Kranke Hunde und deren Halter

Hallo,
ich muss mal eben Dampf ablassen.
Mein Hund ist krank (Enteritis, mit Blut im Stuhl), und ich plauderte deshalb mit anderen Gassigängern, schon alleine um direkte Kontakte zu deren Hunden und meinem zu vermeiden. (auch ihre Hinterlassenschaften habe ich so gut es geht entsorgt, damit sie keinen ansteckt, sogar im tiefsten Dickicht)

Und was höre ich? -

  • „ach meiner hat das seit Wochen“
  • „meiner auch bestimmt schon 7 Tage“
  • insgesamt waren es um die 5-6 betroffenen Hunde-Halter mit denen ich sprach, von denen war KEINER beim Arzt.

Das darf doch nicht wahr sein. Deren Hunde sind ernsthaft erkrankt, mit Durchfall über Tage/Wochen, Blut im Kot … und die gehen nicht zum Arzt?
Ich fass das nicht!
Unsereins „guckt“ sich richtig heftigen Durchfall 2 Tage an, und ist am dritten Tag beim Doc, und doch erstrecht wenn Blut im Kot ist!

Natürlich habe ich auch erstmal 24 Stunden kein Futter gegeben, und danach Schonkost (Reis, Huettenkäse, Banane, Geflügel)… aber wenn das nicht greift, denke ich: es ist nötig einen Tierarzt zu konsultieren.
Blut war auch erst am 3ten Tag bei Lotte zu sehen, und auch das habe ich als Alarmzeichen empfunden nicht weiter alleine rumzudoktern. Wobei ich sowieso nach 2 Tagen heftigstem Durchfall zum Arzt gehen würde, wenn es am dritten Tag nicht DEUTLICH besser ist, den Termin hatte ich zu dem Zeitpunkt schon … es war allerdings das erste Mal das ich deshalb zum Doc musste.

Wie seht ihr das, wann geht ihr zum Arzt mit euren Hunden?

Meine Tierärtzin meinte: das geht grade um, sie hätte gehäuft solche Patienten …

Ich will da auch nicht dramatisieren, fast jeder Hund hat ab und zu Verdauungsprobleme für 1-3 Tage - das ist ja mehr oder weniger „normal“ solange es 1-3 mal im Jahr ist, da würde ich auch keine Panik machen, aber wenn es ein so heftiges Problem wird sehe ich durchaus Handlunsgbedarf.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob ihr meinen Ärger teilt, oder der Meinung seid ich stelle mich an :smile:

Es grüßt
Sabine (mit komatös schlafendem Hund)

P.S. ich weiß durchaus, das Hunde bei Durchfall schnell blutigen Kot haben können, und es nicht zu verwechseln ist mit den Krankheiten beim Menschen …

Hallo!

Ich kenne das aus der Nachbarschaft mit einem krankem Kater. Er hatte nur noch Durchfall, magerte total ab. Das fand ich schon so bedrohlich, dass ich mich angeboten habe, mit dem armen Tier zum Tierarzt zu gehen. O-Ton: Ach das ist doch noch gar nicht schlimm.
Es wurde dann mit Futterumstellung besser, aber erholt hat sich das arme Tier nie, ist dann irgendwann gestorben.
Er tat mir so leid, ich konnte nix machen.

Gruß Simone

[Überflüssiges Vollzitat entfernt, MOD]

Hallo Sabine,

unser Tierarzt sagt immer, wenn der Durchfall nach 1-2 Tagen nicht weg oder deutlich besser ist, dann sollen wir auf jeden Fall kommen.

Oft steckt eine Infektion dahinter, die umgeht, und er hat viele Fälle, wo die Leute erst sehr spät kommen und die Hunde schon vor Schwäche oder wg. Kreislaufproblemen umfallen.

Bei solche Infektionen ist es allemal besser, diese frühzeitig anzugehen und nicht zu warten, bis sie sich voll entfaltet haben.

Wir gehen lieber einmal zu oft hin als einmal zu wenig.

Im Zweifelsfall rufen wir den Tierarzt an und schildern die Symptome, dann sagt er uns schon, ob wir noch warten können oder sofort kommen sollen.

Grüße
Sebastian

Hallo Sabiiine,

ich sehe nicht, daß du dich anstellst.

Ich sehe aber drei Dinge.

  1. Die Menge des medizinischen Wissens
    Die meisten Menschen haben eher wenig bis kein medizinisches Wissen. Da kann es schon sein, daß jemand Blut im Kot zwar bemerkt und ungewöhnlich findet, aber nicht weiter denkt, weil der Hund ja noch ganz gut auf den Pfoten steht und frißt.

  2. Die grundsätzliche Einstellung zu Krankheiten
    Es gibt Menschen, die selbst auch erst dann zum Arzt gehen, wenn sie den Kopf schon halb unterm Arm tragen. Bei denen ist der Schwellenwert vom Gang zu TA oft auch relativ hoch.

  3. Das Verhältnis Mensch/Tier
    Für manche ist es eben „nur“ der Hund. Man hat ihn gern, ja, aber er hat den Stellenwert von Gebrauchsgegenständen.

Ich persönlich bin zwar ein Typ 2, aber meine Tiere sind mit lieb und wert und ich würde natürlich bei auffälligen Veränderungen, die länger anhalten aktiv werden.
Glücklicherweise weiß ich auch etwas über Krankheiten und kann entscheiden, ob, was und wie schnell unternommen werden sollte. Das gleicht meinen Typ 2 gut und vernünftig aus.

Wenn ich auch die Gründe für anderes Verhalten (er-)kenne, gut finde ich es nicht. Aber die Erfahrung zeigt, daß man daran wenig ändern kann.

Gruß Steffi