Bindung bei Katze stärken?

Hallo!

Ich hätt da mal eine grundsätzliche Frage. Was das Sozialverhalten von Katzen betrifft, bin ich nicht so die Expertin, daher möchte ich mich bei euch nach der Bindung zwischen Katzen und ihren Besitzern erkundigen. Die Bindungs-Bereitschaft bei Hunden ist ja wohl allgemein bekannt, doch wie sieht es hier bei Katzen aus? Und für mich ganz wichtig: wie kann ich die Bindung zu meiner Katze stärken und festigen?

Ich hoffe, das ist keine seltsame Frage…!

Danke schon mal für alle Antworten!

LG
sky

Hallo,

Katzen binden sich allgemein weniger an (bestimmte) Menschen als Hunde. Das kommt zum einen daher, dass die Katze als sozialer Einzelgänger im Gegensatz zum Rudeltier Hund nicht so stark auf andere Tiere angewiesen ist wie dieser. Zum anderen kommt es daher, dass im Gegensatz zum Hund bei der Katze keine jahrtausendelange Selektion stattgefunden hat, die zur Folge hat, dass das Tier sich besonders am Menschen orientiert - beim Hund ist dies ja so geschehen. Katzen können/wollen menschliche Körpersprache daher kaum interpretieren.

Natürlich gibt es hier individuelle Abstufungen, je nachdem wie die Persönlichkeit der Katze ist, wie sie aufgewachsen ist, ob es Artgenossen gibt, wie sie gehalten wird, usw.

Eine Bindung wie man sie zu einem Hund hat bekommt man in den seltensten Fällen von einer Katze. Die Beziehung ist eine völlig andere. Das soll nicht heißen, dass eine Katze nicht den Besitzer erkennt und an ihm hängt. Ein Hund, der sein Herrchen verliert, empfindet dessen Abwesenheit tatsächlich. Eine Katze empfindet die Abwesenheit des gewohnten Herrchens eher als unerwünschte Veränderung der Lebensumstände.

Eine Bindung zu einer Katze erhält man, wenn man die Hauptbezugsperson ist, der alleinige Futtergeber und die Streichelmaschine.

Gruß,

Myriam

Das mit der Bindung ist bei Katzen sehr viel individueller als bei Hunden, kann aber auch sehr viel extremere Formen annehmen.

Die Katze meiner Tante war nur auf diese geprägt und wurde von ihr wie eine Königin hoffiert, mit dem Ergebnis, dass diese Katze vor Eifersucht alle Lebewesen inkl. Menschen derart angegriffen hat, dass für uns Endstation jedes mal der Arzt war.

Meine letzte Katze war auch komplett auf mich geprägt, wenn sie mich auch von Zeit zu Zeit ordentlich angezickt hat - Autofahren und bei mir sein wurde auf jeden Fall als bessere Alternative zum allein sein bewertet, so dass sie in der Woche bei mir im Büro an Wohnort 1 und am WE mit zu Hause an Wohnort 2 war. Da sein hat ihr alleine nicht gereicht -Nähe um jeden Preis, so dass ich das Tier fast den halben Tag an mir kletten hatte.

Meine erste Katze war zwar auf unsere Familie geprägt wäre aber nie mit Auto gefahren und fand alleine sein in Ordnung.Mal ne Stunde streicheln und spielen… dann aber wieder seinen eigenen Weg gehen…

Um so mehr die Tiere auf eine Person geprägt sind, desto mehr steigt nach meinen Erfahrungen der Anhänglichkeitsfaktor.

Eine wichtige Rolle spielt dann wohl noch das allgemeine sich mögen und gut riechen können.

Spielen und sich mit dem Tier auseinander setzen, reden fördert nach meinen Erfahrungen ebenfalls das Zusammenleben.

Hallo,

eine Katze bleibt da wo es ihr gefällt. d.h. wo sie ihren Katzen-Bedrüftnissen nach gut leben kann.

Und sie sucht sich den Menschen bei dem sie eine passende Wellenlänge findet, einer der auf sie eingeht. Komm ihr mit dem entgegen, was sie schätzt, so eroberst du am ehesten ihr Herz. Sei feinfühlig auf ihre Reaktionen die sie bei Kontakt zu dir zeigt und respektiere ihren Wunsch. Und du mußt dich als dauerhaft beweisen. Vertraut sie dir und fühlt sich dann enttäuscht, wendet sie sich von dir ab.

Das Einzelgängertum von Katzen ist ein Märchen.
Katzen sind durchaus gesellig und können sehr gut zu vielen zusammen Leben. Freundinnen kuscheln zum Schlafen auch nach Jahren noch zusammen und trauern sehr wenn die Partnerin nicht mehr da ist. Teilweise versorgen befreundete Katzen sogar die Welpen zusammen.
Das einzige was stimmt ist, daß Katzen keine Rudelstruktur haben, also keine Rangfolge. Das ist die Folge davon, daß Katzen Kleintiere fressen zu deren Fang sie auf keine Hilfe angewiesen sind. Darum können sie autonom bleiben und brauchen kein Rudel, also auch keine Rangordnung, die für die Erhaltung des Rudels nötig ist.
Im engen Zusammenleben wird deshalb auf die Individualität reflektiert und das wiederum macht es uns Menschen schwerer, das Herz der Katze zu erobern.

Gruß Steffi

Hi,

Das Einzelgängertum von Katzen ist ein Märchen.

das stimmt nur bedingt. Katzen sind soziale Einzelgänger - sie haben zum einen gerne ihre Ruhe, zum anderen aber gerne die Option , andere Katzen um sich zu haben.

Darum wäre es grausam, eine Katze in reiner Wohnungshaltung alleine zu lassen. Freigänger muss man aber nicht zwingend zu mehreren halten, die suchen sich draußen Gesellschaft. Das innere Revier ist aber erstmal für die absolute Privatsphäre gedacht, daher ist es eher unnatürlich, zumindest zwei Kater im gleichen (inneren) Revier zusammen zu halten. Mit der Domestizierung hat sich das natürlich etwas geändert, das ändert aber nichts an den grundlegenden Wahrheiten.

Gruß
Cess

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Hallo Cess,

Darum wäre es grausam, eine Katze in reiner Wohnungshaltung
alleine zu lassen. Freigänger muss man aber nicht zwingend zu
mehreren halten, die suchen sich draußen Gesellschaft.

Ich ging von der Katze in einem für sie normalen Umfeld aus, habe ja auch vorher erwähnt, daß katzentypische Bedürftnisse wichtig sind. Und das ist nun mal nicht eine kleine abgeschlosses Wohnung. Katzen die ausschließlich in solcher Enge leben müssen, merkt man das am Verhalten an.

Das innere Revier ist aber erstmal für die absolute Privatsphäre
gedacht, daher ist es eher unnatürlich, zumindest zwei Kater
im gleichen (inneren) Revier zusammen zu halten.

Es gibt kein inneres/äußeres, sondern nur ein Revier, nämlich der Umkreis von ca. 500m den eine Katze durchstreift. Für Katzen ist es nicht unnatürlich, daß in dem Umkreis auch andere laufen. Katzen machen Reviersharing. Sie haben feste Wege und Zeiten. So können (Jagd-)Reviere ohne Problem mehrfach genutzt werden. Und es gibt auch bei Katzen eine Kommunikation, die Kämpfe meist vermeidet, vorausgesetzt der Platz zum Ausweichen ist vorhanden.
Probleme gibt es i.d.R. nur wegen der Weiber. Wenn junge Kater glauben sie dürften schon, oder zwei alte sich um eine Angebetete schlagen.
Darum sollten zwei Kater nicht auf zu engem Raum leben.

Mit der Domestizierung hat sich das natürlich etwas geändert, das
ändert aber nichts an den grundlegenden Wahrheiten.

Die Katzen haben sich nicht (wie das bei Hunden der Fall ist) geändert, geändert hat sich, daß viele Katzen nicht mehr ihren natürlichen Bedürftnissen entsprechend leben können.

Gruß Steffi

Hi,

Es gibt kein inneres/äußeres, sondern nur ein Revier, nämlich
der Umkreis von ca. 500m den eine Katze durchstreift.

falsch. Es gibt sogar drei Reviere, die aber ohne scharfe Grenzen ineinander übergehen: das innere, das der „Privatsphäre“ dient, das mittlere, in dem soziale Kontakte gepflegt werden und ein äußeres, dass seltener aufgesucht wird. Wie die Ausmaße genau sind, habe ich grad nicht mehr genau im Kopf.

Katzen ist es nicht unnatürlich, daß in dem Umkreis auch
andere laufen.
Katzen machen Reviersharing. Sie haben feste
Wege und Zeiten.
mehrfach genutzt werden. Und es gibt auch bei Katzen eine
Kommunikation, die Kämpfe meist vermeidet, vorausgesetzt der
Platz zum Ausweichen ist vorhanden.

Richtig, im mittleren und äußeren Revier.

Probleme gibt es i.d.R. nur wegen der Weiber. Wenn junge Kater
glauben sie dürften schon, oder zwei alte sich um eine
Angebetete schlagen.

Das stimmt so nicht. Das innere Revier wird hart verteidigt. Auch von kastrierten Katern und ohne, dass eine weibliche Katze in der Nähe ist.

Mit der Domestizierung hat sich das natürlich etwas geändert, das
ändert aber nichts an den grundlegenden Wahrheiten.

Die Katzen haben sich nicht (wie das bei Hunden der Fall ist)
geändert, geändert hat sich, daß viele Katzen nicht mehr ihren
natürlichen Bedürftnissen entsprechend leben können.

Doch, auch die Katzen haben sich geändert, nur nicht in dem Ausmaß wie Hunde, was an ihrer Lebensweise liegt. Katzen waren zum Beispiel ursprünglich tag- bis dämmerungsaktive Jäger. Die Nachtjagd hat sich erst mit dem Menschen entwickelt.

Gruß
Cess

Hallo,

Mir scheint wir hakeln uns um die Begriffsdefinition.

Natürlich gibt es einen Individualbereich, der absolut geschützt wird, und einen „Gesellschaftsbereich“. Vielleicht sollte ich Territorium sagen, denn ich meine den Gesamtlebensbereich. Eine Individualschutzzone als Revier zu benennen mag biologiefachlich korrekt sein, doch der normale Durchschnittsmensch versteht darunter das was du als äußeres Revier bezeichnest.

Es ging von der Behauptung aus, daß Katzen soziale Einzelgänger seien. Und diese weitverbreitete Aussage stimmt nicht und kann auch nicht mit einem mehr oder weniger großen Individualabstand begründet werden.

Ich denke, darüber sind wir uns wohl einig. Über die Begriffsdefinitionen brauchen wir nicht streiten.

Gruß Steffi