Aggression von Hunden Dissertation

Servus,
hier ein Link zu einer Dissertation über Aggression von Hunden in Bayern.

http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/Publikationen/sta…

Wer die Zeit hat sollte es sich durchlesen, damit endlich mal das Bildzeitungsniveau langsam verschwindet.

Gruß Steffen

Danke, guter Hinweis! owT
.

Wer die Zeit hat sollte es sich durchlesen, damit endlich mal
das Bildzeitungsniveau langsam verschwindet.

LOL… im Link wird doch gerade Statistik auf Bildzeitungsniveau betrieben… oder sollte der quasi als abschreckendes Beispiel dienen? Dazu wäre er gerade noch gut.

  • Anwar

Moin Anwar,
kannst du mir kurz deine Aussage erklären?
Denn wenn ich unter 2.3.3 nachlese wie der Urheber Aggression beurteilt,
ist das kein B…niveau.
Zitat:
Für die Beurteilung der Aggressivität oder Gefährlichkeit
eines Hundes ist also nicht nur das Wesen des Hundes sondern auch das Wesen des Halters

Nimmst du die Statistik unter 2.4 wird es interessant wer wie welche Erhebung gemacht hat und welche Rassen jeweils plaziert waren.

Interessant ist auch die Statistik unter 4.1. welche auf Basis von Gutachtern in Bayern erfolgte.
Ebenso seine Folgerung der Ergebnisse auf S.69(Angabe des Adobe Readers)zu Rasselisten und Hunderassen welche auffälig wurden.

Daher… wie hast du deine Aussage gemeint.

Gruß Steffen

Hallo,

Denn wenn ich unter 2.3.3 nachlese wie der Urheber Aggression
beurteilt,
ist das kein B…niveau.

Ich kritisierte speziell die Verwendung der Statistik. Inhaltlich kann ich die Qualität nicht beurteilen.

Nimmst du die Statistik unter 2.4 wird es interessant wer wie
welche Erhebung gemacht hat und welche Rassen jeweils plaziert
waren.

Diese Tabelle ist höchstens von informativem Interesse. Als Vergleichswerkzeug dient sie kaum, da z.B. in einer Erhebung „Mischlinge“ eine Gruppe waren, in einer anderen „Schäferhundmischlinge“ eine eigene.

Ebenso seine Folgerung der Ergebnisse auf S.69(Angabe des
Adobe Readers)zu Rasselisten und Hunderassen welche auffälig
wurden.

Genau diese Folgerung meine ich. Das ist doch unterste Schublade. tNirgends ein Abgleich mit der Grundgesamtheit, lediglich ein Satz, der (aus nicht nachvollziehbaren Gründen) Schäferhunde, Rottweiler und Dobbermänner abgleicht.
Ohne einen Abgleich mit der Grundgesamtheit sind die Aussagen so sinnlos wie „100% aller schlechten Autofahrerinnen sind Frauen“ - mit Sicherheit richtig, enthält aber keine Information.

  • Anwar

Kurz: Für die Katz, trotzdem sehr lang
Hallo Steffen,
als Hundebesitzer (eines Mischlings) habe ich auszugsweise die Dissertation (=D., alle Zitate hieraus kursiv) gelesen und möchte, damit kein falsches Bild entsteht, relativieren :
Das Positive der D. vorab:

Hunde, welche unter der Kategorie I und II in der Verordnung des Staatsministeriums des Inneren vom 10.07.1992 über Hunde mit gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit aufgelistet sind, spielten eine untergeordnete Rolle. Angesichts dieser Ergebnisse sollten seitens der Gesetzgebung Alternativen zu den so genannten „Rasselisten“ erarbeitet werden.

Die D. ist eine Zusammentragung und Auswertung von statistischen Daten über 136 Beißvorfälle mit Personen und 67 Beißvorfälle mit Artgenossen in 7 Jahren.
Aus der Einleitung:

Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden, welche Hunde oder Hunderassen in Bayern am häufigsten in den letzten sieben Jahren von 1997 bis 2004 in Beißvorfälle mit Artgenossen oder Personen verwickelt waren. Außerdem sollten Zusammenhänge zwischen den Umständen in denen sich ein Beißvorfall ereignet hat, der Vorgeschichte und der Haltung des beißvorfallverursachenden Hundes und dessen Individualkriterien erkannt und analysiert werden.

Zur Zusammenfassung der D. möchte ich einiges bemerken:

…vorwiegend
Mischlinge (30,5%) gefolgt vom Deutschen Schäferhund (13,8%), Rottweiler (7,4%), Schäferhund-Mischling (6,4%) und Dobermann (4,4%) am häufigsten auffällig geworden…

In der D. wird selbst festgestellt, daß die Anzahl der Mischlinge statistisch gar nicht erfaßt wird, also keine Aussage, ob Mischlinge über- oder unterproportional auffällig werden. Für die Rassehunde konnte ich nur herauslesen, daß Schäferhunde überproportional häufig vorkommen.

Wie auch in der hier vorliegenden Arbeit stehen Mischlinge (30,5%), der Deutsche Schäferhund (13,8%) sowie der Rottweiler (7,4%), an der Spitze vieler Beißstatistiken. Die Population dieser Hunde ist allgemein sehr hoch (siehe Abbildung 3).

Abb. 3 auf Seite 18 (pdf-Lesezeichen) bestätigt die Überproportionalität der Schäferhunde am Gesamtvorkommen der Rassehunde.

…dass die Hunde vorwiegend im
Alter von 1 bis 4 Monaten übernommen worden waren (65,0%).

Das überrascht nun nicht besonders. Die meisten kaufen/erwerben einen jungen Hund, wenn möglich als Erstbesitzer.

Fast die Hälfte der Besitzer (46,7%) gab an, dass ihr Hund keine Ausbildung erhalten hat. 9,6% der Hunde haben eine Grunderziehung erhalten, 30,4% waren in einer Hundeschule und
23,7% hatten eine Spezialausbildung durchlaufen.

Umgekehrt: Mehr als die Hälfte aller Hunde haben eine Ausbildung, 23,7% sogar eine Spezialausbildung!

Ich zitiere hierzu aus der Schlussfolgerung der D.:
Hier scheinen bei einem hohen Anteil der Besitzer sehr große Wissenslücken oder Ignoranz bezüglich Hundeführung, -erziehung und Hundeverhalten zu bestehen. Hinsichtlich der Gesetzgebung muss hier durch härtere und bessere Maßnahmen versucht werden, diese wiederholten Vorfälle zu minimieren. Dies wäre durch gezielte Schulungen der Besitzer und Auflagen zum Besuch einer Hundeschule oder einer Verhaltenstherapie der Hunde zu erreichen.
Man kann alles auf die eine oder andere Art auslegen.

Noch etwas zur Schlussfolgerung der D.:
5.3. Schlussfolgerung:
Betrachtet man zunächst die Größe, das Gewicht und die Farbe der auffällig gewordenen Hunde sieht man, wie im Kapitel 2.4 und Kapitel 4.1.1 dargestellt, dass immer wieder große, schwere und dunkle Hunde auffällig geworden sind.
5.2.1 Zum anderen nimmt bei vielen Menschen die Angst vor
Hunden proportional mit deren Größe zu. So ist es möglich, dass vorwiegend Bisse (unabhängig von der Intensität) von mittleren bis großen Hunden angezeigt wurden, weil diese durch die bestehende Angst der gebissenen Personen oder der Hundebesitzer eines angegriffenen Hundes, gemeinhin als gefährlicher eingestuft werden als kleine Hunde. Dies könnte auch der Grund für die Überrepräsentierung von Hunden mit einer dunklen Fellfarbe (74,4%) wie schwarz, braun und schwarz-braun sein. Des Weiteren ist als ein weiterer Grund für das gehäufte Vorkommen von mittleren bis großen Hunde zu nennen, dass Bisse von
kleinen Hunden oft weniger folgenschwer sind, so dass sie mehr oder weniger als „Kavaliersdelikt“ gesehen werden und somit nicht zur Anzeige kommen. Umgekehrt verhält es sich bei großen Rassen, welche eine höhere Beißkraft besitzen und ein Biss dementsprechend folgenschwerer ist.

No Comment.

Wer die Zeit hat sollte es sich durchlesen, damit endlich mal
das Bildzeitungsniveau langsam verschwindet.

Da gebe ich dir Recht (mit Ausnahme der Schlussfolgerung). Die D. als Zusammenfassung statistischer Daten beweist nach meiner Auffassung, daß weder Rasse noch Gewicht noch Fellfarbe noch Halter noch Ausbildung einen signifikanten Zusammenhang ergeben.
Bitte kein Wasser auf die Mühlen der Hundehasser.

Gruß Steffen

Grüße
BW

Servus BW
ich las mir die D. sehr intensiv durch da ich seit Jahren mit dem Thema konfrontiert bin.
Das 1. Problem ist hier daß der SH schlecht abschneidet und daher die Halter dieser Rassen sich wehren werden.
Das 2. Problem ist daß aufgrund der D. Beckstein einen Grund sehen könnte Dobis und SH auf die Liste in Bayern zu setzen.

Fakt aber ist daß die Statistiken welche die Beißvorfälle beschreiben der Realität entsprechen. D.h. der SH ist idR. ehrer ein Problem als ein Listenhund. Insb. da nie ein normaler SH die Prüfung die den Listenhunden unterzogen wird bestehen würde(Aussage Polizeiakad. Freiburg)

Ich finde nur daß hier endlich mal einer sich Gedanken gemacht hat ob die Listen Sinn machen und dies für seine Doktorwürde genutzt hat, dabei zum Schluss kommt: Nein sie machen keinen Sinn da sie nicht schützen.
Wenn dieser Schluss in die Hirne der Politiker dringen könnte wär viel geholfen und leider kann man sich in Deutschland den Mund fusslig reden ohne daß etwas Wissenschaftlich dokumentiert wurde.

Aber dennoch mein ich auch wenn nicht jeder die D. gut findet(ich bin nicht der Urheber!) sie ist eine Unterlage welche man wenn man mitreden möchte gelesen haben sollte.

Ein Ansatz um das Niveau in der Diskussion zu heben ist sie allemal
Gruß Steffen

Hallo,

LOL… im Link wird doch gerade Statistik auf
Bildzeitungsniveau betrieben…

naja, BZ-Niveau vielleicht nicht gerade. Ich würde es als passable Diplomarbeit durchgehen lassen, aber als Dissertation? OK, es geht um die tiermedizinische Doktorwürde. Wenn sich ein Tiermediziner schon auf das mathematische Pflaster wagt, sollte man wahrscheinlich nicht zu viel erwarten.

Gruß, Niels