Schmerzen oder 'Schlaganfall' (Vestibular-Syndrom)

Hallo!

Ich habe eine traurige Frage an euch. Meinem 12-jährigen Goldi-Rotti-Mix Aron geht es leider gar nicht gut. Zur Vorgeschichte: er hat sich vorige Woche Donnerstagabend an einem Hundebrikett verschluckt - so nehme ich an. Er bekommt das immer als „Nachspeise“ nach seinem Fressen, ist so ein großes, hartes Stück, das er immer in der Küche frisst. Also er muß nicht lange daran rumkauen oder so, er zerbeisst es und frisst die einzelnen Stücke. Plöztlich hat er sich wohl verschluckt und hat es wieder ausgespuckt, dann hat er sich mit der Pfote gegen das Maul geschlagen und gerieben, so als hätte er sich was eingebissen. War aber gleich wieder vorbei und er hat den Rest aufgefressen. Am Freitag dann verhielt er sich schon Vormittags etwas komisch, er wollte nicht in der Küche bleiben (was normalerweise sein Lieblingsort ist), sondern legte sich in der Garten oder vor die Terrassentüre. Das ist eher ungewöhnlich, denn mit dem Alter sucht er eigentlich ständig die Nähe der Familie und mag nicht mehr gerne alleine sein.
Beim Spaziergang war er dann wieder normal, gefressen hat er auch normal, deswegen hab ich mir erst nicht so viel dabei gedacht. Er hat halt schon so seine „Altersmerkwürdigkeiten“.
Als ich Nachmittags dann nach Hause kam, wollte er mich wie immer begr´üßen, indem er meine Arm ganz leicht in sein Maul nimmt und mich dann vom Gartentor bis in die Küche führt (Retriever halt). Doch als er mich da nehmen wollte, jaulte er plötzlich auf und fing zu jammern und zu zittern an. Ich dachte sofort, dass er was bei den Zähnen hat - womöglich, dass er sich was eingebissen hat am Vormittag von seinem Leckerchen. Ich hab dann versucht, ihm in’s Maul zu schaun, doch er legte sich zu mir her und zitterte am ganzen Körper, also hab ich’s erstmal sein lassen. Er war dann sehr unruhig, lief ständig rum, wollte nicht in der Küche bleiben, sondern wollte plötzlich in Räume gehen im Haus, in denen er sich sonst nie aufhält, so als würde er vor etwas davonlaufen. Er ist dann sogar auf die Eckbank in der Küche gesprungen und wollte sich da rauf legen. Das hat er bisher noch nie gemacht. Zu allerletzt ist er dann in den 1. Stock in’s Wohnzimmer gegangen und hat sich dort hingelegt. Das ist deshalb komisch, weil er normalerweise nicht in den 1. Stock darf, er hat sich das in dem letzten Jahr angefangen, weil er sich plötzlich vor Gewittern fürchtet und da kommt er dann immer in’s Wohnzimmer, wo sich Abends eben die ganze Familie aufhält. Wir haben’s ihm auch durchgehen lassen - na ja, bei einem Senior kann man auch mal 5 grade sein lassen.
Von daher weiß ich auch, dass er nur rauf geht, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Er hat dann total gezittert und gejammert, also haben wir ihm eine Rimadyl-Tablette gegeben, die wir für Notfälle immer zu Hause haben (er hat Spondylose). Gegen Abend ging es immer dann etwas besser, er verhielt sich zwar immer noch etwas „paranoid“, aber beim Spaziergang war er ganz wie immer und zu Hause fraß er dann auch ganz normal. Mit seinem Leckerchen ging er allerdings in den Garten raus und wollte es nicht in der Küche fressen. Womöglich hat er sich tatsächlich weh getan, als er das Leckerchen am Vortag gefressen hat und wollte es deswegen nicht in der Küche fressen, weil er da was Negatives mit verknüpft hat - ich weiß es nicht.
Am Wochenende ging es ihm dann wieder besser, das Einzige was mir auffiel, war dass er sich ständig das Maul leckte, aber er war gut drauf und Samstagnachmittag war er mit mir auch mit am Hundeplatz und hatte gute Laune wie immer. Sonntags dann kam wieder etwas dieses unruhige und rastlose Verhalten, aber nicht so schlimm wie am Freitag zuvor.
Gestern dann war es wieder ganz schlimm, er war ständig am Suchen und Gehen, fand sich keinen Platz wo er sich hinlegen wollte und landete zu guter Letzt wieder im Wohnzimmer. Er zitterte auch wieder. Also sind wir gleich Abends zur TA gefahren. Sie tastete ihn ab am Kiefer, doch er zeigte keine Reaktion. Wobei wir aber glaubten - auch die TA - dass es aussah, als wäre er an der linken Backe leicht geschwollen. An den Zähnen konnte man nichts feststellen. Temperatur war normal, aber er war sehr unruhig in der Praxis, was auch der TA gleich auffiel, da sie ihn ja schon von klein auf kennt und er normalerweise sehr entspannt ist bei ihr.
Und dann kam der Schock: sie vermutet einen Schlaganfall, also ein Vestibular-Syndrom. Ich fiel aus allen Wolken, denn das hört sich erstmal total schrecklich an. Sie gab ihm dann eine Rimadyl-Spritze, sie meinte, wenn es ihm heute auch noch unverändert schlecht geht, können wir ausschließen, dass es sich um einen Schmerzzustand handelt - da ansonsten das Rimadyl wirken müsste. Erst dann hätte es Sinn, weitere Untersuchungen zu machen.

Zuhause angekommen hab ich mich erstmal im Internet schlau gemacht über das Vestibular-Syndrom. Ich bin zumindest schon mal erleichtert, dass das doch nicht so schlimm ist, wie ich dachte. Das dauert angeblich „nur“ 2 - 4 Wochen, dann erholen sich die Hunde meist wieder fast vollständig. Jedoch muss ich sagen, dass die angegebenen Symptome nicht wirklich übereinstimme. Er hat weder eine Kopfschiefhaltung noch Bewegungs- oder Gleichgewichtsstörunge. Das Einzige was passt, ist diese Unruhe und das ständige Schlecken. Ich bin also sehr unsicher.

Heute geht es ihm etwas besser, er schläft zwar nach wie vor im Wohnzimmer (auch die Nacht über), aber er kommt mir etwas frischer vor. Ein bisschen merkwürdig verhält er sich aber immer noch, vorhin kam er plötzlich raus zu mir als hätte er mich grade erst gesehen, hat mich kurz angewedelt und als ich aufstand lief er vor mir her wieder in’s Wohnzimmer und legte sich unter den Tisch. Als ich ihn streicheln wollte, brummte er mich sogar kurz an.
Ich werde dann mal mit ihm rausgehen und dann werd ich ja sehen, wie er sich auf dem Spaziergang benimmt.

Die TA ruft heute Abend nochmal an, um zu fragen wie’s ihm geht. Ich weiß momentan gar nicht, was ich machen soll. Am liebsten würd ich gleich in die Tierklinik fahren, doch das Problem ist, dass er keine Narkose mehr verträgt. Wir mussten ihn heuer kastrieren lassen aufgrund einer vergrößerten Prostata und auf die Narkose hin hatte er einen schlimmen Kreislaufkollaps und wäre fast gestorben. Daher möchte ich ihn ungern nochmal narkotisieren lassen.
Es ist alles sehr unklar und ich mache mir wirklich große Sorgen.
Eine Bekannte sagte mir, ihre Hündin hätte vor Jahren diesselben Symptome gezeigt und es hat sich rausgestellt, dass sich die Hündin als sie alleine zu Hause war, einen Stock tief in den Rachen gerammt. Der Stock war zwar draußen, aber ein 2 cm großes Loch war der Grund für die Schmerzen. Der TA war nur durch Zufall drauf gekommen.

Vielleicht fällt euch ja was ein zu dem Fall oder zum Vestibular-Syndrom. Ich kann momentan einfach nicht nur abwarten, ich mache mir große Sorgen.

Danke!

Sandra

Hallo,

Vorgeschichte: er hat sich vorige Woche Donnerstagabend an
einem Hundebrikett verschluckt - so nehme ich an.
Plöztlich hat er sich wohl verschluckt und hat es
wieder ausgespuckt, dann hat er sich mit der Pfote
gegen das Maul geschlagen und gerieben…

Da fingen die Merkwürdigkeiten an. Das sollte man im Sinn behalten.

Doch als er mich da nehmen wollte, jaulte er
plötzlich auf und fing zu jammern und zu zittern an.

Auch hier wieder der Auslöser beim „Beißen“.

Mir seinem Leckerchen ging er allerdings in den Garten raus und
wollte es nicht in der Küche fressen.

Hat er es draußen tatsächlich gefressen?

war dass er sich ständig das Maul leckte

abgesehen von allgemein Symptomen wieder Symptom am Maul

als wäre er an der linken Backe leicht geschwollen

den Zähnen konnte man nichts feststellen

Wie gründlich wurden die Zähne denn untersucht?

…dass die angegebenen Symptome nicht wirklich übereinstimmen

doch das Problem ist, dass er keine Narkose mehr verträgt.

Eine normale Narkose sicher nicht. Es gibt aber Kliniken und TAs, die sind mit super Geräten ausgerüstet und können die Narkose so fein einstellen und gut überwachen, daß das auch bei einem alten Hund möglich ist. Außerdem braucht die Narkose dazu nicht sehr tief zu sein. Dort solltest du dich bezüglich der Narkose und des Alters beraten lassen.

einen Stock tief in den Rachen gerammt.
Der TA war nur durch Zufall drauf gekommen.

Solche Fehldiagnosen kommen vor, weil man von außen kaum was sehen kann.

Also ich glaube nicht an ein Vestibular-Syndrom.
Such dir eine Klinik/TA mit optimalen Narkosemöglichkeiten und laß Zähne und Rachen genau untersuchen. Vielleicht ist ja „nur“ ein Stück vom allerletzten Backenzahn abgebrochen.

Gruß Steffi

Hallo,

ähnlich wie meine Vorposterin vermute ich auch, dass es eine Verletzung oder Entzündung im Maul sein könnte, möglicherweise auch ein Problem im Verdauungsbereich.

Das ungewöhnliche „verwirrte“ Verhalten des Hundes kann auch durch Schmerzen oder Übelkeit verursacht werden. Meine Senior-Hündin hatte in den letzten paar Monaten auch solche Anwandlungen (Unruhe, wollte sich woanders aufhalten als sonst, fraß nicht, dauerndes Lecken über die Schnauze, allgemein merkwürdiges Verhalten), und als Ursache haben wir starke Übelkeit bzw. Magenschleimhautreizung festgestellt.

Ich würde empfehlen, eine TA-Praxis oder Tierklinik mit erweiterten Diagnostikmöglichkeiten und alternativen Narkosen aufzusuchen.

Gruß,

Myriam

Hallo Sandra!

An ein Vestibular-Syndrom glaube auch ich eher nicht - aber laß mal die Kiefergelenke röntgen - manchmal bilden sich da Entzündungen, die das Kauen dann sehr schmerzhaft machen. Meine alten Hündin hatte vor ein paar Jahren sogar eine Maulsperre - die Symptome waren ähnlich, nur daß sie überhaupt nichts mehr fressen wollte, weil sie das Maul nicht aufbekam. Mit Antibiotika und Schmerzmitteln war das schnell behoben! Dann wären da noch abgebrochenen Zähne, feststeckende Futterreste, eingebrochene Zahnhöhlen, vereiterte Backenzähne…
Aber Du solltest ihm wirklich gründlich in’s Maul schauen lassen, evtl. auch in einer Praxis, die ein Endoskop hat und hinter den Kehldeckel schauen kann. Sprich Deine Bedenken wegen der Narkose an, es gibt sehr gute Mittel, die man sofort antagonisieren (unwirksam machen) kann und außerdem bereitet sich der Operatuer dann anders auf die Narkose vor (Braunüle legen, Infusion während der Narkose, Sauerstoffsättigung überwachen - was bei einer kleinen Narkose sonst nicht unbedingt nötig wäre)! Nur zuschauen, wie er abbaut hilft natürlich nicht weiter, aber das willst Du ja auch nicht!
Halt uns auf dem Laufenden, wir drücken Dir Daumen und Pfoten!

Archie und die insgesamt 20 Pfoten

Hallo!

An ein Vestibular-Syndrom glaube auch ich eher nicht

Ich mittlerweile auch nicht mehr. Er zeigt keinerlei Gleichgewichtsstörungen, keine Kopf-Schiefhaltung, seine Augen sind normal, usw.

laß mal die Kiefergelenke röntgen - manchmal bilden sich da
Entzündungen, die das Kauen dann sehr schmerzhaft machen.

Kann sich das von einem Tag auf den anderen bilden?

Meine alten Hündin hatte vor ein paar Jahren sogar eine
Maulsperre - die Symptome waren ähnlich, nur daß sie überhaupt
nichts mehr fressen wollte, weil sie das Maul nicht aufbekam.

Das ist ja das Seltsame! Er frisst und kaut völlig normal! Das einzige was uns aufgefallen ist, dass er große Stücke (hab’s mit einem Stück harter Semmel probiert) erst klein beisst und dann erst frisst. Also er zerkaut große, harte Stücke nicht im Maul sondern zerkleinert sie draußen. Daher ist eine Vermutung von mir, dass er sich eventuell am Gaumen verletzt hat. Wäre die Verletzung an den Zähnen oder schon im Rachenbereich, würde er wahrscheinlich nicht normal fressen und schlucken. Da merkt man nämlich gar nichts - auch an seinem Appetit hat sich nichts geändert.

Aber Du solltest ihm wirklich gründlich in’s Maul schauen
lassen, evtl. auch in einer Praxis, die ein Endoskop hat und
hinter den Kehldeckel schauen kann. Sprich Deine Bedenken
wegen der Narkose an, es gibt sehr gute Mittel, die man sofort
antagonisieren (unwirksam machen) kann und außerdem bereitet
sich der Operatuer dann anders auf die Narkose vor (Braunüle
legen, Infusion während der Narkose, Sauerstoffsättigung
überwachen - was bei einer kleinen Narkose sonst nicht
unbedingt nötig wäre)!

Das hatten wir alles bei der Kastration, das Problem war - der Kreislaufkollaps kam erst am Abend, obwohl er schon morgens operiert worden war. Während der Narkose war alles ohne Komplikationen.

Nur zuschauen, wie er abbaut hilft
natürlich nicht weiter, aber das willst Du ja auch nicht!
Halt uns auf dem Laufenden, wir drücken Dir Daumen und Pfoten!

Nein, das will ich natürlich nicht. Werd den heutigen Verlauf meiner Tierärztin schildern, mal sehen, was sie dazu sagt. Wenn nichts Gscheites rauskommt, fahrn wir auf jeden Fall in die Klinik.

Dank dir!

Sandra

Hallo!

ähnlich wie meine Vorposterin vermute ich auch, dass es eine
Verletzung oder Entzündung im Maul sein könnte, möglicherweise
auch ein Problem im Verdauungsbereich.

Ich bin mittlerweile auch dieser Meinung. Nachdem ich ihn heute Vormittag wirklich ganz genau beobachtet habe und keinerlei Symptome des Vestibular-Syndroms feststellen konnte.

Das ungewöhnliche „verwirrte“ Verhalten des Hundes kann auch
durch Schmerzen oder Übelkeit verursacht werden.

Du hast Recht, das war ja auch das Erste, an das ich gedacht habe. Ich kenne ihn ja mittlerweile und so verhält er sich normalerweise nur, wenn er Schmerzen hat. Wobei ich dazu sagen muß - ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass es „nur“ eine Verletzung im Maul ist, denn er ist mit dem Alter sehr empfindlich und zimperlich geworden. Was ihm früher gar nichts ausgemacht hat, ist heute ein halber Weltuntergang :wink:

Meine Senior-Hündin hatte in den letzten paar Monaten auch solche
Anwandlungen (Unruhe, wollte sich woanders aufhalten als
sonst, fraß nicht, dauerndes Lecken über die Schnauze,
allgemein merkwürdiges Verhalten), und als Ursache haben wir
starke Übelkeit bzw. Magenschleimhautreizung festgestellt.

Diese Möglichkeit hatten wir auch schon in Betracht gezogen, doch er erbricht sich nicht - wäre das nicht ein Symptom für Gastritis?
Vor Allem muß ich immer daran denken, dass es eben mit diesem Verschlucken an dem Leckercen gekommen ist. Ich vermute da stark einen Zusammenhang.

Ich würde empfehlen, eine TA-Praxis oder Tierklinik mit
erweiterten Diagnostikmöglichkeiten und alternativen Narkosen
aufzusuchen.

Danke, das werden wir dann wohl auch machen, sobald ich mit meiner TA gesprochen hab.

Vielen Dank für deine Antwort!

Sandra

Hallo!

Vorgeschichte: er hat sich vorige Woche Donnerstagabend an
einem Hundebrikett verschluckt

Da fingen die Merkwürdigkeiten an. Das sollte man im Sinn
behalten.

Genau, daher vermute ich stark, dass er sich da verletzt hat. Ich dachte ja erst, ich muß ihm das Teil gleich selbst rausholen, weil er so hektisch wurde. Es hat sich wohl richtiggehend verkeilt.

Doch als er mich da nehmen wollte, jaulte er
plötzlich auf und fing zu jammern und zu zittern an.

Auch hier wieder der Auslöser beim „Beißen“.

Ein weiterer Grund warum ich vermute, dass es nicht an den Zähnen liegt, sondern eher im Kiefer-, Gaumenbereich. Denn er hat mich noch nicht mal richtig berührt, sondern jaulte schon beim Maul-Aufmachen.

Mir seinem Leckerchen ging er allerdings in den Garten raus und
wollte es nicht in der Küche fressen.

Hat er es draußen tatsächlich gefressen?

Ja, ganz sicher, denn er hat es direkt vor der Terrassentüre gefressen.
Er frisst auch sonst alles ganz normal, sein Futter mit der selben Gier wie immer, er zeigt keine Probleme beim Nehmen von Futter.
Das Einzige was uns aufgefallen ist, dass er große, harte Stücke (wie z.B. ein Stück harte Semmel) nicht im Ganzen frisst, sondern erst zerkleinert und die kleinen Stücke dann erst frisst. So als würde es ihm innen irgendwo gegen drücken, was ihn schmerzt.

war dass er sich ständig das Maul leckte

abgesehen von allgemein Symptomen wieder Symptom am Maul

Ja, du hast Recht. Könnte aber auch von Übelkeit herrühren…

den Zähnen konnte man nichts feststellen

Wie gründlich wurden die Zähne denn untersucht?

Na ja, wohl nicht gründlich genug. Die TA hat ihn von unten und der Seite her abgegriffen ob er druckempfindlich ist. Verletzungen am Gaumen könnte man damit aber nicht feststellen.

doch das Problem ist, dass er keine Narkose mehr verträgt.

Eine normale Narkose sicher nicht. Es gibt aber Kliniken und
TAs, die sind mit super Geräten ausgerüstet und können die
Narkose so fein einstellen und gut überwachen, daß das auch
bei einem alten Hund möglich ist. Außerdem braucht die Narkose
dazu nicht sehr tief zu sein. Dort solltest du dich bezüglich
der Narkose und des Alters beraten lassen.

Wie schon oben erwähnt, bekam er auch bei der Kastration eine überwachte Narkose mit Gas. Das Problem trat auch nicht während der Narkose auf, sondern mehr als 8 Stunden später hatte er erst den Kreislaufkollaps.

Also ich glaube nicht an ein Vestibular-Syndrom.
Such dir eine Klinik/TA mit optimalen Narkosemöglichkeiten und
laß Zähne und Rachen genau untersuchen. Vielleicht ist ja
„nur“ ein Stück vom allerletzten Backenzahn abgebrochen.

Ja, das haben mir alle geraten und auch ich denk mir vom Gefühl her, dass es eher damit was zu tun hat.
Ich werd jetzt noch mit meiner TA sprechen und dann werden wir uns absprechen, ob ich zu ihr nochmal kommen soll oder ob ich gleich in die Klinik fahre.

Danke für deine schnelle Antwort!

Sandra

Also, als ich ihn heute morgen dann geweckt hab, war er sofort wieder gut drauf, ist vor mir mit einem wedelnden Schwanz die Treppe runtergepoltert und wollte gleich mal eine Runde spielen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass er den Ball aber nicht gebracht hat, wie er es sonst immer macht, sondern ihn nur mit der Pfote angestoßen hat. Ansonsten merkte man aber nichts mehr, er hatte gute Laune und war fit. Nach ein paar Kontrollrunden um’s Haus sind wir dann spazieren gegangen, auch da war er unaufällig, keine Bewegungsstörungen oder Ähnliches, auch ansonsten war er wie immer.
Zuhause dann hab ich ihn erstmal gefüttert, er fraß und kaute völlig normal, hatte riesigen Appetit wie immer. Die Unruhe war weg, er kam danach an und bettelte und wollte beschäftigt werden - auch wie immer. Ich hab ihm zum testen seinen Futterball gefüllt, den er fast 20 Minuten voller Begeisterung durch die Küche rollte.
Um halb 9 musste ich dann in’s Büro, bis dahin war er völlig normal und fröhlich.

Hab vorhin mit meiner Mutter telefoniert, sie sagte, er hätte um 11, als sie nach Hause kam, sogar auf seinem Bett geschlafen (nicht im Wohnzimmer, wie die letzten Tage) und hätte dann auch sofort um seine Tablette gebettelt (homoöpathisches Mittel für seine Spondylose, die er jeden Tag um die selbe Zeit eingerollt in Wurst bekommt). Er zeigte keine Schmerzen oder Unruhe mehr, war wohl auch „klar im Kopf“, ansonsten hätte er sich wohl nicht an die Tablettengabe erinnern können.
Die hat er auch normal gefressen und geschluckt.

Wir warten jetzt erstmal auf den Anruf der Tierärztin um mit ihr alles Weitere abzusprechen. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes…

Danke für eure Antworten! Ich werd euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten!

Sandra

Diese Möglichkeit hatten wir auch schon in Betracht gezogen,
doch er erbricht sich nicht - wäre das nicht ein Symptom für
Gastritis?

Mein Hund hat sich nicht erbrochen, sie hat allerdings das Futter komplett verweigert, vermutlich weil ihr einfach unheimlich schlecht war. Ich hatte es nur als Beispiel gewählt, weil sie sich so unglaublich merkwürdig verhalten hat … wollte z.B. nicht mehr mit in die Wohnung.

Bei Deinem Hund klingt es wirklich nach Kiefer/Gaumen/Zahnproblem. Ich habe selbst Probleme mit dem Kiefergelenk (Dysplasie), bei unbedachter Kaubewegung oder beim Gähnen trifft mich der Schmerz wie ein Blitz und dann habe ich tagelang Probleme. Draufdrücken würde nicht wehtun, nur bestimmte Kieferbewegungen wie z.B. weites Öffnen.

Gruß,

Myriam

Bei Deinem Hund klingt es wirklich nach
Kiefer/Gaumen/Zahnproblem. Ich habe selbst Probleme mit dem
Kiefergelenk (Dysplasie), bei unbedachter Kaubewegung oder
beim Gähnen trifft mich der Schmerz wie ein Blitz und dann
habe ich tagelang Probleme. Draufdrücken würde nicht wehtun,
nur bestimmte Kieferbewegungen wie z.B. weites Öffnen.

Ganz genau! Dass kann ich mir auch gut vorstellen, dass es ihm bei Kauen und „kleinen“ Bewegungen nicht schmerzt, sondern nur bei bestimmten Bewegungen wie z.B. das Greifen oder Tragen größerer Gegenstände (womöglich hat er mir deshalb heute nicht seinen Ball gebracht, sondern ihn nur angestupst und mit der Pfote gestoßen).
Auf jeden Fall werde ich immer mehr in dieser Vermutung bestärkt - werd das alles mit meiner TA durchgehen und besprechen - dann sehen wir weiter!

Vielen Dank an dich!

Sandra

Hallo Bikinikill!

Wurde auch geschaut, ob er sich den Kiefer ausgerenkt/verrenkt haben könnte?
Das ist zwar selten aber ich würde das mal im Kopf behalten…

Alles Liebe und gute Besserung!
Grüße
Marah

Hallo!

Wurde auch geschaut, ob er sich den Kiefer ausgerenkt/verrenkt
haben könnte?
Das ist zwar selten aber ich würde das mal im Kopf behalten…

Ich werd das auf jeden Fall bei der TA ansprechen, danke für den Hinweis!

Sandra

Kennzeichen des Vest.syndr.

Hallo Sandra!

Habe eine goldie hündin im alter von 15,5 Jahren, sie hatte vor 1,5 Jahren ein „echtes“ Vestibular-Syndrom und zeigte folgende Kennzeichen:
Keine Nahrungsaufnahme, nur Trinken, Kopfschiefhaltung und Gehen in Kreisen mit kleinem Radius, waagrechtes Augenzucken und Desorientiertheit.
Es sah mehr als schrecklich aus, der TA redete von einschläfern.
Dank Hinweisen im internet warteten wir ab.Nach 1 woche wurden die Symptome immer leichter, nach 3 monaten hat sich der zustand fast zu 100 Prozent verbessert.
Mit diesem hohen alter schläft sie viel und ist „zertstreut“, hat aber noch Lebensqualität.

Vielleicht hilft dir dieser Bericht weiter.
Grüße
Walter

Hallo Walter!

Fast 16 Jahre ist ein stolzes Alter für einen Golden Retriever - schön, dass ihr sie noch bei euch haben dürft!

Es hat sich mitterweile herausgestellt, dass er sich den Kiefer überdehnt hat (durch das Verschlucken an dem Brikett) und er deshalb massive Schmerzen hatte.
Mittlerweile hat er sich schon wieder gut erholt, er kann zwar sein Kiefer noch nicht ganz weit öffnen (beim Gähnen tut er sich noch ein bisschen schwer), aber ansonsten ist er wieder topfit.

Danke für deinen Bericht - er zeigt mir, dass man nicht sofort aufgeben darf, wenn so etwas eintritt.
Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit mit eurer alten Dame - geniesst sie so gut es geht!

Herzliche Grüße!

Sandra