Ab wann darf das Katzenkind in den Garten?

Liebe Katzenfreunde,

ich lese ganz unterschiedliches zum Thema, ab wann man eine Katze in den Garten lässt - unsere ist 12 Wochen alt und ist jetzt einige Tage bei uns. Manche sagen, ab sofort, manche sagen, mind. 8 Wochen drinnen behalten. Unser Katerchen muss lernen, dass er nur rein kann, wenn er geholt wird (da Mietshaus), aber das ist anscheinend nicht so ein Problem.
Er ist jetzt sehr anhänglich (fast zu anhänglich, finde ich), deshalb noch eine kleine Frage: Nachts möchte ich ihn nicht so gerne im Schlafzimmer haben, weil das dauernde rauf-und-runter auf mein Bett und das wilde Geflitze im Zimmer mich nicht mehr schlafen lässt. Ist es schlimm oder schädlich für ihn, wenn ich die Türe zu mache (habe ich schon versucht, aber dann miaut er herzzerreissend, und das habe ich nicht übers Herz gebracht)? Andererseits will ich schon, dass er das lernt.

Wie immer für jeglichen Tipp dankbar,
liebe Grüsse,
Monika

Hallo Monika,
eine Katze sollte min. 6 Wochen in der Wohung sein um sich einzuleben. Dann erst rauslassen, wenn es schon sein muss…
Aber erlaube mir eine Frage die mir bei Deinem Posting so in den Kopf kommt…
tagsüber soll sie raus…Nachts nicht ins Schlafzimmer…warum überhaupt eine Katze ? Und dann auch noch, wo sie nicht alleine in die Wohnung kann ?
Nix für Ungut
Grüße
Margit

Liebe Margit,

Danke für die Antwort.
So wies klingt, hab ichs nicht gemeint. Raus soll sie, weil Katzen halt nach draussen gehören, weil sie ein Revier haben mögen, weil ich zumindest immer gedacht habe, dass Katzen nach draussen wollen/müssen. Freilauf, eben. Markieren, Mäuse jagen, weite Strecken zurücklegen…deshalb bin ich prinzipiell gegen nur-Wohnungskatzen. Könnte ich ihn nicht rauslassen, hätte ich ihn nicht genommen und von der Zürchterin nicht bekommen.
Er kann tagsüber mehrmals rein- und raus, das haben wir so schon arrangiert, er ist also nicht nach draussen verbannt; ich kenne viele Leute, die das so ganz gut arrangiert haben, und das klappt bei denen auch.
Ich wollte nur wissen, ob das irgendwie grausam ist, wenn er Nachts alleine sein muss - jetzt ist er den ganzen Tag bei mir und das ist auch recht so. Bei einem Hund ist das nicht sinnvoll, wenn er nicht bei seinem „Rudel“ sein darf, aber Katzen, obwohl Mensch-bezogen, sind nicht in dem Sinne Rudeltiere.

Liebe Grüsse,
Monika

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Hallo Monika,

Raus soll sie, weil
Katzen halt nach draussen gehören, weil sie ein Revier haben
mögen, weil ich zumindest immer gedacht habe, dass Katzen nach
draussen wollen/müssen. Freilauf, eben. Markieren, Mäuse
jagen, weite Strecken zurücklegen…deshalb bin ich
prinzipiell gegen nur-Wohnungskatzen. Könnte ich ihn nicht
rauslassen, hätte ich ihn nicht genommen und von der
Zürchterin nicht bekommen.

SUPER!

Katzen, obwohl Mensch-bezogen, sind nicht in dem Sinne
Rudeltiere.

Was Wolfsrudel auszeichnet ist eine sehr klare Hierarchie, die einfach zum Überleben des Rudeln nötig ist, denn Wölfe jagen größere Tiere. Allein geht das nicht und gemeinsam geht es nur wenn jeder seine Position im Rudel hat und einer sagt wo es lang geht.

Katzen jagen für sich allein. Für eine Maus braucht es nicht mehrere Katzen. So brauchen sie auch kein hierarchisch gegliedertes Rudel.
Aber sie sind trotz allem gesellige Tiere und sind gern bei ihrem Menschen. Doch wenn die Katze in 16 Tagesstunden genug Zuwendung bekommt, halte ich es durchaus für akzeptabel Nachts das Schlafzimmer nicht mit der Katze zu teilen.

Gruß Steffi

Nachtrag
Auch bin ich der Meinung, daß das Katzenkind sehr viel früher in den Garten darf.

Wenn ich mal kleine Katzen für Pferdestall und Hof bekam, lebten diese wenige Tage in der Sattelkammer (25m2, großes Fenster), bis sie sich mit der neuen Umgebung vertraut gemacht und sie akzeptiert hatten. Dann ließ ich erst kurz, dann länger die Tür auf, wenn ich dort war und die Kätzchen eroberten neugierig und vorsichtig ihre Welt. Bei jeder Ungewißheit flüchteten sie wieder in die Sattelkammer.

Kleine Katzen entfernen sich nicht weit von Zuhaus. Wer jemals einen Wurf Katzen gehabt hat, die die Möglichkeit hatten frei zu leben, wird dies beobachten. Katzen sind Nesthocker! Erst im Alter ab 1/2 Jahren, wenn sie langsam ins jugendliche Alter kommen werden sie wagemutiger.

Allerdings wäre Aufsicht ganz gut. Denn die kleinen bringen sich manchmal in Situationen aus denen sie selbst nicht so recht rauskommen.

Liebe Steffi,

danke auch für diese Informationen. Ich hoffe, das klappt, wir werden unser mögliches tun, damit er Tags beschäftigt ist (sofern er nicht schläft), Tags gibts für ihn auch keine Tabus, da darf er sein, wo er will.

Liebe Grüsse und nochmals vielen Dank,
Monika

[ot] wenn Wölfe jagen
Hallo Steffi,

… denn Wölfe jagen größere Tiere. Allein geht das nicht und gemeinsam geht es nur wenn jeder seine Position im Rudel hat und einer sagt wo es lang geht.

wenn Wölfe jagen, sagt keiner, wo es lang geht. Jeder Wolf im Rudel macht das, was er am besten kann und was am günstigsten für Energiebilanz und Minimierung von Verletzungsgefahr ist.

Die jeweiligen Rollen bei der gemeinschaftlichen Jagd werden nicht von einem Leittier zugeteilt, überwacht, sanktioniert o. Ä., sondern ergeben sich automatisch durch individuelle Fähigkeiten und letztendlich durch Erfolg oder Misserfolg. Erfolgreiche und energiesparende Jagdstrategien werden weiter ausgebaut, weniger erfolgreiche verbessert oder verworfen.

Gruß

Johnny

Liebe Steffi,

Auch bin ich der Meinung, daß das Katzenkind sehr viel früher
in den Garten darf.

Wenn ich mal kleine Katzen für Pferdestall und Hof bekam,
lebten diese wenige Tage in der Sattelkammer (25m2, großes
Fenster), bis sie sich mit der neuen Umgebung vertraut gemacht
und sie akzeptiert hatten. Dann ließ ich erst kurz, dann
länger die Tür auf, wenn ich dort war und die Kätzchen
eroberten neugierig und vorsichtig ihre Welt. Bei jeder
Ungewißheit flüchteten sie wieder in die Sattelkammer.

Von dort wo ich ihn habe, da war das auch so, sie lebten quasi auf der Terrasse, mit Gartenanschluss, und da sind sie auch geblieben.

Kleine Katzen entfernen sich nicht weit von Zuhaus. Wer jemals
einen Wurf Katzen gehabt hat, die die Möglichkeit hatten frei
zu leben, wird dies beobachten. Katzen sind Nesthocker! Erst
im Alter ab 1/2 Jahren, wenn sie langsam ins jugendliche Alter
kommen werden sie wagemutiger.

Also wäre es ganz gut, sie an die Umgebung zu gewöhnen, so lange sie noch soz. Nesthocker sind, oder?

Allerdings wäre Aufsicht ganz gut. Denn die kleinen bringen
sich manchmal in Situationen aus denen sie selbst nicht so
recht rauskommen.

Klar, ich dachte an so eine Art Aufbau-Programm. Zuerst mit ihm runter, dann lernt er Treppenhaus etc. kennen, dann unter Aufsicht draussen, wieder hoch, mal etwas länger, dann so, dass er auch mal alleine ist etc. Anfangs vielleicht auch mit Leine.
Wo er herkommt, hat er praktisch nur draussen gelebt, also denke ich mal, er kennt schon so einiges.

An wie lange Wohnungs-„Arrest“ hast Du denn so gedacht? Wie gesagt, man hat mir schon alles gesagt „sofort nach draussen“ und „mind. 8 Wochen“.

Liebe Grüsse und herzlichen Dank,
Monika

Hallo Monika,

An wie lange Wohnungs-„Arrest“ hast Du denn so gedacht? Wie
gesagt, man hat mir schon alles gesagt „sofort nach draussen“
und „mind. 8 Wochen“.

Je jünger die Katze um so schneller geht es. Aber es gibt noch mehr Faktoren. Die Kleinen sind schneller zu-haus-bezogener wenn sie zu zweit oder mehrerern sind. Und eine menschenvertraute Miez gewöhnt sich schneller als eine vorsichtig scheue Katze.

Für deine Katze würde ich nach meiner Erfahrung mit ca. 2-3 Wochen rechnen. Wenn man sie beobachtet wird einem bald klar, ob sie die neue Umgebung schon als Zuhaus betrachtet. Dann kann sie erst mal unter Aufsicht raus. Eine Spielmaus oder ein einfacher Wollfaden zum Spielen und wieder anlocken ist auch gut.

Gruß Steffi

Hallo Jonny,

… denn Wölfe jagen größere Tiere. Allein geht das nicht
und gemeinsam geht es nur wenn jeder seine Position im
Rudel hat und einer sagt wo es lang geht.

Du hast Recht, jeder nach seinem Geschick, zum gemeinsamen Erfolg. Das meinte ich mit „jeder seine Position“. Ich sagte nicht, daß der Leitwolf jedem seine Position zuweist. Aber das Rudel jagd nicht ernsthaft, wenn der Leitwolf es nicht für nötig und erfolgversprechend hält, weil jede nutzlose Jagd ist vergeudete Energie. Der Leitwolf nimmt i.d.R. auch eine vordere Position bei der Jagd ein und hat auch bei der Beute die größten Rechte.
Nur das Jungvolk „übt“ zuweilen ohne Chefkommando jagen, verprasst Energie, aber lernt viel dabei. Letztlich also auch keine Vergeudung.

Insgesamt hatte ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Sorry.

Gruß Steffi

Liebe Steffi,

ich habe es letzte Nacht gewagt, und ihn nicht ins Zimmer gelassen - es hat kein Miau-Terror gegeben (oder ich hätte ihn verschlafen), auch hat er nicht irgendwie das Wohnzimmer auseinandergenommen etc. Wir haben ihm sämtliches Spielzeug ins Wohnzimmer gepackt, anscheinend war er damit gut und gerne beschäftigt.

Für deine Katze würde ich nach meiner Erfahrung mit ca. 2-3
Wochen rechnen. Wenn man sie beobachtet wird einem bald klar,
ob sie die neue Umgebung schon als Zuhaus betrachtet. Dann
kann sie erst mal unter Aufsicht raus. Eine Spielmaus oder ein
einfacher Wollfaden zum Spielen und wieder anlocken ist auch
gut.

Super, vielen lieben Dank! Ich merke, wie er Fenster und nach draussen schauen immer interessanter findet.

Alles Liebe und ich bin wirklich sehr froh, dass Du mir geholfen hast,
Monika

Hallo Monika,

ich habe es letzte Nacht gewagt, und ihn nicht ins Zimmer
gelassen - es hat kein Miau-Terror gegeben (oder ich hätte ihn
verschlafen), auch hat er nicht irgendwie das Wohnzimmer
auseinandergenommen etc.

Da merkt man dem kleinen die freie Kinderstube an.
Freu dich drüber und bedank dich bei der vernünftigen Züchterin.

Ich merke, wie er Fenster und nach
draussen schauen immer interessanter findet.

Dann geh mal draußen mit ihm spielen.

Herzliche Grüße
Steffi