheit bei unserem älteren Hund rückblickend lieber auf die gute Tierklinik hätten zurückgreifen sollen. Nicht wegen der OP, die verlief prima, ohne jegliche Komplikationen und sicherlich mit weniger Stress für das Tier. Aber einige Jahre später wurde höchstwahrscheinlich ein Lebertumor übersehen, der innerhalb von 24 Stunden seit Auftreten eindeutiger Symptome zum Tod führte. Vielleicht hätte man das durch regelmäßige gründlichere Untersuchungen mit Ultraschall und allem drum und dran ja früher feststellen können, wer weiß. Wir hatten danach jedenfalls ziemliche Schuldgefühle…

Allerdings ist Tierklinik auch nicht gleich Tierklinik. Die Klinik direkt bei uns in der Nähe hat uns überhaupt nicht gefallen, da hatten sie einmal für die Untersuchung am Wochenende wegen einer ganz normalen Magen-Darm-Grippe dem Tier gleich eine Narkose (!) verpasst, weil der Arzt Angst vor dem Tier hatte. Das ist uns weder jemals bei unserer Tierärztin noch in der anderen Klinik selbst während des sehr stressigen Ultraschalls passiert, der Hund biss auch nie zu, selbst bei größtem Stress! Und letztlich wurde stark abkassiert, obwohl gar keine ernsthaften Untersuchungen vorgenommen wurden, aber es war ja Wochenende und dann noch die Narkose…