Hallo,
seit vier Wochen leben in unserem Haushalt zwei junge Kätzchen (Bruder und Schwester, ca 5 Monate alt)
Zu ihnen gesellen sich auch unsere beiden Hunde.
Hund und Katz vertragen sich prächtig - der kleine Kater liegt abwechselnd mal beim einen Hund am Bauch, mal am anderen und schnurrt und schläft gemütlich.
Das Kätzchen ist von Anfang an zwar neugieriger, allerdings auch scheuer uns Menschen gegenüber. Katerchen „Seppel“ hat nicht soviel Angst und kommt vor allem wenn es Futter gibt und zieht seine Achter zwischen meinen Füßen.
Die ersten Tage waren die Katzenkinder nur in der Küche (hier haben die Hunde keinen Zutritt) dann fingen sie an, die Wohnungswelt selbst zu erkunden.
Wir lassen ihnen auch alle Zeit der Welt und vor allem ihre Ruhe.
Jetzt haben sie inzwischen das ganze Haus erobert, spielen miteinander (herrlich anzusehen) schmusen auch miteinander, lieben ihren Katzenbaum, den Rascheltunnel und freuen sich über jedes liegengebliebene Schnippselchen auf dem Boden.
Was mir allerdings auffällt ist, dass sie nun noch weniger zugänglich sind als die ersten Tage. Sie springen zwar aufs Bett, auch wenn wir selbst drin liegen, aber wehe ich bewege meinen kleinen Zeh, dann hauen sie sofort ab.
Ich dachte, nach vier Wochen würden sie langsam Vertrauen zu ihren Menschen finden und mache mir Sorgen, dass ich vielleicht irgendwas falsch mache.
Deshalb meine Frage, wie lange kann es denn dauern, bis Katzen ihren Menschen vertrauen und nicht mehr vor der liebevollen Hand, die vor allem Futter gibt, weglaufen?
Freue mich auf eure Tipps, Meinungen, Ratschläge
Gruß Bettina
[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]
Hallo Bettina,
ich habe mein Kätzchen mit knapp 3 Monaten bekommen und es war anfangs genauso.
Du machst alles richtig - meine ich - und ich bin der Meinung, dass das Miezchen Vertrauen zu Dir hat, denn sonst hättest Du ganz andere Schwierigkeiten.
Du musst Dir nicht draus machen, wenn sie wegläuft. Da ist der jugendliche Spieltrieb, jedes Schnipselchen ist zum Spielen oder wird als Maus angesehen usw. Das wird noch lange so bleiben.
Vermutlich machst Du Dir so viele Sorgen, dass Du garnicht merkst, wenn sie Dir sagt, dass sie glücklich ist und das ist der Fall, das sehe ich aus Deinem Schreiben.
So ein Katz hat seine eigenen Vorstellungen und meine sagt mir genau,was sie will oder nicht. Vorhin hat sie mit mir gekämpft, weil ich nicht gemerkt habe, dass sie nicht gestreichelt werden will, sondern auf Erkundungstour ist.
Ich schau wieder rein, ob Du weitere Fragen hast und hoffe, dass Du bald erkennst, wie wohl sich Deine Kätzchen fühlen.
Viele Grüsse Uli
Hallo Bettina,
ich habe mein Kätzchen mit knapp 3 Monaten bekommen und es war
anfangs genauso.
Du machst alles richtig - meine ich - und ich bin der Meinung,
dass das Miezchen Vertrauen zu Dir hat, denn sonst hättest Du
ganz andere Schwierigkeiten.
Ich schau wieder rein, ob Du weitere Fragen hast und hoffe,
dass Du bald erkennst, wie wohl sich Deine Kätzchen fühlen.
Viele Grüsse Uli
Vielen Dank Uli,
das macht mir wirklich Mut. Es ist halt so, dass ich auch zu den Menschen gehöre, die niemals gedacht hätten, sich mal eine Katze ins Haus zu holen - und nun sind gleich zwei Rabauken hier.
Ich möchte sie nicht mehr missen - wir haben viel Spaß - alleine schon, wenn sie vor uns Kämpfen, spielen, sich jagen, von einem Zimmer ins andere und meistens alles dann in unserem Bett endet.
(Wir haben ein Wasserbett, ich hoffe, dass die kleinen scharfen Krallen es noch laaange heil lassen
)
Wir wissen ja auch nicht, was in den ersten vier Lebensmonaten mit den Katjes passiert ist. Sie wurden bei der Tierhilfe mit der Bemerkung abgegeben, man könne sie ruhig umbringen.
Jetzt sind sie bei uns und hier können sie bleiben und ich freue mich schon riesig, wenn sie irgendwann zutraulich geworden sind.
Danke nochmal und liebe Grüße
Bettina
[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]
Hallo Bettina,
Du wirst noch viel Freude mit Deinen Miezchen haben. Meine Kleine ist jetzt knapp 10 Monate und ich kann nicht in Worte fassen, was für ein kleiner Schatz sie ist.
Thema Wasserbett: Ich habe letzte Woche einen Test im TV verfolgt und demzufolge kann Dir bzw. Euch so schnell nichts passieren. Abgesehen davon wirst Du sehen, dass die Kleinen schnell lernen, ihre Krällchen nicht immer einzusetzen. Ich habe anfangs ausgesehen als hätte ich die Krätze, jetzt ist sie ganz liebenswürdig und wenn’s in der Aufregung doch passiert, werde ich liebevoll geleckt und umschmeichelt (wie heute Morgen).
Du kannst ihnen sehr viel beibringen auf ganz sanfte Art. Ich wünsche Dir Erfolg bei allem und gebt Euch Zeit !
Ich habe mich richtig gefreut, dass Du mir geschrieben hast und melde Dich ruhig – wenn ich Helfen oder Mut machen kann, herzlich gerne.
Viele Grüsse und ein schönes Wochenende wünscht
Uli
Vielleicht nie … aber …
Hallo Bettina,
bei Katzen ist es wichtig, dass sie in der frühkindlichen Prägephase positiven Menschenkontakt kennenlernen - ansonsten lässt sich dieses Versäumnis nie wieder aufholen. Ob das bei deinen beiden der Fall war, wenn sie mit so einer Bemerkung beim Tierschutz abgegeben wurden, wage ich mal zu bezweifeln.
Deshalb sollte man, wenn man unbedingt Schmusekatzen haben möchte, eher gut sozialisierte Tiere, die nicht im Stall auf dem Bauernhof sondern im Haus mit Menschenkontakt aufgewachsen sind, nehmen (Ausnahmen gibt es natürlich auch immer).
Ein weiterer Faktor ist der Charakter des jeweiligen Tieres. Auch bei Katzen gibt es Tiere, die lieber nicht so gerne angefasst werden oder nicht auf den Arm oder den Schoß möchten.
Ich spreche hier nur von der üblichen Hauskatze, bei Rassetieren erwirbt man ja die typischen Rassemerkmale gleich mit, und sie wachsen üblicherweise auch gut mit Menschen sozialisiert beim Züchter auf.
Unsere beiden Miezen aus dem Tierschutz sind ohne Menschenkontakt aufgewachsen und nun seit 2 Jahren bei uns. Wenn wir eine heftige Bewegung machen, wenn es an der Tür schellt, wenn andre Menschen zu Besuch sind, wenn der Staubsauger läuft, wenn zu laut gesprochen wird, wenn man schnellen Schrittes durchs Zimmer geht, wenn man ein Kopfkissen aufschüttelt, und und und … sind die Katzen panisch verschwunden.
Nach wie vor. Schoß und Arm geht gar nicht, Fahrten zum Tierarzt sind der blanke Horror - allein schon das Einpacken einer der Katzen in die Transport(Klapp-)box.
Ok, das ist so. Und wird vermutlich so bleiben. Dafür sind es eben Miezen aus dem Tierschutz.
Aber - wenn sich eine der beiden ganz freiwillig neben dich legt, wenn du sie an den Öhrchen kraulen darfst, wenn sie dann schnurrt, wenn sie dir entgegenkommt wenn du nach Hause kommst, wenn du endlich mal ihren Fuß streicheln darfst den sie zuvor immer weggezogen hat - dann bist du stolz wie Oskar, dann bist du gerührt - dann bist du glücklich. Denn: es lohnt sich eben doch.
Liebe Grüße und viel Freude mit euren Süßen
wünscht dir Carolin
Unsere beiden Miezen aus dem Tierschutz sind ohne
Menschenkontakt aufgewachsen und nun seit 2 Jahren bei uns.
Wenn wir eine heftige Bewegung machen, wenn es an der Tür
schellt, wenn andre Menschen zu Besuch sind, wenn der
Staubsauger läuft, wenn zu laut gesprochen wird, wenn man
schnellen Schrittes durchs Zimmer geht, wenn man ein
Kopfkissen aufschüttelt, und und und … sind die Katzen
panisch verschwunden.Nach wie vor. Schoß und Arm geht gar nicht, Fahrten zum
Tierarzt sind der blanke Horror - allein schon das Einpacken
einer der Katzen in die Transport(Klapp-)box.
Das kommt mir bekannt vor, ich habe ein Katerpärchen (Wildfang mit ca. 5 Monaten). Gib die Hoffnung nicht auf, es wird auch nach vielen Jahren noch immer besser. Nach mehreren Wochen das erste Leckerli aus der Hand genommen, nach Monaten das erste mal angefasst. Nach 6 Jahren saß der erste Kater auf meinem Schoß! Nach 7 Jahren kann ich jetzt immerhin einen der beiden hochheben und in die Transportkiste setzen. Für den anderen habe ich einen spezielle Trick: ich locke ihn ins Bad (kein Ausweg, keine Versteckmöglichkeiten) wo ich vorher schon die Kiste in der Badewanne versteckt habe. Tür zu und die Kiste vor den Kater stellen, dann geht er praktisch freiwillig in die Kiste, weil es sonst kein Versteck gibt.
Gruß,
Myriam
Hallo nochmal,
vielen Dank für eure Beiträge.
Also gebe ich mal die Hoffnung nicht auf und ich denke auch, ganz so scheu sind die Kätzchen gar nicht, jedenfalls der Kater kam gestern zu mir auf den Tisch und wollte mit mir von meinem Teller essen.
Ich weiß, das sollte man nicht machen, aber ich habe mich sehr gefreut und habe ihm etwas mit der Hand hingehalten und er hat es sich auch geholt.
Liebe geht wohl auch bei den Tieren einfach durch den Magen!
Heute steht ein Tierarztbesuch an.
Die Katzen habe ich heute morgen bereits mit ihrem Futter in die Küche locken können, später muss ich sie nur noch einfangen…
Alles Liebe
Bettina
Heute steht ein Tierarztbesuch an.
Die Katzen habe ich heute morgen bereits mit ihrem Futter in
die Küche locken können, später muss ich sie nur noch
einfangen…
Jetzt wohl etwas zu spät, aber dann vielleicht für’s nächste Mal:
Ich streu ein klein wenig Trockenfutter in die Transportbox, wenn
meine Kater da rein sollen - der Verfressenere ist dann sofort drin.
Muss vielleicht noch ein bisschen schieben, damit auch der Hintern
drin ist, und zack - Tür zu.
Und klar, nur dass Du nen Napf Futter hinstellst, macht ne Katze noch
nicht per se zutraulicher. Meine mussten halt Trockenfutter u.a.
Leckerli immer von meiner Hand nehmen. Und nicht nur von meiner
irgendwo ausgestreckten Hand - ich hab mich auch auf den Boden
gelegt, und Leckerli dann auf mich gelegt, so dass die beiden dann
auf mich drauf klettern mussten.
Meine waren aber 12 Wochen alt, als ich sie abholte, und hatten noch
nichts Schlimmes durchmachen müssen. Sie waren Hofkatzen, bei mir
sind sie Balkonkatzen, aber viiiieeeel zu anhänglich, als dass sie
das stören würde.
gruss, isabel