Wohnungs-Katze?

Liebe Katzenfreunde,

ich habe 18 Jahre lang einen Tigerkater gehabt und musste ihn vor 7 Jahren zum Schluss leider einschläfern lassen, weil seine Organe versagt haben.
Er war ein reiner Draußen-Kater, diverse Wohnungen habe ich danach ausgesucht, ob für ihn ein ungehinderter Ausgang ins Freie möglich war.

Bisher war ich der festen Überzeugung, dass eine Katze den Zugang zur Natur haben muss.

Inzwischen trage ich mich mit dem Gedanken, mir wieder eine Katze anzuschaffen, allerdings wohne ich inzwischen so, dass ein Zugang ins Freie nicht möglich ist. Ich könnte ihm höchstens einen Zugang zum Balkon ermöglichen.

Wie seht ihr das: Artgerecht ist das ja nicht gerade, aber könnte ich mir trotzdem mit halbwegs ruhigem Gewissen eine Katze anschaffen?

Liebe Grüße

Jorge

Hi,

Wie seht ihr das: Artgerecht ist das ja nicht gerade, aber
könnte ich mir trotzdem mit halbwegs ruhigem Gewissen eine
Katze anschaffen?

such mal hier im Archiv, die Frage taucht etwa jeden vierten Tag oder so auf.

Ja, es ist möglich, eine Katze als reine Wohnungskatze zu halten. Allerdings sollte man da gezielt im Tierheim entweder nach einem Tier suchen, dass nur alleine und nur in der Wohnung gehalten werden kann oder nach zwei Tieren, die sich schon kennen und nur zusammen und nur zur Wohnungshaltung abgegeben werden.

Man sollte aber kein Tier, dass potenziell Freigänger sein könnte (also Jungtiere, Tiere, die es gewohnt sind, rauszugehen etc.) zwingen, als Wohnungskatze zu leben. Es gibt genug in den Tierheimen, die ohnehin nicht anders können.

Und für eine Einzelkatze (auch hier gibt es viele in den Tierheimen, die mit anderen Katzen nicht auskommen) sollte man sich nur entscheiden, wenn man genügend Zeit hat.

Wenn du also tagsüber auf der Arbeit bist, würde sich ein Pärchen anbieten, dass aus welchen Gründen auch immer nur als Hauskatze gehalten werden kann.

Gruß
Cess

Hallo Jorge,

Cess hat schon vieles geschrieben. Wichtig ist, dass die Wohnung ausreichend groß ist und ausreichen Rückzugsmöglichkeiten für die Katzen bietet, d.h., die Wohnung sollte nicht japanisch gestaltet sein.
die maximale Katzendichte sollte auch nicht über 1 Katze/Zimmer liegen.

Was die artgerechte Haltung betrifft, so sieht die sicherlich bei Tier UND MENSCH anders aus. Hauptsache ist, dass die Katzen glücklich sind.

Gruß
Carlos

Hallo Jorge,

ich hatte auch einige „Draußen-Katzen“, denen aber leider das Draussensein zum Verhängnis wurde. Die erste Katze wurde 2 mal angefahren, die zweite Katze kurze Zeit später überfahren. Und das, obwohl ein riesiges Naturschutzgebiet zum Jagen einlud. Die Straße war interessanter.

Aus diesem Grund habe ich mir auch schon die Frage nach einer reinen Wohnungskatze gestellt, da ich seit Mai Katzenfrei bin.

Ich glaube, daß man durchaus eine reine Wohnungskatze halten kann. Ich habe in diversen Büchern gelesen, daß tatsächlich nicht alle Katzen unbedingt gesellig sind, sondern eher alleine auf die Pirsch u.ä. gehen. Bei Geschwisterpärchen mag das anders sein, bei älteren Katzen habe ich das „Alleinseinwollen“ sehr oft beobachtet.

Eine ältere Katze wäre Dir hier sicherlich zu empfehlen. Die haben nicht mehr einen so ausgeprägten Spieltrieb, sind ohnehin vom Tierheim schwerer zu vermitteln und sicherlich sehr dankbar für einen ruhigen Lebensabend.

„Katzendichte“ ist übrigens ein super Wort ; )

Gruß

Happymac

hallo,

Ich habe eine reine Wohnungskatze. 12 Jahre ist sie alt und kerngesund (hoffentlich noch viele Jahre).
Mein Katze ist allein, wurde bereits als Wohnungskatze geboren. Ich habe sie als Baby gekauft, Toilette und Katzenbaum kannte Sie bereits. Sie ist in einer 95qm großen Wohnung. Sie hat Ihre kleine eigene Ecke und Ihren Katzenbaum. Dieses Territorium halte ich heilig, es ist IHR Bereich und da darf ich nicht ran. Sie soll sich sicher fühlen in ihrem Bereich. Wenn Sie mal auf den Katzenbaum flüchtet, hole ich Sie da nicht runter, wie gesagt sie hatte von Anfang an das Gefühl das ihr in ihrem Bereich nichts zustoßen kann. So etwas braucht sie auch. Der Balkon ist mit Katzennetzen ausgestattet. So kann sie raus ohne dass ich sie beaufsichtigen muss und sie ist geschützt.

Ich hatte mir damals meine Katze nach ihrem Wesen ausgesucht. Ich habe seit dem ich laufen kann Katzen (wiklich, seit ich 3 Jahre alt bin) und ich hatte bis jetzt nur ruhige Schmusekatzen gehabt.

Ich denke den Character der Katze sollte man beachten. Eine sehr lebhafte, verspielte Katze sollte man eher nicht nur in der Wohnung halten - die muss raus. Aber eher ruhige, zurückhaltende, schmusige, sind eher als Wohnungskatzen geeignet.

Dies ist meine perönliche Meinung.

LG Jasmin

Hallo,

Katzen sind so individuell wie Menschen, wenn man die richtige Katze findet kann man sie problemlos in der Wohnung halten.
Einer meiner Kater hat sich immer mit allen vier Pfoten dagegen gewehrt die Wohnung zu verlassen. Er konnte mit Gras nichts anfangen, Bäume haben ihn überhaupt nicht interessiert und vor Vögeln hatte er panische Angst. Er war es einfach nicht gewöhnt (wurde in einem Keller gehalten, bis er ins Tierheim kam) und hat dann später auch keinen Draht mehr zur Natur gefunden. Unglücklich war er damit aber nicht.

Grüße
Sue

Vielen Dank für eure Antworten,

also, ich werde das Projekt neue Katze jetzt mal energisch andenken. Eure Hinweise waren sehr hilfreich.

Liebe Grüße

Jorge

Hallo,

wie wäre es denn mit einer Katze die FIV hat? Oder 2? Dann hätte sie einen Artgenossen. Die DARF nicht raus und freut sich sicher über ein schönes Zuhause. Ansonsten finde ich auch, dass man Katzen nicht zu Wohnungskatzen machen darf, die raus könnten.

Liebe Grüße,

Katrin

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Hallo!

Früher bei meinen Eltern hatten wir auch immer Freigänger, ich kannte das gar nicht anders und dachte auch, das müsste so sein.

Letztes Jahr beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit dem Gedanken, mir selbst ein Kätzchen zu holen - bis dahin war ich Vollzeit-Ratterine :o)

Zunächst wälzte ich erst mal Bücher und Foren. Der Tenor der Experten war eindeutig: Wohnungshaltung kein Problem, aber - außer man nimmt gezielt Problemfälle auf - niemals alleine!

Jetzt lebe ich seit 8 Monaten mit zwei Halbstarken zusammen. Beide in einer Wohnung geboren, im gleichen Alter, beide sehr lebhaft und verspielt.
Die Wohnung ist nicht übertrieben groß, aber die Kätzchen dürfen überall hin und nutzen sowohl Kratzbäume als auch hohe Schränke mit Kisten darauf gerne als Ersatzbäume. In einem Katzenbuch habe ich gelesen, dass man auch kleine Wohnungen durchaus für mehrere Katzen angemessen herrichten kann, wenn man die Höhen gut ausnutzt.

Und wenn ich arbeiten bin, brauche ich mir keine Gedanken zu machen, dass da jemand alleine zu Hause rumhängt und sich grün langweilt.

Anfangs war das erste Kätzchen drei Wochen alleine mit mir, weil die Suche nach einem Kumpel etwas dauerte. Ich weiß, viele Menschen sind ungeheuer gerührt, wenn ihre Katze ständig an ihnen klebt, auf ihnen sitzt oder sie putzt - ich habe nur gedacht, verdammt, der Kleine braucht WIRKLICH dringend einen Artgenossen, ich kann doch niemals eine Ersatzkatze sein!

An der Anhänglichkeit hat sich übrigens nichts geändert - bloß dass ich jetzt doppelt so viel davon habe! :smiley:

Viele Grüße
Silke