Hunde-Horrorstory

Hallo!
Wir hatten gestern eine nette Abschlussrunde von einem Seminar und sind so ins Quasseln gekommen. Da hat mir eine Studienkollegin erzählt, dass die 19jäherige Tochter des Nachbarn von ihren zwei Dobermann-Rüden zerfleischt worden sei. Sie hatten die Hunde schon seit Jahren und auch immer lieb mit den beiden gespielt. Die Familie hatte 2 Töchter und es gab nie irgendwelche Zwischenfälle. Eines Nachts kam die Tochter nach einem Date nach Hause und wurde von den beiden Hunden angefallen und zerfleischt. Der Vater kam aus dem Haus und hat beide Hunde erschossen, aber die Tochter war schon tot.
Scheinbar hatte sie ein Date mit einem Medizin-Studenten, der am selben Tag einen Sezierkurs gehabt hatte und der Geruch, muss irgendwie auf die Tochter übergegangen sein und die Hunde in Rage versetzt haben.
Angeblich wäre gar nichts passiert, wenn die Hunde beispielsweise Schäferhunde gewesen wären.

Ich finde die Geschichte irgendwie unglaubhaft. Ein Hund zerfleischt doch sein langjähriges Frauchen nicht nur, weil es irgendwie nach „Tod“ oder „Fleisch“ riecht. Da müsste ja öfter was passieren, wenn die Herrchen vom Fleischer kommen. Und ist der Dobermann da wirklich irgendwie speziell auf Blut usw. „spezialisiert“?

Wisst ihr da genaueres?
Vielen Dank!
lg infi

Hallo infi,

gehe mal davon aus, daß es sich um eine Urban Legend handelt. Solche Storys hört man immer wieder. Mal sind es Nachbarn, denen sowas passiert ist oder Freunde von Freunden oder oder oder. Für mich klingt die Geschichte völlig unrealistisch.

LG
ausnahmefall

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Scheinbar hatte sie ein Date mit einem Medizin-Studenten, der
am selben Tag einen Sezierkurs gehabt hatte und der Geruch,
muss irgendwie auf die Tochter übergegangen sein und die Hunde
in Rage versetzt haben.

Das erinnert mich an die Wandersage mit der Frau, die sich nach einem One-Night-Stand mit einem Umbekannten schlecht fühlte und bei der beim Arzt Leichenbakterien festgestellt wurden. Der Unbekannte war ein Leichenschänder. Was für ein Quatsch!

Angeblich wäre gar nichts passiert, wenn die Hunde
beispielsweise Schäferhunde gewesen wären.

Wenn ich so was höre, möchte ich den Leuten zwischen die Augen schlagen, bis mir der Arm abfällt …

Ich finde die Geschichte irgendwie unglaubhaft.

Untertreibung des Jahrhunderts :smile:

Ein Hund
zerfleischt doch sein langjähriges Frauchen nicht nur, weil es
irgendwie nach „Tod“ oder „Fleisch“ riecht. Da müsste ja öfter
was passieren, wenn die Herrchen vom Fleischer kommen. Und ist
der Dobermann da wirklich irgendwie speziell auf Blut usw.
„spezialisiert“?

Blödsinn, absoluter.

Gruß,

Myriam

Hallo Infi!

Denke auch, das gehört in die Urban Legends-Ecke!
Wie oft hantiere ich in der Küche mit frischem Fleisch - und trotzdem hat keiner meiner Hunde (Dackel, Wolfspitz-DSH-Mix, DSH, Wolfspitz, Rotti, Groenendale - in chronologischer Reihenfolge) mich je angegriffen. Auch wenn ich (spät) aus irgend welchen Vorlesungen, Patho-Übungen oder Anatomiestunden gekommen bin, waren sie vielleicht hungrig aber nie aggressiv!
Es kommt manchmal vor, daß (vor allem große) Hunde ihre Besitzer oder Familienmitglieder anfallen, aber das hat entweder neurologische Gründe (z.B. einen Gehirntumor) oder die Hunde sind unzureichend sozialiert und nutzen die Schwäche eines (meistens tyrannischen) unfähigen Hundeführers aus! Ich erinnere mich an einen Fall, wo ein Rotti immer an der Leine und Bei Fuß neben seinem invaliden rentenbeziehenden Besitzer laufen mußte, in Schach gehalten durch die Angst vor seinem Stock, den dieser nur benutzte, um den Hund zu schlagen! Eines Tages ist dieser Mann gefallen und hatte dabei seinen Stock verloren. Der Hund hat sofort die Gelegenheit ergriffen und seine Rangposition entschieden aufgebessert. (Als der Mann aus dem Krankenhaus kam, hat er den Hund einschläfern lassen :frowning:(()
Übrigens gehört auch die Behauptung, Hunde, die frisches Fleisch bekämen, wären aggressiver und blutrünstiger in das Reich der Sagen und Märchen!
Jeder anständig sozialisierte Hund, der in einer Familie lebt (und nicht im Zwinger) geht mit Aggressionen vorsichtig um - eine Schädigung seiner Rudelgenossen bedroht auch sein eigenes Leben! Von der echten Zuneigung, die einem die Kerlchen entgegen bringen, der Fürsorge und Rücksichtsnahme aus Liebe ganz zu Schweigen!
Hab’ ein schönes Wochenende und keine Alpträume mehr :smile:
Archie

Holla.

Da hat mir eine Studienkollegin erzählt, dass … …

Für solche Fälle empfehle ich als Konter die Geschichte von der alten Dame auf dem Bahnhof.

„Neulich fiel mir auf dem Bahnsteig in xxx eine alte Dame mit einem großen Koffer auf. Die Dame geriet heftig in Streit mit einem jungen Mann, der behauptete, das sei sein Koffer … {an dieser Stelle beliebig ausschmücken} … ich musste als Zeuge/in mit auf das Polizeirevier, wo man sich lange vergeblich bemühte, den Koffer aufzubekommen. Und was glaubst Du, was in dem Koffer war …? Lauter Knochen! Knochen von dem Bären, den ich Dir gerade aufgebunden habe.“

Ist ein wenig subtiler als Vogelzeigen.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo infi!

In dieser Form wahrscheinlich Urban-Legend und doch, man muss bei großen Hunden manchmal vorsichtig sein.

Wahr ist z.B. die Geschichte von der Dogge, die ihr „Frauchen“ um brachte, als der Herr des Hauses für längere Zeit verreiste.
Diese Dogge hatte nur den Mann als Führer anerkannt, die Frau gehörte lediglich mit zum Rudel.
Und als der „Leitwolf“ weg war, schien ihr die Zeit für einen kleinen Rangkampf gekommen zu sein.

Und gerade hier in meiner Stadt haben zwei oder drei Rottweiler, die ihre Besitzerin von der Leine gelassen hatte, eine alte Frau umgebracht. (Ging damals durch alle Zeitungen.)

Hunde sind Wölfe und sie verhalten sich auch so, manchmal.
Sogar Dackel!

Gruß, Nemo.

Hallo Nemo!

Hunde sind Wölfe und sie verhalten sich auch so, manchmal.
Sogar Dackel!

Nein, nein und nochmals nein: Hunde sind Hunde und Wölfe sind Wölfe. Im Übrigen: wann hast Du das letzte Mal aus einer verlässlichen Quelle davon gehört, dass ein Mensch von einem Wolf verletzt wurde? Und wann, dass ein Mensch von einem Hund verletzt wurde? Hunde sind so gesehen weitaus gefährlicher als Wölfe.

Ich dachte immer, das Märchen des menschenfressenden Wolfes hätte sich (zurecht) langsam aber sicher in die ewigen Jagdgründe verabschiedet… das scheint aber leider eher ein Irrtum von meiner Seite her gewesen zu sein.

Um nicht ganz o.t. zu bleiben: es wurde sich ja gesagt, dass es sich bei der Story im Ursprungsposting um eine Urban Legend handelt - ich möchte noch hinzufügen, dass sie dabei bereits in die Jahre gekommen sein muss - zu der Zeit, als sie erfunden wurde, waren offenbar noch Dobermänner die bösen Hunde. Derjenige, der die Geschichte verbreitet hat, hätte sich zumindest die Mühe machen können, die Monster in PitBulls umzuwandeln…

Gruss,

Semiramis

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Hallo Semiramis!

Ich habe mich, wie ich sehe, leider viel zu pauschal ausgdrückt!
Keinesfalls wollte ich den Wolf als menschenfressende Bestie hinstellen, das wäre absoluter Quatsch!

Es ist mir natürlich bekannt, dass Wölfe, ausser in höchster Not, also in die Enge getrieben oder verletzt, so gut wie nie Menschen angreifen.
Des Weiteren weiß ich, dass sich die Horrorgeschichten über Wölfe, die wahrscheinlich schon vor Jahrhunderten entstanden sind, vermutlich auf tollwütige Wölfe beziehen.

Meine Aussage ist also insofern zu korrigieren, dass Hunde einige der ursrünglichen Wolfseigenschaften behalten haben und somit den Menschen als „Auch- oder Über“-Wolf betrachten und manchmal auch so behandeln.
Wenn der Mensch dann die entsprechenden Reaktionen nicht kennt, kann das manchmal „ins Auge gehen“!

Dass ich das Ursprungsposting für eine Urban-Legend halte, habe ich ja selber geschrieben.

Gruß, Nemo.

Hallo,

Wahr ist z.B. die Geschichte von der Dogge, die ihr „Frauchen“
um brachte, als der Herr des Hauses für längere Zeit verreiste.

So etwas kann ich aus dem Bekanntenkreis bestätigen. Der Jäger hatte einen sehr selbstbewußten Jagdhund (Deutsch Kurz(?)haar). Das Verhältnis Hund/Frau war immer gespannt, die Rangordnung nie klar. Der Hund war bei Jägers Abwesenheit immer in einer großen Zwingeranlage, sonst aber im Haus. Als der Jäger dann plötzlich und für Wochen ins Krankenhaus mußte, ging der Hund die Frau an, als sie Futter brachte. Sie konnte noch rechtzeitig die Zwingertür zuhaun. Am nächsten Tag wurde der Hund auf Veranlassung des Jägers von einem Jagdgenossen erschossen.

Gruß Steffi

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Ich frag mich oft warum das so ist, dass wilde Tiere, wie zum Beispiel Wölfe, den Menschen nicht angreifen. Immerhin ist der Mensch das so ziemlich angenehmste Opfer, das man sich vorstellen kann. Er kann nicht besonders schnell laufen, ist nicht soo besonders stark, hat kaum gefährliche Zähne und es ist eindeutig mehr an ihm dran, als an einem Hasen. Wenn er also keine Waffe in der Hand hat, erscheint mir der Mensch aus Wildtiersicht ziemlich lecker.
Warum werden Menschen trotzdem nicht angegriffen? Weil er den Tieren unbekannt ist und damit angsteinflößend wirkt?
Oder sind Tiere tatsächlich so clever, dass sie wissen, dass das „Rudel“ dieses einen Menschen kommen wird, und sie töten, wenn sie den Menschen fressen?

lg infi

Ich frag mich oft warum das so ist, dass wilde Tiere, wie zum
Beispiel Wölfe, den Menschen nicht angreifen. Immerhin ist der
Mensch das so ziemlich angenehmste Opfer, das man sich
vorstellen kann. Er kann nicht besonders schnell laufen, ist
nicht soo besonders stark, hat kaum gefährliche Zähne und es
ist eindeutig mehr an ihm dran, als an einem Hasen. Wenn er
also keine Waffe in der Hand hat, erscheint mir der Mensch aus
Wildtiersicht ziemlich lecker.
Warum werden Menschen trotzdem nicht angegriffen? Weil er den
Tieren unbekannt ist und damit angsteinflößend wirkt?
Oder sind Tiere tatsächlich so clever, dass sie wissen, dass
das „Rudel“ dieses einen Menschen kommen wird, und sie töten,
wenn sie den Menschen fressen?

Nein, so clever sind sie sicher nicht!

Hallo Infi,

schwierige Frage das!

Ich würde, so aus dem Bauch heraus, Folgendes sagen:
Intelligentere Raubtiere haben im Allgemeinen ein ziemlich ausgeprägtes Beute- und Beuteverhaltensschema, mit dem sie seit Jahrtausenden gut zurecht kommen. Auch Löwen handeln eigentlich nach dem bewährten Motto: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!“

Der Mensch (in der Gattung Homo), kam erstens zu spät in ihre Welt um in das Beuteschema aufgenommen zu werden, zum anderen ist es den Tieren, die einen Versuch in dieser Richtung unternommen haben, wirklich schlecht bekommen, sie wurden recht schnell getötet.
Um es mal so zu sagen, die Evolution hatte keine Chance, weil Tiere, die in dieser Richtung neugierig waren, recht schnell und wirkungsvoll von der weiteren Fortpflanzung ausgeschlossen wurden.

Dazu kommt, dass der Mensch eigentlich ein recht seltsames Tier ist!
Er wirkt sehr groß, hat zwei starr nach vorn gerichtete Augen, (sehr zum Unterschied von normalen Beutetieren), verfügt wahrscheinlich über das größte Lautrepertoire von allen Tieren und kann dazu noch mit den Armen und mit dem was er gerade in der Hand hat, in der Luft herum fuchteln.

Wenn eine Maus auf die Idee käme, auf den Hinterbeinen auf die Katze zu zugehen, dabei wilde Flüche ausstoßen und mit den Fäusten in der Luft fuchteln würde, würde die Katze wahrscheinlich auch flüchten.

Entschlossenheit spielt dabei wahrscheinlich auch eine große Rolle!
Im Yellowstone National Park hat eine Katze, die ihre Jungen verteidigte, mal einen ausgewachsenen Grizzly in die Flucht getrieben.

Und die Urmenschen, die in Raubtiergebiet vordrangen, waren sicherlich keine Weichlinge! :smile:

Gruß, Nemo.

Hallo,

man muß unterscheiden zwischen Angriff auf Beute und Angriff zur Verteidigung.
-Angriff auf Beute wird von zwei Dingen bestimmt. Hunger und Aussicht auf Erfolg.
-Angriff zur Verteidigung ist immer die letzte Wahl. Jedes Tier versucht sich immer erst durch Flucht zu retten (Plan A), denn durch Flucht kann man nicht lebensgefährlich verletzt werden. Flucht ist also die bessere Überlebenschance. Geht das nicht tritt Plan B in Kraft. Das Tier greift an, auch wenn der Erfolg verschwindend gering ist, schließlich geht es um das eigene Überleben.

Jedes Tier ist Jäger oder Beute, je nach dem wer sein Gegenüber ist. Das Wissen darum ist genetisch angelegt, wird durch die Eltern alltagstauglich vorgelebt, kann unter bestimmten Bedingungen durch Lernprozeß erweitert werden.
Der Mensch entspricht bei allen höheren Raubtieren nicht dem Beutetier. Das hängt sicher mit den von Nemo so treffend beschriebenen menschlichen Möglichkeiten zusammen. Das menschliche Verhalten ist fremd, damit angsteinflößend und löst somit Plan A aus. Allerdings brauchen Tiere diese menschlichen Möglichkeiten oft gar nicht erst persönlich erfahren, um zu wissen, daß Menschen keine Beute sind, so stark hat ihnen die Evolution das eingeprägt.

Dabei spielt auch der Geruch eine große Rolle. Tiere wissen im Instinkt, wie Feind und Beute riechen und flüchten z.T. wenn sie nur Mensch riechen, genauso wie der Jagdinstinkt durch Beutegeruch wach wird.

Zu Plan B noch folgende Begebenheit. Meine Katze und ich sind gute Freunde und nur ich durfte mit ihrer Erlaubnis zu ihrer Kinderstube auf dem Heuboden. Die Welpen hatten bereits die Augen auf. Einmal kam ich als Mamamiez nicht da war. Irgendetwas erschreckte die Welpen und sie fingen laut an nach Mama zu mauzen. Als ich mich wegen einem Geräusch umdrehte, kam aus ca. 3m Entfernung ein schwarzes riesiges (wirkte doppelt so groß) Ungeheuer mit 4 krallenbewehrten Pfoten voran und einem offenen Maul mit nadelspitzen Zähnen bestialisch fauchend auf mich zugeflogen. Mir war sofort klar, sie glaubt jemand tut ihren Welpen was und wird in einer Sekunde den Jemand zerfleischen. Im letzten Moment muß sie mich erkannt haben, denn kurz vor mir verwandelte sich das Ungeheuer wieder und fiel mir als meine kleine Kuschelkatze direkt vor die Füße, sah dann kurz nach den Welpen und strich mir dann entschuldigend um die Beine. Ich hatte einen echten Schreck bekommen und zollte ihr großen Respekt.

Gruß Steffi