Umzug meiner beiden Stubentieger

Hallo,

ich brauche bitte dringend Rat!

Obwohl eine neue Liebe das Leben ganz gewaltig positiv verändert - so ergeben sich plötzlich „Umstände“ - wo es an Erfahrungsschatz fehlt, daher wende ich mich an euch.

Ich habe 2 Katzen - der eine - Simba - MEIN Kater - 10 Jahre alt und Wuzzi - ein Rabauke - kein Schmuser - 6 Jahre alt - leben bis jetzt in meiner Wohnung. Da ich mich sehr zu meinen Katzen und zu meinem neuen Freund hingezogen fühl - stecke ich im Augeblick in einem emotionalen Konflikt. So hab ich mich entschieden - mit meinen Katzen zu meinem Freund zu ziehen. So weit so gut! Mein Freund wohnt am Land - hat eine Katze - Hexe ist auch so ca. 8 Jahre. Sie absoluten Freigang - kommt und geht wenn sie will. Allerdings - kann sie das nur tun - wenn Herrchen zu Hause ist - es gibt keine Katzenklappe, weil es sehr viele Katzen in der Siedlung gibt. Es ist ein Haus mit Garten in einer Siedlung - die ausgesprochen Verkehrsberuhigt ist. Auf was soll - muss ich achten - bei der Übersiedlung. Wann muss ich mich geschlagen geben und mit meinen Katzen wieder zurück in ihr „Stadtzuhause“.

Wer hat schon mal in dieser Richtung Erfahrung gemacht.

Ich danke euch im Voraus für eure Hilfe - ich bin wirklich einwenig „ratlos“ und für jeden Tipp dankbar.

Liebe Grüße aus Wien sendet euch
Karin

Hallo Karin,

wie groß ist denn das zukünftige Zuhause der Stubentiger? Ich denke, es wird nicht einfach sein, deine zwei Kater dort anzusiedeln. Die Katze deines Freundes wird es sicher nicht sehr erfreuen! Deshalb ist es wichtig, dass sie viele Ausweichmöglichkeiten haben, wenn es zu Reibereien kommt.

Ich würde anfangs ein Tuch oder ähnliches auf die bevorzugte Schlafstelle der Tiger legen, damit es danach riecht und der Katze zeigen und andersrum. Dann immer wieder wechseln, damit sie sich an den Geruch des jeweils anderen gewöhnen. Eventuell reagiert eine Katze gleich aggressiv auf den anderen Geruch, dann weißt du eigentlich schon, wie der Hase läuft.

Dann würde ich die Tiger mal probeweise zu deinem Freund mitnehmen, wenn du frei hast, sozusagen schonmal als Probelauf. Doch bloß nicht gleich zusammen setzen! Sperre deine Kater erstmal in einen separaten Raum, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können. Wenn du sie dann zusammen lässt auf ausreichend Fluchtmöglichkeiten achten. Wenn sie sich anfangs etwas fetzen, ist das in Ordnung, solange es nicht zu ernsthaften Verletzungen kommt. Wenn du aber merkst, dass das gar nicht mehr aufhört auf Dauer, würde ich den Versuch abbrechen und die Tiger wieder in ihr altes Zuhase bringen. Nicht, dass die alteingesessene Katze sich noch ein neues Zuhause sucht oder Dauerstress hat!

Wohnst du eigentlich alleine oder gibt es noch eine andere Bezugsperson für die Katzen? Wäre ja blöd, wenn du der Katzen wegen nicht zu deinem Freund ziehen könntest!

Ich habe auch so einen misslungenen Versuch hinter mir. Mein Freund hat einen sechzehn jahre alten Kater und ich eine fünfjährige Katze. Sie kann den Kater überhaupt nicht riechen und faucht schon, wenn sie nur etwas von ihm riecht (erst nachdem sie sich kennen gelernt haben, davor hat sie auf seinen Geruch gar nicht reagiert!). Dem Kater selbst ist sie mehr oder weniger egal, der will nur seine Ruhe haben. Es gab schon ein paar Verfolgungsjagden, aber geprügelt haben sie sich nicht. Um Stress bei der Katze zu vermeiden und um das Mobiliar bei meinem Freund zu schützen (sie springt überall rauf und hinterlässt unschöne Kratzer), hatten wir sie dann die ganze Zeit über in seinem Zimmer mit Zugang zum Balkon. Wenn der Kater draußen war, durfte sie auch unter Aufsicht in andere Räume oder in den Garten, da sie sich da gut aus dem Weg gehen konnten.

Wir werden das Experiment zwangsläufig nochmal für längere Zeit wiederholen. Es war aber sehr stressig und wenn wir richtig zusammenziehen, werden wir uns was eigenes suchen und den Kater in seinem alten zuhause lassen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Antwort weiterhelfen!

Liebe Grüße und viel Glück,
Liz

Hallo liebe Liz,

danke für deinen rasches und ausführliches Feedback.

Die Wohnebene ist sicherlich 80 m2 - dann gibt es noch einen Keller - der ähnlich gross ist und ein Dachgeschoss, das auch in der Grössenordnung ist. Allerdings ist das Dachgeschoss mit einer Hängeleiter nicht immer „begehbar“.

Ich hab mir schon überlegt, daß ich meinen Freund bitte, dies für die erste Zeit offen zu lassen, so daß sie nach oben und unten ausweichen können. Will ja Hexe nicht unbedingt ihren „Lebensraum“ streitig machen - sie ist eine ganz Liebe und auch sehr schmusig und hat mich auch gleich aktzeptiert. Ich hab halt einwenig Sorge, daß wir „Erwachsenen“ dann streiten - und das will ich keines falls - da würde ich wieder in meine Wohnung zurück ziehen und nur „sporadisch“ zu meinem Freund fahren. Ist wohl nicht sehr erbauend - doch ich hab mich der Verantwortung „Katze“ gestellt, werde jetzt auch nicht klein begeben.

Das mit der „Decke“ hab ich schon gemacht. Hab ein Handtuch auf ihren Lieblingsplatz gelegt - das sollte ich jetzt noch vorher mitnehmen. Mal sehen was Hexe anstellt!

LG
Karin

Hallo,

ich habe den Umzug von der Stadt auf Land letztes Jahr im Herbst gemacht. Habe zwei Mädels 10 Jährige Birma sehr Ruhig und auf mich fixiert und eine 2 Jährige ehemalige Bauernhof Katze, die allerdings mit sieben wochen den Hof gegen meine Wohnung getauscht hat. Sie ist extrem scheu und zurückhaltend bei Fremden, bei mir ist sie das genaue gegenteil.

Ich muss zugeben, ich hatte echt Angst davor. das meine beiden nach draußen dürfen war schon klar aber vor der Umgewöhnung hatte ich Panik. Aber jetzt weiß ich das das alles komplett unbegründet war.
Die große ist aus dem Korb gekommen und hat sich in ruhe alles Angeschaut, „Ok, hier wohne ich jetzt, prima. Ah, da kann man ja auf die Wiese schauen“
Die kleine ist voller Panik unter den Schrank und drei Tage lang nur Nachts raus gekommen, als keiner da war.
Nach zwei Wochen hatten sich beide prima eingewöhnt und ich habe zum ersten mal die Terrassentür geöffnet. Die große ist in meiner Begleitung eine Runde über die Terrasse und wieder rein. Die kleine unters Sofa…
Die Ausflüge der großen haben sich Täglich ausgedehnt und sind auch länger geworden, Sie hat aber drauf bestanden das ich immer dabei bin. Die kleine ist erst dieses Jahr im Januar zum ersten mal raus.
Mittlerweile gehen beide raus und genießen es in vollen Zügen. Die kleine ist nicht mehr so scheu hat sehr viel Selbstvertrauen bekommen.
Wenn wir zu Hause sind kommen und gehen sie wann sie wollen. Die große wurde sogar von den Nachbarn für einen Kater gehalten, weil sie alle Fremden Katzen aus Ihrem Revier vertreibt und sich prügelt.

In Bezug auf die Neue Katze, das habe ich ja auch hinter mir. Das kann eine zweit dauern. Katzen können unter Umständen bis zu einem Monat brauchen bis sie sich tolerieren. Aber da du ja zwei Kater hast und dein Freund eine Katze wird es etwas leichter. Würde Sie die erste Woche in getrennten Zimmern halten, dann können sie sich hören und riechen. Dann irgendwann die Türe auf und abwarten. Vielleicht Leckerbissen anbieten, aber schön weit von einander entfernt zu anfangs. Aber keine Katze bevorzugen oder Schimpfen. Kleine Lautstarke Raufereien sind Normal, sehen meist schlimmer aus als sie sind.
Sobald die kater auch raus dürfen haben sie eh genug zu tun. Würde sie so nach zwei bis drei Wochen raus lassen. Sind alle drei Kastriert und geimpft?? Wenn nicht würde ich dies noch vorher erledigen. Weil unkastrierte Kater ein sehr weitläufiges Revier haben und unter Umständen tagelang unterwegs sind.
Achte darauf das der Rückzug ins sichere Haus in der ersten zeit immer frei ist.

magret

Hi,

schöne Schilderung, und ich gebe dir auch in jedem Punkt Recht, außer:

Nicht nach zwei bis drei Wochen rauslassen. Die Kater müssen sich an eine neue Umgebung, eine neue Katze, einen zweiten Menschen gewöhnen - das ist zuviel auf einmal. Die brauchen mindesten sechs Wochen Zeit, besonders, wenn sie vorher nie draußen waren. Sie müssen die neue Wohnung eindeutig als ihr Revier kennen und akzeptieren, bevor man sie rauslässt und sie den Heimweg finden können!

Gruß
Cess

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Hallo,

ja das kann sein. Kommt wohl auf die jeweilige Situatuon und die einzelne Katze an. meine große ist nach zwei wochen mit mir das erste mal draussen gewesen. Die kleine ist das erste mal nach ca. 3 mon.
Man sollte sie auch auf keinen Fall dazu zwingen oder übereden, sie machen sich dann schon bemerkbar wenn sie so weit sind. Wenn es einem selber noch zu früh ist kann man es noch rauszögern.

Ach ja, es kann sehr hilfreich sein schon einige Wochen vorher damit anzufangen zB. mit einer Dose zu rütteln und dann Leckerlis zu geben. Damit die das Geklapper mit Futter in Verbindung bringen. Dann bekommt man sie schneller wieder ins Haus als mit Rufen. Hat mir die erste Zeit sehr geholfen, vor allem wenn es dunkel wurde. Da wollte ich sie drinnen haben und Katzen sind ja bekanntlich im Dunkeln lieber draußen. Aber für ein Leckerli kommen sie dann doch noch mal zurück. Und man muss nicht laut nach ihnen rufen, das klappern hören sie noch besser.

Magret

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Jepp,

Ach ja, es kann sehr hilfreich sein schon einige Wochen vorher
damit anzufangen zB. mit einer Dose zu rütteln und dann
Leckerlis zu geben. Damit die das Geklapper mit Futter in
Verbindung bringen. Dann bekommt man sie schneller wieder ins
Haus als mit Rufen.

hat bei meinen auch super funktioniert. Mittlerweile brauch ich es nicht mehr, die kommen um einen gewissen Zeitpunkt rum von selbst und bleiben dann nachts drin. Aber immer zwischendurch teste ich, ob es noch klappt, damit sie „in Übung“ bleiben. :smile:
Ich hab einen Klicker für Hundetraining, aber eine Leckerchen-Dose tuts natürlich auch.

Gruß
Cess

Hi Cess,

was die Zeit betrifft, kann man das eigentlich nie so pauschal sagen. Zwei Wochen sollte man ja schon nach einem normalen Umzug mit dem Rauslassen warten. Nun, meine war kaum zu halten, wenn die Tür aufging und ist schon nach fünf Tagen das erste Mal raus. Natürlich erst nur für kleine Runden und auch jetzt ist sie nicht so der Streuner. Wenn ich nach Hause komme ist sie trotz Katzenklappe immer drin. Bei einem kleinen „Urlaub“ bei meinem Freund ist sie schon am zweiten Tag durch die Gärten der Nachbarn gestreift, ist aber immer in Hörweite geblieben.

Das Schwierige bei der Fragestellerin ist wohl, dass die andere Katze raus darf. Je nachdem, wie sie sich mit den Katern versteht und diese frei im Haus rumlaufen ist es möglich, dass sie auch schon früher raus wollen (oder auch später). Ich denke, man muss da die Katzen selbst entscheiden lassen, die wissen schon, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist! Wichtig ist nur, sie bei den ersten Freigängen zu beaufsichtigen und eine Tür offen zu lassen, damit sie jederzeit wieder rein können. Für den Fall, dass doch einer stiften geht, würde ich die Kater - falls nicht schon geschehen - chippen lassen.

LG, Liz!