Zahnstein entfernen bei Hunden

Kann man bei Hunden Zahnstein auch OHNE NARKOSE entfernen? Mein Hund hat eine starke Herzschwäche, so dass ich ihm eine Narkose nicht zumuten will.

Bei und Menschen wird Zahnsteinentfernung doch auch OHNE JEDE Schmerzmittel durchgeführt. Warum nicht bei Hunden auch?

Hallo,

bei sehr ruhigen Hunden kann man leichten Zahnstein an den Eckzähnen auch so abkratzen. Sobald es aber mehr wird oder weiter hinten los geht, fängt praktisch jeder Hund an, sich zu wehren. Dadurch wird massiver Stress bei allen Beteiligten erzeugt und schnell geht es gar nicht mehr. Eine komplette Zahnsanierung, bei der möglicherweise Zähne gezogen werden, ist mit einem wachen Hund nicht zu machen.

Die Narkosetechniken in der Tiermedizin haben sich in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt. Es sollte möglich sein, den Hund trotz Herzproblem zu behandeln. Wir reden hier ja nicht von einer 5-stündigen Gehirn-OP. Vielleicht braucht er ja gar keine Vollnarkose sondern ein starkes Beruhigungsmittel reicht aus. Aus Deinen vorherigen Postings geht hervor, dass Du kein besonderes Vertrauen zu Deinem TA hast. Sollte das am TA liegen, und nicht an Dir, dann suche Dir einen anderen und lasse Dich dort beraten, ob die Zahnsteinentfernung nötig ist und wenn ja, welche Narkoseoptionen es gibt.

Gruß,

Myriam

Bei und Menschen wird Zahnsteinentfernung doch auch OHNE JEDE
Schmerzmittel durchgeführt. Warum nicht bei Hunden auch?

Vielleicht weil der Hund nicht versteht das man ihm nichts böses will und deshalb panische Angst bekommt?

Mein Hund hat grenzenloses Vertrauen zu mir. Der weiß, dass ICH ihm nichts tue. Allerdings, beim Tierarzt weiß er das nicht.

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Vielen Dank, Myriam

bei sehr ruhigen Hunden kann man leichten Zahnstein an den
Eckzähnen auch so abkratzen.

Mein Hund ist sehr ruhig und vertraut mir voll. Gestern haben wir versucht, Zahnstein mit einem Zahnstocher abzukratzen. Der Hund hält still, aber es geht nichts ab. Womit kann ich es noch versuchen?

Eine komplette Zahnsanierung, bei der möglicherweise Zähne gezogen :werden, ist mit einem wachen Hund nicht zu machen.

Das ist uns klar, das steht im Augenblick aber auch nicht zur Debatte.

Vielleicht braucht er
ja gar keine Vollnarkose sondern ein starkes Beruhigungsmittel
reicht aus.

Das hört sich doch schon mal ganz anders an als Vollnarkose.

Der
Hund hält still, aber es geht nichts ab. Womit kann ich es
noch versuchen?

Bitte lass es. Zahnstein wird mit Metallinstrumenten von Fachleuten entfernt. Ein weiterer Grund, warum es i.d.R. nicht ohne Ruhigstellung gemacht wird, denn wenn der Hund zuckt, kann das böse Verletzungen an Zähnen, Zahnfleisch, Zunge, Mundhöhle usw. geben. Nicht mal meine scheintote 17-jährige Hündin ließe das ohne Narkose mit sich machen.

Das hört sich doch schon mal ganz anders an als Vollnarkose.

Es hilft Dir aber nichts, wenn ich Dir das sage :smile: Die betreffende Info muss von einem TA kommen, dem Du vertraust.

Gruß,

Myriam

Mein Hund hat grenzenloses Vertrauen zu mir. Der weiß, dass
ICH ihm nichts tue. Allerdings, beim Tierarzt weiß er das
nicht.

Eben, auch wenn er Dir vertraut wird er nicht verstehen was Ihr da macht. Je nachdem wie stark der Herzschaden ist, bleibt abzuwägen was schädlicher ist, die Narkose oder die Angst die Dein Hund hat. Laß das den TA entscheiden!

Gruß

Tina

Hallo Mad Dog!

Bei und Menschen wird Zahnsteinentfernung doch auch OHNE JEDE
Schmerzmittel durchgeführt. Warum nicht bei Hunden auch?

Kennst Du das Geräusch, daß der Ultraschallkopf beim Entfernen des Zahnsteins macht? Ist schlimm - oder? Hunde hören viel besser und auch noch die höheren Frequenzen, die wir nicht mehr mitbekommen. Für einen Hund oder eine Katze ist das einfach Folter! Dein Hund weiß nicht, was das soll, es ist unangenehm, manchmal tut es auch etwas weh und ein fremder Mensch porkelt ihm in den Zähnen - nicht nur außen drauf sondern auch innen drin. Ihm läuft Wasser in den Hals, seine Zunge wird von hier nach da gezogen und das alles nur, weil Du es willst? Dein Hund wird sich wehren oder zucken, wenn es weh tut. Und Deine Besorgnis für den Hund in Ehren, aber ich bin nicht bereit, eine Zahnsanierung an einem nicht narkotisierten Hund vorzunehmen. Denn es sind meine Hände und mein Gesicht, die sich in unmittelbarer Nähe seiner Zähne befinden! Ein teil-sedierter Hund ist noch unberechenbarer als ein wacher, weil er viele Sinneseindrücke nur verzerrt wahrnimmt. Und wenn der unvermittelt zuschnappt, falle ich bestenfalls für 14 Tage aus, schlimmstenfalls verliere ich ein Körperteil - und ich brauche sie alle!
Ich bin wirklich kein Feigling im Umgang mit Hunden, aber eine Zahnsanierung ohne Narkose würde ich weder mir noch Deinem Hund zumuten wollen!
Mit freundlichen Grüßen

Archie

Hallo Archie,
du schreibst:
„Ihm läuft Wasser in den Hals, seine Zunge wird von hier nach da gezogen und das alles nur, weil Du es willst?“

Das ist es ja. Ich will das gar nicht! Mein TA will mich ständig dazu überreden. Ich habe aber den Eindruck, wenn der Hund alles frisst und auch sonst keinerlei Anzeichen hat, dass ihm irgendetwas weh tut, dann muss Zahnsteinentfernung (jetzt) nicht sein!

Du schreibst weiter: „Ich bin wirklich kein Feigling im Umgang mit Hunden, aber eine Zahnsanierung ohne Narkose würde ich weder mir noch Deinem Hund zumuten wollen!“

Wenn eine Zahnsanierung erforderlich ist, dann MUSS es eben sein. Dann bin ich auch für Narkose.

Die Frage, die bleibt. Muss eine Zahnbehandlung einschließlich Narkose JETZT sein. Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit. Da ist es, was mich derzeit beschäftigt.

Gruß
Mad Dog

Die Frage, die bleibt. Muss eine Zahnbehandlung einschließlich
Narkose JETZT sein. Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit. Da
ist es, was mich derzeit beschäftigt.

Wir haben das glaube ich alle verstanden. Es wird Dir aber hier keiner diese Frage beantworten können. Fakt ist, dass Zahnstein Entzündungen und Vereiterungen hervorrufen kann und bei entsprechendem Befall auch tut. Fakt ist ebenfalls, dass Hunde (und andere Tiere) ein anderes Schmerzempfinden und -verhalten haben als Menschen. Ein tiermedizinischer Laie kann nur anhand des Verhaltens seines Hundes nicht unbedingt erkennen, wann es soweit ist. Zumal bei einem bereits herzkranken Hund man vielleicht auch nicht gerade bis zum letzten Moment mit der Behandlung warten sollte.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: eine meiner Katzen hatte sich einen Eckzahn abgebrochen. Da die Bruchstelle oberhalb des Zahnfleischsaumes lag, war das meiner Ansicht nach nicht unbedingt behandlungsbedürftig (diese spezielle Katze lässt sich nur in Vollnarkose untersuchen) und ich behielt die Sache im Auge. Es war nichts zu sehen, ich kontrollierte regelmäßig die Zähne, alles sah gut aus. Die Katze verhielt sich wie immer, spielte, fraß TroFu, rieb ihr Gesicht an meiner Hand usw.

Eines Tages fiel mir auf, dass sie eine Schwellung im Gesicht neben der Nase hatte. Sofort fiel mir der Zahn wieder ein und ich fuhr zum TA. Auf dem Röntgenbild sah man dann, dass die Zahnwurzel sich entzündet hatte und der Oberkieferknochen schon angegriffen und deformiert war. Die Schmerzen müssen unerträglich gewesen sein, ich habe dem Tier nichts!!! angemerkt. Nach der erfolgreichen OP und Behandlung heilte das ganze rasch ab. Mir fiel auf, dass die Katze auffällig lebhafter war als noch kurz vor der OP. Ich hatte es vorher nicht bemerkt, weil die Veränderung graduell über einen langen Zeitraum passiert war.

Genug mit meinem Gewäsch: Du hast kein Vertrauen zu Deinem TA, glaubst er will Dich abzocken usw. Hol Dir eine 2. Meinung.

Gruß,

Myriam

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Kann man bei Hunden Zahnstein auch OHNE NARKOSE entfernen?

Definitiv: JA!

Mein Hund hat eine starke Herzschwäche, so dass ich ihm eine
Narkose nicht zumuten will.

Die neuen Narkotika sind sehr sanft, eine ständige Kontrolle des Pulses und der Herzfrequenz durch den TA ist im Normalfall gegeben, ebenso sind die entsprechenden Wiederaufwachmittel (um die Narkose sofort zu beenden)vorhanden, ebenso ein Beatmungsgerät.

Bei und Menschen wird Zahnsteinentfernung doch auch OHNE JEDE:Schmerzmittel durchgeführt. Warum nicht bei Hunden auch?

Bei einer Zahnsteinentfernung bekommt der Mensch im Normalfall keine örtliche Betäubung, das ist richtig. Bei einer Sanierung, wo evtl. eine Taschenbehandlung ansteht, wird sehr wohl betäubt. IN GANZ SCHLIMMEN FÄLLEN SOGAR UNTER VOLLNARKOSE!
Bei einem Hund ist eine Narkose nur dann nötig, wenn eine Sanierung ansteht, oder aber der Hund die Schnauze nicht weit genug öffnet um den Innenbereich der Zähne zu säubern und die hintern „Backenzähne“, was bei den meisten Hunden und Katzen leider der Fall ist. Angst klemmen Zähne zusammen :smile:
Man muß weiterhin zwischen Zahnstein (Kesselsteinartige Auflagerungen) und harten bzw. weichen Belägen unterscheiden. Harte Belege sind schwierig zu entfernen, man muß viel rubbeln und schmirgeln (polieren), dies geschieht ohne Ultraschall, auch beim Menschen. Zahnstein wird mit dem Ultraschall „weggesprengt“ man kommt mit diesem Gerät oft auch in kleine Ritzen (Zahnzwischenräume). Der Vorteil ist der, daß man so weniger verletzt als wenn man mit den Metallinstrumenten rumhebelt und evtl. mal abrutscht. Auch schont man m.M. so die evtl. lockeren Zähne, bzw. die Hälse wenn sich das Zahnfleisch unter dem Kalkpanzer schon sehr weit zurückgezogen hat. Der Nachteil: bei Entzündungen verteilt man die Bakterien noch mehr im Zahnfleischgewebe.
Nicht entfernter Zahnstein ist eine Brutstätte für die bösartigsten Bakterien aller Art, so etwas wie ein Inkubator! Von diesem Brutapparat aus können die Keime direkt über die Blutbahn in den Körper vordringen und wichtige Systhemorgane dauerhaft und schwer schädigen. Unter anderem das Herz. Es gibt neueste Untersuchungen die in den Herzkranzgefäßen beim Menschen Parodontosebakterien gefunden haben! Da muß man sich dann nicht mehr wundern.

Ich empfehle Dir:

  1. Eine gründliche Sanierung des Hundegebisses, mit evtl. anschließender Antibiotokabehandlung, falls erforderlich, wenn das Zahnfleisch entzündet ist. Und dem evtl. Entfernen von stark beschädigten Zähnen.
  2. Ist das Zahnfleisch vor der Behandlung offensichtlich schon entzündet, dann eine drei Tage vorher beginnende Antibiotikabehandlung, die nach der Zahnsanierung noch einige Tage weitergeführt werden muß. Auch sollte dann bei dieser Gebisssanierung kein Ultraschallgerät benutzt werden. Durch den starken Wasserdruck würden noch mehr Keime in die entstehenden Wunden geschleudert werden! Erhöhtes Infektionsrisiko gerade für Herzkranke!
  3. Nach der Gebisssanierung regelmäßige Zahnpflege durch Dich! Bestes Mittel der Wahl: Wasserstoffperoxid.
    Wenn Du zu den hartgesottenen gehörst und Dein Hund Dir wirklich vertraut, und auch die Schnauze weit aufmacht, dann auch eine alle 2 - 3 monatige wiederkehrende Zahnstein- Zahnbelagsentfernung.

Es gibt dafür spezielle medizinische Instrumente um den Belag und leichten Zahnstein zu entfernen. Sie kosten etwas. Aber bei mir hat sich das über die vielen Jahre schon lange rentiert. Ich glaub mein Tierarzt ist da etwas verwundert, das die Zähne bei den Hunden immer so schick sind :smile:
Um die Schnauze weit offen zu halten, ohne dem Hund weh zutun, (es gibt ja auch diese schicken Maulgatter) drehe ich etliche Blätter guten Klopapier zu einer kleinen Wurst und klemme sie zwischen die „Backenzähne“, nicht zu groß diese „Wurst“! Da meine Hunde, eher dazuneigen den Kiefer wieder zu schließen hält diese „Wurst“ automatisch und ich komme auch sehr gut an den Innenbereich. Um diese Prozedur durchführen zu können, lege ich die Hunde seitlich auf einen Tisch, als Unterlage eine weiche Decke. Evtl. noch ein kleines Kissen unter den Kopf, dann hat man etwas mehr Spielraum. Um besser sehen zu können, setze ich eine Vergrößerungsbrille auf und stelle mir eine Stehlampe dazu. Ist die eine Seite fertig, drehe ich den Hund auf die andere Körperseite und weiter geht’s. Wichtigstes Augenmerk sind auf die „Reißzähne“ und die winzigen „Backenzähne“ zu richten, gerade die allerletzten, wo man kaum rannkommt. Lefzen mit einem Finger etwas nach außen und hinten ziehen, dann sieht man sie. Es ist fummelig da ran zu kommen, und verlangt vom Hund absolutes Vertrauen, Geduld und auch Gehorsam. Ganz vorsichtig bitte am Zahnfleischsaum! Er läßt sich etwas hochschieben so daß man dann gut auf dem Zahn über dem Zahnsteinrand ansetzen kann um den Zahnstein dann in Richtung Zahnspitze zu entfernen.
Hinterher lasse ich den Hund sitzen und bürste die Zähne mit einer Babyzahnbürste und 2%tigem Wasserstoffperoxid, muß man sich in der Apo. anrühren lassen. Schäumt schön und desinfiziert gut. Zahnpaßta benutze ich nicht für meine Hunde. Ist die Behandlung fertig gibt es Leckerlies, welches sie nicht lange kauen müssen sondern schnell runterschlucken können. Fertig! Ein strahlendes Gebiss und ein offensichtlich erleichterter Hund das er die Prozedur überstanden hat, sind die Belohnung. :smile: Sollte der Hund ein sehr schlechtes Gebiss haben kannst Du die Zähne jeden Tag mit Zahnbürst und 2%tiger Lösung etwas reinigen. Bei meinen schon älteren Hunden muß ich die Prozedur alle 3-4 Monate wiederholen, dann haben sie aber auch noch keine fette Borke drauf, sondern eher feste Belege, lediglich am Zahnfleischsaum ist es etwas mehr und fester.
Übriegens, meine Hunde habe ich gebraucht übernommen, sie mußten das Dulden dieser Behandlung auch erst erlernen. Dazu war am Anfang Gehorsam und schrittweises Gewöhnen, letztendlich nur noch Vertrauen, nötig. Heute wissen sie, das es nach der ekeligen Behandlung ein extra Leckerlie gibt, und das ist es ihnen wert, denn sie liegen entspannt und nicht verkrampft auf der Decke.
Also, viel Spaß bei der Hundegebisspflege.

Hallo Mad Dog!

Deine Frage im Ausgangsposting ging dahin, ob man dem Hund die Zähne nicht ohne Narkose sanieren kann, nicht ob es jetzt sein muß!
Ob es jetzt - oder irgendwann - sein muß, kann ich nicht sagen, ich sehe den Hund ja nicht. Nur im Allgemeinen habe ich erklärt, warum ich (auch aus tierschutzrechtlichen Gründen) eine Zahnsanierung ohne Narkose ablehnen würde. Das mache ich nicht mal bei meinen eigenen Hunden, wieviel weniger bei einem fremden!
Such Dir einen zweiten TA, wenn Du Dich bei dem ersten abgezockt fühlst. Der kann Dir dann sagen, ob er eine Zahnsanierung für wichtig und nötig hält!
Schönes Wochenende!

Archie