…jetzt habe ich wohl ein ähnliches Problem, wie von Hermelin beschrieben, allerdings nicht so ausgeprägt.
Mein Border-Mix-Rüde (fast ein Jahr alt) wurde letzte Woche Mittwoch kastriert. Sein Verhalten war bis eben nicht ungewöhnlich. Wir haben in der Zwischenzeit Menschen getroffen, andere Hunde (er ist ohnehin mit einem weiteren Hund auf dem Hof) - alles weitgehend wie sonst (lach, natürlich minus der vorherigen Symptome seiner Liebeskrankheit). Es ist auch alles wunderbar verheilt, Fäden sind gezogen, die Leute in der Tierarzt-Praxis haben auch nicht „verschissen“…
Aber halt nur bis eben: Denn da kamen drei Männer auf den Hof, die Biko eigentlich von klein auf kennt (sie haben hier die Scheune angemietet und sind fast jedes Wochenende hier). Auf einmal bellt er für seine Verhältnisse aggressiv, knurrt sogar (das hat er noch NIE gemacht) und zwickte sogar dem einen Mann ins Bein (er nahm es ihm glücklicherweise nicht übel)!!! Ich habe den Männern Leckerlies in die Hand gedrückt, mich neben Biko und den Männern gesetzt und die Drei aufgefordert, ihm etwas zu geben, während ich Biko beruhigte. Die Leckerlies hat er auch behutsam (aber vorsichtig) genommen, aber den einen Mann schien er gar nicht (mehr) riechen zu können.
Ist es jetzt wirklich eine Folge der Kastration? Ich meine, ich finde ja gut, dass Biko nicht mehr so blauäugig durch die Welt rennt, dass ihn jeder lieb hat, aber dass er bekannten Menschen gegenüber so „böse“ reagiert? Das irrtiert mich, da er - wie gesagt - noch NIE in seinem Leben geknurrt hat und von seinem Wesen immer ein „Lamm“ war! Es kann natürlich jetzt auch sein, dass ihm der eine Mensch mal etwas unfreundlich begegnet ist, aber trotzdem: So habe ich ihn noch nie erlebt.
Gut, es gibt gewiss „schwerere Fälle“, aber bei meinem letzten Problem, mit dem ich mich an Euch gewandt habe, hat sich ein rechtzeitiges und überlegtes Eingreifen schon nach kürzester Zeit bewährt.
Ich würde mich daher freuen, wenn der eine oder andere noch eine Idee hat, wie ich solche Situationen auffangen kann.
warum Hunde oft Plötzlich ihr verhalten ändern, scheint erstmal rätselhaft. Vielleicht richt einer der Männer Plötzlich anders?
Dein Hund ist zwar jetzt Kastriert aber in gewisser weise wird er ja jetzt doch zum Mann. Kommt nun auch in die Pflegelphase. Da Fallen ihm Gerüche oder Gesten ganz anders auf als mit „Kinderaugen“.
Das mit den Leckerlis ist eine gute Idee, die Männer sollten die immer in der Tasche haben -wenn es wirkt.
Du solltest aber nicht mit dem Hund zu den Männern hingehen und beruhigend auf ihn einreden. Einen Hund kann man mit Worten nicht beruhigen. Er hört nur den Tonfall und es hört sich für ihn an wie „gut brav machst du dass“ In so einer Lage muss der Hundebesitzer Selbstsicher und bestimmend auftreten, dem Hund somit zeigen das er alles im Griff hat und die Hilfe des Hundes nicht benötigt. Das geht nur in dem Du (wenn er so aggressiv Bellt oder aggressiv auf die Männer losgeht zugeht)den Hund mit einem bestimmenden Nein oder Aus zur Ruhe rufst, eventuell ist es auch hilfreich ihn auf seinen Platz zu verweisen bis er sich beruhigt hat.
Viele Menschen die selbst keinen Hund haben nähern sich Hunden auch Falsch. Sie versuchen zum beispiel einen Bellenden Hund aus Angst im Blick zu halten, was beim Hund allerdings eher Aggressionen auslöst. Erkläre den Männern das sie den Hund nach Möglichkeit ignorieren sollen. Wenn er ruhig und anständig herankommt können sie ihm ja ein Leckerli geben. Aber nicht wenn er Bellt, dadurch wird sein verhalten ja Belohnt.
danke für Deine Antwort! Da Du ja sagst, dass es mit den Leckerlies eine ganz gute Idee ist, werde ich jetzt auf jeden Fall vermehrt darauf achten - und auch noch einmal mit den Herren reden.
Aber eine Frage sei erlaubt: Wieso schreibst Du so definitiv, dass man Hunde nicht über Worte (damit meine ich auch Intonationen) beruhigen kann?
Ich habe da eigentlich andere Erfahrungen gemacht. Mit „Sitz, Platz, Bleib“ hätte ich jedenfalls meinen Hund nicht an meinen 7-jährigen Kater heranführen können (und die beiden sind jetzt die besten Freunde). Bei Biko reicht es meistens eigentlich schon aus, wenn ich einen „Befehl flüstere“. Eine gesäuseltes, leises „Sitz“ ist meistens schon genug. Ein normal gesprochenes „Lieb-Sein“ hat ausgereicht, um ihn z.B. von meinem Kater, der Objekt seiner Liebeskrankheit wurde, runterzubekommen (oder schon als Welpe, wenn er im Spiel irgendwo rein biss). Und auch andere Begriffe kann er schon auseinanderhalten: den Namen seiner Hundefreundin, den Namen meines Katers, meines Göttergattens, seine verschiedenen Spielzeuge…
Tja, vorhin hat es ja eben nicht geklappt - vielleicht liegt hier die Antwort?!
Vielleicht kommt das ein wenig anders rüber als es gemeint ist, ist halt nicht leicht zu beschreiben.
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht das die meisten Hundehalter versuchen ihren Hund zu beruhigen indem sie ihm vorbeten ,„sei jetzt brav, ist ja nicht so schlimm, dir passiert ja nichts“. Und dies alles in einem -auf Menschen- beruhigend wirkenden Tonfall. Aber der Hund hört ja nur den klang der Stimme und der ist meistens gleich wie wenn sie sagen „ja braver Hund so ist das gut was du machst“.
Das wohl deutlichste Beispiel bei den Meisten Hunden ist die Angst bei Gewitter. Der Auslöser ist natürlich der Schreck aber der Besitzer verschlimmert das ganze noch in dem er versucht den Hund zu beruhigen, in dem er auf den Hund einredet. Aber ein angemessenes verhalten vom Besitzer währe selbst ruhig zu bleiben -ist ja nichts besonderes so ein Gewitter- und den Hund mit ruhigen Kommandos auf seinen Platz zu schicken. (Vielleicht in diesem Fall mit Spielen ablenken)
Der Feine unterschied ist wichtig. Ich kann meinem Hund mit ruhiger Stimme etwas sagen, (bei meinem eigenen reicht mittlerweile meistens auch ein Flüstern)ich kann ihn aber nicht beruhigen. Er beruhigt sich in dem er merkt das ich selbst ruhig bin und ihm Sicherheit gebe, ihm mit ruhiger Stimme die entsprechenden Kommandos gebe die er kennt.
Je unwichtiger ich selbst eine bestimmte Situation finde und locker bleibe desto ruhiger wird der Hund.
Ich hoffe das es nun vielleicht ein wenig deutlicher ist was ich eigentlich damit meine?
dann war es wohl wirklich ein Missverständnis. Das Kerlchen ist insgesamt total angstfrei (wenn es um Gewitter, Sirenen, Fremde, Kinder, andere Hunde etc. geht) und ausgeglichen - daher ja mein Verblüffen, als er heute Nachmittag geknurrt hat.
Also der Grund warum Dein Hund jetzt so reagiert…keine Ahnung.
Aber aus der Humanmedizin kann ich Dir eine Analogie sagen: Frauen haben ja bekanntlich einen guten Riecher für den perfekten Mann, also die guten Gene. Und das wortwörtlich, Frauen können wirklich am Duft unterbewusst erkennen, ob ein Mann genetisch zu Ihnen passt. Verändert man aber den Hormonhaushalt, etwa mit der Anti-Baby-Pille, verändert sich das „ja den will ich“-Spektrum der Frau und so können sie auf einmal auch die nicht so perfekten Partner „gut riechen“.
Vielleicht haben ja Hunde dasselbe, wenn sie nicht mehr so laufende Testosteronhauptquarierte sind verändert sich dann eventuell das Verhalten gegenüber denen die sie vorher riechen konnten.
ich glaube nicht, dass das veränderte Verhalten deines Hundes mit der
Kastration zusammen hängt, das Kastrieren liegt ja erst eine Woche
zurück. ich denke mal eher, dass ihn vll die Situation beim TA und
die Tage danach etwas irritiert haben. oder habt ihr euch dem Hund
gegenüber anders verhalten? es kann auch sein, dass er auf Grund
seines Alters einfach plötzlich die Situationen anders wahrnimmt und
einfach nur verunsichert ist.
meine Boxerhündin ist jetzt 2,5 Jahre und reagiert auf einmal auch in
manchen Situationen etwas merkwürdig und verunsichert, z.B. plötzlich
fühlt sie sich Montags von Mülltonnen angegriffen o.ä.
versuche einfach, deinem Hund Sicherheit zu vermitteln, ich denke
mal, es wird sich wieder legen. auch Tiere haben ihre „pubertären
Zeiten“…
liebe Grüße
Martina
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Aus der Rettungshundearbeit weiss man zu berichten, dass Rüden, die Männer in Trümmern oder auf dem Feld gefunden haben, mehr Abstand beim anschlagen halten als bei gefundenen Frauen. Hund können Testosteron riechen!!! Das ist wissenschaftlich bewiesen.