Hallo!
Ich habe eine traurige Frage an euch. Meinem 12-jährigen Goldi-Rotti-Mix Aron geht es leider gar nicht gut. Zur Vorgeschichte: er hat sich vorige Woche Donnerstagabend an einem Hundebrikett verschluckt - so nehme ich an. Er bekommt das immer als „Nachspeise“ nach seinem Fressen, ist so ein großes, hartes Stück, das er immer in der Küche frisst. Also er muß nicht lange daran rumkauen oder so, er zerbeisst es und frisst die einzelnen Stücke. Plöztlich hat er sich wohl verschluckt und hat es wieder ausgespuckt, dann hat er sich mit der Pfote gegen das Maul geschlagen und gerieben, so als hätte er sich was eingebissen. War aber gleich wieder vorbei und er hat den Rest aufgefressen. Am Freitag dann verhielt er sich schon Vormittags etwas komisch, er wollte nicht in der Küche bleiben (was normalerweise sein Lieblingsort ist), sondern legte sich in der Garten oder vor die Terrassentüre. Das ist eher ungewöhnlich, denn mit dem Alter sucht er eigentlich ständig die Nähe der Familie und mag nicht mehr gerne alleine sein.
Beim Spaziergang war er dann wieder normal, gefressen hat er auch normal, deswegen hab ich mir erst nicht so viel dabei gedacht. Er hat halt schon so seine „Altersmerkwürdigkeiten“.
Als ich Nachmittags dann nach Hause kam, wollte er mich wie immer begr´üßen, indem er meine Arm ganz leicht in sein Maul nimmt und mich dann vom Gartentor bis in die Küche führt (Retriever halt). Doch als er mich da nehmen wollte, jaulte er plötzlich auf und fing zu jammern und zu zittern an. Ich dachte sofort, dass er was bei den Zähnen hat - womöglich, dass er sich was eingebissen hat am Vormittag von seinem Leckerchen. Ich hab dann versucht, ihm in’s Maul zu schaun, doch er legte sich zu mir her und zitterte am ganzen Körper, also hab ich’s erstmal sein lassen. Er war dann sehr unruhig, lief ständig rum, wollte nicht in der Küche bleiben, sondern wollte plötzlich in Räume gehen im Haus, in denen er sich sonst nie aufhält, so als würde er vor etwas davonlaufen. Er ist dann sogar auf die Eckbank in der Küche gesprungen und wollte sich da rauf legen. Das hat er bisher noch nie gemacht. Zu allerletzt ist er dann in den 1. Stock in’s Wohnzimmer gegangen und hat sich dort hingelegt. Das ist deshalb komisch, weil er normalerweise nicht in den 1. Stock darf, er hat sich das in dem letzten Jahr angefangen, weil er sich plötzlich vor Gewittern fürchtet und da kommt er dann immer in’s Wohnzimmer, wo sich Abends eben die ganze Familie aufhält. Wir haben’s ihm auch durchgehen lassen - na ja, bei einem Senior kann man auch mal 5 grade sein lassen.
Von daher weiß ich auch, dass er nur rauf geht, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Er hat dann total gezittert und gejammert, also haben wir ihm eine Rimadyl-Tablette gegeben, die wir für Notfälle immer zu Hause haben (er hat Spondylose). Gegen Abend ging es immer dann etwas besser, er verhielt sich zwar immer noch etwas „paranoid“, aber beim Spaziergang war er ganz wie immer und zu Hause fraß er dann auch ganz normal. Mit seinem Leckerchen ging er allerdings in den Garten raus und wollte es nicht in der Küche fressen. Womöglich hat er sich tatsächlich weh getan, als er das Leckerchen am Vortag gefressen hat und wollte es deswegen nicht in der Küche fressen, weil er da was Negatives mit verknüpft hat - ich weiß es nicht.
Am Wochenende ging es ihm dann wieder besser, das Einzige was mir auffiel, war dass er sich ständig das Maul leckte, aber er war gut drauf und Samstagnachmittag war er mit mir auch mit am Hundeplatz und hatte gute Laune wie immer. Sonntags dann kam wieder etwas dieses unruhige und rastlose Verhalten, aber nicht so schlimm wie am Freitag zuvor.
Gestern dann war es wieder ganz schlimm, er war ständig am Suchen und Gehen, fand sich keinen Platz wo er sich hinlegen wollte und landete zu guter Letzt wieder im Wohnzimmer. Er zitterte auch wieder. Also sind wir gleich Abends zur TA gefahren. Sie tastete ihn ab am Kiefer, doch er zeigte keine Reaktion. Wobei wir aber glaubten - auch die TA - dass es aussah, als wäre er an der linken Backe leicht geschwollen. An den Zähnen konnte man nichts feststellen. Temperatur war normal, aber er war sehr unruhig in der Praxis, was auch der TA gleich auffiel, da sie ihn ja schon von klein auf kennt und er normalerweise sehr entspannt ist bei ihr.
Und dann kam der Schock: sie vermutet einen Schlaganfall, also ein Vestibular-Syndrom. Ich fiel aus allen Wolken, denn das hört sich erstmal total schrecklich an. Sie gab ihm dann eine Rimadyl-Spritze, sie meinte, wenn es ihm heute auch noch unverändert schlecht geht, können wir ausschließen, dass es sich um einen Schmerzzustand handelt - da ansonsten das Rimadyl wirken müsste. Erst dann hätte es Sinn, weitere Untersuchungen zu machen.
Zuhause angekommen hab ich mich erstmal im Internet schlau gemacht über das Vestibular-Syndrom. Ich bin zumindest schon mal erleichtert, dass das doch nicht so schlimm ist, wie ich dachte. Das dauert angeblich „nur“ 2 - 4 Wochen, dann erholen sich die Hunde meist wieder fast vollständig. Jedoch muss ich sagen, dass die angegebenen Symptome nicht wirklich übereinstimme. Er hat weder eine Kopfschiefhaltung noch Bewegungs- oder Gleichgewichtsstörunge. Das Einzige was passt, ist diese Unruhe und das ständige Schlecken. Ich bin also sehr unsicher.
Heute geht es ihm etwas besser, er schläft zwar nach wie vor im Wohnzimmer (auch die Nacht über), aber er kommt mir etwas frischer vor. Ein bisschen merkwürdig verhält er sich aber immer noch, vorhin kam er plötzlich raus zu mir als hätte er mich grade erst gesehen, hat mich kurz angewedelt und als ich aufstand lief er vor mir her wieder in’s Wohnzimmer und legte sich unter den Tisch. Als ich ihn streicheln wollte, brummte er mich sogar kurz an.
Ich werde dann mal mit ihm rausgehen und dann werd ich ja sehen, wie er sich auf dem Spaziergang benimmt.
Die TA ruft heute Abend nochmal an, um zu fragen wie’s ihm geht. Ich weiß momentan gar nicht, was ich machen soll. Am liebsten würd ich gleich in die Tierklinik fahren, doch das Problem ist, dass er keine Narkose mehr verträgt. Wir mussten ihn heuer kastrieren lassen aufgrund einer vergrößerten Prostata und auf die Narkose hin hatte er einen schlimmen Kreislaufkollaps und wäre fast gestorben. Daher möchte ich ihn ungern nochmal narkotisieren lassen.
Es ist alles sehr unklar und ich mache mir wirklich große Sorgen.
Eine Bekannte sagte mir, ihre Hündin hätte vor Jahren diesselben Symptome gezeigt und es hat sich rausgestellt, dass sich die Hündin als sie alleine zu Hause war, einen Stock tief in den Rachen gerammt. Der Stock war zwar draußen, aber ein 2 cm großes Loch war der Grund für die Schmerzen. Der TA war nur durch Zufall drauf gekommen.
Vielleicht fällt euch ja was ein zu dem Fall oder zum Vestibular-Syndrom. Ich kann momentan einfach nicht nur abwarten, ich mache mir große Sorgen.
Danke!
Sandra
