Zwei Fragen zum Thema Katzenfutter

Hallo alle,

ich habe eine ca. 7-jährige Pflegekatze (reine Wohnungskatze) und zum Thema Futter mal zwei Fragen an Euch:

1.) hat die Tierarztassistentin empfohlen, das Nassfutter mit einem guten Schuss Wasser zu strecken, weil angeblich die meisten Katzen von Natur aus zu wenig Wasser (aus dem Napf) trinken und das einer der Hauptgründe für spätere Nierenschäden sei. Ist das wirklich so - trinken Katzen zu wenig und kann/sollte man das Nassfutter mit Wasser strecken? Macht Ihr das?

2.) erzählte ein Bekannter, er würde seine Katzen schon seit Jahren mit Hundefutter ernähren, und zwar Nassfutter wie „Chappi mit Rind“ oder ähnliches, weil „im handelsüblichen Katzen- und Hundefutter eh ungefähr das Gleiche drin ist“. Hundefutter würde Katzen überhaupt nicht schaden und sei außerdem meistens billiger (was ja stimmt). Hat er recht?

Freue mich auf hoffentlich viele Antworten und gute Tipps :smile:

Danke und Grüße -
Martina

Hallo Martina,

zu 1.) nein, Nassfutter nicht mit Wasser verdünnen - ist ja eklig und es ist reichlich Feuchtigkeit enthalten. Trotzdem solltest du auch mal versuchen ein bis zwei Trockenfuttertage einzuschieben und immer, auch bei Nassfutter frisches Wasser anbieten.
Tipp: den Wassernapf nicht nur ausgießen, spülen und neu füllen, sondern jedesmal mit den Fingern waschen, denn es bildet sich im Laufe des Tages eine schleimige Schicht im Napf und wenn man diese nicht entfernt, fängt es an zu muffeln. Und Katzen riechen ja viel intensiver als wir und mögen das gar nicht, deshalb gehen sie oft nicht an den Napf. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Näpfe aus Kunststoff überhaupt nicht gern angenommen werden, weil sie oft zusätzliche Ausdünstungen des Kunststoff abgeben, was die Nasen auch nicht mögen.

zu 2.) Die Zusammensetzung von Eiweiss, Phosphor und den anderen Zutaten unterscheiden sich doch sehr vom Katzenfutter, deshalb rate ich von einer generellen Hundefutterkost ab. Ein ab und zu (2 - 4 x im Monat) davon schadet sicherlich nicht, falls eine wahre Begeisterung für irgendeinen Geschmack vorliegt :smile:. Ansonsten ist nur Hundefutter einseitg und führt früher oder später zu Mangelerscheinungen.
Es mag solche Katzen geben, welche dies vertragen, aber das sind eben die Ausnahmen von der Regel.

Gruß Iso.Osi

Hallo Martina,

zu 1.) Ja, ich mische meinen Katzen Wasser unter das Nassfutter, weil sie sonst definitiv zu wenig trinken würden. Ich habe vorher alles mögliche probiert: Trinkbrunnen aufgestellt, abgestandenes statt frisches Wasser, Wassernapf weit weg vom Fressnapf hingestellt, etwas Brühe mit unters Trinkwasser gemischt. Hat aber leider nichts den gewünschten Erfolg gehabt.

Ein Katze sollte täglich etwa 50 - 80 ml/kg Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten richtest Du Dich nach dieser Tabelle (Quelle: Kraft/Dürr):

1,0 kg - 80 ml/kg
1,5 kg - 72 ml/kg
2,0 kg - 67 ml/kg
2,5 kg - 64 ml/kg
3,0 kg - 61 ml/kg
3,5 kg - 58 ml/kg
4,0 kg - 57 ml/kg
4,5 kg - 55 ml/kg
5,0 kg - 53 ml/kg

Eine 5,0 kg schwere Katze muss also insgesamt ca. 265 ml Flüssigkeit aufnehmen.

Bei Feuchtfütterung kannst Du den Wassergehalt des Futters in Abzug bringen, der i. d. R. etwa 70 % des Nassfutters beträgt. Bei z. B. 200 g Feuchtfutter täglich, die somit ca. 140 ml Wasser enthalten, müsste die 5 kg-Katze also nur noch 125 ml trinken oder unter das Futter gemischt bekommen.

Bei Trockenfütterung musst Du im Gegenteil für zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme zu den
265 ml sorgen (pro g Trockenfutter 4 ml Wasser).

Da meine Katzen um den Trinknapf einen großen Bogen machen, erhalten sie seit längerem morgens und abends jeweils ca. 60 g Nassfutter, dazu gebe ich 80 - 100 ml warmes Wasser. Es entsteht fast eine Suppe, hört sich vielleicht erstmal nicht so lecker an. Aber da ich sie nicht überfüttere und auch nicht ständig anderes Futter anbiete, sind sie keine heiklen Fresser und essen wirklich mit Begeisterung.

Damit sie dennoch was für ihre Zähne tun und nicht nur Suppe schlürfen, erhalten sie alle
5 Tage ein Steak in gulaschgroße Stücke zerschnitten.

zu 2.) Auf gar keinen Fall solltest Du Deine Katze mit Hundefutter ernähren! Es enthält viel zu wenig Eiweiß und tierisches Fett. Außerdem fehlen Taurin, Arachidonsäure und Vitamin A. Es hat schon seinen Grund, dass es Hunde- und Katzenfutter gibt.

Schöne Grüße

Jacqueline

Hallo,

die meisten Katzen von Natur aus zu wenig Wasser (aus dem Napf)
trinken und das einer der Hauptgründe für spätere
Nierenschäden sei. Ist das wirklich so

Eindeutig ja! Katzen fressen natürlicherweise Kleintiere mit „Stumpf und Stiel“ und nehmen mit der Körperflüssigkeit der Beutetiere viel Flüssigkeit auf. Dadurch ist das Trinken von Wasser im Verhalten von Katzen nur in geringem Maße vorprogrammiert.
Eine vom Menschen ernährte Katze bekommt also meist zu wenig Flüssigkeit. Darum soll man generell Naßfutter geben. Das dann noch mit Flüssigkeit zu mischen ist eine sehr gute Möglichkeit für mehr Flüssegkeitszufuhr zu sorgen. Bei Freigängern, die Mäuse nicht nur fangen, sondern auch fressen, ist das nicht notwendig.

2.) erzählte ein Bekannter, er würde seine Katzen schon seit
Jahren mit Hundefutter ernähren,…weil „im handelsüblichen
Katzen- und Hundefutter eh ungefähr das Gleiche drin ist“…
Hat er recht?

NEIN! Die Empfehlung ist sogar gefährlich, weil (wie bereits in dem anderen Beitrag geschrieben) dem Hundefutter Taurin fehlt und eben nur „ungefähr“ das gleiche drin ist. Auf die Dauer von Monaten und Jahren erkrankt die Katze durch Mangelversorgung. Kommt man dann nicht auf die Idee, daß das Hundefutter der Auslöser ist, geht die Behandlung langfristig ins Leere und letztlich siecht die Katze langsam dahin.

Gruß Steffi

Hallo!

Ich verdünne das NaFu nicht mit Wasser. Es ist genug Wasser enthalten. Aber unsere 3 trinken auch regelmäßig.

Wenn eine Katze Mäuse o. ä. frisst, läßt sie nichts übrig. D. h. sie frisst auch den Mageninhalt mit,der aus Gemüse besteht. Dieses braucht die Katze ebenfalls, ist im Hundefutter nicht enthalten.
Neben anderer wichtiger Bestandteile, die hier schon genannt wurden, fehlt ihr also auch die Vitamine daraus.
Allerdings könnte es Probleme geben, wenn man von Hundefutter auf Katzenfutter umstellen will, denn Katze ist es ja nun gewohnt und könnte streiken.

Gutes Futter erkennst Du übrigens an der empfohlenen Futtermenge: je kleiner, desto besser das Futter.

Gruß
Carmen

Hallo,

1.) hat die Tierarztassistentin empfohlen, das Nassfutter mit
einem guten Schuss Wasser zu strecken, weil angeblich die
meisten Katzen von Natur aus zu wenig Wasser (aus dem Napf)
trinken und das einer der Hauptgründe für spätere
Nierenschäden sei. Ist das wirklich so - trinken Katzen zu
wenig und kann/sollte man das Nassfutter mit Wasser strecken?
Macht Ihr das?

Halbe Wahrheit. Ja, die meisten Katzen trinken zu wenig und das kann zu Blasenproblemen führen. Wird die Katze aber ausschließlich mit Nassfutter bzw. Frischfutter ernährt, muss man nicht weiter verdünnen. Ich mache das lediglich bei einem meiner Kater, der bereits Blasenprobleme hat, damit seine Blase zusätzlich gespült wird.

2.) erzählte ein Bekannter, er würde seine Katzen schon seit
Jahren mit Hundefutter ernähren, und zwar Nassfutter wie
„Chappi mit Rind“ oder ähnliches, weil „im handelsüblichen
Katzen- und Hundefutter eh ungefähr das Gleiche drin ist“.
Hundefutter würde Katzen überhaupt nicht schaden und sei
außerdem meistens billiger (was ja stimmt). Hat er recht?

Das ist ganz falsch und schädlich für die Gesundheit der Katze. Mal ganz abgesehen davon, dass „Chappi“ und ähnliches Billigfutter für Hunde auch nicht so gesund ist.

Gruß,

Myriam

Hallo Carmen,

…der aus Gemüse besteht.
…ist im Hundefutter nicht enthalten.

Da irrst du. Schau mal auf die Inhaltsstoffe div Hundefutter.
Hund braucht das nämlich auch, denn er frißt als Wolf auch den Inhalt des Beutetiermagens.

Gruß Steffi

Hallo,

… denn er frißt als Wolf auch den
Inhalt des Beutetiermagens.

allerdings nur wenn Nahrung knapp ist, ansonsten schleudert er den Mageninhalt angewidert mit hochgezogenen Lefzen in die Landschaft.

Gruß

Johnny

Dank, Dank, Dank!
Ganz lieben Dank an Euch alle für die zahlreichen ausführlichen Tipps und Informationen!
Martina