Psychopharmaka und Katzen

Hallo Ihr Lieben!

Hat jemand Erfahrung mit einer Behandlung mit Psychopharmaka bei Katzen (oder auch Hunden)?

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand etwas dazu erzählen könnte!

Liebe Grüße
Marah

Hallo Marah,

ich kann dir nur sagen, was in einem Seminar von Roger Abrantes (Etologisk Institut, Denmark) mal angesprochen wurde.

Psychopharmaka wirken bei Katzen nur sehr bedingt. Warum ist noch nicht wirklich erforscht.
Ein Punkt dabei ist sicherlich, daß Katzen nicht Nachdenken können.
Bekommt ein Mensch Psychopharmaka, so bringt es ihn auf einen normalen Level. Damit ist er wieder „nachdenkfähig“, wird also in die Lage versetzt, sich mit seinem Problem auseinanderzusetzen, es zu verarbeiten, eine Lösung zu finden, so daß eine Gesundung einsetzen kann.
Die Katze hat diese Möglichkeit nicht. Sie wird zwar künstlich beruhigt, kann aber nicht an ihrem Problem „arbeiten“.
Ein anderer Punkt ist, daß es sich nicht zwangläufig um eine rein psychische Störung handeln muß, sondern daß es sich um krankhafte organische Hirnfunktionen handeln kann, was beim Menschen untersucht wird, bei der Katze aber nicht. Psychopharmaka würden auch hier im Grunde ihr Ziel verfehlen.

Gruß Steffi

Hallo Steffi!

Mein Gedanke ist:
Wenn das Tier eine Zeit lang ohne Ängste leben könnte und so in normales
Verhalten gelangen würde, könnte das alleine nicht schon einen Lerneffekt haben?

Ich weiß,z.B., dass es bei Menschen auch nicht immer eine Ursachenforschung gibt.
Es wird teilweise bei einer Behandlung mit Psychopharmaka versucht, einen normalen Lebensrythmus (vorrübergehend) herzustellen, damit man einfach wieder in normale Bahnen kommt und wieder weiß wie es „normal“ laufen sollte.
So soll es einem später leichter fallen sich in ungünstigen Situationen entsprechend zu verhalten.

Wenn eine Katze zum Beispiel aus psychischen Gründen unsauber wird.
Sie bekommt dann Psychopharmaka und kann so unter besseren Umständen lernen, wieder sauber zu werden…
Wenn man das Mittel später absetzt könnte sich die Angst ja auch von selber wieder gelegt haben. (Es findet ja im Alter oft ein gewisser Umschwung statt und man kann Psychopharmaka ja auch über längere Zeit geben…)

Das ist jetzt natürlich alles sehr theoretisch…
Ich weiß wie das bei Menschen läuft und deswegen überlege ich gerade, welche Möglichkeiten es bei Tieren gibt.
Bei Tieren ist eine biochemische Störung im Gehirn ja anatomisch möglich und diese kann ja auch bei Menschen nicht durch Gesprächstherapie geheilt werden.
Eine Verhaltenstherapie kann nur helfen zu kompensieren.

Was mich bei dem Referat/Vorlesung stört ist das Wort „ruhigstellen“-
das ist ja nicht das Ziel einer medikamentellen Therapie…
Das klingt für mich zu radikal!

Ein schwieriges Thema! Vielleicht kommen noch Erfahrungsberichte.
Das wäre sehr interessant…

Liebe Grüße
Marah

Hallo Marah,

Mein Gedanke ist:
Wenn das Tier eine Zeit lang ohne Ängste leben könnte und so in normales
Verhalten gelangen würde, könnte das alleine nicht schon einen Lerneffekt haben?

Könnte wohl. Wenn aber die Medikamente weg sind und die alten Ängste wieder hochkommen (denn „bearbeitet“ wurden sie ja nicht), ist der Lerneffekt wieder pfutsch. Sicher gibt es Ängste, die sich festgefressen haben, aber aktuell gar nicht mehr da sind. Dann könnte es einen Dauererfolg geben. Aber meist weiß man das eben nicht.

Bei Tieren ist eine biochemische Störung im Gehirn ja
anatomisch möglich und diese kann ja auch bei Menschen nicht
durch Gesprächstherapie geheilt werden.

Stimmt. Aber wenn man beim Menschen so eine Störung eindeutig als Ursache identifiziert, bekommt der Mensch dann keine Psychopharmaka, sondern ein Medikament das auf den fehllaufenden biochemischen Prozeß wirkt z.B. indem ein fehlender Botenstoff künstlich zugeführt wird.

Was mich bei dem Referat/Vorlesung stört ist das Wort
„ruhigstellen“-

Das Wort stammt von mir und ist überzogen. Dieser Punkt des Seminares ging um Hyperaktivität, die auf ein verträgliches Maß reduziert werden sollte.

Vielleicht kommen noch Erfahrungsberichte.

Das würde mich auch sehr interessieren.

Gruß Steffi

Bei Tieren ist eine biochemische Störung im Gehirn ja
anatomisch möglich und diese kann ja auch bei Menschen nicht
durch Gesprächstherapie geheilt werden.

Stimmt. Aber wenn man beim Menschen so eine Störung eindeutig
als Ursache identifiziert, bekommt der Mensch dann keine
Psychopharmaka, sondern ein Medikament das auf den
fehllaufenden biochemischen Prozeß wirkt z.B. indem ein
fehlender Botenstoff künstlich zugeführt wird.

Ja genau! Zum Beispiel Serotoninwiederaufnahmehemmer und anderes.
Die sollen doch aber den Spiegel im Blut erhöhen und gehören zu den
Antidepressiva, also auch Psychopharmaka.

Viele Antidepressiva werden zur Regulierung der Botenstoffe bei biochemischen Störungen eingesetzt. Auch bei ADHS.

Liebe Grüße
Marah

Hallo Marah,

wie du bereits sagtest, ein schwieriges Thema, eben weil man die Ursache bei der Katze nicht weiß. Und selbst beim Menschen, über den man schon so viel weiß, ist es immer noch ein schwieriges Thema.

Eine alternative Möglichkeit wäre die klassische Homöopathie. Da die homöopathische Verordnung ausschließlich nach der Symptomenlage geht, muß es nicht zwangsläufig eine genaue medizinische Diagnose geben.
Da aber eine äußere Ursache (wenn es denn eine gibt), z.B. ein Schock, der zu Ängsten führte, eine herausragende Rolle bei der homöopathischen Arzneiwahl darstellt, ist auch dieser Weg keine Erfolgsgarantie, aber bevor eine dauerhafte Medikation erfolgt allemal einen Versuch wert.

Gruß Steffi