Zecken übertragen bekanntlich verschiedene Krankheiten. Eine Freundin ist schwer an Borelliose erkrankt. Insofern stehen sie auch im Blickpunkt mancher Diskussion.
Nun könnte/muss man natürlich sagen, das jedes Lebewesen allein um seiner selbst Willen eine Lebensberechtigung hat, auch der Spulbandwurm und anderes Getier. Bei der Zecke frage ich mich jedoch, wo wohl ihre Funktion im ökologischen System liegen könnte.
Als Nahrung für andere Tiere erscheint sie zu klein, irgendwelche von ihr zu erledigende Aufgaben kann ich auch nicht erkennen…
Hallo Gismonti,
das „Warum“ ist eine Frage der Religion. Eventuell kannst du sie bei einem Gott suchen.
In diesem Brett antworte ich aber, dass eine Art solange existiert bzw. sich entwickelt, wie sie mit den Lebensbedingungen auskommt. Das schaffen die Zecken und derzeit auch der Mensch.
Grüße
Ulf
Bei der Zecke frage
ich mich jedoch, wo wohl ihre Funktion im ökologischen System
liegen könnte.
Es ist ein grundlegendes Missverständnis zu glauben, dass jedes Lebewesen seinen Teil zum Ökosystem als ganzem beiträgt. Im Gegenteil: Jedes Lebewesen agiert aus purem Egoismus: Fortpflanzung und Lebenserhaltung des Individuums ist der einzige „Zweck“ eines Lebewesens.
Die Natur, wie wir sie finden, stellt einfach einen quasi-stabilen Zustand dar. Jede Veränderung des Zustandes würde dadurch ausgeglichen, dass diejenigen die von der Veränderung profitieren, sich vermehren und daher der Veränderung selbst entgegenwirken. Das meint man mit „ökologischem Gleichgewicht“. Gleichgewicht klingt so „friedlich“, so „wohl erdacht“. In Wirklichkeit ist es der kleinste gemeinsame Nenner des Konkurrenzkampfs.
Als Nahrung für andere Tiere erscheint sie zu klein,
irgendwelche von ihr zu erledigende Aufgaben kann ich auch
nicht erkennen…
Stimmt nicht. Es gibt eine Art von Kurzflüglern (also Käfern), die symbiontisch mit Mäusen in deren Fell lebt. Sie hat sich darauf spezialisiert, Zecken, Läuse und andere Parasiten zu beseitigen.
Die Frage hab ich mir auch schon desöfteren gestellt
Ich denke, einen kleinen Aspekt Deiner Frage hast Du Dir selbst schon beantwortet:
Die Borellien (und andere Krankheitsverursacher) finden es sicher ausgesprochen gut, dass es Zecken gibt!
So gesehen haben Zecken für solche Lebewesen doch einiges an Sinn, auch wenn wir Menschen da nicht so gerne dran denken, weil es für uns sehr unangenehm werden kann.
Nur meine eigene kleine Erklärung, warum es die Dinger überhaupt geben muss (und warum ich sie umso lieber weghätte).
Es wurde ja schon gesagt, dass es wenig Sinn macht, einen Sinn hinter Ökologie zu sehen. Die Frage nach der Funktion von Lebewesen ist (in diesem Brett) nicht zu beantworten.
Früher hätte man populärwissenschaftlich oft „nätürliche“ pseudosozialdarvinistische Denkweisen herangezogen. Also, die Zecken sind dafür da, dass schwache und kranke Wildtiere leichter sterben und die gesunden dadurch einen Selektionsvorteil haben. Heute argumentiert man oft auch noch so, aber nicht zum Selbstzweck, sondern wenn es um den Erhalt von bestimmten „Lebensgemeinschaften“ geht, die oft mit einer besonders großen Artenvielfalt verbunden sind. Ich meine damit beispielsweise, dass viele Naturschützer den Abschuss von Rehen und Wildschweinen fordern, wenn die Populationsdichten sehr hoch sind.
Nun könnte/muss man natürlich sagen, das jedes Lebewesen
allein um seiner selbst Willen eine Lebensberechtigung hat,
auch der Spulbandwurm und anderes Getier. Bei der Zecke frage
ich mich jedoch, wo wohl ihre Funktion im ökologischen System
liegen könnte.
Hallo Gismonti,
Zecken sind da, weil sie die Evolution überlebt haben, und eine clevere Überlebensstrategie gefunden haben. Warum? Warum nicht! Sie werden noch lange leben, nachdem Nahrungs-Verzetteler wie Koalas und Pandas sich vom Erdboden weg spezialisiert haben werden.
Zecken sind gut für Zecken-fressende Tiere, und herrlich für den Borelliose- als auch FSME-Erreger, und natürlich für die Pharma-Industrie.
Zecken schaffen Schicksalsgemeinschaften. Ein ganzes Dorf hat sich z. B. dem Kampf gegen die Lyme-Borelliose verschrieben. Zecken verändern auf z. T. grausame Weise unser Leben (FSME), fordern unsere Mitmenschlichkeit heraus, zeigen uns, dass wir definitiv nicht die Krone der Schöpfung sind, und uns gelegentlich Demut gegenüber unseren Mitlebewesen gut zu Gesicht stehen würde.
Moin
ich versuch es mal etwas weniger provokant hier zu formulieren…
Frage Krebs…? Wozu?
Aids? Wozu?, Thyphus, wozu? usw. usw. usw.
Wenn du es genau nimmst sind erstmal alle Krankheiten dazu da, Schwache oder geschwächte Wesen zu eliminieren.
Vor 100 Jahren starben an einer Grippeepedimie ca. 8 Mio Menschen.
Oder denken wir an die Pest. Ein Drittel aller Menschen in Mitteleuropa starb dank Ratten.
Oder an den größten Parasit der Erde, uns…
Im 1. und 2. WK alleine starben über 30 Mio Menschen. Dank dem Mensch.
Im Irakkrieg bisher ca. 30Tsd Menschen, wofür?
In Israel und Palästina täglich Menschen in einem irrsinnigen Konflikt
Ist da die Zecke die im Jahr sagen wir mal 1000 Menschen tötet nicht ein kleines Problem?
Zecken kann man im Griff halten in dem man sich absucht und eben nicht im Gras mit kurzer Hose rumliegt oder im Wald mit Muskelshirt oder ohne Hut arbeitet. Wenn man sich an Regeln hält passiert einem idR. nix. Nur weil wir Menschen denken wir sind die Herren der Schöpfung und damit unantastbar für ein 1cm großes Wesen, schaffen es eben kleine Parasiten uns zu töten.
Der größte Feind des Menschen aber, ist der Mensch selber.
Nicht eine Zecke und ihr Virus
Wenn du es genau nimmst sind erstmal alle Krankheiten dazu da,
Schwache oder geschwächte Wesen zu eliminieren.
der Ansatz ist schon, nun, nicht sinnvoll. Evolution hat keinen „Sinn“, keinen „Zweck“.
Diese Begriffe gehören in den Glaubensbereich. Evolution passiert einfach.
. Heute argumentiert man oft auch noch
so, aber nicht zum Selbstzweck, sondern wenn es um den Erhalt
von bestimmten „Lebensgemeinschaften“ geht, die oft mit einer
besonders großen Artenvielfalt verbunden sind. Ich meine damit
beispielsweise, dass viele Naturschützer den Abschuss von
Rehen und Wildschweinen fordern, wenn die Populationsdichten
sehr hoch sind.
Gruß, Stefan
Heile Stefan
Einen Abschuß braucht man von den schießwütigen Jägern nicht zu fordern. Zum Beispiel den Bären den sie nachgejagt sind. Mit technischen Hilfsmitteln wurde er zur Strecke gebrach. die Flurschäden, die die Wildschweine verursacht werden, kommen in den karawanken Südkärnten nicht vor, weil ihnen der Karawankenbär das Garaus gemacht hat. Nun ist Schonzeit bis zu großen Halalie im Herbst.
Dann ist Erntezeit. Übrigens Jäger sind auch nur Menschen
Hi Malte.
Wiederspruch! Evolution hat seinen Sinn.
Warum hat der Affe einen Daumen und 4 Finger vorne?
Warum hat der Wal als Säuger ein anderes Kreislaufsystem als wir?
Warum der Hai eine andere Haut als der Wal?
usw. usw. usw.
Der Grund ist oberflächlich gesprochen recht simpel. Die nahezu perfekte Anpassung an die Niesche des Systems in welchem das Tier überleben soll.
Daher hat Evolution ihren Sinn,
selbst für Zecken
Gruß Steffen
Evolutionär entwickelte Techniken haben natürlich ihren Sinn - schließlich sollen sie ja ein konkretes Problem für die jeweilige Gattung lösen - das Blut bewegt sich ja nicht aus Zufall oder Langeweile im Kreis.
Der Affe, der Wal, die Zecke oder auch der Mensch selbst besitzen jedoch keinen Sinn. Sie bestehen, weil es die entsprechende Nische gibt.
Der Affe lebt nicht, um die Bananen zu vertilgen (ich weiß schon, daß Affen nicht nur Bananen fressen…), die sonst am Baum verrotten würden, sondern er überlebt, weil er Nahrung (zB Bananen) findet.
und in wie weit beantwortet eine gegenfrage nun die
hautpfrage?
Mit ein bisschen mitdenken ziemlich eindeutig, meinst du nicht? Jedes Lebewesen ist genau aus einem Grund da: Weil es das kann! Was sich weiter daraus ergibt, sind diverse Nützlichkeiten, wobei der Nutzen hier nicht für den Menschen gelten muss (wurde ja schon mehrfach angesprochen).
Wenn du sinnvolle Antworten haben willst, musst du die Frage anders stellen.
Entweder in Richtung Religion: „Warum hat Gott die Zecken geschaffen?“
Oder in Richtung Nützlichkeit für den Menschen: „Welchen Nutzen hat die Zecke für uns?“
Evolutionär entwickelte Techniken haben natürlich ihren Sinn -
schließlich sollen sie ja ein konkretes Problem für die
jeweilige Gattung lösen - das Blut bewegt sich ja nicht aus
Zufall oder Langeweile im Kreis.
Natürlich bewegt es sich aus Zufall im Kreis. Ganz ohne Sinn. Diese Form von Kreislauf hat sich lediglich als erfolgreich herausgestellt, was rein gar nichts mit der Frage zu tun hat, ob sie sinnvoll ist.
Schließlich ist niemals jemand hingegangen und hat sich gedacht „Hm, es wäre total sinnvoll, Blut zirkulieren zu lassen, also machen wir das mal.“
Sie sollen auch kein konkretes Problem lösen, sie tun es einfach.