Hallo!
Es gab schon einige Fragen in der letzten Zeit zu diesem Thema, ich möchte aber trotzdem noch einmal zu diesem speziellen Fall eure Meinung hören.
Meine Mutter hatte 2 Katzen bis vor ca. 3 Monaten. Mutter und Tochter, die sich leider überhaupt nicht verstanden haben. Die Mutterkatze war ca. 1 Jahr alt, als sie die Kätzchen bekommen hat, sie war uns damals zugelaufen und wir behielten sie samt einem der Kätzchen. Die Mutter säugte die Kleine noch relativ lange, sie waren schon fast gleich groß, als sie die Kleine dann nicht mehr ranließ.
Mehr oder weniger von einem Tag auf den andern wurde die Mutterkatze dann sehr aggressiv gegen die Kleine, es gab ein paar wilde Fetzereien, weil die Kleine immer wieder versuchte, zur Mutter zu gehen und die Welt nicht mehr verstand, warum diese sie nicht mehr mochte.
So ging das einige Zeit dahin, bis die Kleine es schließlich aktzeptierte und sich stattdessen einfach sehr an unseren Hund schloß (er ist genauso alt wie die junge Katze). Die beiden sind ein Herz und eine Seele geworden, mit der Mutterkatze hatte sie sich halbwegs arrangiert, sie gingen sich halt aus dem Weg, bei direkten Konfrontationen fing sich die Kleine jedes Mal Schläge ein.
Vor einigen Jahren wurde das ganze dann noch viel schlimmer, die Mutterkatze griff die Kleine bei jeder Gelegenheit an, sodass diese schon richtig Angst hatte vor ihr. Bis dahin waren beide Freigänger, doch die Angst der Kleinen ging so weit, dass sie sich nicht mal mehr in den Garten traute und die letzten 2, 3 Jahre als mehr oder weniger freiwillige Wohnungskatze verbrachte.
Vor ca. 3 Monaten mussten wir die Mutterkatze einschläfern lassen, sie hatte Krebs.
Seit dem lebt die Kleine (sie ist mittlerweile 12 Jahre alt) vollends auf, sie geht wieder mit Freude nach draußen, macht wieder kleine Spaziergänge in der Nachbarschaft, spielt wieder, ist richtig fröhlich. Man merkt einfach, dass sie sich jetzt wieder ohne Angst frei überall bewegen kann und möchte.
Meine Mutter leidet sehr unter dem Tod der Katze und sie spielt mit dem Gedanken, sich ein kleines Kätzchen in’s Haus zu holen.
Sie befürchtet aber, dass sie damit der anderen Katze, die doch gerade erst wieder richtig auflebt, nichts Gutes tut - im Gegenteil, dass diese womöglich sofort wieder in die alten Verhaltensmuster zurückfällt, sich wieder zurückzieht usw. Oder im schlimmsten Falle vielleicht „auswandert“ und nicht mehr heimkommt.
Andererseits - so dachte ich mir (bin aber keine Katzenexpertin) - wäre es nicht möglich, dass sie merkt, dass ihr die andere Katze körperlich unterlegen ist, sie sich deswegen nicht fürchtet und es deshalb vielleicht doch klappen könnte?
Die Frage kommt aus gegebenen Anlass, da die Katze einer Bekannte von uns gerade ein Kätzchen bekommen hat. Sie hätte zwar schon einen Platz, jedoch wäre das zu einem Bauernhof, auf dem sie vor Allem zum Mäuse fangen gehalten werden würde und womöglich nicht mal in’s Haus darf - und das will eigentlich keiner von uns. Daher fällt es meiner Mutter noch schwerer, hier standhaft zu bleiben und zu sagen, nein - vorerst keine junge Katze.
Was haltet ihr denn von dieser Situation? Am besten gleich bleiben lassen oder doch versuchen? Es sind beides Weibchen, was die Sache wohl nicht leichter macht, noch dazu beides Schildpatt-Katzen (die ja noch schwieriger sind, wie man immer sagt).
Die Angst meiner Mutter ist auch, wenn sie es nun versuchen würde, und es klappt dann selbst nach Wochen nicht, ist es doch sicher schlimm für das Kätzchen, wenn es dann wieder zu einem neuen, anderen Besitzer kommt, oder?
Für jede Antwort dankbar!
Sandra