Getrübte Pupille beim Hund nach Verletzung

Hallo!

Dieses Mal frage ich für meine Bekannte:
Sie hat eine 9-jährige Schäferhündin, die sich gestern abend bei einem blöden Unfall das Auge verletzt hat. Ihre Kinder sind mit dem Hund spazierengegangen, der Hund war frei. Eines der Kinder hat die Leine so „geschwungen“, mit einer recht hohen Geschwindigkeit. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine - lässt sich schwer erklären.

Die Hündin wollte von hinten zu dem Kind hinlaufen und bekam versehentlich den Karabiner der Leine mit voller Wucht in’s Auge!
Sie hat natürlich aufgejault und hat das Auge zugedrückt. Nach einem kurzem Moment hat sie aufgehört zu jaulen und ist wieder normal weitergelaufen.
Heute morgen war das Auge jedoch geschwollen, genau genommen das untere Lid, außerdem ist das Auge sehr rot. Zusätzlich - und das macht ihr am meisten Sorgen - ist die Pupille des Auges getrübt!
Wir vermuten beide eine Hornhauttrübung in Folge der Verletzung, sind uns aber nicht sicher. Das Auge tränt mehr als sonst, sie lässt sich auch nicht gern untersuchen, ist aber außen rum druckunempflindlich.

Hat jemand eine Ahnung, was genau das sein könnte - und wodurch diese Trübung verursacht wurde - also welche Verletzung vorliegt?
Ihre größte Angst ist, dass der Hund an diesem Auge jetzt blind wird.

Ich hatte ihr geraten, gleich zum Tierarzt zu gehen, sie hat aber Angst, dass ihr dieser Vorwürfe macht, weil sie nicht auf ihre Kinder geachtet hat. Daher wollte sie erst noch ein, zwei Tage abwarten, ob es sich von selbst bessert.

Was haltet ihr davon?

Bitte um eure Hilfe!

lg
Sandra

Hallo, Sandra,

Wir vermuten beide eine Hornhauttrübung in Folge der
Verletzung, sind uns aber nicht sicher. Das Auge tränt mehr
als sonst, sie lässt sich auch nicht gern untersuchen, ist
aber außen rum druckunempflindlich.

Ihre größte Angst ist, dass der Hund an diesem Auge jetzt
blind wird.

Ich hatte ihr geraten, gleich zum Tierarzt zu gehen

Du hast vollkommen Recht - eine zuverlässige Diagnose und Therapie wird nur durch einen Tierarzt möglich sein.

sie hat
aber Angst, dass ihr dieser Vorwürfe macht, weil sie nicht auf
ihre Kinder geachtet hat. Daher wollte sie erst noch ein, zwei
Tage abwarten, ob es sich von selbst bessert.

Das ist Vogel-Strauß-Taktik auf Kosten des Hundes. Was, denkt sie denn, wird der Tierarzt sagen, falls sie jetzt auch noch zu lange wartet und der Schaden dadurch noch größer wird?

Was haltet ihr davon?

Red ihr ins Gewissen.

Gruß
Kreszenz

Hallo,

bitte keine falsche Scham und sofort zum Tierartzt gehen!

Eventuell kann er den Schaden begrenzen oder mit richtiger Behandlung sogar abwenden.
Das ist ganz sicher nicht möglich, wenn man nicht zum Tierarzt geht.
Welche Vorwürfe macht man sich erst, wenn der Hund sein Augenlicht verliert??
Das eigene Gewissen lässt sich so nicht beruhigen :wink:

Also hopp hopp auf zum Doc.

Gruß
Maja

Hallo,

das ist eine Hornhautverletzung und die muß gleich behandelt werden! Dann könnte es ohne Folgen abgehen. Unbehandelt ist man nachher Schuld an einem (Teil-)Verlust der Sehfähigkeit. Die Schwellung sozusagen ein Boxerauge. Das würde auch ohne Behandlung wieder weg gehen.

Ich hatte ihr geraten, gleich zum Tierarzt zu gehen, sie hat
aber Angst, dass ihr dieser Vorwürfe macht, weil sie nicht auf
ihre Kinder geachtet hat.

Es sind Kinder! Da macht kein TA riesen Vorwürfe. Und wenn schon. Sie macht sich hinterher selbst größere Vorwürfe wenn der Hund einen Dauerschaden davon tragen würde.

Daher wollte sie erst noch ein, zwei
Tage abwarten, ob es sich von selbst bessert.

NICHT WARTEN! Vom Warten wird es nicht besser, sondern schlimmer.

Gruß Steffi

Hallo Sandra,

Red ihr ins Gewissen.

Und wenn sie sich dann immer noch nicht trauen sollte, kannst Du nicht noch heute abend schnell mit dem Hund zum Tierarzt (natürlich auf Kosten Deiner Bekannten)???

Gruß

Jacqueline

Hallo Sandra,

mein Hund hat im Alter von 12 Wochen beim Spielen mit meinen Neffen einen Fußball aufs Auge bekommen - Loch in der Hornhaut! SOFORT zum Tierarzt, bevor es sich infiziert (dieser machte mir noch Angst, dass das Auge auslaufen könne, sich Infekte bilden können, man eventuell das Auge daher zunähen müsse - aber Augentropfen haben schon nach vier Tagen ausgereicht). Niemand wird Deiner Freundin einen Vorwurf machen - das ist totaler Blödsinn und falsch verstandenes Gewissen. Und wenn doch, steht immer noch eins im Vordergrund: die Gesundheit des Hundes!

Liebe Grüße

Kathleen

Hallo Sandra,

ich schließe mich an, SOFORT zum TA.

Zunächst, ich bin kein TA oder Augenarzt, also nur méine private Meinung.

Wenn TA nicht möglich oder gewollt ist, könnte eine Augensalbe hilfreich sein, da ich kein anderes Präparat kenne, erlaube ich mir, den Namen zu Nennen: Bepanthen (für Augen und Nase!!!). Die „normale“ Salbe enthält Konservierungstoffe, die nicht auf´s Auge dürfen!

Ein Arzt hatte mir diese Salbe empfohlen, da sich unser Zwergkanninchen beim Putzen immer die Hornhaut verletzte.

Aber auch das darf nur eine Überbrückung sein, aber auch ist die Chance nicht schlecht.

Bei unserem Häschen hat´s leider nicht geholfen, obwohl ich noch zusätzlich Kontaktlinsen als Verband draufgetan habe.

Viel Erfolg!

Gruß Volker

Hallo,

Bepanthen ist nicht das richtige um verletzte Hornhaut zu heilen.

Überhaupt sind Salben oder Tropfen für Augen mit Vorsicht zu genießen. Zum einen haben sie in angebrochener Packung eine sehr kurze Haltbarkeit und cortisonhaltige Medikamente können bei Hornhautverletzungen schaden. Also bitte nichts nehmen was man von neulich noch hat. Das kann daneben gehen.

Gruß Steffi

Huhu Sandra!

Falls sie noch nicht beim TA gewesen sein sollte…

Sie muss ihm ja nicht in epischer Breite erzählen, was passiert ist. Einfach sagen, der Hund hat mit Schmackes den Karabiner ins Auge bekommen reicht vollkommen. Es geht darum, was passiert ist, damit der TA weiss, wonach er gucken muss bei der Untersuchung.
Falls sie sich auch das nicht traut, soll sie halt in Gottes Namen sagen sie wüsste nicht, was passiert ist als die Kinder unterwegs waren. Das ist immernoch besser als gar nichts zu tun.

Irgendwelche Medikamente ins Auge ist neben nicht zum TA zu gehen die schlechteste Idee. Man kann mehr kaputt machen als heilen.

Übrigens tut es auch einfach saumäßig WEH, wenn die Hornhaut einen Schaden hat (Hornhaut ist eins der schmerzempfindlichsten Gewebe im Körper!), allein deswegen schon ab zum TA damit.

Dass die Leute auch immer so viel nachdenken müssen statt zu handeln…richtig zu handeln :frowning:

Gute Besserung für das arme Wesen!

Bine

Hallo,

Bepanthen ist nicht das richtige um verletzte Hornhaut zu
heilen.

Hm, es war ein Augenarzt, allerdings ein Humanmediziner, der mir das empfohlen hatte.

Überhaupt sind Salben oder Tropfen für Augen mit Vorsicht zu
genießen. Zum einen haben sie in angebrochener Packung eine
sehr kurze Haltbarkeit

deshalb ist die Augensalbe auch in kleinen Tuben.

Also bitte nichts nehmen was

man von neulich noch hat. Das kann daneben gehen.

Das gilt (fast) bei allen Medikamenten.

Gruß Volker

Guten Morgen,

ich hatte ein Kitten mit einer sehr bösen Hornhautverletzung und bin erst zu einen „normalen“ Tierarzt damit. Erst nach 2 Wochen kam ich zu einem Spezialisten aus dem DOK und bin froh, das gemacht zuhaben. 1. war es garnicht so teuer wie ich befürchtete, ich habe pro Sitzung 15 Euro bezahlt und die Salben und wußte, das dort wirklich das das gemacht wird, was nötig ist.
Hier der Link zu den Ärzten:
http://www.dok-vet.de/untersucher_plz.htm
Ich drück Euch fest die Daumen…und schimpfen wird niemals ein Arzt, egal was passiert, sonst ist er der „Berufung“ nicht würdig.

Grüße
Margit

Hallo an alle!

Erst einmal vielen, vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Im Grunde habt ihr meine Vermutung nur noch bestätigt, nach den ersten 2 Antworten hab ich sie sofort nochmal angerufen und ihr gesagt, sie solle sofort zum Tierarzt fahren. Hatte ihr angeboten, mitzukommen, doch nachdem ich ihr erklärt hatte, was alles passieren kann, wenn sie das jetzt einfach so lässt, war die Scham sofort verschwunden und 'ne halbe Stunde später saß sie schon beim Tierarzt.

Der hat auch gar nichts wegen dem Vorfall an sich gesagt, meinte aber, die Hornhautverletzung sei nicht sehr gravierend, es sei aber gut, dass sie gleich gekommen ist. Sie hat nun erst einmal Tropfen verschrieben bekommen und soll Ende der Woche noch einmal zur Kontrolle kommen.

Danke euch nochmal!

LG
Sandra

…und schimpfen wird niemals

ein Arzt, egal was passiert, sonst ist er der „Berufung“ nicht
würdig.

Grüße
Margit

Hallo Margit!
Ich muß Dir gründlich widersprechen!!! Als Tierarzt sieht man die unmöglichsten Sachen. Hundebesitzer, die einen Hund mit blutigem Erbrechen tagelang mit Kamillentee be(miß)handeln, verhungerte Kaninchen, bei denen man nur noch den Tod feststellen kann, Katzen mit aufgeplatzen Augäpfeln, aus denen die Suppe läuft, Tiere, die vor Überfütterung kaum noch laufen können und und und :frowning:
Ich wäre ein schlechter „berufener Schützer der Tiere“, wenn ich das ohne Kritik hinnehmen würde. Sicher ist so ein doofer Unfall kein Grund, jemanden auszuschimpfen, aber Deine Bemerkung, meine Kollegen und ich wären „unserer Berufung nicht würdig“, wenn wir z.B. die oben genannten Mißstände oder vergleichbare anprangern und Kritik in deutliche Worte fassen, kann ich nicht unkommentiert stehen lassen.
Schließlich werden wir auf der anderen Seite danach gemessen, daß wir gerade solche Mißstände und Haltungsfehler aufdecken, daß wir versuchen, unseren Mitkreaturen ein möglichst leidensfreies Leben zu ermöglichen, daß wir, gerade weil wir die Fachleute sind, ansprechen, wo Tiere zu schaden kommen! Und dabei geht es nicht nur um quälerische Massenproduktionen, dabei geht es auch um quälerische Einzelhaltung, um Übervorsorge und Nicht-Loslassen-Können genauso wie um Vernachlässigung, Gedankenlosigkeit oder seelische Grausamkeit! All das sind Punkte, wo ich als Tierarzt den Mund nicht halten kann und darf und manchmal auch sehr deutliche Worte finden muß, um dem Halter des Tieres sein Versagen klar zu machen.
Das ist hier sicher nicht der Fall, aber spinnen wir das doch mal weiter - nur hypothetisch: Der Hund hat den Karabiner vor’s Auge bekommen, die Linse ist luxiert, es bildet sich ein Hämatom, das Auge schwillt an - das ist ein dringender Notfall, der Hund hat starke Schmerzen, aber die Besitzerin geht nicht zum TA. Es wird nach Tagen nicht besser, irgendwann kommt sie dann, das Auge ist nicht mehr zu retten, vielleicht hat der Hund es auch vor Schmerzen aufgekratzt und es ist ausgelaufen… Du kannst nicht ernsthaft von irgendeinem der Kollegen oder mir verlangen, daß wir das unkommentiert sagen: „Oh, schön das Sie gekommen sind“ Natürlich werden wir sagen, daß sie schon vor Tagen hätte kommen sollen, dann wären Hund und Besitzerin viel Leid, Schmerzen, Zeit und Geld erspart geblieben!
Und dann kommt noch die Frage, ab wann fühlt sich ein Gegenüber ausgeschimpft… Bei manchen Menschen fällt die Welt schon zusammen, wenn man nur im Gesprächston bemerkt, daß die Impfung eigentlich schon letzten Monat fällig gewesen wäre, anderen geht es am … vorbei, wenn man sagt, daß der Hund dringend mehr Futter, mehr Auslauf und mehr Kontakt mit einer Bürste braucht, weil einem von dem mageren Skelett die Flöhe entgegenspringen und unter dem Fell die Ekzeme blühen…
Ich hoffe, ich bin Dir mit meiner Meinung nicht zu nahe getreten und grüße freundlich

Archie

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Hallo Margit.

…und schimpfen wird niemals
ein Arzt, egal was passiert, sonst ist er der „Berufung“ nicht würdig

Wenn ich, wissentlich oder wissentlich, Bockmist mit meinem Tier veranstalte, in welcher Art und Weise auch immer, dann verlange ich geradezu von einem berufenen Tierarzt, dass er mit mir schimpft. Harte Tatsachen verlangen eben manchmal hartes Durchgreifen und harte Hinweise.

Gruss

Pauli

Hallo,

ok ich gebe zu der letzte Satz war überflüssig… Tut mir leid…

Grüße
Margit

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